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Deutsch · Blatt · Klasse 7

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

Deutsch

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

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Klasse:
Datum:
24.10.2026

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Figuren belegen: Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle. Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.

Beispiel: Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?

  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen.“
  3. Also: einzeln und langsam, als würde er sie zählen

Ergebnis: einzeln und langsam, als würde er sie zählen

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was tun Vater und Sohn nach dem Tadel des zweiten Wandersmanns? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    ☐ Sie setzen sich beide auf den Esel. ☐ Der Vater steigt vom Esel herab. ☐ Der Sohn schickt den Wanderer weg.

    So fängst du an: Probe: Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht.

  2. ○Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Warum hat die Maus am Anfang Angst? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    ☐ Die Katze verfolgt sie schon lange. ☐ Die Welt ist ihr zu breit und zu offen. ☐ Die Mauern kommen schnell auf sie zu.

    So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?
    ☐ Er lächelt erleichtert zurück. ☐ Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist. ☐ Er fragt sie nach dem Ergebnis.
  2. ●Stillstand:
    Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //

    Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //

    Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //

    Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //

    Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.

    Wo bleibt der Aufzug stehen?
    ☐ im fünften Stock ☐ im Keller ☐ zwischen dem dritten und dem vierten Stock
  3. ●Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Wie viele Figuren sprechen in der Fabel?
    ☐ zwei ☐ eine ☐ drei
  4. ●Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was sagt der zweite Wandersmann zum Sohn?
    ☐ Ihr seid zu zweit zu schwer. ☐ Du hast jüngere Beine. ☐ Lass deinen Esel ausruhen.
  5. ●Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Warum wartet Leon, bis der Flur leer ist?
    ☐ Er darf erst nach den anderen an das Brett. ☐ Er hat das Ergebnis schon von Frau Brandt. ☐ Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
    ☐ eisig und laut ☐ stark und sicher ☐ steif und kalt
  2. ★Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Was zeigt der letzte Satz?
    ☐ Die kleine Begegnung beschäftigt die Person mehr als ihr Einkauf. ☐ Die Person ist vergesslich. ☐ Die Person hat ihr Geld verloren.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. Sie setzen sich beide auf den Esel.
  2. Die Welt ist ihr zu breit und zu offen.
  3. Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
  4. zwischen dem dritten und dem vierten Stock
  5. zwei
  6. Du hast jüngere Beine.
  7. Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  8. steif und kalt
  9. Die kleine Begegnung beschäftigt die Person mehr als ihr Einkauf.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie setzen sich beide auf den Esel.
  2. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Die Welt ist ihr zu breit und zu offen.
  3. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
  4. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → zwischen dem dritten und dem vierten Stock
  5. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → zwei
  6. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → Du hast jüngere Beine.
  7. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  8. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → steif und kalt
  9. Such für deine Antwort einen Grund im Text. Behauptet sie mehr, als dort steht? → Die kleine Begegnung beschäftigt die Person mehr als ihr Einkauf.