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Deutsch · Blatt · Klasse 7

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

Deutsch

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

Name:
Klasse:
Datum:
24.10.2026

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Figuren belegen: Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle. Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.

Beispiel: Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

Was tut Selin mit dem Link?

  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Selin tippte nicht darauf.“ Später: „Sie öffnete den Link trotzdem nicht.“
  3. Also: Sie öffnet ihn nicht.

Ergebnis: Sie öffnet ihn nicht.

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was tun Vater und Sohn nach dem Tadel des zweiten Wandersmanns? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    ☐ Sie setzen sich beide auf den Esel. ☐ Der Vater steigt vom Esel herab. ☐ Der Sohn schickt den Wanderer weg.

    So fängst du an: Probe: Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht.

  2. ○Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Warum liest Leon den Speiseplan dreimal? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    ☐ Er hat Hunger und sucht die Nudeln. ☐ Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet. ☐ Frau Brandt hat es ihm aufgetragen.

    So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?
    ☐ alle auf einmal, weil er es eilig hat ☐ einzeln und langsam, als würde er sie zählen ☐ mit Hilfe der erzählenden Person
  2. ●Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    „Darf ich mal?“ Worauf bezieht sich die Frage der erzählenden Person?
    ☐ Das steht nicht in dem Satz. ☐ Auf den Beutel des alten Mannes. ☐ Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt.
  3. ●Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Welche Seite der Katze zeigt der letzte Satz?
    ☐ Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin. ☐ Sie ist hilfsbereit und freundlich. ☐ Sie hat selbst Angst vor der Falle.
  4. ●Der letzte Karton:
    Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //

    „Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //

    Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //

    Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.

    Wie steht Mila zum Umzug?
    ☐ Gut, denn sie packt alles selbst ein. ☐ Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse. ☐ Sie freut sich auf jedes Wochenende.
  5. ●Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Warum wartet Leon, bis der Flur leer ist?
    ☐ Er darf erst nach den anderen an das Brett. ☐ Er hat das Ergebnis schon von Frau Brandt. ☐ Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Wie lässt sich Leon am besten beschreiben?
    ☐ gelangweilt und müde ☐ mutig und laut ☐ angespannt und zurückhaltend
  2. ★Der letzte Karton:
    Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //

    „Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //

    Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //

    Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.

    Warum antwortet Mila ihrem Vater nicht?
    ☐ Sie glaubt nicht, dass es mit jedem Wochenende klappt. ☐ Sie hat ihn wegen des Hupens nicht gehört. ☐ Sie freut sich zu sehr auf Hamburg.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. Sie setzen sich beide auf den Esel.
  2. Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
  3. einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  4. Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt.
  5. Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
  6. Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse.
  7. Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  8. angespannt und zurückhaltend
  9. Sie glaubt nicht, dass es mit jedem Wochenende klappt.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie setzen sich beide auf den Esel.
  2. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
  3. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  4. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt.
  5. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
  6. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse.
  7. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  8. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → angespannt und zurückhaltend
  9. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie glaubt nicht, dass es mit jedem Wochenende klappt.