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Deutsch · Blatt · Klasse 9

Drama und szenisches Spiel

Deutsch

Drama und szenisches Spiel

Name:
Klasse:
Datum:
23.10.2026

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Eine Szene deuten: Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will. Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.

Beispiel: Die Probe:
Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //

BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.

Worin liegt der Streit zwischen Samira und Frau Okafor?

  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Frau Okafor denkt an Angst, Samira an Müdigkeit. Beide deuten die Figur verschieden.
  3. Also: wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll

Ergebnis: wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Wie heißt ein Gespräch zwischen zwei Figuren im Drama? Starthilfe: Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    ☐ Dialog ☐ Monolog ☐ Regieanweisung

    So fängst du an: Probe: Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt.

  2. ○Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Warum glaubt die Mutter Tim nicht? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    ☐ Der Bus fährt nachts nicht. ☐ Sie war die ganze Zeit zu Hause und hat kein Klingeln gehört. ☐ Tim hat den Schlüssel dabei.

    So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Wo und wann spielt die Szene?
    ☐ im Bus auf dem Heimweg ☐ in der Küche, spät am Abend ☐ vor der Haustür, am Morgen
  2. ●Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
    MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
    Du bist ein herzlich guter Mann, /
    Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //

    FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
    Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
    Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

    Wie antwortet Faust auf die Frage?
    ☐ Er sagt klar, dass er an Gott glaubt. ☐ Er fragt Margarete nach ihrem Glauben. ☐ Er weicht aus und spricht von seiner Liebe.
  3. ●Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Wie heißt die Rede einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?
    ☐ Monolog ☐ Dialog ☐ Regieanweisung
  4. ●Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Was hat Tim heute Morgen liegen lassen?
    ☐ seine Jacke ☐ den Schlüssel ☐ sein Handy
  5. ●Die Wahl:
    Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

    MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
    LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
    MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
    LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
    MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
    LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
    (Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

    Worin besteht der Konflikt?
    ☐ Lina will selbst Klassensprecherin werden. ☐ Marc hat die Wahl verloren, weil Lina gelogen hat. ☐ Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Warum sagt die Mutter nur „Halb elf.“ statt einer Frage?
    ☐ Sie ist müde und will schlafen. ☐ Sie weiß nicht, wie spät es ist. ☐ Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.
  2. ★Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Wie reagiert der Vater am Ende auf die Vier?
    ☐ Er will Noah helfen, statt zu schimpfen. ☐ Er sagt nichts, also ist es ihm egal. ☐ Er ist wütend wegen Mathe.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. Dialog
  2. Sie war die ganze Zeit zu Hause und hat kein Klingeln gehört.
  3. in der Küche, spät am Abend
  4. Er weicht aus und spricht von seiner Liebe.
  5. Monolog
  6. den Schlüssel
  7. Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.
  8. Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.
  9. Er will Noah helfen, statt zu schimpfen.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Dialog
  2. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie war die ganze Zeit zu Hause und hat kein Klingeln gehört.
  3. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → in der Küche, spät am Abend
  4. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Er weicht aus und spricht von seiner Liebe.
  5. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Monolog
  6. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → den Schlüssel
  7. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.
  8. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.
  9. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Er will Noah helfen, statt zu schimpfen.