Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)
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- Datum:
- 30.10.2026
Mein Ziel: Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
Erst entscheiden, dann vergleichen. Wo du falsch lagst: die Probe noch einmal machen und den Satz richtig abschreiben.
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe.
Merken
Figuren belegen: Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle. Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.
Beispiel: Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
- Also: steif und kalt
Ergebnis: steif und kalt
Mit Starthilfe
Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.
- ○Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was verrät das Verhalten des Vaters? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
☐ Er ist streng und will immer reiten. ☐ Er möchte den Esel schonen. ☐ Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.So fängst du an: Probe: Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht.
- ○Kleine Fabel – Franz Kafka:
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Warum hat die Maus am Anfang Angst? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
☐ Die Welt ist ihr zu breit und zu offen. ☐ Die Katze verfolgt sie schon lange. ☐ Die Mauern kommen schnell auf sie zu.So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?
Üben
Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.
- ●Kleine Fabel – Franz Kafka:
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Wie viele Figuren sprechen in der Fabel?
☐ zwei ☐ eine ☐ drei - ●Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was sagt der zweite Wandersmann zum Sohn?
☐ Ihr seid zu zweit zu schwer. ☐ Du hast jüngere Beine. ☐ Lass deinen Esel ausruhen. - ●Kleine Fabel – Franz Kafka:
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Welche Seite der Katze zeigt der letzte Satz?
☐ Sie ist hilfsbereit und freundlich. ☐ Sie hat selbst Angst vor der Falle. ☐ Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin. - ●Stillstand:
Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //
Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //
Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //
Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //
Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.
Was gibt die Frau Emre?
☐ eine Orange ☐ ihr Handy ☐ die ganze Tüte - ●Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was verrät das Verhalten des Vaters?
☐ Er ist streng und will immer reiten. ☐ Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel. ☐ Er möchte den Esel schonen.
Weiterdenken
Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.
- ★Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Wie lässt sich Leon am besten beschreiben?
☐ gelangweilt und müde ☐ angespannt und zurückhaltend ☐ mutig und laut - ★Der letzte Karton:
Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //
„Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //
Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //
Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.
Wie steht Mila zum Umzug?
☐ Gut, denn sie packt alles selbst ein. ☐ Sie freut sich auf jedes Wochenende. ☐ Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse.
Eigene Sätze
- ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.
Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken
- Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- Die Welt ist ihr zu breit und zu offen.
- zwei
- Du hast jüngere Beine.
- Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
- eine Orange
- Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- angespannt und zurückhaltend
- Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse.
Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Die Welt ist ihr zu breit und zu offen.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → zwei
- Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → Du hast jüngere Beine.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
- Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → eine Orange
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → angespannt und zurückhaltend
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse.