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Deutsch · Blatt · Klasse 8

Lyrik

Deutsch

Lyrik

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Datum:
01.11.2026

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Gedichtvortrag: Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende. Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.

Beispiel: Pausenhof:
Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
Schritte und Rufe und Echo und Hall.

Wie trägst du den letzten Vers vor?

  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Die Geräusche häufen sich. Der Vortrag steigert sie.
  3. Also: schneller und lauter werdend

Ergebnis: schneller und lauter werdend

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Wo machst du in der ersten Strophe die erste Pause? Starthilfe: Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    ☐ nach „geküsst“, am Ende des Satzteils ☐ nach „Himmel“, am Ende des ersten Verses ☐ nach „Es war“, vor dem Komma

    So fängst du an: Probe: Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz?

  2. ○Montag:
    Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
    Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
    Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
    da hör ich schon sein Hohngelächter. //

    Denn fünf Minuten sind vergangen, /
    ich liege wach und bin zu spät. /
    Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
    so hat mein Montag angefangen.

    Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.

    Wie sind die Reime der zweiten Strophe angeordnet? Starthilfe: Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    ☐ abab ☐ abba wie in der ersten Strophe ☐ aabb

    So fängst du an: Probe: Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende.

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Wo machst du im dritten Vers am Versende keine Pause?
    ☐ nach „breit“, beim Punkt ☐ nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter ☐ nach „Stirn“, beim Punkt
  2. ●Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Welches Reimschema hat die erste Strophe?
    ☐ Paarreim ☐ umarmender Reim ☐ Kreuzreim
  3. ●Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Wie sprichst du „– liest man –“?
    ☐ leiser und beiläufig, wie eingeschoben ☐ laut, als wichtigsten Teil ☐ gar nicht, es steht zwischen Strichen
  4. ●Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Welches Reimschema hat das Gedicht?
    ☐ Kreuzreim ☐ Paarreim ☐ umarmender Reim
  5. ●Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Wo machst du in der ersten Strophe die erste Pause?
    ☐ nach „Himmel“, am Ende des ersten Verses ☐ nach „Es war“, vor dem Komma ☐ nach „geküsst“, am Ende des Satzteils

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Wo machst du nach „der Stäbe“ im ersten Vers eine Pause?
    ☐ eine lange, weil der Vers endet ☐ eine kurze, weil ein Reim kommt ☐ keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
  2. ★Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Warum passt der Daktylus zum Pausenhof?
    ☐ Er klingt schnell und hüpfend wie ein Ball. ☐ Er klingt langsam und feierlich. ☐ Er ist das Metrum aller Herbstgedichte.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. nach „geküsst“, am Ende des Satzteils
  2. abba wie in der ersten Strophe
  3. nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
  4. Kreuzreim
  5. leiser und beiläufig, wie eingeschoben
  6. Paarreim
  7. nach „geküsst“, am Ende des Satzteils
  8. keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
  9. Er klingt schnell und hüpfend wie ein Ball.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „geküsst“, am Ende des Satzteils
  2. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → abba wie in der ersten Strophe
  3. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
  4. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Kreuzreim
  5. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → leiser und beiläufig, wie eingeschoben
  6. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Paarreim
  7. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „geküsst“, am Ende des Satzteils
  8. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
  9. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Er klingt schnell und hüpfend wie ein Ball.