Mathematik · Klasse 10 und 11 · Kapitel
Wahrscheinlichkeit: Baumdiagramm und Vierfeldertafel
EntdeckenDie Frage zum Kapitel
Von 100.000 Menschen hat 1 von 1000 eine Krankheit. Der Test erkennt 99 % der Kranken, zeigt aber bei 5 % der Gesunden falsch positiv. Jemand ist positiv – wie wahrscheinlich krank? Schätz zuerst. Dann rechne, wie du kannst.
Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Für die Lehrkraft: Die Schätzungen liegen bei 90 %; die Rechnung verheddert sich in Prozenten von Prozenten. Die Klasse braucht ein Ordnungsschema. Die Vierfeldertafel: 100 Kranke, 99 positiv; 99.900 Gesunde, 4.995 positiv. Von 5.094 Positiven sind 99 krank – unter 2 %.
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Im Baum wird entlang des Pfades multipliziert, über Pfade addiert.
- ●36Ein Würfel wird einmal geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit, höchstens 2 zu würfeln.
Lösung zeigen
- günstige : mögliche Ergebnisse
- 2 : 6 = 0,333
Ergebnis:26 ≈ 33,3 % - ●37In einem Beutel sind 8 Basketbälle und 5 Volleybälle. Zwei Stück werden nacheinander gezogen und nicht zurückgelegt.
Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass beide Male Basketbälle gezogen werden.Lösung zeigen
- 1. Zug: 8 von 13 → P = 813
- Nach dem 1. Zug: 7 Basketbälle, 12 Stück gesamt
- 2. Zug: 7 von 12 → P = 712
- Pfadregel: entlang des Pfades mal
- 813 · 712 = 1439
- ≈ 35,9 %
Ergebnis:1439 ≈ 35,9 %
So kannst du es dir vorstellen
EntdeckenDie Bedingung verkleinert die Grundmenge
„Unter der Bedingung B“ heißt: Wir sehen nur noch die Fälle an, in denen B eingetreten ist. Der Nenner wird kleiner – deshalb ist P(A|B) meist etwas anderes als P(A).
WeiterdenkenDenk nach
Warum ist die Wahrscheinlichkeit, krank zu sein, eine andere als die, krank zu sein, wenn der Test positiv war?
1Ich wiederhole Laplace-Wahrscheinlichkeit und Pfadregeln.
EntdeckenFrage
Ein Test ist zu 99 % sicher – warum ist ein positives Ergebnis trotzdem meist falsch?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Wenn nur 1 von 1 000 krank ist, gibt es bei 1 000 Tests 10 Fehlalarme und 1 echten Treffer: Positiv heißt nur 9 % krank. Ärzte unterschätzen das regelmäßig – Gigerenzer hat es gemessen.
Ausprobieren: Zufallsversuch: Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit
Münze, Würfel oder Glücksrad oft werfen – die relative Häufigkeit pendelt sich bei der Wahrscheinlichkeit ein.
MerkenPfadregeln
Entlang eines Pfades multiplizieren, mehrere Pfade addieren.
BeispielGegenereignis und Summenregel
Schritt für Schritt
- Gegenereignis: keine rote = beide blau
- P(blau, blau) = 210 · 19 = 0,0222
- 1 − 0,0222 = 0,9778
- Gegenereignis: keine rote = beide blau
- P(blau, blau) = 210 · 19 = 0,0222
- 1 − 0,0222 = 0,9778
ÜbenJetzt du
- ○1Urne mit 4 roten und 8 blauen Kugeln, zweimal ziehen ohne Zurücklegen. Berechne P(mindestens eine rote).So fängst du an:Gegenereignis: keine rote = beide blau
Lösung zeigen
- Gegenereignis: keine rote = beide blau
- P(blau, blau) = 812 · 711 = 0,4242
- 1 − 0,4242 = 0,5758
Ergebnis:≈ 57,6 % - ●2Urne mit 4 roten und 5 blauen Kugeln, zweimal ziehen ohne Zurücklegen. Berechne P(mindestens eine rote).
Lösung zeigen
- Gegenereignis: keine rote = beide blau
- P(blau, blau) = 59 · 48 = 0,2778
- 1 − 0,2778 = 0,7222
Ergebnis:≈ 72,2 % - ★3Urne mit 3 roten und 6 blauen Kugeln, zweimal ziehen ohne Zurücklegen. Berechne P(mindestens eine rote).
Lösung zeigen
- Gegenereignis: keine rote = beide blau
- P(blau, blau) = 69 · 58 = 0,4167
- 1 − 0,4167 = 0,5833
Ergebnis:≈ 58,3 %
2Ich rechne mehrstufige Zufallsexperimente mit Baumdiagrammen.
EntdeckenFrage
Wie lange bräuchte jemand, um ein Zahlenschloss mit vier Ringen durchzuprobieren?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Es gibt 10.000 Einstellungen. Alle drei Sekunden eine probiert, sind das im Mittel gut vier Stunden – jeder zusätzliche Ring vervielfacht die Möglichkeiten um zehn.
MerkenBaumdiagramm
Jede Stufe eine Verzweigung; ohne Zurücklegen ändern sich die Brüche auf der nächsten Stufe.
BeispielBaumdiagramm: zweistufiges Experiment
Schritt für Schritt
- Pfadregel: Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades multiplizieren
- 48 · 48 = 0,25
- Pfadregel: Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades multiplizieren
- 48 · 48 = 0,25
AchtungPfade addiert statt multipliziert
P(rot, dann blau) = 0,4 + 0,25
P(rot, dann blau) = 0,4 · 0,25 = 0,1
Entlang eines Pfades wird multipliziert.
ÜbenJetzt du
- ○4Urne mit 2 roten und 4 blauen Kugeln. Zweimal ziehen mit Zurücklegen. Berechne P(rot, rot).So fängst du an:Pfadregel: Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades multiplizieren
Lösung zeigen
- Pfadregel: Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades multiplizieren
- 26 · 26 = 0,1111
Ergebnis:≈ 11,1 % - ●5Urne mit 2 roten und 3 blauen Kugeln. Zweimal ziehen mit Zurücklegen. Berechne P(rot, rot).
Lösung zeigen
- Pfadregel: Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades multiplizieren
- 25 · 25 = 0,16
Ergebnis:≈ 16 % - ★6Urne mit 3 roten und 2 blauen Kugeln. Zweimal ziehen ohne Zurücklegen. Berechne P(rot, rot).
Lösung zeigen
- Nach dem ersten Zug eine rote weniger: 2 von 4
- 35 · 24 = 0,3
Ergebnis:≈ 30 %
3Ich stelle Vierfeldertafeln auf und lese sie.
EntdeckenFrage
Eisverkauf und Badeunfälle steigen gemeinsam – liegt das am Eis?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Nein, an der Wärme. Zwei Merkmale können zusammen auftreten, ohne dass eines das andere verursacht. Eine Vierfeldertafel zeigt nur, wie oft welche Kombination vorkommt.
MerkenVierfeldertafel
Vier Felder für A∩B, A∩nichtB, nichtA∩B, nichtA∩nichtB; Randsummen ergeben P(A) und P(B).
BeispielBedingte Wahrscheinlichkeit (Vierfeldertafel)
Schritt für Schritt
- Vierfeldertafel: R ∩ S = 45
- R ∩ nicht S = 60 − 45 = 15
- Vierfeldertafel: R ∩ S = 45
- R ∩ nicht S = 60 − 45 = 15
AchtungBedingung vertauscht
40 von 200 sind im Verein, 30 davon fahren Rad. P(Verein | Rad) = 30 : 40 = 75 %
Gefragt ist P(Rad | Verein) – innerhalb der Vereinsmitglieder: 30 : 40 = 75 %. Umgekehrt (Verein | Rad) wäre 30 : (Zahl der Radfahrenden).
P_B(A) ≠ P_A(B): Durch die Wahrscheinlichkeit der Bedingung teilen.
ÜbenJetzt du
- ○7Von 200 Schüler:innen fahren 80 mit dem Rad (R). 44 davon sind auch im Sportverein (S); insgesamt sind 71 im Sportverein. Wie viele fahren Rad, sind aber nicht im Verein?So fängst du an:Vierfeldertafel: R ∩ S = 44
Lösung zeigen
- Vierfeldertafel: R ∩ S = 44
- R ∩ nicht S = 80 − 44 = 36
Ergebnis:36 - ●8Von 200 Schüler:innen fahren 80 mit dem Rad (R). 45 davon sind auch im Sportverein (S); insgesamt sind 97 im Sportverein. Wie viele fahren Rad, sind aber nicht im Verein?
Lösung zeigen
- Vierfeldertafel: R ∩ S = 45
- R ∩ nicht S = 80 − 45 = 35
Ergebnis:35 - ★9Von 200 Schüler:innen fahren 80 Rad (R), 66 sind im Sportverein (S), 47 beides. Berechne PS(R) – die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vereinsmitglied Rad fährt.
Lösung zeigen
- PS(R) = P(R ∩ S) : P(S)
- = 47200 : 66200 = 47 : 66 = 0,712
Ergebnis:≈ 71,2 %
4Ich berechne bedingte Wahrscheinlichkeiten.
EntdeckenFrage
Warum ist „90 Prozent der Unfälle passieren nah am Wohnort“ leicht falsch zu verstehen?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Weil dort auch fast alle Fahrten stattfinden. Gefragt ist nicht, wie viele Unfälle nah passieren, sondern wie viele nahe Fahrten zum Unfall führen – zwei verschiedene Bedingungen.
MerkenBedingte Wahrscheinlichkeit (Vierfeldertafel)
P_B(A) = P(A ∩ B) : P(B) – Anteil von A innerhalb von B.
BeispielBedingte Wahrscheinlichkeit berechnen
Schritt für Schritt
- P(A | M) = P(A ∩ M) / P(M)
- P(A ∩ M) = 16/100, P(M) = 34100
- P(A | M) = 1634 ≈ 0,471
- Die Bedingung schrumpft die Grundmenge: gerechnet wird nur noch innerhalb von M.
- P(A | M) = P(A ∩ M) / P(M)
- P(A ∩ M) = 16/100, P(M) = 34100
- P(A | M) = 1634 ≈ 0,471
- Die Bedingung schrumpft die Grundmenge: gerechnet wird nur noch innerhalb von M.
AchtungAnteil nicht in Prozent umgerechnet
80 von 2000 = 0,04 %
80 von 2000 = 0,04 = 4 %
Nimm den Anteil mal 100. Dann hast du Prozent.
ÜbenJetzt du
- ○10Von 200 Personen sind 100 in Gruppe A. Insgesamt tragen 50 Personen das Merkmal M, davon 30 aus Gruppe A. Berechne P(A | M).So fängst du an:P(A | M) = P(A ∩ M) / P(M)
Lösung zeigen
- P(A | M) = P(A ∩ M) / P(M)
- P(A ∩ M) = 30/200, P(M) = 50200
- P(A | M) = 3050 ≈ 0,6
- Die Bedingung schrumpft die Grundmenge: gerechnet wird nur noch innerhalb von M.
Ergebnis:P(A | M) ≈ 0,6 (60 %) - ●11Von 200 Personen sind 120 in Gruppe A. Insgesamt tragen 64 Personen das Merkmal M, davon 48 aus Gruppe A. Berechne P(A | M).
Lösung zeigen
- P(A | M) = P(A ∩ M) / P(M)
- P(A ∩ M) = 48/200, P(M) = 64200
- P(A | M) = 4864 ≈ 0,75
- Die Bedingung schrumpft die Grundmenge: gerechnet wird nur noch innerhalb von M.
Ergebnis:P(A | M) ≈ 0,75 (75 %) - ★12Von 100 Personen sind 60 in Gruppe A. Insgesamt tragen 36 Personen das Merkmal M, davon 24 aus Gruppe A. Berechne P(A | M).
Lösung zeigen
- P(A | M) = P(A ∩ M) / P(M)
- P(A ∩ M) = 24/100, P(M) = 36100
- P(A | M) = 2436 ≈ 0,667
- Die Bedingung schrumpft die Grundmenge: gerechnet wird nur noch innerhalb von M.
Ergebnis:P(A | M) ≈ 0,667 (66,7 %)
5Ich wechsle zwischen Baumdiagramm und Vierfeldertafel (Umkehrbaum).
EntdeckenFrage
Aus zwei Kisten wird eine Kugel gezogen – lässt sich an ihr die Kiste erkennen?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Nur mit dem Umkehrbaum. Wie wahrscheinlich die Kugel aus der ersten Kiste kam, hängt davon ab, wie viele Kugeln in beiden liegen, nicht allein von ihrer Farbe.
MerkenUmkehrbaum
Die Reihenfolge der Stufen tauschen: Was zuerst Bedingung war, wird Ergebnis – die Vierfeldertafel liefert die Zahlen.
BeispielUmkehrbaum (Satz von Bayes)
Schritt für Schritt
- P(positiv) = 0,005 · 0,98 + 0,995 · 0,03 = 0,0348
- P(krank | positiv) = P(krank ∩ positiv) / P(positiv)
- = 0,0049 / 0,0348 ≈ 0,141
- Nur etwa 14,1 % – die vielen Gesunden erzeugen mehr falsch-positive als es Kranke gibt.
- P(positiv) = 0,005 · 0,98 + 0,995 · 0,03 = 0,0348
- P(krank | positiv) = P(krank ∩ positiv) / P(positiv)
- = 0,0049 / 0,0348 ≈ 0,141
- Nur etwa 14,1 % – die vielen Gesunden erzeugen mehr falsch-positive als es Kranke gibt.
AchtungNoch einmal: Bedingung vertauscht
40 von 200 sind im Verein, 30 davon fahren Rad. P(Verein | Rad) = 30 : 40 = 75 %
Gefragt ist P(Rad | Verein) – innerhalb der Vereinsmitglieder: 30 : 40 = 75 %. Umgekehrt (Verein | Rad) wäre 30 : (Zahl der Radfahrenden).
P_B(A) ≠ P_A(B): Durch die Wahrscheinlichkeit der Bedingung teilen.
ÜbenJetzt du
- ○132 % der Bevölkerung haben eine Krankheit. Ein Test erkennt Kranke zu 99 % und Gesunde zu 95 % richtig. Berechne, wie wahrscheinlich eine positiv getestete Person wirklich krank ist.So fängst du an:P(positiv) = 0,02 · 0,99 + 0,98 · 0,05 = 0,0688
Lösung zeigen
- P(positiv) = 0,02 · 0,99 + 0,98 · 0,05 = 0,0688
- P(krank | positiv) = P(krank ∩ positiv) / P(positiv)
- = 0,0198 / 0,0688 ≈ 0,288
- Nur etwa 28,8 % – die vielen Gesunden erzeugen mehr falsch-positive als es Kranke gibt.
Ergebnis:≈ 28,8 % - ●142 % der Bevölkerung haben eine Krankheit. Ein Test erkennt Kranke zu 98 % und Gesunde zu 95 % richtig. Berechne, wie wahrscheinlich eine positiv getestete Person wirklich krank ist.
Lösung zeigen
- P(positiv) = 0,02 · 0,98 + 0,98 · 0,05 = 0,0686
- P(krank | positiv) = P(krank ∩ positiv) / P(positiv)
- = 0,0196 / 0,0686 ≈ 0,286
- Nur etwa 28,6 % – die vielen Gesunden erzeugen mehr falsch-positive als es Kranke gibt.
Ergebnis:≈ 28,6 % - ★150,5 % der Bevölkerung haben eine Krankheit. Ein Test erkennt Kranke zu 99 % und Gesunde zu 97 % richtig. Berechne, wie wahrscheinlich eine positiv getestete Person wirklich krank ist.
Lösung zeigen
- P(positiv) = 0,005 · 0,99 + 0,995 · 0,03 = 0,0348
- P(krank | positiv) = P(krank ∩ positiv) / P(positiv)
- = 0,005 / 0,0348 ≈ 0,142
- Nur etwa 14,2 % – die vielen Gesunden erzeugen mehr falsch-positive als es Kranke gibt.
Ergebnis:≈ 14,2 %
6Ich prüfe Ereignisse auf stochastische Unabhängigkeit.
EntdeckenFrage
Zeigt der rote Würfel eine Sechs – ändert das die Chance auf die Augensumme 7?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Ohne Wissen ist P(Summe 7) = 6/36 = 1/6. Mit roter Sechs muss der grüne Würfel eine 1 zeigen, auch das hat 1/6. Es gilt P(A und B) = 1/36 = 1/6 · 1/6: unabhängig. Bei Augensumme 8 wäre es anders: 5/36 gegen 1/6.
MerkenUnabhängig
A und B sind unabhängig, wenn P(A ∩ B) = P(A) · P(B).
BeispielStochastische Unabhängigkeit prüfen
Schritt für Schritt
- Unabhängig heißt: P(A ∩ B) = P(A) · P(B)
- P(A) · P(B) = 0,5 · 0,5 = 0,25
- Gleich → unabhängig.
- Unabhängig heißt: P(A ∩ B) = P(A) · P(B)
- P(A) · P(B) = 0,5 · 0,5 = 0,25
- Gleich → unabhängig.
ÜbenJetzt du
- ○16P(A) = 0,4, P(B) = 0,5, P(A ∩ B) = 0,12. Prüfe, ob A und B stochastisch unabhängig sind.So fängst du an:Unabhängig heißt: P(A ∩ B) = P(A) · P(B)
Lösung zeigen
- Unabhängig heißt: P(A ∩ B) = P(A) · P(B)
- P(A) · P(B) = 0,4 · 0,5 = 0,2
- 0,12 ≠ 0,2 → abhängig.
Ergebnis:abhängig - ●17P(A) = 0,5, P(B) = 0,3, P(A ∩ B) = 0,15. Prüfe, ob A und B stochastisch unabhängig sind.
Lösung zeigen
- Unabhängig heißt: P(A ∩ B) = P(A) · P(B)
- P(A) · P(B) = 0,5 · 0,3 = 0,15
- Gleich → unabhängig.
Ergebnis:unabhängig - ★18P(A) = 0,6, P(B) = 0,5, P(A ∩ B) = 0,22. Prüfe, ob A und B stochastisch unabhängig sind.
Lösung zeigen
- Unabhängig heißt: P(A ∩ B) = P(A) · P(B)
- P(A) · P(B) = 0,6 · 0,5 = 0,3
- 0,22 ≠ 0,3 → abhängig.
Ergebnis:abhängig
7Ich deute Ergebnisse (medizinische Tests, Fehlalarme).
EntdeckenFrage
Warum folgt auf einen positiven HIV-Suchtest immer erst ein Bestätigungstest?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Angenommen, von 10.000 Getesteten sind 10 infiziert und der Suchtest irrt bei 0,5 Prozent der Gesunden. Dann gibt es etwa 50 Fehlalarme und 10 echte Befunde. Nur jedes sechste positive Ergebnis stimmt. Erst ein zweiter, unabhängiger Test trennt beide Gruppen.
MerkenEin positiver Test heißt nicht krank
Bei seltenen Krankheiten sind die meisten positiven Tests Fehlalarme.
Rechne mit einer Vierfeldertafel für 10 000 Personen – dann siehst du, wie klein der Anteil der Kranken unter den Positiven ist.
BeispielMedizinischen Test deuten (Basisrate)
Schritt für Schritt
- Betroffene mit positivem Ergebnis: 200 · 99100 = 198
- Nicht betroffene mit positivem Ergebnis: 9.800 · 10100 = 980
- Zusammen: 198 + 980 = 1.178
- Betroffene mit positivem Ergebnis: 200 · 99100 = 198
- Nicht betroffene mit positivem Ergebnis: 9.800 · 10100 = 980
- Zusammen: 198 + 980 = 1.178
ÜbenJetzt du
- ○19Ein Test auf eine Materialschwäche schlägt bei 95 von 100 Betroffenen an. Von 10.000 Untersuchten sind 100 betroffen; von den übrigen schlägt der Test bei 10 von 100 ebenfalls an. Wie viele haben insgesamt ein positives Ergebnis?So fängst du an:Betroffene mit positivem Ergebnis: 100 · 95100 = 95
Lösung zeigen
- Betroffene mit positivem Ergebnis: 100 · 95100 = 95
- Nicht betroffene mit positivem Ergebnis: 9.900 · 10100 = 990
- Zusammen: 95 + 990 = 1.085
Ergebnis:1.085 - ●20Ein Test auf eine seltene Krankheit schlägt bei 99 von 100 Betroffenen an. Von 10.000 Untersuchten sind 200 betroffen; von den übrigen schlägt der Test bei 2 von 100 ebenfalls an. Wie viele haben insgesamt ein positives Ergebnis?
Lösung zeigen
- Betroffene mit positivem Ergebnis: 200 · 99100 = 198
- Nicht betroffene mit positivem Ergebnis: 9.800 · 2100 = 196
- Zusammen: 198 + 196 = 394
Ergebnis:394 - ★21Ein Test auf einen Stoff im Blut schlägt bei 99 von 100 Betroffenen an. Von 10.000 Untersuchten sind 200 betroffen; von den übrigen schlägt der Test bei 5 von 100 ebenfalls an. Jemand bekommt ein positives Ergebnis und liest: „Der Test ist zu 99 Prozent sicher.“ Stimmt das? Begründe mit Zahlen.
Lösung zeigen
- Positiv und betroffen: 198
- Positiv und nicht betroffen: 490
- Von 688 positiven Ergebnissen sind nur 198 richtig: 198 : 688 ≈ 29 Prozent
- Die 99 Prozent gelten in der anderen Richtung: Sie sagen, wie oft der Test bei Betroffenen anschlägt – nicht, wie oft ein positives Ergebnis stimmt.
Ergebnis:Nein – bei einem positiven Ergebnis liegt die Sache nur in etwa 29 von 100 Fällen wirklich vor.
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●22Von 200 Schüler:innen fahren 120 mit dem Rad (R). 91 davon sind auch im Sportverein (S); insgesamt sind 122 im Sportverein. Wie viele fahren Rad, sind aber nicht im Verein?
Lösung zeigen
- Vierfeldertafel: R ∩ S = 91
- R ∩ nicht S = 120 − 91 = 29
Ergebnis:29 - ●23Von 100 Personen sind 40 in Gruppe A. Insgesamt tragen 32 Personen das Merkmal M, davon 20 aus Gruppe A. Berechne P(A | M).
Lösung zeigen
- P(A | M) = P(A ∩ M) / P(M)
- P(A ∩ M) = 20/100, P(M) = 32100
- P(A | M) = 2032 ≈ 0,625
- Die Bedingung schrumpft die Grundmenge: gerechnet wird nur noch innerhalb von M.
Ergebnis:P(A | M) ≈ 0,625 (62,5 %) - ●242 % der Bevölkerung haben eine Krankheit. Ein Test erkennt Kranke zu 99 % und Gesunde zu 97 % richtig. Berechne, wie wahrscheinlich eine positiv getestete Person wirklich krank ist.
Lösung zeigen
- P(positiv) = 0,02 · 0,99 + 0,98 · 0,03 = 0,0492
- P(krank | positiv) = P(krank ∩ positiv) / P(positiv)
- = 0,0198 / 0,0492 ≈ 0,402
- Nur etwa 40,2 % – die vielen Gesunden erzeugen mehr falsch-positive als es Kranke gibt.
Ergebnis:≈ 40,2 % - ●25P(A) = 0,6, P(B) = 0,3, P(A ∩ B) = 0,26. Prüfe, ob A und B stochastisch unabhängig sind.
Lösung zeigen
- Unabhängig heißt: P(A ∩ B) = P(A) · P(B)
- P(A) · P(B) = 0,6 · 0,3 = 0,18
- 0,26 ≠ 0,18 → abhängig.
Ergebnis:abhängig - ●26Urne mit 3 roten und 4 blauen Kugeln. Zweimal ziehen mit Zurücklegen. Berechne P(rot, rot).
Lösung zeigen
- Pfadregel: Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades multiplizieren
- 37 · 37 = 0,1837
Ergebnis:≈ 18,4 % - ●27Urne mit 6 roten und 7 blauen Kugeln, zweimal ziehen ohne Zurücklegen. Berechne P(mindestens eine rote).
Lösung zeigen
- Gegenereignis: keine rote = beide blau
- P(blau, blau) = 713 · 612 = 0,2692
- 1 − 0,2692 = 0,7308
Ergebnis:≈ 73,1 %
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Pfadregeln
- Entlang eines Pfades multiplizieren, mehrere Pfade addieren.
- Baumdiagramm
- Jede Stufe eine Verzweigung; ohne Zurücklegen ändern sich die Brüche auf der nächsten Stufe.
- Vierfeldertafel
- Vier Felder für A∩B, A∩nichtB, nichtA∩B, nichtA∩nichtB; Randsummen ergeben P(A) und P(B).
- Bedingte Wahrscheinlichkeit (Vierfeldertafel)
- P_B(A) = P(A ∩ B) : P(B) – Anteil von A innerhalb von B.
- Umkehrbaum
- Die Reihenfolge der Stufen tauschen: Was zuerst Bedingung war, wird Ergebnis – die Vierfeldertafel liefert die Zahlen.
- Unabhängig
- A und B sind unabhängig, wenn P(A ∩ B) = P(A) · P(B).
- Ein positiver Test heißt nicht krank
- Bei seltenen Krankheiten sind die meisten positiven Tests Fehlalarme.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich wiederhole Laplace-Wahrscheinlichkeit und Pfadregeln.
28Urne mit 2 roten und 7 blauen Kugeln, zweimal ziehen ohne Zurücklegen. Berechne P(mindestens eine rote).Lösung zeigen
Ergebnis:≈ 41,7 %Ich rechne mehrstufige Zufallsexperimente mit Baumdiagrammen.
29Urne mit 2 roten und 2 blauen Kugeln. Zweimal ziehen mit Zurücklegen. Berechne P(rot, rot).Lösung zeigen
Ergebnis:≈ 25 %Ich stelle Vierfeldertafeln auf und lese sie.
30Von 200 Schüler:innen fahren 60 mit dem Rad (R). 19 davon sind auch im Sportverein (S); insgesamt sind 66 im Sportverein. Wie viele fahren Rad, sind aber nicht im Verein?Lösung zeigen
Ergebnis:41Ich berechne bedingte Wahrscheinlichkeiten.
31Von 200 Personen sind 120 in Gruppe A. Insgesamt tragen 52 Personen das Merkmal M, davon 36 aus Gruppe A. Berechne P(A | M).Lösung zeigen
Ergebnis:P(A | M) ≈ 0,692 (69,2 %)Ich wechsle zwischen Baumdiagramm und Vierfeldertafel (Umkehrbaum).
322 % der Bevölkerung haben eine Krankheit. Ein Test erkennt Kranke zu 99 % und Gesunde zu 95 % richtig. Berechne, wie wahrscheinlich eine positiv getestete Person wirklich krank ist.Lösung zeigen
Ergebnis:≈ 28,8 %Ich prüfe Ereignisse auf stochastische Unabhängigkeit.
33P(A) = 0,5, P(B) = 0,5, P(A ∩ B) = 0,25. Prüfe, ob A und B stochastisch unabhängig sind.Lösung zeigen
Ergebnis:unabhängigIch deute Ergebnisse (medizinische Tests, Fehlalarme).
34Ein Test auf eine seltene Krankheit schlägt bei 95 von 100 Betroffenen an. Von 10.000 Untersuchten sind 100 betroffen; von den übrigen schlägt der Test bei 2 von 100 ebenfalls an. Wie viele haben insgesamt ein positives Ergebnis?Lösung zeigen
Ergebnis:293Ich bereite die Klausur vor.
35Von 200 Schüler:innen fahren 60 mit dem Rad (R). 26 davon sind auch im Sportverein (S); insgesamt sind 51 im Sportverein. Wie viele fahren Rad, sind aber nicht im Verein?Lösung zeigen
Ergebnis:34
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Die Frage vom Anfang
EntdeckenRückschau
Von 100.000 Menschen hat 1 von 1000 eine Krankheit. Der Test erkennt 99 % der Kranken, zeigt aber bei 5 % der Gesunden falsch positiv. Jemand ist positiv – wie wahrscheinlich krank? Schätz zuerst. Dann rechne, wie du kannst.
Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?
Auflösung
Mit dem Werkzeug aus diesem Kapitel: Die Vierfeldertafel: bedingte Wahrscheinlichkeiten ordnen.
Wo brauchst du das?
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Corona-Schnelltest positiv – wie sicher ist das? Beruf: Medizin, Recht, Datenanalyse.
Wörter
- Anteil
- wie viel von einem Ganzen
- Ereignis
- das, was passieren kann
- Wahrscheinlichkeit
- wie sicher etwas passiert
- Zufallsexperiment
- ein Versuch, dessen Ausgang man nicht vorher weiß
Wie es zusammenhängt
Das brauchst du vorher: Wahrscheinlichkeit, Brüche und Dezimalzahlen, Zählen und Wahrscheinlichkeit
Darauf baut auf: Binomialverteilung
Lösungen
- ≈ 57,6 %
- ≈ 72,2 %
- ≈ 58,3 %
- ≈ 11,1 %
- ≈ 16 %
- ≈ 30 %
- 36
- 35
- ≈ 71,2 %
- P(A | M) ≈ 0,6 (60 %)
- P(A | M) ≈ 0,75 (75 %)
- P(A | M) ≈ 0,667 (66,7 %)
- ≈ 28,8 %
- ≈ 28,6 %
- ≈ 14,2 %
- abhängig
- unabhängig
- abhängig
- 1.085
- 394
- Nein – bei einem positiven Ergebnis liegt die Sache nur in etwa 29 von 100 Fällen wirklich vor.
- 29
- P(A | M) ≈ 0,625 (62,5 %)
- ≈ 40,2 %
- abhängig
- ≈ 18,4 %
- ≈ 73,1 %
- ≈ 41,7 %
- ≈ 25 %
- 41
- P(A | M) ≈ 0,692 (69,2 %)
- ≈ 28,8 %
- unabhängig
- 293
- 34
- 26 ≈ 33,3 %
- 1439 ≈ 35,9 %