Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Proteine – Fäden und Helfer des Lebens
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich beschreibe die Struktur von α-Aminosäuren und weise die Aminogruppe nach.
Merkenα-Aminosäuren
Aminogruppe und Carboxygruppe sitzen am selben Kohlenstoff-Atom.
Der Rest unterscheidet die zwanzig Aminosäuren der Proteine.
Beispielα-Aminosäuren: Bau und Nachweis
Schritt für Schritt
- Jede α-Aminosäure hat dasselbe Gerüst aus Aminogruppe, Carboxygruppe und Wasserstoff-Atom.
- Verschieden ist nur der Rest, bei Serin ist es –CH₂–OH.
- Der Rest von Serin lautet –CH₂–OH.
- Jede α-Aminosäure hat dasselbe Gerüst aus Aminogruppe, Carboxygruppe und Wasserstoff-Atom.
- Verschieden ist nur der Rest, bei Serin ist es –CH₂–OH.
- Der Rest von Serin lautet –CH₂–OH.
AchtungDie Aminogruppe sitzt irgendwo in der Kette
Die Aminogruppe steht am anderen Ende der Kette, die Carboxygruppe am Anfang.
Bei der α-Aminosäure sitzen Aminogruppe und Carboxygruppe am selben Kohlenstoff-Atom, dem α-Kohlenstoff-Atom.
Zeichne eine Aminosäure und markiere das Kohlenstoff-Atom, das Aminogruppe und Carboxygruppe zugleich trägt.
ÜbenJetzt du
- ○1Welchen Rest trägt Threonin, eine α-Aminosäure mit der Aminogruppe und der Carboxygruppe am α-Kohlenstoff-Atom?So fängst du an:Jede α-Aminosäure hat dasselbe Gerüst aus Aminogruppe, Carboxygruppe und Wasserstoff-Atom.
Lösung zeigen
- Jede α-Aminosäure hat dasselbe Gerüst aus Aminogruppe, Carboxygruppe und Wasserstoff-Atom.
- Verschieden ist nur der Rest, bei Threonin ist es –CH(OH)–CH₃.
- Der Rest von Threonin lautet –CH(OH)–CH₃.
Ergebnis:–CH(OH)–CH₃ - ●2Woran lässt sich eine α-Aminosäure erkennen?
Lösung zeigen
- Eine Aminosäure trägt eine Aminogruppe und eine Carboxygruppe.
- Bei der α-Aminosäure sind beide am selben Kohlenstoff-Atom, dem α-Kohlenstoff-Atom.
- Dort sitzen außerdem ein Wasserstoff-Atom und der Rest.
Ergebnis:Die Aminogruppe sitzt am Kohlenstoff-Atom neben der Carboxygruppe - ★3Welche Gruppe der Aminosäure reagiert bei der Ninhydrin-Probe unter violetter Färbung?
Lösung zeigen
- Ninhydrin ist ein Nachweis für freie Aminogruppen.
- Alle α-Aminosäuren haben eine solche Gruppe am α-Kohlenstoff-Atom.
- Deshalb färben sie alle violett.
Ergebnis:Die Aminogruppe am α-Kohlenstoff-Atom
2Ich erkläre Aggregatzustand, Löslichkeit und Säure-Base-Verhalten mit dem Zwitterion.
MerkenZwitterion
Aminosäuren liegen als Zwitterion vor, nach außen ohne Ladung.
Deshalb sind sie Feststoffe mit hohem Schmelzpunkt und löslich in Wasser.
BeispielZwitterion: Löslichkeit, Schmelzpunkt, Säure-Base-Verhalten
Schritt für Schritt
- Die Carboxygruppe ist sauer und gibt ein Proton ab.
- Die Aminogruppe ist basisch und nimmt es auf.
- So entsteht –NH₃⁺ und –COO⁻ im selben Molekül: das Zwitterion.
- Die Carboxygruppe ist sauer und gibt ein Proton ab.
- Die Aminogruppe ist basisch und nimmt es auf.
- So entsteht –NH₃⁺ und –COO⁻ im selben Molekül: das Zwitterion.
AchtungEin Zwitterion hat gar keine Ladungen
Das Zwitterion ist neutral, deshalb hat es keine Ladungen im Molekül.
Das Zwitterion trägt eine positive und eine negative Ladung. Nach außen heben sie sich auf, im Molekül sind sie da.
Zeichne die Ladungen am Stickstoff-Atom und am Carboxylat-Ende ein und addiere sie.
ÜbenJetzt du
- ○4Warum ist Glycin trotz kleiner Moleküle bei Zimmertemperatur ein Feststoff mit hohem Schmelzpunkt?So fängst du an:Glycin ist ein Zwitterion: Ammoniumgruppe positiv, Carboxylatgruppe negativ.
Lösung zeigen
- Glycin ist ein Zwitterion: Ammoniumgruppe positiv, Carboxylatgruppe negativ.
- Entgegengesetzte Ladungen benachbarter Teilchen ziehen sich stark an.
- Das verhält sich wie in einem Salz: hoher Schmelzpunkt.
Ergebnis:Zwitterionen ziehen einander wie die Ionen eines Salzes an - ●5Glutaminsäure hat den isoelektrischen Punkt bei pH 3,22. Welche Form liegt in einer Lösung mit pH 3,2 überwiegend vor?
Lösung zeigen
- Der pH-Wert entspricht dem isoelektrischen Punkt.
- Dort ist die Nettoladung Null.
- Das Zwitterion überwiegt.
Ergebnis:Überwiegend Zwitterion ohne Nettoladung - ★6Phenylalanin hat den isoelektrischen Punkt bei pH 5,48. Welche Form liegt in einer Lösung mit pH 5,5 überwiegend vor?
Lösung zeigen
- Der pH-Wert entspricht dem isoelektrischen Punkt.
- Dort ist die Nettoladung Null.
- Das Zwitterion überwiegt.
Ergebnis:Überwiegend Zwitterion ohne Nettoladung
3Ich teile Aminosäuren nach den Eigenschaften ihrer Reste ein.
MerkenReste
Der Rest bestimmt, ob eine Aminosäure unpolar, polar, sauer oder basisch ist.
Er legt Löslichkeit, Ladung und Wechselwirkungen fest.
BeispielAminosäuren nach ihren Resten einteilen
Schritt für Schritt
- Die Hydroxygruppe ist polar.
- Sie bildet Wasserstoffbrücken mit Wasser, trägt aber keine Ladung.
- Serin ist polar und ungeladen.
- Die Hydroxygruppe ist polar.
- Sie bildet Wasserstoffbrücken mit Wasser, trägt aber keine Ladung.
- Serin ist polar und ungeladen.
AchtungPolare und unpolare Reste verwechselt
Der Rest von Valin, eine Isopropylgruppe, löst sich gut in Wasser.
Unpolare Reste wie bei Valin meiden Wasser. Polare Reste wie bei Serin bilden Wasserstoffbrücken zum Wasser.
Prüfe, ob der Rest eine Hydroxy-, Amino- oder Carboxygruppe trägt. Findet sich keine, ist der Rest unpolar.
ÜbenJetzt du
- ○7Der Rest von Arginin ist –(CH₂)₃–NH–C(=NH)–NH₂. Zu welcher Gruppe zählt Arginin?So fängst du an:Der Rest trägt eine basische Stickstoffgruppe.
Lösung zeigen
- Der Rest trägt eine basische Stickstoffgruppe.
- Daran lässt sich Polarität und Ladung des Rests ablesen.
- Arginin gehört zur Gruppe: basisch.
Ergebnis:Basisch, der Rest nimmt in Wasser Protonen auf - ●8Der Rest von Threonin ist –CH(OH)–CH₃. Zu welcher Gruppe zählt Threonin?
Lösung zeigen
- Der Rest trägt eine polare Gruppe, aber keine Ladung.
- Daran lässt sich Polarität und Ladung des Rests ablesen.
- Threonin gehört zur Gruppe: polar.
Ergebnis:Polar, der Rest löst sich gut in Wasser - ★9Welche Wechselwirkung können die Reste von Glutaminsäure (sauer) und Lysin (basisch) in einem Protein eingehen?
Lösung zeigen
- Der Rest von Glutaminsäure trägt –COO⁻, der von Lysin –NH₃⁺.
- Entgegengesetzte Ladungen ziehen sich an.
- Es entsteht eine Ionenbindung zwischen den Resten.
Ergebnis:Eine Ionenbindung zwischen Carboxylat und Ammonium
4Ich erkläre die Peptidbildung und die Peptidspaltung und weise Peptidbindungen nach.
MerkenPeptidbindung
Aminosäuren verbinden sich unter Wasserabspaltung zur Peptidbindung –CO–NH–.
Wasser spaltet sie wieder, das ist die Hydrolyse.
BeispielPeptidbildung, Peptidspaltung und Biuret-Nachweis
Schritt für Schritt
- 1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
- M = 117 g/mol + 115 g/mol − 18 g/mol.
- M = 214 g/mol
- 1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
- M = 117 g/mol + 115 g/mol − 18 g/mol.
- M = 214 g/mol
AchtungDie Peptidbildung braucht kein Nebenprodukt
Zwei Aminosäuren verbinden sich einfach zum Dipeptid, die Massen addieren sich.
Bei der Peptidbildung wird Wasser abgespalten: M(Dipeptid) = M(Aminosäure 1) + M(Aminosäure 2) − 18 g/mol.
Zeichne die beiden Aminosäuren und markiere die Atome, die als Wassermolekül abgehen.
ÜbenJetzt du
- ○10Phenylalanin (M = 165 g/mol) und Glutaminsäure (M = 147 g/mol) bilden ein Dipeptid. Bestimme: Welche molare Masse hat es?So fängst du an:1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
Lösung zeigen
- 1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
- M = 165 g/mol + 147 g/mol − 18 g/mol.
- M = 294 g/mol
Ergebnis:294 g/mol - ●11Lysin (M = 146 g/mol) und Glutaminsäure (M = 147 g/mol) bilden ein Dipeptid. Bestimme: Welche molare Masse hat es?
Lösung zeigen
- 1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
- M = 146 g/mol + 147 g/mol − 18 g/mol.
- M = 275 g/mol
Ergebnis:275 g/mol - ★12Aus Glycin und Alanin lassen sich zwei verschiedene Dipeptide bilden. Wodurch unterscheiden sie sich?
Lösung zeigen
- Glycylalanin hat Glycin am Amino-Ende.
- Alanylglycin hat Alanin am Amino-Ende.
- Die Reihenfolge macht beide zu verschiedenen Stoffen.
Ergebnis:In der Reihenfolge, die Enden sind jeweils verschieden
5Ich beschreibe die vier Strukturebenen der Proteine mit ihren Wechselwirkungen.
MerkenStrukturebenen
Die Reihenfolge der Aminosäuren ist die Primärstruktur.
Wasserstoffbrücken im Rückgrat bilden die Sekundärstruktur, die Reste die Tertiärstruktur. Mehrere Ketten bilden die Quartärstruktur.
BeispielStrukturebenen der Proteine
Schritt für Schritt
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Sekundärstruktur.
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Sekundärstruktur.
AchtungStrukturebenen verwechselt
Die Primärstruktur beschreibt, wie die Kette im Raum gefaltet ist.
Primär ist die Reihenfolge der Aminosäuren, sekundär die lokale Faltung (Helix, Faltblatt), tertiär die Faltung der ganzen Kette, quartär die Zusammenlagerung mehrerer Ketten.
Ordne die vier Begriffe nach dem Maßstab, vom einzelnen Baustein bis zum Komplex mehrerer Ketten.
ÜbenJetzt du
- ○13Zu welcher Strukturebene eines Proteins gehört die Ordnung eines Kettenabschnitts in Helix oder Faltblatt?So fängst du an:Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
Lösung zeigen
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Sekundärstruktur.
Ergebnis:Sekundärstruktur, Ordnung des Rückgrats - ●14Zu welcher Strukturebene eines Proteins gehört das Zusammenfügen mehrerer getrennter Ketten zu einem Komplex?
Lösung zeigen
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Quartärstruktur.
Ergebnis:Quartärstruktur, mehrere Ketten zusammen - ★15Hämoglobin besteht aus vier Ketten, die sich zusammenlagern. Welche Ebene beschreibt das?
Lösung zeigen
- Vier Ketten bilden gemeinsam einen Komplex.
- Das Zusammenspiel mehrerer Ketten heißt Quartärstruktur.
- Jede einzelne Kette hat dabei ihre eigene Tertiärstruktur.
Ergebnis:Die Quartärstruktur, mehrere Ketten zusammen
6Ich ordne Proteine nach ihrer Funktion ein und nenne essenzielle Aminosäuren.
MerkenFunktion
Skleroproteine sind faserig und unlöslich, Sphäroproteine kugelig und löslich.
Essenzielle Aminosäuren stellt der Körper nicht selbst her.
BeispielFunktion der Proteine und essenzielle Aminosäuren
Schritt für Schritt
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Transport von Sauerstoff im Blut.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Transport von Sauerstoff im Blut.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
AchtungGerüstproteine und Helferproteine verwechselt
Keratin ist ein Sphäroprotein, weil Haare viele Aufgaben haben.
Keratin ist ein Skleroprotein: faserförmig, wasserunlöslich, ein Gerüst. Enzyme und Hämoglobin sind kugelige Sphäroproteine.
Ordne zuerst die Form zu, faserig oder kugelig, und danach die Löslichkeit in Wasser.
ÜbenJetzt du
- ○16Zu welcher Gruppe zählt Lactase, und welche Aufgabe hat es?So fängst du an:Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
Lösung zeigen
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Enzym, das Milchzucker spaltet.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
Ergebnis:Sphäroprotein, Enzym, das Milchzucker spaltet - ●17Zu welcher Gruppe zählt Antikörper, und welche Aufgabe hat es?
Lösung zeigen
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Abwehr von Krankheitserregern.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
Ergebnis:Sphäroprotein, Abwehr von Krankheitserregern - ★18Zu welcher Gruppe zählt Insulin, und welche Aufgabe hat es?
Lösung zeigen
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Hormon, das den Blutzucker senkt.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
Ergebnis:Sphäroprotein, Hormon, das den Blutzucker senkt
7Ich erkläre die Denaturierung von Proteinen.
MerkenDenaturierung
Hitze, Säure oder Alkohol entfalten das Protein, die Primärstruktur bleibt.
Schwache Wechselwirkungen lösen sich, die Peptidbindungen halten.
BeispielDenaturierung von Proteinen
Schritt für Schritt
- Prüfe, ob die Einwirkung schwache Wechselwirkungen stört.
- Dann entfaltet sich das Protein.
- Die Primärstruktur bleibt, die Raumstruktur geht verloren.
- Prüfe, ob die Einwirkung schwache Wechselwirkungen stört.
- Dann entfaltet sich das Protein.
- Die Primärstruktur bleibt, die Raumstruktur geht verloren.
AchtungDenaturiertes Eiweiß kehrt immer zurück
Wenn das gekochte Ei abkühlt, wird es wieder flüssig.
Beim Erhitzen von Eiklar verknäueln sich die entfalteten Ketten zu einem Netz. Das ist nicht umkehrbar.
Beschreibe, was nach dem Entfalten mit den Ketten beim Abkühlen geschieht.
ÜbenJetzt du
- ○19Zucker wird in Eiweißlösung gelöst. Wird das Protein dabei denaturiert?So fängst du an:Prüfe, ob die Einwirkung schwache Wechselwirkungen stört.
Lösung zeigen
- Prüfe, ob die Einwirkung schwache Wechselwirkungen stört.
- Hier geschieht das nicht.
- Das Protein behält seine Raumstruktur.
Ergebnis:Nein, die Raumstruktur bleibt erhalten - ●20Welche Wechselwirkungen werden beim Erhitzen eines Proteins zuerst gestört?
Lösung zeigen
- Atombindungen sind sehr stabil.
- Wasserstoffbrücken und Ionenbindungen sind deutlich schwächer.
- Sie lösen sich beim Erhitzen zuerst.
Ergebnis:Schwache Kräfte wie Wasserstoffbrücken und Ionenbindungen - ★21Milch wird mit Speiseessig versetzt, es flocken weiße Klümpchen aus. Wie lässt sich das erklären?
Lösung zeigen
- Essig senkt den pH-Wert der Milch.
- Die Ladung der Reste ändert sich, das Casein verliert seine Löslichkeit.
- Es flockt aus.
Ergebnis:Die Säure verändert die Ladung der Reste, das Casein flockt aus
8Ich beschreibe Chiralität und stelle Aminosäuren in der Fischer-Projektion dar (Leistungskurs).
MerkenChiralität
Vier verschiedene Substituenten am Kohlenstoff-Atom machen ein Molekül chiral.
Proteine bestehen aus L-Aminosäuren: In der Fischer-Projektion steht die Aminogruppe links.
BeispielChiralität und Fischer-Projektion (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
- Vergleiche die vier Gruppen: Sind alle verschieden?
- Ja, das Molekül ist chiral.
- Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
- Vergleiche die vier Gruppen: Sind alle verschieden?
- Ja, das Molekül ist chiral.
AchtungChiral heißt unsymmetrisch gebaut
Ein Molekül ist chiral, wenn es irgendwie unsymmetrisch aussieht.
Chiral heißt: Das Molekül lässt sich nicht mit seinem Spiegelbild zur Deckung bringen. Das ist der Fall bei vier verschiedenen Substituenten am Kohlenstoff-Atom.
Zähle die vier Gruppen am α-Kohlenstoff-Atom und prüfe, ob zwei davon gleich sind.
ÜbenJetzt du
- ○22Ist Butan-2-ol chiral?So fängst du an:Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
Lösung zeigen
- Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
- Vergleiche die vier Gruppen: Sind alle verschieden?
- Ja, das Molekül ist chiral.
Ergebnis:Ja, ein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen - ●23In der Fischer-Projektion steht die Carboxygruppe oben, der Rest unten, die Aminogruppe links. Welche Konfiguration liegt vor?
Lösung zeigen
- Die Carboxygruppe steht oben, der Rest unten.
- Die Aminogruppe zeigt nach links.
- Das ist die L-Form, die in Proteinen vorkommt.
Ergebnis:Die L-Form, wie bei den Proteinen des Menschen - ★24Threonin hat zwei Stereozentren. Wie viele Stereoisomere sind möglich?
Lösung zeigen
- Zwei Stereozentren geben 2² Möglichkeiten.
- Das sind vier Stereoisomere.
- Jeweils zwei verhalten sich wie Bild und Spiegelbild.
Ergebnis:Vier, die als zwei Enantiomerenpaare vorliegen
9Ich wende das EPA-Modell auf die Peptidbindung und das α-Kohlenstoff-Atom an (Leistungskurs).
MerkenEPA-Modell
Die Peptidgruppe ist planar und nicht drehbar, das α-Kohlenstoff-Atom ist tetraedrisch.
Drehbar sind nur die Bindungen am α-Kohlenstoff-Atom.
BeispielEPA-Modell an Peptidgruppe und α-Kohlenstoff-Atom (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Tetraedrisch, Winkel von etwa 109,5 Grad.
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Tetraedrisch, Winkel von etwa 109,5 Grad.
AchtungGeometrie der Atome in der Kette falsch zugeordnet
Das α-Kohlenstoff-Atom ist trigonal-planar, weil Aminogruppe und Carboxygruppe daran sitzen.
Das α-Kohlenstoff-Atom hat vier Bindungspartner und ist tetraedrisch. Das Carbonyl-Kohlenstoff-Atom hat drei und ist trigonal-planar.
Zähle die Bindungspartner jedes Atoms und leite daraus die Geometrie ab.
ÜbenJetzt du
- ○25Wie lässt sich die Zahl der Atome, die mit den beiden benachbarten α-Kohlenstoff-Atomen in der Ebene einer Peptidgruppe liegen beschreiben?So fängst du an:Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
Lösung zeigen
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Sechs Atome in einer Ebene.
Ergebnis:Sechs Atome in einer Ebene - ●26Wie lässt sich die Bindung zwischen α-Kohlenstoff-Atom und Carbonyl-Kohlenstoff-Atom beschreiben?
Lösung zeigen
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Frei drehbar, reine Einfachbindung.
Ergebnis:Frei drehbar, reine Einfachbindung - ★27Warum ergibt sich für die Proteinkette trotz starrer Peptidgruppen eine räumliche Faltung?
Lösung zeigen
- Die Peptidgruppen sind eben und starr.
- Zwischen ihnen liegt das tetraedrische α-Kohlenstoff-Atom.
- Seine Bindungen sind drehbar, daher kann sich die Kette falten.
Ergebnis:Die Bindungen am α-Kohlenstoff-Atom sind frei drehbar
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●28Valin hat den isoelektrischen Punkt bei pH 5,96. Welche Form liegt in einer Lösung mit pH 6 überwiegend vor?
Lösung zeigen
- Der pH-Wert entspricht dem isoelektrischen Punkt.
- Dort ist die Nettoladung Null.
- Das Zwitterion überwiegt.
Ergebnis:Überwiegend Zwitterion ohne Nettoladung - ●29Bei der Bildung eines Dipeptids aus zwei Aminosäuren entsteht außer dem Dipeptid ein zweiter Stoff. Welcher?
Lösung zeigen
- Die Carboxygruppe der einen Aminosäure reagiert mit der Aminogruppe der anderen.
- Die Atome für ein Wassermolekül gehen dabei ab.
- Die Reaktion ist eine Kondensation.
Ergebnis:Wasser, die Reaktion ist eine Kondensation - ●30Zu welcher Strukturebene eines Proteins gehört eine Ionenbindung zwischen einem Lysinrest und einem Glutaminsäurerest derselben Kette?
Lösung zeigen
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Tertiärstruktur.
Ergebnis:Tertiärstruktur, Faltung der ganzen Kette - ●31Zu welcher Gruppe zählt Keratin, und welche Aufgabe hat es?
Lösung zeigen
- Faserig und unlöslich: ein Gerüstprotein.
- Aufgabe: Gerüst in Haaren und Nägeln.
- Es zählt zu den Skleroproteinen.
Ergebnis:Skleroprotein, Gerüst in Haaren und Nägeln - ●32Ist Valin (2-Amino-3-methylbutansäure) chiral?
Lösung zeigen
- Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
- Vergleiche die vier Gruppen: Sind alle verschieden?
- Ja, das Molekül ist chiral.
Ergebnis:Ja, ein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen - ●33Wie lässt sich das Kohlenstoff-Atom der Carboxylatgruppe –COO⁻ beschreiben?
Lösung zeigen
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Trigonal-planar, Winkel von etwa 120 Grad.
Ergebnis:Trigonal-planar, Winkel von etwa 120 Grad
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- α-Aminosäuren
- Aminogruppe und Carboxygruppe sitzen am selben Kohlenstoff-Atom.
- Zwitterion
- Aminosäuren liegen als Zwitterion vor, nach außen ohne Ladung.
- Reste
- Der Rest bestimmt, ob eine Aminosäure unpolar, polar, sauer oder basisch ist.
- Peptidbindung
- Aminosäuren verbinden sich unter Wasserabspaltung zur Peptidbindung –CO–NH–.
- Strukturebenen
- Die Reihenfolge der Aminosäuren ist die Primärstruktur.
- Funktion
- Skleroproteine sind faserig und unlöslich, Sphäroproteine kugelig und löslich.
- Denaturierung
- Hitze, Säure oder Alkohol entfalten das Protein, die Primärstruktur bleibt.
- Chiralität
- Vier verschiedene Substituenten am Kohlenstoff-Atom machen ein Molekül chiral.
- EPA-Modell
- Die Peptidgruppe ist planar und nicht drehbar, das α-Kohlenstoff-Atom ist tetraedrisch.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich beschreibe die Struktur von α-Aminosäuren und weise die Aminogruppe nach.
34Welchen Rest trägt Asparaginsäure, eine α-Aminosäure mit der Aminogruppe und der Carboxygruppe am α-Kohlenstoff-Atom?Lösung zeigen
Ergebnis:–CH₂–COOHIch erkläre Aggregatzustand, Löslichkeit und Säure-Base-Verhalten mit dem Zwitterion.
35Alanin hat den isoelektrischen Punkt bei pH 6. Welche Form liegt in einer Lösung mit pH 8 überwiegend vor?Lösung zeigen
Ergebnis:Überwiegend als Anion negativ geladenIch teile Aminosäuren nach den Eigenschaften ihrer Reste ein.
36Der Rest von Phenylalanin ist –CH₂–C₆H₅. Zu welcher Gruppe zählt Phenylalanin?Lösung zeigen
Ergebnis:Unpolar, der Rest löst sich kaum in Wasser aufIch erkläre die Peptidbildung und die Peptidspaltung und weise Peptidbindungen nach.
37Welche Probe ergibt bei der Biuret-Reaktion mit Kupferionen in alkalischer Lösung die violette Färbung?Lösung zeigen
Ergebnis:Eine Lösung mit mehreren Peptidbindungen, etwa EiklarIch beschreibe die vier Strukturebenen der Proteine mit ihren Wechselwirkungen.
38Zu welcher Strukturebene eines Proteins gehört die Reihenfolge der Aminosäuren in einer Kette?Lösung zeigen
Ergebnis:Primärstruktur, Reihenfolge der BausteineIch ordne Proteine nach ihrer Funktion ein und nenne essenzielle Aminosäuren.
39Zu welcher Gruppe zählt Lactase, und welche Aufgabe hat es?Lösung zeigen
Ergebnis:Sphäroprotein, Enzym, das Milchzucker spaltetIch erkläre die Denaturierung von Proteinen.
40Fleisch wird in Zitronensaft eingelegt. Wird das Protein dabei denaturiert?Lösung zeigen
Ergebnis:Ja, die Raumstruktur geht dabei verlorenIch beschreibe Chiralität und stelle Aminosäuren in der Fischer-Projektion dar (Leistungskurs).
41Ist Glycin (2-Aminoethansäure) chiral?Lösung zeigen
Ergebnis:Nein, kein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene GruppenIch wende das EPA-Modell auf die Peptidbindung und das α-Kohlenstoff-Atom an (Leistungskurs).
42Wie lässt sich das Kohlenstoff-Atom der Methylgruppe im Rest von Alanin beschreiben?Lösung zeigen
Ergebnis:Tetraedrisch, Winkel von etwa 109,5 Grad
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Funktion
- eine Regel, die aus einer Zahl eine andere macht
- Nenner
- die Zahl unten – in wie viele Teile geteilt wurde
- Teiler
- eine Zahl, durch die es ohne Rest aufgeht
Lösungen
- –CH(OH)–CH₃
- Die Aminogruppe sitzt am Kohlenstoff-Atom neben der Carboxygruppe
- Die Aminogruppe am α-Kohlenstoff-Atom
- Zwitterionen ziehen einander wie die Ionen eines Salzes an
- Überwiegend Zwitterion ohne Nettoladung
- Überwiegend Zwitterion ohne Nettoladung
- Basisch, der Rest nimmt in Wasser Protonen auf
- Polar, der Rest löst sich gut in Wasser
- Eine Ionenbindung zwischen Carboxylat und Ammonium
- 294 g/mol
- 275 g/mol
- In der Reihenfolge, die Enden sind jeweils verschieden
- Sekundärstruktur, Ordnung des Rückgrats
- Quartärstruktur, mehrere Ketten zusammen
- Die Quartärstruktur, mehrere Ketten zusammen
- Sphäroprotein, Enzym, das Milchzucker spaltet
- Sphäroprotein, Abwehr von Krankheitserregern
- Sphäroprotein, Hormon, das den Blutzucker senkt
- Nein, die Raumstruktur bleibt erhalten
- Schwache Kräfte wie Wasserstoffbrücken und Ionenbindungen
- Die Säure verändert die Ladung der Reste, das Casein flockt aus
- Ja, ein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen
- Die L-Form, wie bei den Proteinen des Menschen
- Vier, die als zwei Enantiomerenpaare vorliegen
- Sechs Atome in einer Ebene
- Frei drehbar, reine Einfachbindung
- Die Bindungen am α-Kohlenstoff-Atom sind frei drehbar
- Überwiegend Zwitterion ohne Nettoladung
- Wasser, die Reaktion ist eine Kondensation
- Tertiärstruktur, Faltung der ganzen Kette
- Skleroprotein, Gerüst in Haaren und Nägeln
- Ja, ein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen
- Trigonal-planar, Winkel von etwa 120 Grad
- –CH₂–COOH
- Überwiegend als Anion negativ geladen
- Unpolar, der Rest löst sich kaum in Wasser auf
- Eine Lösung mit mehreren Peptidbindungen, etwa Eiklar
- Primärstruktur, Reihenfolge der Bausteine
- Sphäroprotein, Enzym, das Milchzucker spaltet
- Ja, die Raumstruktur geht dabei verloren
- Nein, kein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen
- Tetraedrisch, Winkel von etwa 109,5 Grad