Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Proteine – Fäden und Helfer des Lebens
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich beschreibe die Struktur von α-Aminosäuren und weise die Aminogruppe nach.
Merkenα-Aminosäuren
Aminogruppe und Carboxygruppe sitzen am selben Kohlenstoff-Atom.
Der Rest unterscheidet die zwanzig Aminosäuren der Proteine.
Beispielα-Aminosäuren: Bau und Nachweis
Schritt für Schritt
- Jede α-Aminosäure hat dasselbe Gerüst aus Aminogruppe, Carboxygruppe und Wasserstoff-Atom.
- Verschieden ist nur der Rest, bei Tyrosin ist es –CH₂–C₆H₄–OH.
- Der Rest von Tyrosin lautet –CH₂–C₆H₄–OH.
- Jede α-Aminosäure hat dasselbe Gerüst aus Aminogruppe, Carboxygruppe und Wasserstoff-Atom.
- Verschieden ist nur der Rest, bei Tyrosin ist es –CH₂–C₆H₄–OH.
- Der Rest von Tyrosin lautet –CH₂–C₆H₄–OH.
AchtungDie Aminogruppe sitzt irgendwo in der Kette
Welchen Rest trägt Glycin, H₂N–CH₂–COOH → Eine Methylgruppe CH₃
Welchen Rest trägt Glycin, H₂N–CH₂–COOH → Ein Wasserstoff-Atom
Zeichne eine Aminosäure und markiere das Kohlenstoff-Atom, das Aminogruppe und Carboxygruppe zugleich trägt.
ÜbenJetzt du
- ○1Welchen Rest trägt Glycin, H₂N–CH₂–COOH?So fängst du an:Das α-Kohlenstoff-Atom trägt vier Bindungspartner.
Lösung zeigen
- Das α-Kohlenstoff-Atom trägt vier Bindungspartner.
- Aminogruppe und Carboxygruppe sind zwei davon.
- In H₂N–CH₂–COOH bleiben zwei Wasserstoff-Atome, eines davon ist der Rest.
Ergebnis:Ein Wasserstoff-Atom - ●2Welchen Rest trägt Phenylalanin, eine α-Aminosäure mit der Aminogruppe und der Carboxygruppe am α-Kohlenstoff-Atom?
Lösung zeigen
- Jede α-Aminosäure hat dasselbe Gerüst aus Aminogruppe, Carboxygruppe und Wasserstoff-Atom.
- Verschieden ist nur der Rest, bei Phenylalanin ist es –CH₂–C₆H₅.
- Der Rest von Phenylalanin lautet –CH₂–C₆H₅.
Ergebnis:–CH₂–C₆H₅ - ★3Welche Gruppe der Aminosäure reagiert bei der Ninhydrin-Probe unter violetter Färbung?
Lösung zeigen
- Ninhydrin ist ein Nachweis für freie Aminogruppen.
- Alle α-Aminosäuren haben eine solche Gruppe am α-Kohlenstoff-Atom.
- Deshalb färben sie alle violett.
Ergebnis:Die Aminogruppe am α-Kohlenstoff-Atom
2Ich erkläre Aggregatzustand, Löslichkeit und Säure-Base-Verhalten mit dem Zwitterion.
MerkenZwitterion
Aminosäuren liegen als Zwitterion vor, nach außen ohne Ladung.
Deshalb sind sie Feststoffe mit hohem Schmelzpunkt und löslich in Wasser.
BeispielZwitterion: Löslichkeit, Schmelzpunkt, Säure-Base-Verhalten
Schritt für Schritt
- Der pH-Wert liegt über dem isoelektrischen Punkt.
- Die Lösung hat wenige Protonen: Die Ammoniumgruppe gibt eines ab.
- Die Aminosäure ist überwiegend negativ geladen.
- Der pH-Wert liegt über dem isoelektrischen Punkt.
- Die Lösung hat wenige Protonen: Die Ammoniumgruppe gibt eines ab.
- Die Aminosäure ist überwiegend negativ geladen.
AchtungBei niedrigem pH negativ, bei hohem pH positiv
In saurer Lösung gibt die Aminosäure Protonen ab und wird negativ.
In saurer Lösung nimmt die Aminosäure Protonen auf und wird positiv. In basischer Lösung gibt sie Protonen ab und wird negativ.
Zeichne die Aminosäure bei pH 1 und frag dich: Welche Gruppe nimmt dort ein Proton auf?
ÜbenJetzt du
- ○4Valin hat den isoelektrischen Punkt bei pH 5,96. Welche Form liegt in einer Lösung mit pH 6 überwiegend vor?So fängst du an:Der pH-Wert entspricht dem isoelektrischen Punkt.
Lösung zeigen
- Der pH-Wert entspricht dem isoelektrischen Punkt.
- Dort ist die Nettoladung Null.
- Das Zwitterion überwiegt.
Ergebnis:Überwiegend Zwitterion ohne Nettoladung - ●5Cystein hat den isoelektrischen Punkt bei pH 5,07. Welche Form liegt in einer Lösung mit pH 8,1 überwiegend vor?
Lösung zeigen
- Der pH-Wert liegt über dem isoelektrischen Punkt.
- Die Lösung hat wenige Protonen: Die Ammoniumgruppe gibt eines ab.
- Die Aminosäure ist überwiegend negativ geladen.
Ergebnis:Überwiegend als Anion negativ geladen - ★6Der isoelektrische Punkt von Asparaginsäure liegt bei pH 2,8, nicht bei pH 6. Wie erklärt sich das?
Lösung zeigen
- Der isoelektrische Punkt ist der pH-Wert ohne Nettoladung.
- Asparaginsäure hat zwei Carboxygruppen und eine Aminogruppe.
- Mehr saure Gruppen verschieben den Punkt zu niedrigem pH.
Ergebnis:Die zweite Carboxygruppe im Rest macht den Stoff saurer
3Ich teile Aminosäuren nach den Eigenschaften ihrer Reste ein.
MerkenReste
Der Rest bestimmt, ob eine Aminosäure unpolar, polar, sauer oder basisch ist.
Er legt Löslichkeit, Ladung und Wechselwirkungen fest.
BeispielAminosäuren nach ihren Resten einteilen
Schritt für Schritt
- Der Rest besteht nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff.
- Daran lässt sich Polarität und Ladung des Rests ablesen.
- Phenylalanin gehört zur Gruppe: unpolar.
- Der Rest besteht nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff.
- Daran lässt sich Polarität und Ladung des Rests ablesen.
- Phenylalanin gehört zur Gruppe: unpolar.
AchtungAlle Aminosäuren verhalten sich im Wesentlichen gleich
Der Rest ist nur ein Anhängsel, alle Aminosäuren verhalten sich gleich.
Der Rest bestimmt Löslichkeit, Ladung und die Wechselwirkungen in der Kette. Deshalb faltet jedes Protein anders.
Nenne für zwei Aminosäuren je eine Eigenschaft, die vom Rest abhängt.
ÜbenJetzt du
- ○7Der Rest von Asparaginsäure ist –CH₂–COOH. Zu welcher Gruppe zählt Asparaginsäure?So fängst du an:Der Rest trägt eine Carboxygruppe.
Lösung zeigen
- Der Rest trägt eine Carboxygruppe.
- Daran lässt sich Polarität und Ladung des Rests ablesen.
- Asparaginsäure gehört zur Gruppe: sauer.
Ergebnis:Sauer, der Rest gibt Protonen an Wasser ab - ●8Der Rest von Threonin ist –CH(OH)–CH₃. Zu welcher Gruppe zählt Threonin?
Lösung zeigen
- Der Rest trägt eine polare Gruppe, aber keine Ladung.
- Daran lässt sich Polarität und Ladung des Rests ablesen.
- Threonin gehört zur Gruppe: polar.
Ergebnis:Polar, der Rest löst sich gut in Wasser - ★9Der Rest von Valin ist –CH(CH₃)₂. Zu welcher Gruppe zählt Valin?
Lösung zeigen
- Der Rest besteht nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff.
- Daran lässt sich Polarität und Ladung des Rests ablesen.
- Valin gehört zur Gruppe: unpolar.
Ergebnis:Unpolar, der Rest löst sich kaum in Wasser auf
4Ich erkläre die Peptidbildung und die Peptidspaltung und weise Peptidbindungen nach.
MerkenPeptidbindung
Aminosäuren verbinden sich unter Wasserabspaltung zur Peptidbindung –CO–NH–.
Wasser spaltet sie wieder, das ist die Hydrolyse.
BeispielPeptidbildung, Peptidspaltung und Biuret-Nachweis
Schritt für Schritt
- Die Biuret-Reaktion weist Peptidbindungen nach.
- Kupferionen bilden mit mehreren Peptidbindungen einen violetten Komplex.
- Eiklar enthält viele Peptidbindungen, Glycin keine.
- Die Biuret-Reaktion weist Peptidbindungen nach.
- Kupferionen bilden mit mehreren Peptidbindungen einen violetten Komplex.
- Eiklar enthält viele Peptidbindungen, Glycin keine.
AchtungDie Biuret-Reaktion weist jede Aminosäure nach
Die Biuret-Probe färbt sich bei jeder Aminosäure violett.
Die Biuret-Reaktion zeigt Peptidbindungen an. Eine einzelne Aminosäure färbt sich nicht, erst ab zwei Peptidbindungen.
Nenne die Gruppe, die den Kupferkomplex bildet, und prüfe, ob die Probe sie enthält.
ÜbenJetzt du
- ○10Threonin (M = 119 g/mol) und Cystein (M = 121 g/mol) bilden ein Dipeptid. Bestimme: Welche molare Masse hat es?So fängst du an:1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
Lösung zeigen
- 1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
- M = 119 g/mol + 121 g/mol − 18 g/mol.
- M = 222 g/mol
Ergebnis:222 g/mol - ●11Glycin (M = 75 g/mol) und Phenylalanin (M = 165 g/mol) bilden ein Dipeptid. Bestimme: Welche molare Masse hat es?
Lösung zeigen
- 1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
- M = 75 g/mol + 165 g/mol − 18 g/mol.
- M = 222 g/mol
Ergebnis:222 g/mol - ★12Aus Glycin und Alanin lassen sich zwei verschiedene Dipeptide bilden. Wodurch unterscheiden sie sich?
Lösung zeigen
- Glycylalanin hat Glycin am Amino-Ende.
- Alanylglycin hat Alanin am Amino-Ende.
- Die Reihenfolge macht beide zu verschiedenen Stoffen.
Ergebnis:In der Reihenfolge, die Enden sind jeweils verschieden
5Ich beschreibe die vier Strukturebenen der Proteine mit ihren Wechselwirkungen.
MerkenStrukturebenen
Die Reihenfolge der Aminosäuren ist die Primärstruktur.
Wasserstoffbrücken im Rückgrat bilden die Sekundärstruktur, die Reste die Tertiärstruktur. Mehrere Ketten bilden die Quartärstruktur.
BeispielStrukturebenen der Proteine
Schritt für Schritt
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Tertiärstruktur.
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Tertiärstruktur.
AchtungStrukturebenen verwechselt
Die Primärstruktur beschreibt, wie die Kette im Raum gefaltet ist.
Primär ist die Reihenfolge der Aminosäuren, sekundär die lokale Faltung (Helix, Faltblatt), tertiär die Faltung der ganzen Kette, quartär die Zusammenlagerung mehrerer Ketten.
Ordne die vier Begriffe nach dem Maßstab, vom einzelnen Baustein bis zum Komplex mehrerer Ketten.
ÜbenJetzt du
- ○13Zu welcher Strukturebene eines Proteins gehört das Zusammenfügen mehrerer getrennter Ketten zu einem Komplex?So fängst du an:Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
Lösung zeigen
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Quartärstruktur.
Ergebnis:Quartärstruktur, mehrere Ketten zusammen - ●14Was legt die Primärstruktur eines Proteins fest?
Lösung zeigen
- Die Primärstruktur ist die einfachste Ebene.
- Sie beschreibt, welche Aminosäuren in welcher Reihenfolge verknüpft sind.
- Die Faltung kommt erst auf den höheren Ebenen.
Ergebnis:Die Reihenfolge der Aminosäuren in der Kette - ★15Zu welcher Strukturebene eines Proteins gehört ein Faltblatt, gehalten durch Wasserstoffbrücken zwischen Kettenabschnitten?
Lösung zeigen
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Sekundärstruktur.
Ergebnis:Sekundärstruktur, Ordnung des Rückgrats
6Ich ordne Proteine nach ihrer Funktion ein und nenne essenzielle Aminosäuren.
MerkenFunktion
Skleroproteine sind faserig und unlöslich, Sphäroproteine kugelig und löslich.
Essenzielle Aminosäuren stellt der Körper nicht selbst her.
BeispielFunktion der Proteine und essenzielle Aminosäuren
Schritt für Schritt
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Enzym, das Milchzucker spaltet.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Enzym, das Milchzucker spaltet.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
AchtungGerüstproteine und Helferproteine verwechselt
Keratin ist ein Sphäroprotein, weil Haare viele Aufgaben haben.
Keratin ist ein Skleroprotein: faserförmig, wasserunlöslich, ein Gerüst. Enzyme und Hämoglobin sind kugelige Sphäroproteine.
Ordne zuerst die Form zu, faserig oder kugelig, und danach die Löslichkeit in Wasser.
ÜbenJetzt du
- ○16Zu welcher Gruppe zählt Hämoglobin, und welche Aufgabe hat es?So fängst du an:Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
Lösung zeigen
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Transport von Sauerstoff im Blut.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
Ergebnis:Sphäroprotein, Transport von Sauerstoff im Blut - ●17Zu welcher Gruppe zählt Elastin, und welche Aufgabe hat es?
Lösung zeigen
- Faserig und unlöslich: ein Gerüstprotein.
- Aufgabe: Dehnbarkeit in Blutgefäßen und Haut.
- Es zählt zu den Skleroproteinen.
Ergebnis:Skleroprotein, Dehnbarkeit in Blutgefäßen und Haut - ★18Zu welcher Gruppe zählt Antikörper, und welche Aufgabe hat es?
Lösung zeigen
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Abwehr von Krankheitserregern.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
Ergebnis:Sphäroprotein, Abwehr von Krankheitserregern
7Ich erkläre die Denaturierung von Proteinen.
MerkenDenaturierung
Hitze, Säure oder Alkohol entfalten das Protein, die Primärstruktur bleibt.
Schwache Wechselwirkungen lösen sich, die Peptidbindungen halten.
BeispielDenaturierung von Proteinen
Schritt für Schritt
- Beim Erhitzen entfalten sich die Ketten.
- Sie lagern sich aneinander und bilden neue Wechselwirkungen.
- Dieses Netz ist fest und löst sich beim Abkühlen nicht mehr.
- Beim Erhitzen entfalten sich die Ketten.
- Sie lagern sich aneinander und bilden neue Wechselwirkungen.
- Dieses Netz ist fest und löst sich beim Abkühlen nicht mehr.
AchtungDenaturierung spaltet die Peptidbindungen
Beim Kochen eines Eis werden die Eiweißmoleküle in Aminosäuren zerlegt.
Beim Kochen entfalten sich die Ketten. Die Peptidbindungen bleiben erhalten, die schwachen Wechselwirkungen werden gelöst.
Vergleiche, wie stark die Peptidbindung und eine Wasserstoffbrücke sind, und nenne, welche beim Erhitzen zuerst nachgibt.
ÜbenJetzt du
- ○19Eiweißlösung steht eine Stunde bei Raumtemperatur. Wird das Protein dabei denaturiert?So fängst du an:Prüfe, ob die Einwirkung schwache Wechselwirkungen stört.
Lösung zeigen
- Prüfe, ob die Einwirkung schwache Wechselwirkungen stört.
- Hier geschieht das nicht.
- Das Protein behält seine Raumstruktur.
Ergebnis:Nein, die Raumstruktur bleibt erhalten - ●20Fleisch wird in Zitronensaft eingelegt. Wird das Protein dabei denaturiert?
Lösung zeigen
- Prüfe, ob die Einwirkung schwache Wechselwirkungen stört.
- Dann entfaltet sich das Protein.
- Die Primärstruktur bleibt, die Raumstruktur geht verloren.
Ergebnis:Ja, die Raumstruktur geht dabei verloren - ★21Milch wird mit Speiseessig versetzt, es flocken weiße Klümpchen aus. Wie lässt sich das erklären?
Lösung zeigen
- Essig senkt den pH-Wert der Milch.
- Die Ladung der Reste ändert sich, das Casein verliert seine Löslichkeit.
- Es flockt aus.
Ergebnis:Die Säure verändert die Ladung der Reste, das Casein flockt aus
8Ich beschreibe Chiralität und stelle Aminosäuren in der Fischer-Projektion dar (Leistungskurs).
MerkenChiralität
Vier verschiedene Substituenten am Kohlenstoff-Atom machen ein Molekül chiral.
Proteine bestehen aus L-Aminosäuren: In der Fischer-Projektion steht die Aminogruppe links.
BeispielChiralität und Fischer-Projektion (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
- Vergleiche die vier Gruppen: Sind alle verschieden?
- Nein, das Molekül ist nicht chiral.
- Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
- Vergleiche die vier Gruppen: Sind alle verschieden?
- Nein, das Molekül ist nicht chiral.
AchtungChiral heißt unsymmetrisch gebaut
Ein Molekül ist chiral, wenn es irgendwie unsymmetrisch aussieht.
Chiral heißt: Das Molekül lässt sich nicht mit seinem Spiegelbild zur Deckung bringen. Das ist der Fall bei vier verschiedenen Substituenten am Kohlenstoff-Atom.
Zähle die vier Gruppen am α-Kohlenstoff-Atom und prüfe, ob zwei davon gleich sind.
ÜbenJetzt du
- ○22Welche proteinogene Aminosäure ist nicht chiral?So fängst du an:Chiralität verlangt vier verschiedene Substituenten.
Lösung zeigen
- Chiralität verlangt vier verschiedene Substituenten.
- Bei Glycin sind zwei davon Wasserstoff-Atome.
- Glycin ist deshalb mit seinem Spiegelbild identisch.
Ergebnis:Glycin, denn zwei Gruppen sind gleich - ●23Ist Glycin (2-Aminoethansäure) chiral?
Lösung zeigen
- Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
- Vergleiche die vier Gruppen: Sind alle verschieden?
- Nein, das Molekül ist nicht chiral.
Ergebnis:Nein, kein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen - ★24Threonin hat zwei Stereozentren. Wie viele Stereoisomere sind möglich?
Lösung zeigen
- Zwei Stereozentren geben 2² Möglichkeiten.
- Das sind vier Stereoisomere.
- Jeweils zwei verhalten sich wie Bild und Spiegelbild.
Ergebnis:Vier, die als zwei Enantiomerenpaare vorliegen
9Ich wende das EPA-Modell auf die Peptidbindung und das α-Kohlenstoff-Atom an (Leistungskurs).
MerkenEPA-Modell
Die Peptidgruppe ist planar und nicht drehbar, das α-Kohlenstoff-Atom ist tetraedrisch.
Drehbar sind nur die Bindungen am α-Kohlenstoff-Atom.
BeispielEPA-Modell an Peptidgruppe und α-Kohlenstoff-Atom (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Nicht frei drehbar, Teil-Doppelbindung.
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Nicht frei drehbar, Teil-Doppelbindung.
AchtungDie Peptidbindung ist frei drehbar
Die Bindung zwischen C und N dreht sich wie die Einfachbindung im Alkan.
Die C–N-Bindung hat teilweise Doppelbindungscharakter. Die sechs Atome der Peptidgruppe liegen in einer Ebene, Drehungen sind nur am α-Kohlenstoff-Atom möglich.
Zeichne die Grenzformeln der Peptidgruppe und beschreibe, was sie über die Bindung zwischen Kohlenstoff und Stickstoff aussagen.
ÜbenJetzt du
- ○25Wie lässt sich das Stickstoff-Atom der Peptidgruppe beschreiben?So fängst du an:Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
Lösung zeigen
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Trigonal-planar wegen Delokalisierung der Elektronen.
Ergebnis:Trigonal-planar wegen Delokalisierung der Elektronen - ●26Wie lässt sich das Kohlenstoff-Atom der Carbonylgruppe mit drei Bindungspartnern beschreiben?
Lösung zeigen
- Zähle die Bindungspartner und prüfe, ob Elektronen delokalisiert sind.
- Vier Partner ergeben ein Tetraeder, drei eine Ebene.
- Trigonal-planar, Winkel von etwa 120 Grad.
Ergebnis:Trigonal-planar, Winkel von etwa 120 Grad - ★27Warum ergibt sich für die Proteinkette trotz starrer Peptidgruppen eine räumliche Faltung?
Lösung zeigen
- Die Peptidgruppen sind eben und starr.
- Zwischen ihnen liegt das tetraedrische α-Kohlenstoff-Atom.
- Seine Bindungen sind drehbar, daher kann sich die Kette falten.
Ergebnis:Die Bindungen am α-Kohlenstoff-Atom sind frei drehbar
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●28Asparaginsäure hat den isoelektrischen Punkt bei pH 2,77. Welche Form liegt in einer Lösung mit pH 5,8 überwiegend vor?
Lösung zeigen
- Der pH-Wert liegt über dem isoelektrischen Punkt.
- Die Lösung hat wenige Protonen: Die Ammoniumgruppe gibt eines ab.
- Die Aminosäure ist überwiegend negativ geladen.
Ergebnis:Überwiegend als Anion negativ geladen - ●29Glycin (M = 75 g/mol) und Serin (M = 105 g/mol) bilden ein Dipeptid. Bestimme: Welche molare Masse hat es?
Lösung zeigen
- 1 Peptidbindung, also 1 Wassermolekül mit je 18 g/mol.
- M = 75 g/mol + 105 g/mol − 18 g/mol.
- M = 162 g/mol
Ergebnis:162 g/mol - ●30Zu welcher Strukturebene eines Proteins gehört eine Ionenbindung zwischen einem Lysinrest und einem Glutaminsäurerest derselben Kette?
Lösung zeigen
- Primär: Reihenfolge. Sekundär: Rückgrat. Tertiär: Reste. Quartär: mehrere Ketten.
- Die Beschreibung wird dem passenden Maßstab zugeordnet.
- Das ist die Tertiärstruktur.
Ergebnis:Tertiärstruktur, Faltung der ganzen Kette - ●31Zu welcher Gruppe zählt Amylase, und welche Aufgabe hat es?
Lösung zeigen
- Kugelig und löslich: ein Helferprotein.
- Aufgabe: Enzym, das Stärke spaltet.
- Es zählt zu den Sphäroproteinen.
Ergebnis:Sphäroprotein, Enzym, das Stärke spaltet - ●32Milch wird mit Zitronensaft versetzt. Wird das Protein dabei denaturiert?
Lösung zeigen
- Prüfe, ob die Einwirkung schwache Wechselwirkungen stört.
- Dann entfaltet sich das Protein.
- Die Primärstruktur bleibt, die Raumstruktur geht verloren.
Ergebnis:Ja, die Raumstruktur geht dabei verloren - ●33Ist β-Alanin (3-Aminopropansäure) chiral?
Lösung zeigen
- Suche ein Kohlenstoff-Atom mit vier Bindungspartnern.
- Vergleiche die vier Gruppen: Sind alle verschieden?
- Nein, das Molekül ist nicht chiral.
Ergebnis:Nein, kein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- α-Aminosäuren
- Aminogruppe und Carboxygruppe sitzen am selben Kohlenstoff-Atom.
- Zwitterion
- Aminosäuren liegen als Zwitterion vor, nach außen ohne Ladung.
- Reste
- Der Rest bestimmt, ob eine Aminosäure unpolar, polar, sauer oder basisch ist.
- Peptidbindung
- Aminosäuren verbinden sich unter Wasserabspaltung zur Peptidbindung –CO–NH–.
- Strukturebenen
- Die Reihenfolge der Aminosäuren ist die Primärstruktur.
- Funktion
- Skleroproteine sind faserig und unlöslich, Sphäroproteine kugelig und löslich.
- Denaturierung
- Hitze, Säure oder Alkohol entfalten das Protein, die Primärstruktur bleibt.
- Chiralität
- Vier verschiedene Substituenten am Kohlenstoff-Atom machen ein Molekül chiral.
- EPA-Modell
- Die Peptidgruppe ist planar und nicht drehbar, das α-Kohlenstoff-Atom ist tetraedrisch.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich beschreibe die Struktur von α-Aminosäuren und weise die Aminogruppe nach.
34Welchen Rest trägt Valin, eine α-Aminosäure mit der Aminogruppe und der Carboxygruppe am α-Kohlenstoff-Atom?Lösung zeigen
Ergebnis:–CH(CH₃)₂Ich erkläre Aggregatzustand, Löslichkeit und Säure-Base-Verhalten mit dem Zwitterion.
35Leucin hat den isoelektrischen Punkt bei pH 5,98. Welche Form liegt in einer Lösung mit pH 8 überwiegend vor?Lösung zeigen
Ergebnis:Überwiegend als Anion negativ geladenIch teile Aminosäuren nach den Eigenschaften ihrer Reste ein.
36Der Rest von Asparagin ist –CH₂–CO–NH₂. Zu welcher Gruppe zählt Asparagin?Lösung zeigen
Ergebnis:Polar, der Rest löst sich gut in WasserIch erkläre die Peptidbildung und die Peptidspaltung und weise Peptidbindungen nach.
37Lysin (M = 146 g/mol), Phenylalanin (M = 165 g/mol) und Threonin (M = 119 g/mol) bilden ein Tripeptid. Bestimme: Welche molare Masse hat es?Lösung zeigen
Ergebnis:394 g/molIch beschreibe die vier Strukturebenen der Proteine mit ihren Wechselwirkungen.
38Zu welcher Strukturebene eines Proteins gehört die Zusammenlagerung von vier Ketten zum Hämoglobin?Lösung zeigen
Ergebnis:Quartärstruktur, mehrere Ketten zusammenIch ordne Proteine nach ihrer Funktion ein und nenne essenzielle Aminosäuren.
39Zu welcher Gruppe zählt Kollagen, und welche Aufgabe hat es?Lösung zeigen
Ergebnis:Skleroprotein, Festigkeit in Sehnen und HautIch erkläre die Denaturierung von Proteinen.
40Eiweiß kommt mit gelösten Silberionen in Berührung. Wird das Protein dabei denaturiert?Lösung zeigen
Ergebnis:Ja, die Raumstruktur geht dabei verlorenIch beschreibe Chiralität und stelle Aminosäuren in der Fischer-Projektion dar (Leistungskurs).
41In der Fischer-Projektion steht die Carboxygruppe oben, der Rest unten, die Aminogruppe links. Welche Konfiguration liegt vor?Lösung zeigen
Ergebnis:Die L-Form, wie bei den Proteinen des MenschenIch wende das EPA-Modell auf die Peptidbindung und das α-Kohlenstoff-Atom an (Leistungskurs).
42Wie lässt sich das Kohlenstoff-Atom der Methylgruppe im Rest von Alanin beschreiben?Lösung zeigen
Ergebnis:Tetraedrisch, Winkel von etwa 109,5 Grad
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Funktion
- eine Regel, die aus einer Zahl eine andere macht
- Nenner
- die Zahl unten – in wie viele Teile geteilt wurde
- Teiler
- eine Zahl, durch die es ohne Rest aufgeht
Lösungen
- Ein Wasserstoff-Atom
- –CH₂–C₆H₅
- Die Aminogruppe am α-Kohlenstoff-Atom
- Überwiegend Zwitterion ohne Nettoladung
- Überwiegend als Anion negativ geladen
- Die zweite Carboxygruppe im Rest macht den Stoff saurer
- Sauer, der Rest gibt Protonen an Wasser ab
- Polar, der Rest löst sich gut in Wasser
- Unpolar, der Rest löst sich kaum in Wasser auf
- 222 g/mol
- 222 g/mol
- In der Reihenfolge, die Enden sind jeweils verschieden
- Quartärstruktur, mehrere Ketten zusammen
- Die Reihenfolge der Aminosäuren in der Kette
- Sekundärstruktur, Ordnung des Rückgrats
- Sphäroprotein, Transport von Sauerstoff im Blut
- Skleroprotein, Dehnbarkeit in Blutgefäßen und Haut
- Sphäroprotein, Abwehr von Krankheitserregern
- Nein, die Raumstruktur bleibt erhalten
- Ja, die Raumstruktur geht dabei verloren
- Die Säure verändert die Ladung der Reste, das Casein flockt aus
- Glycin, denn zwei Gruppen sind gleich
- Nein, kein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen
- Vier, die als zwei Enantiomerenpaare vorliegen
- Trigonal-planar wegen Delokalisierung der Elektronen
- Trigonal-planar, Winkel von etwa 120 Grad
- Die Bindungen am α-Kohlenstoff-Atom sind frei drehbar
- Überwiegend als Anion negativ geladen
- 162 g/mol
- Tertiärstruktur, Faltung der ganzen Kette
- Sphäroprotein, Enzym, das Stärke spaltet
- Ja, die Raumstruktur geht dabei verloren
- Nein, kein Kohlenstoff-Atom hat vier verschiedene Gruppen
- –CH(CH₃)₂
- Überwiegend als Anion negativ geladen
- Polar, der Rest löst sich gut in Wasser
- 394 g/mol
- Quartärstruktur, mehrere Ketten zusammen
- Skleroprotein, Festigkeit in Sehnen und Haut
- Ja, die Raumstruktur geht dabei verloren
- Die L-Form, wie bei den Proteinen des Menschen
- Tetraedrisch, Winkel von etwa 109,5 Grad