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Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel

Drama und szenisches Spiel

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.

  1. ●19
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
    3. Also: steif und kalt
    Ergebnis:
    steif und kalt
  2. ●20
    Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was tun Vater und Sohn nach dem Tadel des zweiten Wandersmanns?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Da saßen beide auf und ritten eine Strecke.“ Abgestiegen ist der Vater vorher.
    3. Also: Sie setzen sich beide auf den Esel.
    Ergebnis:
    Sie setzen sich beide auf den Esel.

ÜbenWeißt du das noch?

Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.

  1. ●21
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Oma meint Ich habe den Schlüssel gefunden
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Oma meint: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“
    Ergebnis:
    Oma meint: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“
  2. ●22
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Mia fragt Hast du Zeit
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Mia fragt: „Hast du Zeit?“
    Ergebnis:
    Mia fragt: „Hast du Zeit?“

1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

MerkenEine Szene deuten

Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.

Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.

BeispielSzene, Konflikt und Figuren

Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

Wo und wann spielt die Szene?
Schritt für Schritt
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Die erste Regieanweisung nennt Ort und Zeit: Küche, spät am Abend.
  3. Also: in der Küche, spät am Abend
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Die erste Regieanweisung nennt Ort und Zeit: Küche, spät am Abend.
  3. Also: in der Küche, spät am Abend
Ergebnis:
in der Küche, spät am Abend

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Die Wahl:
    Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

    MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
    LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
    MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
    LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
    MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
    LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
    (Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

    Worin besteht der Konflikt?
    So fängst du an:
    Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Er sagt „Wir wollten“, sie sagt „Du wolltest“. Darin liegt der Konflikt.
    3. Also: Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.
    Ergebnis:
    Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.
  2. ●2
    Die Einladung:
    Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //

    IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
    HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
    IRINA: Ja. Warum? /
    HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
    IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
    HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
    IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
    (IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)

    Wer will in der Szene etwas von wem?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Irina bringt die Karte und stellt die erste Frage.
    3. Also: Irina will, dass Hanna zu ihrer Feier kommt.
    Ergebnis:
    Irina will, dass Hanna zu ihrer Feier kommt.
  3. ★3
    Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
    MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
    Du bist ein herzlich guter Mann, /
    Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //

    FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
    Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
    Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

    Worin liegt der Konflikt dieser Szene?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Sie fragt direkt, er redet von Gefühl. Die Wünsche passen nicht zusammen.
    3. Also: Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.
    Ergebnis:
    Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.

2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

MerkenFigurenkonstellation

Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?

Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.

BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort

Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

Woran zeigt sich, dass Max vor Jonas nachgibt?
Schritt für Schritt
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. Auf die Frage nach dem Gründer sagt er nur „Du.“
  3. Also: Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. Auf die Frage nach dem Gründer sagt er nur „Du.“
  3. Also: Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
Ergebnis:
Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Wie heißt die Figur, die sich der Hauptfigur in den Weg stellt?
    So fängst du an:
    Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Ihre Ziele widersprechen denen der Hauptfigur. Daraus entsteht der Konflikt.
    3. Also: Gegenspieler
    Ergebnis:
    Gegenspieler
  2. ●5
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Welche Figur hat in dieser Szene das letzte Wort?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Die letzte Figurenrede lautet „Noch mal von vorn. Mit Gitarre.“
    3. Also: Jonas
    Ergebnis:
    Jonas
  3. ★6
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Auf wessen Seite steht Max zuerst?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. „Lass sie doch“ – der Schlagzeuger bittet für die Neue.
    3. Also: auf Elifs Seite
    Ergebnis:
    auf Elifs Seite

3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

MerkenRegieanweisung

Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.

BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben

Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //

SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)

Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.

Was zeigt die Regieanweisung „außer Atem“?
Schritt für Schritt
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Er kommt schnell herein und fragt sofort, ohne Gruß.
  3. Also: Samir ist gerannt und hat es eilig.
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Er kommt schnell herein und fragt sofort, ohne Gruß.
  3. Also: Samir ist gerannt und hat es eilig.
Ergebnis:
Samir ist gerannt und hat es eilig.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Welche Regieanweisung zeigt, dass Tim nachgibt?
    So fängst du an:
    Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Mit der Jacke legt Tim auch den Widerstand ab. Er bleibt.
    3. Also: (TIM zieht langsam die Jacke aus.)
    Ergebnis:
    (TIM zieht langsam die Jacke aus.)
  2. ●8
    Wie nennt man den Text im Drama, der nicht gesprochen wird?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Figurenrede ist Haupttext. Regieanweisungen und Personenverzeichnis sind Nebentext.
    3. Also: Nebentext
    Ergebnis:
    Nebentext
  3. ★9
    Die Einladung:
    Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //

    IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
    HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
    IRINA: Ja. Warum? /
    HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
    IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
    HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
    IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
    (IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)

    Was zeigt die Regieanweisung „legt die Karte auf die Mauer“?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Sie drückt ihr nichts in die Hand, sie lässt es liegen und geht.
    3. Also: Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
    Ergebnis:
    Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Was zeigt der Monolog, was ein Dialog nicht zeigen könnte?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Im Monolog spricht die Figur ihre Gedanken laut aus.
    3. Also: Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
    Ergebnis:
    Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
  2. ●11
    Die Probe:
    Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //

    BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
    SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
    FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
    SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
    FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
    SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.

    Was will Frau Okafor mit ihrem letzten Satz von Samira?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist.“
    3. Also: Man soll der Königin die Müdigkeit ansehen, nicht Samira.
    Ergebnis:
    Man soll der Königin die Müdigkeit ansehen, nicht Samira.
  3. ●12
    Wo steht im Textbuch der Ort einer Szene?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Ort, Zeit und Figuren nennt meist die erste Regieanweisung einer Szene.
    3. Also: in der Regieanweisung am Anfang
    Ergebnis:
    in der Regieanweisung am Anfang
  4. ●13
    Nach der Stunde:
    Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //

    JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
    FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
    JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
    FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
    JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
    FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
    (JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)

    Wie viele Figuren sprechen in der Szene?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Es reden nur die Lehrerin und der Schüler, die Mutter wird bloß erwähnt.
    3. Also: zwei
    Ergebnis:
    zwei
  5. ●14
    Die Probe:
    Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //

    BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
    SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
    FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
    SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
    FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
    SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.

    Warum unterbricht Frau Okafor die Probe?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. Sie will sehen, dass die Königin müde ist, „nicht, dass du es bist“.
    3. Also: Samiras Gähnen wirkt wie ihre eigene Müdigkeit, nicht wie die der Königin.
    Ergebnis:
    Samiras Gähnen wirkt wie ihre eigene Müdigkeit, nicht wie die der Königin.
  6. ●15
    Wie nennt man den Anteil, den eine Figur am Gespräch hat?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Man zählt die Zeilen, die eine Figur spricht, und vergleicht sie mit den anderen.
    3. Also: Redeanteil
    Ergebnis:
    Redeanteil

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Eine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Figurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Regieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

    16
    Die Probe:
    Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //

    BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
    SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
    FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
    SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
    FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
    SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.

    Worin liegt der Streit zwischen Samira und Frau Okafor?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
  2. Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

    17
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Welche Figur hat in dieser Szene das letzte Wort?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Jonas
  3. Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

    18
    Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Welche Regieanweisung zeigt, dass Tim nachgibt?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    (TIM zieht langsam die Jacke aus.)

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.
  2. Irina will, dass Hanna zu ihrer Feier kommt.
  3. Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.
  4. Gegenspieler
  5. Jonas
  6. auf Elifs Seite
  7. (TIM zieht langsam die Jacke aus.)
  8. Nebentext
  9. Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
  10. Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
  11. Man soll der Königin die Müdigkeit ansehen, nicht Samira.
  12. in der Regieanweisung am Anfang
  13. zwei
  14. Samiras Gähnen wirkt wie ihre eigene Müdigkeit, nicht wie die der Königin.
  15. Redeanteil
  16. wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
  17. Jonas
  18. (TIM zieht langsam die Jacke aus.)
  19. steif und kalt
  20. Sie setzen sich beide auf den Esel.
  21. Oma meint: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“
  22. Mia fragt: „Hast du Zeit?“