Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel
Drama und szenisches Spiel
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.
- ●19Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Was tut Selin mit dem Link?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Selin tippte nicht darauf.“ Später: „Sie öffnete den Link trotzdem nicht.“
- Also: Sie öffnet ihn nicht.
Ergebnis:Sie öffnet ihn nicht. - ●20Kleine Fabel – Franz Kafka:
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Welche Seite der Katze zeigt der letzte Satz?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
- Also: Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
Ergebnis:Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
ÜbenWeißt du das noch?
Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.
- ●21Wo stehen die Redezeichen richtig?
Elif sagt Der Kuchen ist leckerLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Elif sagt: „Der Kuchen ist lecker.“
Ergebnis:Elif sagt: „Der Kuchen ist lecker.“ - ●22Wo stehen die Redezeichen richtig?
Papa flüstert Wir sind fertigLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Papa flüstert: „Wir sind fertig.“
Ergebnis:Papa flüstert: „Wir sind fertig.“
1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
MerkenEine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.
BeispielSzene, Konflikt und Figuren
Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //
BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.
Worin liegt der Streit zwischen Samira und Frau Okafor?
Schritt für Schritt
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Frau Okafor denkt an Angst, Samira an Müdigkeit. Beide deuten die Figur verschieden.
- Also: wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Frau Okafor denkt an Angst, Samira an Müdigkeit. Beide deuten die Figur verschieden.
- Also: wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
ÜbenJetzt du
- ○1Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Wie heißt die Rede einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?So fängst du an:Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Ben ist allein im Laden und spricht seine Gedanken laut aus.
- Also: Monolog
Ergebnis:Monolog - ●2Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //
SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)
Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.
Wo spielt die Szene?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Die erste Regieanweisung nennt den Ort, bevor jemand spricht.
- Also: im Schulsekretariat
Ergebnis:im Schulsekretariat - ★3Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Welche zwei Stimmen streiten in Bens Kopf?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Er zitiert den Onkel, dann denkt er an die Nachbarin.
- Also: die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
Ergebnis:die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.
MerkenFigurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.
BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort
Schritt für Schritt
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Um sie dreht sich der Konflikt. Sie steht am häufigsten auf der Bühne.
- Also: Hauptfigur
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Um sie dreht sich der Konflikt. Sie steht am häufigsten auf der Bühne.
- Also: Hauptfigur
ÜbenJetzt du
- ○4Wie heißt eine Figur, die nur kurz auftritt und den Konflikt nicht antreibt?So fängst du an:Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Sie hat keinen eigenen Konflikt und steht am Rand der Handlung.
- Also: Nebenfigur
Ergebnis:Nebenfigur - ●5Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer hat das letzte Wort?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Das besprechen wir jetzt zu dritt.“ beendet das Gespräch.
- Also: die Schulleiterin
Ergebnis:die Schulleiterin - ★6Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //
ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.
Auf wessen Seite steht Max zuerst?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Lass sie doch“ – der Schlagzeuger bittet für die Neue.
- Also: auf Elifs Seite
Ergebnis:auf Elifs Seite
3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.
MerkenRegieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.
BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben
Schritt für Schritt
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Spott zeigt sich in Abwehr, nicht in Freude oder Trauer.
- Also: (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Spott zeigt sich in Abwehr, nicht in Freude oder Trauer.
- Also: (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
ÜbenJetzt du
- ○7Welche Regieanweisung ist für die Bühne zu ungenau?So fängst du an:Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Eine Regieanweisung sagt, was man sieht oder hört. Irgendwie komisch kann keiner spielen.
- Also: (ist irgendwie komisch)
Ergebnis:(ist irgendwie komisch) - ●8Die Einladung:
Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //
IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
IRINA: Ja. Warum? /
HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
(IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)
Was zeigt die Regieanweisung „legt die Karte auf die Mauer“?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Sie drückt ihr nichts in die Hand, sie lässt es liegen und geht.
- Also: Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
Ergebnis:Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen. - ★9Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //
SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)
Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.
Was zeigt die Regieanweisung „außer Atem“?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Er kommt schnell herein und fragt sofort, ohne Gruß.
- Also: Samir ist gerannt und hat es eilig.
Ergebnis:Samir ist gerannt und hat es eilig.
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Worum geht der Konflikt wirklich?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Der Schlüssel beweist, dass Tim lügt. Es geht darum, ob sie ihm glauben kann.
- Also: um Vertrauen und die Wahrheit über den Abend
Ergebnis:um Vertrauen und die Wahrheit über den Abend - ●11Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
Du bist ein herzlich guter Mann, /
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //
FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.
Wie antwortet Faust auf die Frage?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- „Lass das, mein Kind!“ Statt zu antworten, versichert er ihr seine Liebe.
- Also: Er weicht aus und spricht von seiner Liebe.
Ergebnis:Er weicht aus und spricht von seiner Liebe. - ●12Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Was zeigt es, dass die Mutter für Leo antwortet?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Er ist noch ganz durcheinander.“ Sie spricht über ihn, nicht mit ihm.
- Also: Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
Ergebnis:Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen. - ●13Die Einladung:
Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //
IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
IRINA: Ja. Warum? /
HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
(IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)
Worin liegt der Konflikt?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Die Party bringt zwei zusammen, die seit Wochen nicht reden.
- Also: Hanna ist mit Lotta zerstritten, Irina lädt beide ein.
Ergebnis:Hanna ist mit Lotta zerstritten, Irina lädt beide ein. - ●14Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Was gibt Tim mit seinem letzten Satz zu?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Die Mutter war die ganze Zeit da. Tim: „Dann hab ich wohl nicht geklingelt.“
- Also: Dass seine Ausrede nicht stimmt.
Ergebnis:Dass seine Ausrede nicht stimmt. - ●15Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer hat in diesem Gespräch die Macht?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Ich habe Leo gefragt.“ Sie lässt sich das Gespräch nicht aus der Hand nehmen.
- Also: die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
Ergebnis:die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Eine Szene deuten
- Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
- Figurenkonstellation
- Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
- Regieanweisung
- Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
16Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //
SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)
Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.
Wie heißt der gesprochene Text der Figuren im Unterschied zum Nebentext?Lösung zeigen
Ergebnis:HaupttextIch kann Figurenkonstellation darstellen.
17Eine Figur sagt du zu einer anderen, die andere antwortet mit Sie. Was zeigt das?Lösung zeigen
Ergebnis:Die zwei stehen nicht auf gleicher Stufe.Ich kann eine Regieanweisung schreiben.
18Die Probe:
Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //
BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.
Welche Regieanweisung gehört zu Ben?Lösung zeigen
Ergebnis:(stolpert herein)
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Lösungen
- Monolog
- im Schulsekretariat
- die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
- Nebenfigur
- die Schulleiterin
- auf Elifs Seite
- (ist irgendwie komisch)
- Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
- Samir ist gerannt und hat es eilig.
- um Vertrauen und die Wahrheit über den Abend
- Er weicht aus und spricht von seiner Liebe.
- Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
- Hanna ist mit Lotta zerstritten, Irina lädt beide ein.
- Dass seine Ausrede nicht stimmt.
- die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
- Haupttext
- Die zwei stehen nicht auf gleicher Stufe.
- (stolpert herein)
- Sie öffnet ihn nicht.
- Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
- Elif sagt: „Der Kuchen ist lecker.“
- Papa flüstert: „Wir sind fertig.“