Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel
Drama und szenisches Spiel
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.
- ●19Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was tun Vater und Sohn nach dem Tadel des zweiten Wandersmanns?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Da saßen beide auf und ritten eine Strecke.“ Abgestiegen ist der Vater vorher.
- Also: Sie setzen sich beide auf den Esel.
Ergebnis:Sie setzen sich beide auf den Esel. - ●20Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Hinter ihr seufzt jemand ungeduldig. Sie schaut nicht hin und wartet.
- Also: Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
Ergebnis:Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
ÜbenWeißt du das noch?
Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.
- ●21Wo stehen die Redezeichen richtig?
Frau Berg flüstert Ich habe den Schlüssel gefundenLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Frau Berg flüstert: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“
Ergebnis:Frau Berg flüstert: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“ - ●22Wo stehen die Redezeichen richtig?
Lena sagt Heute regnet esLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Lena sagt: „Heute regnet es.“
Ergebnis:Lena sagt: „Heute regnet es.“
1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
MerkenEine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.
BeispielSzene, Konflikt und Figuren
Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //
JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)
Wie nennt man die Rede einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?
Schritt für Schritt
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Jana ist allein und spricht zu sich selbst.
- Also: Monolog
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Jana ist allein und spricht zu sich selbst.
- Also: Monolog
ÜbenJetzt du
- ○1Nach der Stunde:
Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //
JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
(JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)
Welcher Satz ist der Wendepunkt?So fängst du an:Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Ab hier sieht die Lehrerin ihn an und ändert ihre Antwort.
- Also: „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
Ergebnis:„Meine Mutter ist im Krankenhaus.“ - ●2Nach der Stunde:
Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //
JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
(JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)
Wie viele Figuren sprechen in der Szene?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Es reden nur die Lehrerin und der Schüler, die Mutter wird bloß erwähnt.
- Also: zwei
Ergebnis:zwei - ★3Die Probe:
Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //
BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.
Worin liegt der Streit zwischen Samira und Frau Okafor?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Frau Okafor denkt an Angst, Samira an Müdigkeit. Beide deuten die Figur verschieden.
- Also: wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
Ergebnis:wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.
MerkenFigurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.
BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer spricht in der Szene am meisten?
Schritt für Schritt
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Die erste Rede der Mutter ist länger als alle anderen Reden zusammen.
- Also: Leos Mutter
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Die erste Rede der Mutter ist länger als alle anderen Reden zusammen.
- Also: Leos Mutter
ÜbenJetzt du
- ○4Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer hat das letzte Wort?So fängst du an:Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Das besprechen wir jetzt zu dritt.“ beendet das Gespräch.
- Also: die Schulleiterin
Ergebnis:die Schulleiterin - ●5Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Was zeigt es, dass die Mutter für Leo antwortet?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Er ist noch ganz durcheinander.“ Sie spricht über ihn, nicht mit ihm.
- Also: Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
Ergebnis:Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen. - ★6Wie heißt ein Schaubild, das zeigt, wie die Figuren zueinander stehen?
Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Kreise für die Figuren, Pfeile für ihre Beziehungen: So sieht man, wer zu wem steht.
- Also: Figurenkonstellation
Ergebnis:Figurenkonstellation
3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.
MerkenRegieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.
BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben
Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //
MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
(Die Klingel. Beide bleiben stehen.)
Welcher Satz ist eine Regieanweisung?
Schritt für Schritt
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Regieanweisungen sagen, was man sieht. Sie stehen in Klammern und werden nicht gesprochen.
- Also: (sieht auf den Boden)
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Regieanweisungen sagen, was man sieht. Sie stehen in Klammern und werden nicht gesprochen.
- Also: (sieht auf den Boden)
ÜbenJetzt du
- ○7Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //
SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)
Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.
Was zeigt die Regieanweisung „außer Atem“?So fängst du an:Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Er kommt schnell herein und fragt sofort, ohne Gruß.
- Also: Samir ist gerannt und hat es eilig.
Ergebnis:Samir ist gerannt und hat es eilig. - ●8Die Einladung:
Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //
IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
IRINA: Ja. Warum? /
HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
(IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)
Was zeigt die Regieanweisung „legt die Karte auf die Mauer“?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Sie drückt ihr nichts in die Hand, sie lässt es liegen und geht.
- Also: Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
Ergebnis:Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen. - ★9Die Probe:
Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //
BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.
Was verändert „steht langsam auf, sieht zum Fenster“ am Satz?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Die Worte bleiben gleich. Haltung und Blick geben ihnen einen neuen Sinn.
- Also: Aus Langeweile wird eine müde, ernste Entscheidung.
Ergebnis:Aus Langeweile wird eine müde, ernste Entscheidung.
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Eine Figur spricht zum Publikum, die anderen auf der Bühne hören es nicht. Wie heißt das?
Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Andere Figuren stehen dabei, hören es aber nicht. Das ist Beiseitesprechen.
- Also: Beiseitesprechen
Ergebnis:Beiseitesprechen - ●11Die Probe:
Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //
BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.
Was meldet Ben als Bote?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
- BEN: „Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor!“
- Also: Die Feinde stehen vor dem Tor.
Ergebnis:Die Feinde stehen vor dem Tor. - ●12Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //
ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.
Welche Figur hat in dieser Szene das letzte Wort?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Die letzte Figurenrede lautet „Noch mal von vorn. Mit Gitarre.“
- Also: Jonas
Ergebnis:Jonas - ●13Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
Du bist ein herzlich guter Mann, /
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //
FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.
Welche Regieanweisung passt zu Fausts „Lass das, mein Kind!“?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Faust will der Frage ausweichen. Eine ausweichende Geste passt dazu.
- Also: (weicht ihrem Blick aus)
Ergebnis:(weicht ihrem Blick aus) - ●14Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Welche zwei Stimmen streiten in Bens Kopf?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Er zitiert den Onkel, dann denkt er an die Nachbarin.
- Also: die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
Ergebnis:die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin - ●15Die Probe:
Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //
BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.
Warum unterbricht Frau Okafor die Probe?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Sie will sehen, dass die Königin müde ist, „nicht, dass du es bist“.
- Also: Samiras Gähnen wirkt wie ihre eigene Müdigkeit, nicht wie die der Königin.
Ergebnis:Samiras Gähnen wirkt wie ihre eigene Müdigkeit, nicht wie die der Königin.
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Eine Szene deuten
- Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
- Figurenkonstellation
- Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
- Regieanweisung
- Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
16Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Welcher Satz ist der Wendepunkt?Lösung zeigen
Ergebnis:„Aber sie wohnt gegenüber.“Ich kann Figurenkonstellation darstellen.
17Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer hat das letzte Wort?Lösung zeigen
Ergebnis:die SchulleiterinIch kann eine Regieanweisung schreiben.
18Wo steht im Textbuch der Ort einer Szene?Lösung zeigen
Ergebnis:in der Regieanweisung am Anfang
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Lösungen
- „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
- zwei
- wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
- die Schulleiterin
- Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
- Figurenkonstellation
- Samir ist gerannt und hat es eilig.
- Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
- Aus Langeweile wird eine müde, ernste Entscheidung.
- Beiseitesprechen
- Die Feinde stehen vor dem Tor.
- Jonas
- (weicht ihrem Blick aus)
- die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
- Samiras Gähnen wirkt wie ihre eigene Müdigkeit, nicht wie die der Königin.
- „Aber sie wohnt gegenüber.“
- die Schulleiterin
- in der Regieanweisung am Anfang
- Sie setzen sich beide auf den Esel.
- Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
- Frau Berg flüstert: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“
- Lena sagt: „Heute regnet es.“