Zum Inhalt springen
Anmelden

Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel

Drama und szenisches Spiel

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Was unterscheidet ein Drama von einer Erzählung?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: Die Figuren sprechen selbst, kein Erzähler vermittelt. Regieanweisungen beschreiben Raum und Handeln. Quelle: Pfister (2001), Das Drama, Fink

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.

  1. ●19
    Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was verrät das Verhalten des Vaters?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. Er steigt ab, steigt auf, geht zu Fuß – immer nach dem Wort eines Fremden.
    3. Also: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
    Ergebnis:
    Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
  2. ●20
    Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Wie viele Figuren sprechen in der Fabel?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. Es sprechen die Maus und die Katze.
    3. Also: zwei
    Ergebnis:
    zwei

ÜbenWeißt du das noch?

Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.

  1. ●21
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Frau Berg erzählt Das Spiel beginnt jetzt
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Frau Berg erzählt: „Das Spiel beginnt jetzt.“
    Ergebnis:
    Frau Berg erzählt: „Das Spiel beginnt jetzt.“
  2. ●22
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Lena meint Ich komme gleich
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Lena meint: „Ich komme gleich.“
    Ergebnis:
    Lena meint: „Ich komme gleich.“

So kannst du es dir vorstellen

EntdeckenEin Drama wird gesprochen und gespielt

Im Drama sprechen die Figuren selbst, Regieanweisungen beschreiben Raum und Handeln. Konflikt und Figurenkonstellation treiben die Handlung. Eine Szene deutet man, indem man fragt: Wer will was von wem, und was steht im Weg?

WeiterdenkenDenk nach

Wie unterscheidest du, ob ein Satz im Textbuch gesprochen oder nur als Anweisung gedacht ist?

1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

EntdeckenFrage

Was unterscheidet ein Drama von einer Erzählung?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Die Figuren sprechen selbst, kein Erzähler vermittelt. Regieanweisungen beschreiben Raum und Handeln.

MerkenEine Szene deuten

Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.

Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.

BeispielSzene, Konflikt und Figuren

Die Einladung:
Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //

IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
IRINA: Ja. Warum? /
HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
(IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)

Worin liegt der Konflikt?
Schritt für Schritt
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Die Party bringt zwei zusammen, die seit Wochen nicht reden.
  3. Also: Hanna ist mit Lotta zerstritten, Irina lädt beide ein.
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Die Party bringt zwei zusammen, die seit Wochen nicht reden.
  3. Also: Hanna ist mit Lotta zerstritten, Irina lädt beide ein.
Ergebnis:
Hanna ist mit Lotta zerstritten, Irina lädt beide ein.

AchtungLesen: Ursache und Folge im Text vertauscht

So nicht
Die Ernte fiel aus, weil die Preise stiegen. (Ursache und Folge vertauscht)
So richtig
Die Preise stiegen, weil die Ernte ausfiel. Nach „weil“ steht der Grund, nicht die Folge.

Markiere die kleinen Wörter: weil, deshalb, obwohl, nicht.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Die Wahl:
    Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

    MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
    LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
    MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
    LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
    MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
    LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
    (Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

    Worin besteht der Konflikt?
    So fängst du an:
    Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Er sagt „Wir wollten“, sie sagt „Du wolltest“. Darin liegt der Konflikt.
    3. Also: Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.
    Ergebnis:
    Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.
  2. ●2
    Die Fundkiste:
    Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //

    SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
    FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
    SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
    FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
    SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
    FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
    (SAMIR holt das Handy heraus.)

    Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.

    Wie heißt der gesprochene Text der Figuren im Unterschied zum Nebentext?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Was Samir und Frau Kern sagen, ist der Teil, den man auf der Bühne hört.
    3. Also: Haupttext
    Ergebnis:
    Haupttext
  3. ★3
    Zwei Figuren wollen dasselbe Zimmer. Wie heißt das, was die Handlung antreibt?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Gegensätzliche Wünsche bilden den Konflikt einer Szene.
    3. Also: Konflikt
    Ergebnis:
    Konflikt

2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

EntdeckenFrage

Wie liest man eine Szene mit verteilten Rollen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Laut, mit Betonung und Pausen. Das macht Absichten hörbar und deckt den Konflikt auf.

MerkenFigurenkonstellation

Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?

Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.

BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort

Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

Wer hat in diesem Gespräch die Macht?
Schritt für Schritt
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. „Ich habe Leo gefragt.“ Sie lässt sich das Gespräch nicht aus der Hand nehmen.
  3. Also: die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. „Ich habe Leo gefragt.“ Sie lässt sich das Gespräch nicht aus der Hand nehmen.
  3. Also: die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
Ergebnis:
die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet

AchtungLesen: Einzelheit statt Kern

So nicht
Worum geht es im Text? Antwort: Die Hauptfigur trägt einen roten Mantel. (eine Einzelheit)
So richtig
Worum geht es im Text? Antwort: Eine Frau verlässt ihr Dorf und kehrt nach Jahren verändert zurück. (der ganze Text, auch der Schluss)

Passt die Antwort zum ganzen Text, auch zum Schluss?

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Wie nennt man den Anteil, den eine Figur am Gespräch hat?
    So fängst du an:
    Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Man zählt die Zeilen, die eine Figur spricht, und vergleicht sie mit den anderen.
    3. Also: Redeanteil
    Ergebnis:
    Redeanteil
  2. ●5
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Welche Figur hat in dieser Szene das letzte Wort?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Die letzte Figurenrede lautet „Noch mal von vorn. Mit Gitarre.“
    3. Also: Jonas
    Ergebnis:
    Jonas
  3. ★6
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Woran zeigt sich, dass Max vor Jonas nachgibt?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Auf die Frage nach dem Gründer sagt er nur „Du.“
    3. Also: Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
    Ergebnis:
    Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.

3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

EntdeckenFrage

Was ist eine Figurenkonstellation, und woran erkennst du das im Text?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Die Beziehungen der Figuren zueinander: Freund, Gegner, Verbündeter. Man stellt sie als Schema dar.

MerkenRegieanweisung

Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.

BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben

Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //

SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)

Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.

Was zeigt die Regieanweisung „außer Atem“?
Schritt für Schritt
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Er kommt schnell herein und fragt sofort, ohne Gruß.
  3. Also: Samir ist gerannt und hat es eilig.
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Er kommt schnell herein und fragt sofort, ohne Gruß.
  3. Also: Samir ist gerannt und hat es eilig.
Ergebnis:
Samir ist gerannt und hat es eilig.

AchtungLesen: Vorwissen statt Text

So nicht
Der Text nennt die Ursache nicht. Antwort: Wegen der Wirtschaftskrise. (aus dem Kopf)
So richtig
Auf die Zeile zeigen. Steht sie nicht da, lautet die Antwort: Das sagt der Text nicht.

Zeig die Zeile. Was nicht im Text steht, zählt bei dieser Frage nicht.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Wo steht im Textbuch der Ort einer Szene?
    So fängst du an:
    Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Ort, Zeit und Figuren nennt meist die erste Regieanweisung einer Szene.
    3. Also: in der Regieanweisung am Anfang
    Ergebnis:
    in der Regieanweisung am Anfang
  2. ●8
    Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Was zeigt „(Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.)“?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Weglegen und wieder Nehmen: Die Geste zeigt ihren inneren Streit.
    3. Also: Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen.
    Ergebnis:
    Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen.
  3. ★9
    Warum schreiben Autorinnen oft nur wenige Regieanweisungen?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Wenige Anweisungen lassen Spielraum für die Inszenierung.
    3. Also: Damit die Regie und die Spieler selbst deuten können
    Ergebnis:
    Damit die Regie und die Spieler selbst deuten können

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Welche Figur spricht als Erste?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Nach der Regieanweisung beginnt der Sohn an der Tür.
    3. Also: Noah
    Ergebnis:
    Noah
  2. ●11
    Die Wahl:
    Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

    MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
    LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
    MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
    LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
    MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
    LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
    (Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

    Was wirft Lina Marc mit ihrem letzten Satz vor?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt.“
    3. Also: Er hat über ihren Kopf hinweg entschieden.
    Ergebnis:
    Er hat über ihren Kopf hinweg entschieden.
  3. ●12
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Auf wessen Seite steht Max zuerst?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. „Lass sie doch“ – der Schlagzeuger bittet für die Neue.
    3. Also: auf Elifs Seite
    Ergebnis:
    auf Elifs Seite
  4. ●13
    Welche Regieanweisung ist für die Bühne zu ungenau?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Eine Regieanweisung sagt, was man sieht oder hört. Irgendwie komisch kann keiner spielen.
    3. Also: (ist irgendwie komisch)
    Ergebnis:
    (ist irgendwie komisch)
  5. ●14
    Nach der Stunde:
    Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //

    JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
    FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
    JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
    FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
    JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
    FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
    (JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)

    Worin besteht der Konflikt zu Beginn?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Die Regel der Schule steht gegen die Sorge um einen Menschen.
    3. Also: Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
    Ergebnis:
    Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
  6. ●15
    Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Warum glaubt die Mutter Tim nicht?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Ich war hier. Die ganze Zeit.“ Sein Klingeln kann nicht stimmen.
    3. Also: Sie war die ganze Zeit zu Hause und hat kein Klingeln gehört.
    Ergebnis:
    Sie war die ganze Zeit zu Hause und hat kein Klingeln gehört.

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Eine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Figurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Regieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

AchtungLesen: Wörter abgeglichen statt Sinn

So nicht
Frage: Warum wurde das Dorf verlassen? Antwort: Das Dorf wurde verlassen. (Wörter der Frage abgeschrieben)
So richtig
Die Frage in eigenen Worten sagen, dann die Stelle suchen, die einen Grund nennt: … weil die Quelle versiegte.

Sag die Frage mit eigenen Worten, dann such die Stelle.

AchtungLesen: Bezug im Text verwechselt

So nicht
Lena bat Jana um Hilfe. Sie lehnte ab. Wer lehnte ab? Lena.
So richtig
„Sie“ verweist auf die Person, die gefragt wurde: Jana lehnte ab. Das Verweiswort bis zum Nomen zurückverfolgen.

Verfolge das Verweiswort bis zu seinem Nomen: Wer ist gemeint?

AchtungLesen: mehr als der Text sagt

So nicht
Text: Einige Schüler nutzen die Bibliothek. Antwort: Alle Schüler nutzen sie.
So richtig
Einige, nicht alle. Mengenwörter in Text und Antwort vergleichen: Die Antwort darf nicht mehr behaupten als der Text.

Vergleiche die Mengenwörter in Text und Antwort: alle, viele, manche.

AchtungLesen: zwischen den Zeilen nicht gelesen

So nicht
Paul schaut zum dritten Mal auf die Uhr. Wie fühlt er sich? Das steht nicht im Text.
So richtig
Er ist ungeduldig oder nervös: Wer ständig auf die Uhr sieht, wartet. Der Hinweis steht im Text, die Deutung liefert man dazu.

Such das Wort im Text, das es verrät, und lies den Satz davor.

AchtungForm des Textes verwechselt

So nicht
Regieanweisung: „Ach, wie schwer ist mir ums Herz!“
So richtig
Das spricht die Figur, es ist Figurenrede. Eine Regieanweisung beschreibt Handeln und Raum: Sie sinkt auf einen Stuhl.

Wird der Satz gesprochen, oder beschreibt er, was man sieht?

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

    16
    Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
    MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
    Du bist ein herzlich guter Mann, /
    Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //

    FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
    Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
    Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

    Worin liegt der Konflikt dieser Szene?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.
  2. Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

    17
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Wer spricht in der Szene am meisten?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Leos Mutter
  3. Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

    18
    Wo steht im Textbuch der Ort einer Szene?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    in der Regieanweisung am Anfang

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Was unterscheidet ein Drama von einer Erzählung?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

Die Figuren sprechen selbst, kein Erzähler vermittelt. Regieanweisungen beschreiben Raum und Handeln.

Lösungen

  1. Marc hat für Lina mitgeplant, ohne sie zu fragen.
  2. Haupttext
  3. Konflikt
  4. Redeanteil
  5. Jonas
  6. Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
  7. in der Regieanweisung am Anfang
  8. Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen.
  9. Damit die Regie und die Spieler selbst deuten können
  10. Noah
  11. Er hat über ihren Kopf hinweg entschieden.
  12. auf Elifs Seite
  13. (ist irgendwie komisch)
  14. Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
  15. Sie war die ganze Zeit zu Hause und hat kein Klingeln gehört.
  16. Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.
  17. Leos Mutter
  18. in der Regieanweisung am Anfang
  19. Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
  20. zwei
  21. Frau Berg erzählt: „Das Spiel beginnt jetzt.“
  22. Lena meint: „Ich komme gleich.“