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Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel

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Drama und szenisches Spiel

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.

  1. ●19
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen.“
    3. Also: einzeln und langsam, als würde er sie zählen
    Ergebnis:
    einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  2. ●20
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie reagiert der Mann auf die Hilfe?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts.“ Geseufzt hat jemand anderes.
    3. Also: Er nickt und sagt nichts.
    Ergebnis:
    Er nickt und sagt nichts.

ÜbenWeißt du das noch?

Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.

  1. ●21
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Jonas fragt Kommst du mit
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Jonas fragt: „Kommst du mit?“
    Ergebnis:
    Jonas fragt: „Kommst du mit?“
  2. ●22
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Ali fragt Wer hat gewonnen
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Ali fragt: „Wer hat gewonnen?“
    Ergebnis:
    Ali fragt: „Wer hat gewonnen?“

1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

MerkenEine Szene deuten

Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.

Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.

BeispielSzene, Konflikt und Figuren

Wie heißt das Selbstgespräch einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?
Schritt für Schritt
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Spricht eine Figur allein mit sich, ist das ein Monolog.
  3. Also: Monolog
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Spricht eine Figur allein mit sich, ist das ein Monolog.
  3. Also: Monolog
Ergebnis:
Monolog

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Was zeigt es, dass der Vater „Eine Vier.“ wiederholt?
    So fängst du an:
    Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Er sagt es nach und schweigt, bevor er an das letzte Jahr erinnert.
    3. Also: Er ist enttäuscht und denkt nach.
    Ergebnis:
    Er ist enttäuscht und denkt nach.
  2. ●2
    Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Wie nennt man die Rede einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Jana ist allein und spricht zu sich selbst.
    3. Also: Monolog
    Ergebnis:
    Monolog
  3. ★3
    Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Welche zwei Stimmen streiten in Bens Kopf?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Er zitiert den Onkel, dann denkt er an die Nachbarin.
    3. Also: die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
    Ergebnis:
    die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin

2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

MerkenFigurenkonstellation

Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?

Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.

BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort

Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

Welche Figur hat in dieser Szene das letzte Wort?
Schritt für Schritt
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. Die letzte Figurenrede lautet „Noch mal von vorn. Mit Gitarre.“
  3. Also: Jonas
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. Die letzte Figurenrede lautet „Noch mal von vorn. Mit Gitarre.“
  3. Also: Jonas
Ergebnis:
Jonas

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Woran zeigt sich, dass Max vor Jonas nachgibt?
    So fängst du an:
    Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Auf die Frage nach dem Gründer sagt er nur „Du.“
    3. Also: Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
    Ergebnis:
    Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
  2. ●5
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Wer hat in diesem Gespräch die Macht?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. „Ich habe Leo gefragt.“ Sie lässt sich das Gespräch nicht aus der Hand nehmen.
    3. Also: die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
    Ergebnis:
    die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
  3. ★6
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Warum behält Jonas das letzte Wort, obwohl er nachgibt?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Er gibt nach, aber er gibt den Einsatz. Der Rang bleibt bei ihm.
    3. Also: So bleibt er der, der entscheidet, wann gespielt wird.
    Ergebnis:
    So bleibt er der, der entscheidet, wann gespielt wird.

3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

MerkenRegieanweisung

Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.

BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben

Die Wahl:
Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
(Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

Welcher Satz ist eine Regieanweisung?
Schritt für Schritt
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Regieanweisungen sagen, was man sieht. Sie stehen in Klammern und werden nicht gesprochen.
  3. Also: (sieht auf den Boden)
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Regieanweisungen sagen, was man sieht. Sie stehen in Klammern und werden nicht gesprochen.
  3. Also: (sieht auf den Boden)
Ergebnis:
(sieht auf den Boden)

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Welche Regieanweisung zeigt, dass Jana ihren Entschluss umsetzt?
    So fängst du an:
    Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Erst tippt sie und hält inne. Nach „dann nie“ wählt sie wirklich.
    3. Also: (Sie wählt.)
    Ergebnis:
    (Sie wählt.)
  2. ●8
    Welche Regieanweisung ist für die Bühne zu ungenau?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Eine Regieanweisung sagt, was man sieht oder hört. Irgendwie komisch kann keiner spielen.
    3. Also: (ist irgendwie komisch)
    Ergebnis:
    (ist irgendwie komisch)
  3. ★9
    Warum schreiben Autorinnen oft nur wenige Regieanweisungen?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Wenige Anweisungen lassen Spielraum für die Inszenierung.
    3. Also: Damit die Regie und die Spieler selbst deuten können
    Ergebnis:
    Damit die Regie und die Spieler selbst deuten können

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Welche Figur spricht als Erste?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Nach der Regieanweisung beginnt der Sohn an der Tür.
    3. Also: Noah
    Ergebnis:
    Noah
  2. ●11
    Die Einladung:
    Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //

    IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
    HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
    IRINA: Ja. Warum? /
    HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
    IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
    HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
    IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
    (IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)

    Wer redet laut Hanna über sie?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. Hanna fragt nach Lotta und sagt dann: „Weil sie über mich redet.“
    3. Also: Lotta
    Ergebnis:
    Lotta
  3. ●12
    Wie heißt ein Schaubild, das zeigt, wie die Figuren zueinander stehen?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Kreise für die Figuren, Pfeile für ihre Beziehungen: So sieht man, wer zu wem steht.
    3. Also: Figurenkonstellation
    Ergebnis:
    Figurenkonstellation
  4. ●13
    Die Einladung:
    Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //

    IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
    HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
    IRINA: Ja. Warum? /
    HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
    IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
    HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
    IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
    (IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)

    Wie verändert Irina die Lage?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. „Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen.“
    3. Also: Sie erzählt, dass es Lotta leidtut.
    Ergebnis:
    Sie erzählt, dass es Lotta leidtut.
  5. ●14
    Nach der Stunde:
    Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //

    JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
    FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
    JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
    FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
    JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
    FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
    (JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)

    Wann soll Jonas sein Handy eigentlich zurückbekommen?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „Bekommst du nach der sechsten Stunde.“
    3. Also: nach der sechsten Stunde
    Ergebnis:
    nach der sechsten Stunde
  6. ●15
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Wer hat das letzte Wort?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. „Das besprechen wir jetzt zu dritt.“ beendet das Gespräch.
    3. Also: die Schulleiterin
    Ergebnis:
    die Schulleiterin

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Eine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Figurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Regieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

    16
    Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Was zeigt der Monolog, was ein Dialog nicht zeigen könnte?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
  2. Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

    17
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Wer hat in diesem Gespräch die Macht?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
  3. Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

    18
    Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Welche Regieanweisung gehört zur Mutter?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    (schiebt den Schlüssel über den Tisch)

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. Er ist enttäuscht und denkt nach.
  2. Monolog
  3. die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
  4. Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
  5. die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
  6. So bleibt er der, der entscheidet, wann gespielt wird.
  7. (Sie wählt.)
  8. (ist irgendwie komisch)
  9. Damit die Regie und die Spieler selbst deuten können
  10. Noah
  11. Lotta
  12. Figurenkonstellation
  13. Sie erzählt, dass es Lotta leidtut.
  14. nach der sechsten Stunde
  15. die Schulleiterin
  16. Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
  17. die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
  18. (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
  19. einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  20. Er nickt und sagt nichts.
  21. Jonas fragt: „Kommst du mit?“
  22. Ali fragt: „Wer hat gewonnen?“