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Deutsch · Klasse 7 und 8 · Kapitel

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Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Präsens und Perfekt sicher bilden: Die Inhaltsangabe steht im Präsens, was vorher geschah, im Perfekt.

  1. ●19
    Wie heißt der Satz im Perfekt?
    Lena kauft Brot.
    Lösung zeigen
    1. Perfekt: Hilfsverb haben oder sein in der Gegenwart und das Partizip am Ende.
    2. Bei „kaufen“: haben … gekauft.
    3. Also: Lena hat Brot gekauft.
    Ergebnis:
    Lena hat Brot gekauft.
  2. ●20
    Wie heißt der Satz im Präteritum?
    Unsere Lehrerin baut eine Burg.
    Lösung zeigen
    1. Präteritum: Nur ein Verb in der Vergangenheitsform.
    2. Bei „bauen“: baute.
    3. Also: Unsere Lehrerin baute eine Burg.
    Ergebnis:
    Unsere Lehrerin baute eine Burg.

ÜbenWeißt du das noch?

Die kleinen Wörter lesen: weil, deshalb, obwohl verbinden Ursache und Folge.

  1. ●21
    Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
    Er kommt bald, denn er hat Hunger.
    Lösung zeigen
    1. Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
    2. Probe: Es steht für ein Nomen oder eine Person: er für den Hund, sie für Mia.
    3. Also: „er“ ist ein Pronomen.
    Ergebnis:
    Pronomen
  2. ●22
    Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
    Tom und Lena lesen gern.
    Lösung zeigen
    1. Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
    2. Probe: Es verbindet Wörter oder Sätze: und, oder, aber, weil, obwohl, ob.
    3. Also: „und“ ist eine Konjunktion.
    Ergebnis:
    Konjunktion

1Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.

MerkenAufbau der Kurzgeschichte

Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.

Der Erzähler ist nicht der Autor: Er sagt ich oder erzählt in der Er-Form.

BeispielKurzgeschichte: Aufbau, Wendepunkt, Erzähler

Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

Wie beginnt die Geschichte?
Schritt für Schritt
  1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
  2. Der erste Satz setzt im Bus ein. Wer Selin ist, erfährt man nicht.
  3. Also: Unvermittelt, mitten im Geschehen im Bus
  1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
  2. Der erste Satz setzt im Bus ein. Wer Selin ist, erfährt man nicht.
  3. Also: Unvermittelt, mitten im Geschehen im Bus
Ergebnis:
Unvermittelt, mitten im Geschehen im Bus

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Wer erzählt diese Geschichte?
    So fängst du an:
    Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Erzählt wird von Leon in der Er-Form: „Leon trat nicht näher.“
    3. Also: Er-Erzähler
    Ergebnis:
    Er-Erzähler
  2. ●2
    Der letzte Karton:
    Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //

    „Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //

    Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //

    Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.

    Warum passt das Wort ZERBRECHLICH zu Milas Lage?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Das Wort gilt für den Karton und passt zugleich zu ihr.
    3. Also: Nicht nur der Inhalt, auch Milas Abschied ist empfindlich.
    Ergebnis:
    Nicht nur der Inhalt, auch Milas Abschied ist empfindlich.
  3. ★3
    Der Pokal:
    Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //

    So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //

    Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //

    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.

    Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.

    Welcher Satz ist der Wendepunkt?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Bis dahin schweigt die Person. Jetzt handelt sie.
    3. Also: Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion.
    Ergebnis:
    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion.

2Ich kann Figuren aus dem Text belegen.

MerkenFiguren belegen

Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.

Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.

BeispielFiguren am Text belegen

Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
Schritt für Schritt
  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
  3. Also: steif und kalt
  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
  3. Also: steif und kalt
Ergebnis:
steif und kalt

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?
    So fängst du an:
    Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war.“
    3. Also: Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
    Ergebnis:
    Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
  2. ●5
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen.“
    3. Also: einzeln und langsam, als würde er sie zählen
    Ergebnis:
    einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  3. ★6
    Die Nachricht:
    Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

    Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

    Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

    Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

    Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

    Welche Stelle zeigt, dass Selin sich Sorgen macht?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. Beim Warten erinnert sie sich an die Party und an das umgefallene Glas.
    3. Also: Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
    Ergebnis:
    Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.

3Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.

MerkenInhaltsangabe

Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.

Dann die wichtigsten Schritte der Handlung der Reihe nach, im Präsens, Vorzeitiges im Perfekt. Eigene Worte, keine wörtliche Rede, keine Wertung.

BeispielInhaltsangabe mit der Checkliste prüfen

Welcher Einleitungssatz erfüllt die Checkliste?
Schritt für Schritt
  1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
  2. Titel, Autor, Textsorte und Thema in einem Satz, ohne Wertung.
  3. Also: In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg.
  1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
  2. Titel, Autor, Textsorte und Thema in einem Satz, ohne Wertung.
  3. Also: In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg.
Ergebnis:
In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Was gehört in den Hauptteil einer Inhaltsangabe?
    So fängst du an:
    Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Der Hauptteil gibt die Handlung knapp und der Reihe nach wieder.
    3. Also: die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
    Ergebnis:
    die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
  2. ●8
    Aus einer Inhaltsangabe: „Als der Mann die Flasche nicht loswird, hilft ihm eine junge Person.“ Welches Merkmal zeigt der Satz?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. wird und hilft stehen im Präsens. Der Satz fasst mit eigenen Worten zusammen.
    3. Also: Präsens und eigene Worte
    Ergebnis:
    Präsens und eigene Worte
  3. ★9
    Eine Inhaltsangabe ist 400 Wörter lang, die Geschichte 150. Welcher Punkt ist nicht erfüllt?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Eine Inhaltsangabe ist deutlich kürzer als der Text. Sie nennt nur die Hauptschritte.
    3. Also: Beschränkung auf das Wichtige
    Ergebnis:
    Beschränkung auf das Wichtige

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Stillstand:
    Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //

    Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //

    Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //

    Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //

    Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.

    Wie beginnt die Geschichte?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Der erste Satz setzt mitten in der Panne ein, ohne Einleitung.
    3. Also: unvermittelt, als der Aufzug schon steht
    Ergebnis:
    unvermittelt, als der Aufzug schon steht
  2. ●11
    Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Welche Farben hat der Schal?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei.“
    3. Also: gelb und grün gestreift
    Ergebnis:
    gelb und grün gestreift
  3. ●12
    Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Welche Seite der Katze zeigt der letzte Satz?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
    3. Also: Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
    Ergebnis:
    Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
  4. ●13
    Welche vier Angaben gehören in den Einleitungssatz?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Der Einleitungssatz stellt den Text vor. Meinung und Schluss gehören nicht hinein.
    3. Also: Titel, Autor, Textsorte und Thema
    Ergebnis:
    Titel, Autor, Textsorte und Thema
  5. ●14
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wodurch kommt es am Ende zum Sturz?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. „Brücke dreht sich um!“ Noch während der Drehung stürzt sie.
    3. Also: Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann.
    Ergebnis:
    Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann.
  6. ●15
    Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Warum legt die erzählende Person den Schal zuerst ganz unten in den Schrank?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. Später stopft sie ihn vor dem Bus in den Rucksack. Niemand soll ihn sehen.
    3. Also: Sie will nicht mit ihm gesehen werden.
    Ergebnis:
    Sie will nicht mit ihm gesehen werden.

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Aufbau der Kurzgeschichte
Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
Figuren belegen
Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
Inhaltsangabe
Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.

    16
    Der letzte Karton:
    Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //

    „Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //

    Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //

    Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.

    Warum passt das Wort ZERBRECHLICH zu Milas Lage?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Nicht nur der Inhalt, auch Milas Abschied ist empfindlich.
  2. Ich kann Figuren aus dem Text belegen.

    17
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie reagiert der Mann auf die Hilfe?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Er nickt und sagt nichts.
  3. Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.

    18
    Was gehört in den Hauptteil einer Inhaltsangabe?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Wörter

Wendepunkt
wo die Kurve die Krümmung wechselt

Lösungen

  1. Er-Erzähler
  2. Nicht nur der Inhalt, auch Milas Abschied ist empfindlich.
  3. Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion.
  4. Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
  5. einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  6. Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
  7. die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
  8. Präsens und eigene Worte
  9. Beschränkung auf das Wichtige
  10. unvermittelt, als der Aufzug schon steht
  11. gelb und grün gestreift
  12. Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
  13. Titel, Autor, Textsorte und Thema
  14. Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann.
  15. Sie will nicht mit ihm gesehen werden.
  16. Nicht nur der Inhalt, auch Milas Abschied ist empfindlich.
  17. Er nickt und sagt nichts.
  18. die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
  19. Lena hat Brot gekauft.
  20. Unsere Lehrerin baute eine Burg.
  21. Pronomen
  22. Konjunktion