Deutsch · Klasse 7 und 8 · Kapitel
Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Präsens und Perfekt sicher bilden: Die Inhaltsangabe steht im Präsens, was vorher geschah, im Perfekt.
- ●19Wie heißt der Satz im Präteritum?
Elif fliegt nach Rom.Lösung zeigen
- Präteritum: Nur ein Verb in der Vergangenheitsform.
- Bei „fliegen“: flog.
- Also: Elif flog nach Rom.
Ergebnis:Elif flog nach Rom. - ●20Wie heißt der Satz im Perfekt?
Unsere Lehrerin lernt Vokabeln.Lösung zeigen
- Perfekt: Hilfsverb haben oder sein in der Gegenwart und das Partizip am Ende.
- Bei „lernen“: haben … gelernt.
- Also: Unsere Lehrerin hat Vokabeln gelernt.
Ergebnis:Unsere Lehrerin hat Vokabeln gelernt.
ÜbenWeißt du das noch?
Die kleinen Wörter lesen: weil, deshalb, obwohl verbinden Ursache und Folge.
- ●21Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
Seit dem Sommer wohnt sie hier.Lösung zeigen
- Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
- Probe: Es steht für ein Nomen oder eine Person: er für den Hund, sie für Mia.
- Also: „sie“ ist ein Pronomen.
Ergebnis:Pronomen - ●22Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
Tom und Lena lesen gern.Lösung zeigen
- Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
- Probe: Es verbindet Wörter oder Sätze: und, oder, aber, weil, obwohl, ob.
- Also: „und“ ist eine Konjunktion.
Ergebnis:Konjunktion
1Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.
MerkenAufbau der Kurzgeschichte
Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
Der Erzähler ist nicht der Autor: Er sagt ich oder erzählt in der Er-Form.
BeispielKurzgeschichte: Aufbau, Wendepunkt, Erzähler
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Wie heißt der Satz, der am Ende die Lehre ausspricht?
Schritt für Schritt
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Kalendergeschichten enden oft mit einem Merksatz, der die Lehre nennt.
- Also: Merksatz
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Kalendergeschichten enden oft mit einem Merksatz, der die Lehre nennt.
- Also: Merksatz
ÜbenJetzt du
- ○1Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Welcher Satz ist der Wendepunkt?So fängst du an:Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Mit der Frage greift die Person ein. Vorher hat sie nur zugesehen.
- Also: „Darf ich mal?“, fragte ich.
Ergebnis:„Darf ich mal?“, fragte ich. - ●2Kleine Fabel – Franz Kafka:
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Wo liegt der Wendepunkt der Fabel?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Erst im letzten Satz tritt die Katze auf. Dort kippt die Lage.
- Also: Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst
Ergebnis:Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst - ★3Stillstand:
Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //
Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //
Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //
Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //
Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.
An welcher Stelle ändert sich die Lage zwischen den beiden?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Vorher stehen zwei Fremde da. Danach reden sie miteinander.
- Also: als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt
Ergebnis:als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt
2Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
MerkenFiguren belegen
Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.
BeispielFiguren am Text belegen
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Was tut Selin mit dem Link?
Schritt für Schritt
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Selin tippte nicht darauf.“ Später: „Sie öffnete den Link trotzdem nicht.“
- Also: Sie öffnet ihn nicht.
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Selin tippte nicht darauf.“ Später: „Sie öffnete den Link trotzdem nicht.“
- Also: Sie öffnet ihn nicht.
ÜbenJetzt du
- ○4Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was verrät das Verhalten des Vaters?So fängst du an:Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Er steigt ab, steigt auf, geht zu Fuß – immer nach dem Wort eines Fremden.
- Also: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
Ergebnis:Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel. - ●5Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen.“
- Also: einzeln und langsam, als würde er sie zählen
Ergebnis:einzeln und langsam, als würde er sie zählen - ★6Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Warum sagt die Person „Darf ich mal?“ und nicht mehr?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Die Hilfe ist kurz und leise. Beide sagen danach nichts.
- Also: Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
Ergebnis:Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
3Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.
MerkenInhaltsangabe
Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.
Dann die wichtigsten Schritte der Handlung der Reihe nach, im Präsens, Vorzeitiges im Perfekt. Eigene Worte, keine wörtliche Rede, keine Wertung.
BeispielInhaltsangabe mit der Checkliste prüfen
Schritt für Schritt
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Die Inhaltsangabe steht im Präsens, auch wenn die Geschichte im Präteritum erzählt.
- Also: Präsens
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Die Inhaltsangabe steht im Präsens, auch wenn die Geschichte im Präteritum erzählt.
- Also: Präsens
ÜbenJetzt du
- ○7Aus einer Inhaltsangabe: „Als der Mann die Flasche nicht loswird, hilft ihm eine junge Person.“ Welches Merkmal zeigt der Satz?So fängst du an:Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- wird und hilft stehen im Präsens. Der Satz fasst mit eigenen Worten zusammen.
- Also: Präsens und eigene Worte
Ergebnis:Präsens und eigene Worte - ●8„Die letzte Flasche“ wird mit ich erzählt. Wie nennst du diese Figur in der Inhaltsangabe?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Die Inhaltsangabe erzählt nicht mit. Sie berichtet über alle Figuren in der dritten Person.
- Also: in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
Ergebnis:in der dritten Person, etwa als die erzählende Person - ★9Aus einer Inhaltsangabe: „Die arme Maus tut einem richtig leid.“ Welcher Punkt ist nicht erfüllt?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- arm und richtig leid sind Gefühle der Leserin. Die Inhaltsangabe bleibt sachlich.
- Also: keine Wertung
Ergebnis:keine Wertung
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum erzählt der Text so genau, wie Leon den Speiseplan liest?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Montag Nudeln, Dienstag Suppe, dreimal gelesen: Der Text dehnt das Warten.
- Also: So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.
Ergebnis:So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend. - ●11An der Tafel:
Frau Okafor schrieb die Aufgabe an die Tafel. Dann sah sie in die Klasse. „Wer rechnet sie vor?“ //
Ich wusste die Lösung. Ich hatte sie schon im Heft, sauber unterstrichen. Aber meine Hand blieb auf dem Tisch liegen, als wäre sie festgeklebt. //
Nele meldete sich. Sie ging nach vorn, rechnete, strich durch, rechnete neu. Am Ende stimmte es nicht. Ein paar lachten leise. //
„Danke, Nele“, sagte Frau Okafor. „Der Fehler bringt uns weiter. Wo ist er?“ //
Ich sah auf mein Heft. Dann hob ich die Hand.
Was tun einige, als Neles Ergebnis nicht stimmt?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
- „Am Ende stimmte es nicht. Ein paar lachten leise.“
- Also: Sie lachen leise.
Ergebnis:Sie lachen leise. - ●12Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Was verraten die Nachrichten von Jonas über ihn?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Alle lachen darüber.“ Später: „Das Foto von Mehmet ist das beste.“
- Also: Er lacht mit den anderen über die Fotos.
Ergebnis:Er lacht mit den anderen über die Fotos. - ●13Eine Inhaltsangabe ist 400 Wörter lang, die Geschichte 150. Welcher Punkt ist nicht erfüllt?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Eine Inhaltsangabe ist deutlich kürzer als der Text. Sie nennt nur die Hauptschritte.
- Also: Beschränkung auf das Wichtige
Ergebnis:Beschränkung auf das Wichtige - ●14An der Tafel:
Frau Okafor schrieb die Aufgabe an die Tafel. Dann sah sie in die Klasse. „Wer rechnet sie vor?“ //
Ich wusste die Lösung. Ich hatte sie schon im Heft, sauber unterstrichen. Aber meine Hand blieb auf dem Tisch liegen, als wäre sie festgeklebt. //
Nele meldete sich. Sie ging nach vorn, rechnete, strich durch, rechnete neu. Am Ende stimmte es nicht. Ein paar lachten leise. //
„Danke, Nele“, sagte Frau Okafor. „Der Fehler bringt uns weiter. Wo ist er?“ //
Ich sah auf mein Heft. Dann hob ich die Hand.
Warum erzählt der Text so genau, wie Nele rechnet und durchstreicht?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Sie versucht es vorn, vor allen, und gibt nicht gleich auf.
- Also: Man sieht, wie mutig Nele ist, obwohl es schiefgeht.
Ergebnis:Man sieht, wie mutig Nele ist, obwohl es schiefgeht. - ●15Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum liest Leon den Speiseplan dreimal?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Er tut nur so, als lese er, und kennt den Plan schon auswendig.
- Also: Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
Ergebnis:Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Aufbau der Kurzgeschichte
- Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
- Figuren belegen
- Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
- Inhaltsangabe
- Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.
16Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wer erzählt diese Geschichte?Lösung zeigen
Ergebnis:Ich-ErzählerIch kann Figuren aus dem Text belegen.
17Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?Lösung zeigen
Ergebnis:steif und kaltIch kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.
18Eine Inhaltsangabe ist 400 Wörter lang, die Geschichte 150. Welcher Punkt ist nicht erfüllt?Lösung zeigen
Ergebnis:Beschränkung auf das Wichtige
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Wendepunkt
- wo die Kurve die Krümmung wechselt
Lösungen
- „Darf ich mal?“, fragte ich.
- Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst
- als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt
- Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- einzeln und langsam, als würde er sie zählen
- Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
- Präsens und eigene Worte
- in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
- keine Wertung
- So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.
- Sie lachen leise.
- Er lacht mit den anderen über die Fotos.
- Beschränkung auf das Wichtige
- Man sieht, wie mutig Nele ist, obwohl es schiefgeht.
- Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
- Ich-Erzähler
- steif und kalt
- Beschränkung auf das Wichtige
- Elif flog nach Rom.
- Unsere Lehrerin hat Vokabeln gelernt.
- Pronomen
- Konjunktion