Deutsch · Klasse 7 und 8 · Kapitel
Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Präsens und Perfekt sicher bilden: Die Inhaltsangabe steht im Präsens, was vorher geschah, im Perfekt.
- ●19Wie heißt der Satz im Perfekt?
Lena lernt Vokabeln.Lösung zeigen
- Perfekt: Hilfsverb haben oder sein in der Gegenwart und das Partizip am Ende.
- Bei „lernen“: haben … gelernt.
- Also: Lena hat Vokabeln gelernt.
Ergebnis:Lena hat Vokabeln gelernt. - ●20Wie heißt der Satz im Perfekt?
Oma hilft der Nachbarin.Lösung zeigen
- Perfekt: Hilfsverb haben oder sein in der Gegenwart und das Partizip am Ende.
- Bei „helfen“: haben … geholfen.
- Also: Oma hat der Nachbarin geholfen.
Ergebnis:Oma hat der Nachbarin geholfen.
ÜbenWeißt du das noch?
Die kleinen Wörter lesen: weil, deshalb, obwohl verbinden Ursache und Folge.
- ●21Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
Ich frage dich, ob du mitkommst.Lösung zeigen
- Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
- Probe: Es steht für ein Nomen oder eine Person: er für den Hund, sie für Mia.
- Also: „dich“ ist ein Pronomen.
Ergebnis:Pronomen - ●22Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
Lena ist müde, denn sie hat schlecht geschlafen.Lösung zeigen
- Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
- Probe: Es verbindet Wörter oder Sätze: und, oder, aber, weil, obwohl, ob.
- Also: „denn“ ist eine Konjunktion.
Ergebnis:Konjunktion
1Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.
MerkenAufbau der Kurzgeschichte
Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
Der Erzähler ist nicht der Autor: Er sagt ich oder erzählt in der Er-Form.
BeispielKurzgeschichte: Aufbau, Wendepunkt, Erzähler
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Wer erzählt diese Geschichte?
Schritt für Schritt
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Erzählt wird von Leon in der Er-Form: „Leon trat nicht näher.“
- Also: Er-Erzähler
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Erzählt wird von Leon in der Er-Form: „Leon trat nicht näher.“
- Also: Er-Erzähler
ÜbenJetzt du
- ○1Stillstand:
Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //
Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //
Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //
Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //
Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.
An welcher Stelle ändert sich die Lage zwischen den beiden?So fängst du an:Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Vorher stehen zwei Fremde da. Danach reden sie miteinander.
- Also: als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt
Ergebnis:als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt - ●2Der Schal:
Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //
Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //
An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //
Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.
Welcher Satz ist der Wendepunkt?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Ab hier schämt sich die Person nicht mehr, sie wird bewundert.
- Also: „So einen will ich auch.“
Ergebnis:„So einen will ich auch.“ - ★3Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Welcher Satz ist der Wendepunkt?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Mit der Frage greift die Person ein. Vorher hat sie nur zugesehen.
- Also: „Darf ich mal?“, fragte ich.
Ergebnis:„Darf ich mal?“, fragte ich.
2Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
MerkenFiguren belegen
Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.
BeispielFiguren am Text belegen
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?
Schritt für Schritt
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war.“
- Also: Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war.“
- Also: Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
ÜbenJetzt du
- ○4Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was verrät das Verhalten des Vaters?So fängst du an:Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Er steigt ab, steigt auf, geht zu Fuß – immer nach dem Wort eines Fremden.
- Also: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
Ergebnis:Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel. - ●5Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Was verraten die Nachrichten von Jonas über ihn?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Alle lachen darüber.“ Später: „Das Foto von Mehmet ist das beste.“
- Also: Er lacht mit den anderen über die Fotos.
Ergebnis:Er lacht mit den anderen über die Fotos. - ★6Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Warum sagt die Person „Darf ich mal?“ und nicht mehr?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Die Hilfe ist kurz und leise. Beide sagen danach nichts.
- Also: Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
Ergebnis:Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
3Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.
MerkenInhaltsangabe
Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.
Dann die wichtigsten Schritte der Handlung der Reihe nach, im Präsens, Vorzeitiges im Perfekt. Eigene Worte, keine wörtliche Rede, keine Wertung.
BeispielInhaltsangabe mit der Checkliste prüfen
Schritt für Schritt
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Die Inhaltsangabe erzählt nicht mit. Sie berichtet über alle Figuren in der dritten Person.
- Also: in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Die Inhaltsangabe erzählt nicht mit. Sie berichtet über alle Figuren in der dritten Person.
- Also: in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
ÜbenJetzt du
- ○7In welcher Zeitform steht eine Inhaltsangabe?So fängst du an:Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Die Inhaltsangabe steht im Präsens, auch wenn die Geschichte im Präteritum erzählt.
- Also: Präsens
Ergebnis:Präsens - ●8Welcher Einleitungssatz erfüllt die Checkliste?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Titel, Autor, Textsorte und Thema in einem Satz, ohne Wertung.
- Also: In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg.
Ergebnis:In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg. - ★9Welche vier Angaben gehören in den Einleitungssatz?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Der Einleitungssatz stellt den Text vor. Meinung und Schluss gehören nicht hinein.
- Also: Titel, Autor, Textsorte und Thema
Ergebnis:Titel, Autor, Textsorte und Thema
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Wie ist die Geschichte gebaut?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Jedes Mal kommt ein Wanderer, tadelt, und die beiden ändern etwas.
- Also: Viermal dasselbe Muster, jedes Mal etwas verrückter
Ergebnis:Viermal dasselbe Muster, jedes Mal etwas verrückter - ●11Der Schal:
Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //
Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //
An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //
Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.
Wer zeigt auf den Schal?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
- „als Jasmin auf meinen Hals zeigte“
- Also: Jasmin
Ergebnis:Jasmin - ●12Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
- Also: steif und kalt
Ergebnis:steif und kalt - ●13Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
„Sie lächelte ihm zu.“ Wer lächelt hier wem zu?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- „Sie“ zeigt auf Frau Brandt, die mit dem Blatt kommt, „ihm“ auf Leon.
- Also: Frau Brandt lächelt Leon zu.
Ergebnis:Frau Brandt lächelt Leon zu. - ●14Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum wartet Leon, bis der Flur leer ist?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Andere jubeln und stöhnen vor allen. Leon tritt erst heran, als niemand mehr da ist.
- Also: Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
Ergebnis:Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen. - ●15Aus einer Inhaltsangabe: „Jonas schreibt: „Alle lachen darüber.““ Welcher Punkt der Checkliste ist nicht erfüllt?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Was eine Figur sagt, wird in eigenen Worten wiedergegeben, ohne Redezeichen.
- Also: keine wörtliche Rede
Ergebnis:keine wörtliche Rede
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Aufbau der Kurzgeschichte
- Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
- Figuren belegen
- Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
- Inhaltsangabe
- Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.
16Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Wie beginnt die Geschichte?Lösung zeigen
Ergebnis:Unvermittelt, mitten im Geschehen im BusIch kann Figuren aus dem Text belegen.
17Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?Lösung zeigen
Ergebnis:einzeln und langsam, als würde er sie zählenIch kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.
18Was gehört in den Hauptteil einer Inhaltsangabe?Lösung zeigen
Ergebnis:die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Wendepunkt
- wo die Kurve die Krümmung wechselt
Lösungen
- als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt
- „So einen will ich auch.“
- „Darf ich mal?“, fragte ich.
- Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- Er lacht mit den anderen über die Fotos.
- Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
- Präsens
- In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg.
- Titel, Autor, Textsorte und Thema
- Viermal dasselbe Muster, jedes Mal etwas verrückter
- Jasmin
- steif und kalt
- Frau Brandt lächelt Leon zu.
- Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
- keine wörtliche Rede
- Unvermittelt, mitten im Geschehen im Bus
- einzeln und langsam, als würde er sie zählen
- die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
- Lena hat Vokabeln gelernt.
- Oma hat der Nachbarin geholfen.
- Pronomen
- Konjunktion