Deutsch · Klasse 7 und 8 und 9 und 10 · Kapitel
Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Präsens und Perfekt sicher bilden: Die Inhaltsangabe steht im Präsens, was vorher geschah, im Perfekt.
- ●19Wie heißt der Satz im Perfekt?
Ali isst einen Apfel.Lösung zeigen
- Perfekt: Hilfsverb haben oder sein in der Gegenwart und das Partizip am Ende.
- Bei „essen“: haben … gegessen.
- Also: Ali hat einen Apfel gegessen.
Ergebnis:Ali hat einen Apfel gegessen. - ●20Wie heißt der Satz im Perfekt?
Oma läuft zur Schule.Lösung zeigen
- Perfekt: Hilfsverb haben oder sein in der Gegenwart und das Partizip am Ende.
- Bei „laufen“: sein … gelaufen.
- Also: Oma ist zur Schule gelaufen.
Ergebnis:Oma ist zur Schule gelaufen.
ÜbenWeißt du das noch?
Die kleinen Wörter lesen: weil, deshalb, obwohl verbinden Ursache und Folge.
- ●21Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
Ich frage dich, ob du mitkommst.Lösung zeigen
- Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
- Probe: Es steht für ein Nomen oder eine Person: er für den Hund, sie für Mia.
- Also: „du“ ist ein Pronomen.
Ergebnis:Pronomen - ●22Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
Durch den Wald führt ein schmaler Weg.Lösung zeigen
- Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
- Probe.
- Also: „Durch“ ist eine Präposition.
Ergebnis:Präposition
1Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.
MerkenAufbau der Kurzgeschichte
Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
Der Erzähler ist nicht der Autor: Er sagt ich oder erzählt in der Er-Form.
BeispielKurzgeschichte: Aufbau, Wendepunkt, Erzähler
Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //
So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //
Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //
Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.
Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.
Wer erzählt diese Geschichte?
Schritt für Schritt
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Die Figur spricht von sich selbst: „ich hatte das dritte Tor geschossen“.
- Also: Ich-Erzähler
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Die Figur spricht von sich selbst: „ich hatte das dritte Tor geschossen“.
- Also: Ich-Erzähler
ÜbenJetzt du
- ○1Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum erzählt der Text so genau, wie Leon den Speiseplan liest?So fängst du an:Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Montag Nudeln, Dienstag Suppe, dreimal gelesen: Der Text dehnt das Warten.
- Also: So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.
Ergebnis:So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend. - ●2Der Pokal:
Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //
So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //
Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //
Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.
Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.
Welcher Satz ist der Wendepunkt?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Bis dahin schweigt die Person. Jetzt handelt sie.
- Also: Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion.
Ergebnis:Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. - ★3Der Pokal:
Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //
So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //
Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //
Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.
Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.
Warum endet die Geschichte mit „Dann nahm sie einen Stift.“?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Was sie schreibt und was Kofi dazu sagt, erfährt man nicht.
- Also: Man ahnt die Korrektur, aber das Ende bleibt offen.
Ergebnis:Man ahnt die Korrektur, aber das Ende bleibt offen.
2Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
MerkenFiguren belegen
Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.
BeispielFiguren am Text belegen
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Welche Seite der Katze zeigt der letzte Satz?
Schritt für Schritt
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
- Also: Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
- Also: Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
ÜbenJetzt du
- ○4Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was verrät das Verhalten des Vaters?So fängst du an:Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Er steigt ab, steigt auf, geht zu Fuß – immer nach dem Wort eines Fremden.
- Also: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
Ergebnis:Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel. - ●5Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war.“
- Also: Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
Ergebnis:Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist. - ★6Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Wie lässt sich Leon am besten beschreiben?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Er tut so, als lese er, wartet abseits und tritt erst zuletzt heran.
- Also: angespannt und zurückhaltend
Ergebnis:angespannt und zurückhaltend
3Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.
MerkenInhaltsangabe
Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.
Dann die wichtigsten Schritte der Handlung der Reihe nach, im Präsens, Vorzeitiges im Perfekt. Eigene Worte, keine wörtliche Rede, keine Wertung.
BeispielInhaltsangabe mit der Checkliste prüfen
Schritt für Schritt
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Der Einleitungssatz stellt den Text vor. Meinung und Schluss gehören nicht hinein.
- Also: Titel, Autor, Textsorte und Thema
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Der Einleitungssatz stellt den Text vor. Meinung und Schluss gehören nicht hinein.
- Also: Titel, Autor, Textsorte und Thema
ÜbenJetzt du
- ○7In welcher Zeitform steht eine Inhaltsangabe?So fängst du an:Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Die Inhaltsangabe steht im Präsens, auch wenn die Geschichte im Präteritum erzählt.
- Also: Präsens
Ergebnis:Präsens - ●8Was gehört in den Hauptteil einer Inhaltsangabe?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Der Hauptteil gibt die Handlung knapp und der Reihe nach wieder.
- Also: die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
Ergebnis:die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge - ★9Aus einer Inhaltsangabe: „Die arme Maus tut einem richtig leid.“ Welcher Punkt ist nicht erfüllt?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- arm und richtig leid sind Gefühle der Leserin. Die Inhaltsangabe bleibt sachlich.
- Also: keine Wertung
Ergebnis:keine Wertung
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Worin hat sich die Brücke festgebissen?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
- „In bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen.“
- Also: in bröckelndem Lehm
Ergebnis:in bröckelndem Lehm - ●11Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Was spannt die Geschichte bis zum Schluss?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Die Liste hängt, alle lesen, nur Leon wartet – und der Text schweigt.
- Also: Man erfährt nie, was neben Leons Namen steht.
Ergebnis:Man erfährt nie, was neben Leons Namen steht. - ●12Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
„Sie lächelte ihm zu.“ Wer lächelt hier wem zu?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- „Sie“ zeigt auf Frau Brandt, die mit dem Blatt kommt, „ihm“ auf Leon.
- Also: Frau Brandt lächelt Leon zu.
Ergebnis:Frau Brandt lächelt Leon zu. - ●13Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Hinter ihr seufzt jemand ungeduldig. Sie schaut nicht hin und wartet.
- Also: Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
Ergebnis:Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben. - ●14Eine Inhaltsangabe ist 400 Wörter lang, die Geschichte 150. Welcher Punkt ist nicht erfüllt?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Eine Inhaltsangabe ist deutlich kürzer als der Text. Sie nennt nur die Hauptschritte.
- Also: Beschränkung auf das Wichtige
Ergebnis:Beschränkung auf das Wichtige - ●15Der Schal:
Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //
Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //
An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //
Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.
Wie nennt man einen Anfang ohne Vorstellung von Ort, Zeit und Figuren?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Der erste Satz nennt sofort das Geschenk, ohne etwas vorher zu erklären.
- Also: unvermittelt
Ergebnis:unvermittelt
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Aufbau der Kurzgeschichte
- Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
- Figuren belegen
- Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
- Inhaltsangabe
- Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.
16Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Welcher Satz ist der Wendepunkt?Lösung zeigen
Ergebnis:„Darf ich mal?“, fragte ich.Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
17Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?Lösung zeigen
Ergebnis:steif und kaltIch kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.
18Eine Inhaltsangabe ist 400 Wörter lang, die Geschichte 150. Welcher Punkt ist nicht erfüllt?Lösung zeigen
Ergebnis:Beschränkung auf das Wichtige
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Wendepunkt
- wo die Kurve die Krümmung wechselt
Lösungen
- So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.
- Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion.
- Man ahnt die Korrektur, aber das Ende bleibt offen.
- Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
- angespannt und zurückhaltend
- Präsens
- die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
- keine Wertung
- in bröckelndem Lehm
- Man erfährt nie, was neben Leons Namen steht.
- Frau Brandt lächelt Leon zu.
- Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
- Beschränkung auf das Wichtige
- unvermittelt
- „Darf ich mal?“, fragte ich.
- steif und kalt
- Beschränkung auf das Wichtige
- Ali hat einen Apfel gegessen.
- Oma ist zur Schule gelaufen.
- Pronomen
- Präposition