Deutsch · Klasse 7 und 8 und 9 und 10 · Kapitel
Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Präsens und Perfekt sicher bilden: Die Inhaltsangabe steht im Präsens, was vorher geschah, im Perfekt.
- ●19Wie heißt der Satz im Präteritum?
Ali hilft der Nachbarin.Lösung zeigen
- Präteritum: Nur ein Verb in der Vergangenheitsform.
- Bei „helfen“: half.
- Also: Ali half der Nachbarin.
Ergebnis:Ali half der Nachbarin. - ●20Wie heißt der Satz im Präteritum?
Tom geht nach Hause.Lösung zeigen
- Präteritum: Nur ein Verb in der Vergangenheitsform.
- Bei „gehen“: ging.
- Also: Tom ging nach Hause.
Ergebnis:Tom ging nach Hause.
ÜbenWeißt du das noch?
Die kleinen Wörter lesen: weil, deshalb, obwohl verbinden Ursache und Folge.
- ●21Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
Gestern waren wir bei unseren Nachbarn.Lösung zeigen
- Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
- Probe: Es steht für ein Nomen oder eine Person: er für den Hund, sie für Mia.
- Also: „wir“ ist ein Pronomen.
Ergebnis:Pronomen - ●22Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
Wir gehen heute in den Zoo.Lösung zeigen
- Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
- Probe.
- Also: „in“ ist eine Präposition.
Ergebnis:Präposition
1Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.
MerkenAufbau der Kurzgeschichte
Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
Der Erzähler ist nicht der Autor: Er sagt ich oder erzählt in der Er-Form.
BeispielKurzgeschichte: Aufbau, Wendepunkt, Erzähler
Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //
„Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //
Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //
Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.
Wie heißt der Blick zurück auf den Satz des Vaters?
Schritt für Schritt
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- „hatte ihr Vater gesagt“: Das Plusquamperfekt zeigt, dass es früher war.
- Also: Rückblende
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- „hatte ihr Vater gesagt“: Das Plusquamperfekt zeigt, dass es früher war.
- Also: Rückblende
ÜbenJetzt du
- ○1Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum erzählt der Text so genau, wie Leon den Speiseplan liest?So fängst du an:Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Montag Nudeln, Dienstag Suppe, dreimal gelesen: Der Text dehnt das Warten.
- Also: So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.
Ergebnis:So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend. - ●2Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Was spannt die Geschichte bis zum Schluss?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Die Liste hängt, alle lesen, nur Leon wartet – und der Text schweigt.
- Also: Man erfährt nie, was neben Leons Namen steht.
Ergebnis:Man erfährt nie, was neben Leons Namen steht. - ★3Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Warum passt das Ende zu einer Kurzgeschichte?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Ob Jonas löscht und wohin Selin geht, erfährt man nicht.
- Also: Es bleibt offen, was danach passiert.
Ergebnis:Es bleibt offen, was danach passiert.
2Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
MerkenFiguren belegen
Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.
BeispielFiguren am Text belegen
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?
Schritt für Schritt
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Hinter ihr seufzt jemand ungeduldig. Sie schaut nicht hin und wartet.
- Also: Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Hinter ihr seufzt jemand ungeduldig. Sie schaut nicht hin und wartet.
- Also: Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
ÜbenJetzt du
- ○4Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?So fängst du an:Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war.“
- Also: Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
Ergebnis:Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist. - ●5Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen.“
- Also: einzeln und langsam, als würde er sie zählen
Ergebnis:einzeln und langsam, als würde er sie zählen - ★6Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Warum sagt die Person „Darf ich mal?“ und nicht mehr?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Die Hilfe ist kurz und leise. Beide sagen danach nichts.
- Also: Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
Ergebnis:Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
3Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.
MerkenInhaltsangabe
Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.
Dann die wichtigsten Schritte der Handlung der Reihe nach, im Präsens, Vorzeitiges im Perfekt. Eigene Worte, keine wörtliche Rede, keine Wertung.
BeispielInhaltsangabe mit der Checkliste prüfen
Schritt für Schritt
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Titel, Autor und Thema stehen da. Es fehlt, dass es eine Kalendergeschichte ist.
- Also: Textsorte
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Titel, Autor und Thema stehen da. Es fehlt, dass es eine Kalendergeschichte ist.
- Also: Textsorte
ÜbenJetzt du
- ○7In welcher Zeitform steht eine Inhaltsangabe?So fängst du an:Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Die Inhaltsangabe steht im Präsens, auch wenn die Geschichte im Präteritum erzählt.
- Also: Präsens
Ergebnis:Präsens - ●8Aus einer Inhaltsangabe: „Selin saß im Bus und zog ihr Handy aus der Jacke.“ Welcher Punkt der Checkliste ist nicht erfüllt?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- saß und zog stehen im Präteritum. Eine Inhaltsangabe steht im Präsens.
- Also: Präsens
Ergebnis:Präsens - ★9Aus einer Inhaltsangabe: „Leon ist bestimmt eifersüchtig auf die anderen.“ Welcher Punkt der Checkliste ist nicht erfüllt?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- Eifersucht kommt im Text nicht vor. Die Inhaltsangabe erfindet nichts dazu.
- Also: nur, was im Text steht
Ergebnis:nur, was im Text steht
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wodurch kommt es am Ende zum Sturz?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- „Brücke dreht sich um!“ Noch während der Drehung stürzt sie.
- Also: Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann.
Ergebnis:Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann. - ●11Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum liest Leon den Speiseplan dreimal?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Er tut nur so, als lese er, und kennt den Plan schon auswendig.
- Also: Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
Ergebnis:Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet. - ●12Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Welche Stelle zeigt, dass Selin sich Sorgen macht?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Beim Warten erinnert sie sich an die Party und an das umgefallene Glas.
- Also: Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
Ergebnis:Sie denkt an das Glas, das umgefallen war. - ●13Aus einer Inhaltsangabe: „Leon wartet total nervös auf die blöde Liste.“ Welcher Punkt der Checkliste ist nicht erfüllt?
Lösung zeigen
- Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
- total und blöd sind Wörter aus dem Gespräch. Die Inhaltsangabe bleibt sachlich.
- Also: sachliche Sprache
Ergebnis:sachliche Sprache - ●14Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wer erzählt diese Geschichte?Lösung zeigen
- Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
- Die erzählende Figur sagt ich: „Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten.“
- Also: Ich-Erzähler
Ergebnis:Ich-Erzähler - ●15Der letzte Karton:
Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //
„Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //
Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //
Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.
Wie weit ist Hamburg entfernt?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
- „Hamburg war vier Stunden entfernt.“
- Also: vier Stunden
Ergebnis:vier Stunden
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Aufbau der Kurzgeschichte
- Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
- Figuren belegen
- Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
- Inhaltsangabe
- Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.
16Der Schal:
Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //
Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //
An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //
Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.
Wie nennt man einen Anfang ohne Vorstellung von Ort, Zeit und Figuren?Lösung zeigen
Ergebnis:unvermitteltIch kann Figuren aus dem Text belegen.
17Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?Lösung zeigen
Ergebnis:steif und kaltIch kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.
18Aus einer Inhaltsangabe: „Als der Mann die Flasche nicht loswird, hilft ihm eine junge Person.“ Welches Merkmal zeigt der Satz?Lösung zeigen
Ergebnis:Präsens und eigene Worte
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Wendepunkt
- wo die Kurve die Krümmung wechselt
Lösungen
- So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.
- Man erfährt nie, was neben Leons Namen steht.
- Es bleibt offen, was danach passiert.
- Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
- einzeln und langsam, als würde er sie zählen
- Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
- Präsens
- Präsens
- nur, was im Text steht
- Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann.
- Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
- Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
- sachliche Sprache
- Ich-Erzähler
- vier Stunden
- unvermittelt
- steif und kalt
- Präsens und eigene Worte
- Ali half der Nachbarin.
- Tom ging nach Hause.
- Pronomen
- Präposition