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Deutsch · Klasse 7 und 8 und 9 und 10 · Kapitel

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Präsens und Perfekt sicher bilden: Die Inhaltsangabe steht im Präsens, was vorher geschah, im Perfekt.

  1. ●19
    Wie heißt der Satz im Präteritum?
    Ali isst einen Apfel.
    Lösung zeigen
    1. Präteritum: Nur ein Verb in der Vergangenheitsform.
    2. Bei „essen“: aß.
    3. Also: Ali aß einen Apfel.
    Ergebnis:
    Ali aß einen Apfel.
  2. ●20
    Wie heißt der Satz im Perfekt?
    Mia trinkt Tee.
    Lösung zeigen
    1. Perfekt: Hilfsverb haben oder sein in der Gegenwart und das Partizip am Ende.
    2. Bei „trinken“: haben … getrunken.
    3. Also: Mia hat Tee getrunken.
    Ergebnis:
    Mia hat Tee getrunken.

ÜbenWeißt du das noch?

Die kleinen Wörter lesen: weil, deshalb, obwohl verbinden Ursache und Folge.

  1. ●21
    Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
    Sie lacht, aber sie ist traurig.
    Lösung zeigen
    1. Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
    2. Probe: Es steht für ein Nomen oder eine Person: er für den Hund, sie für Mia.
    3. Also: „sie“ ist ein Pronomen.
    Ergebnis:
    Pronomen
  2. ●22
    Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
    Während der Pause essen wir oft Obst.
    Lösung zeigen
    1. Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
    2. Probe.
    3. Also: „Während“ ist eine Präposition.
    Ergebnis:
    Präposition

1Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.

MerkenAufbau der Kurzgeschichte

Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.

Der Erzähler ist nicht der Autor: Er sagt ich oder erzählt in der Er-Form.

BeispielKurzgeschichte: Aufbau, Wendepunkt, Erzähler

Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

Warum erzählt der Text so genau, wie Leon den Speiseplan liest?
Schritt für Schritt
  1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
  2. Montag Nudeln, Dienstag Suppe, dreimal gelesen: Der Text dehnt das Warten.
  3. Also: So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.
  1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
  2. Montag Nudeln, Dienstag Suppe, dreimal gelesen: Der Text dehnt das Warten.
  3. Also: So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.
Ergebnis:
So wird die Wartezeit für die Leserin lang und spannend.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Warum erzählt der Text den Anruf in nur zwei Sätzen?
    So fängst du an:
    Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Man erfährt nicht, was Oma antwortet. Die Frage genügt.
    3. Also: Das Ende deutet an, statt alles zu erklären.
    Ergebnis:
    Das Ende deutet an, statt alles zu erklären.
  2. ●2
    Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Wer erzählt diese Geschichte?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Erzählt wird von Leon in der Er-Form: „Leon trat nicht näher.“
    3. Also: Er-Erzähler
    Ergebnis:
    Er-Erzähler
  3. ★3
    Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Warum heißt die Geschichte „Elf Minuten“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Leon steht elf Minuten zu früh da. Der Text erzählt dieses Warten.
    3. Also: Der Titel zeigt, wie lang das Warten sich anfühlt.
    Ergebnis:
    Der Titel zeigt, wie lang das Warten sich anfühlt.

2Ich kann Figuren aus dem Text belegen.

MerkenFiguren belegen

Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.

Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.

BeispielFiguren am Text belegen

Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

Wie reagiert der Mann auf die Hilfe?
Schritt für Schritt
  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts.“ Geseufzt hat jemand anderes.
  3. Also: Er nickt und sagt nichts.
  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts.“ Geseufzt hat jemand anderes.
  3. Also: Er nickt und sagt nichts.
Ergebnis:
Er nickt und sagt nichts.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
    So fängst du an:
    Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
    3. Also: steif und kalt
    Ergebnis:
    steif und kalt
  2. ●5
    Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war.“
    3. Also: Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
    Ergebnis:
    Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
  3. ★6
    Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was verrät das Verhalten des Vaters?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. Er steigt ab, steigt auf, geht zu Fuß – immer nach dem Wort eines Fremden.
    3. Also: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
    Ergebnis:
    Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.

3Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.

MerkenInhaltsangabe

Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.

Dann die wichtigsten Schritte der Handlung der Reihe nach, im Präsens, Vorzeitiges im Perfekt. Eigene Worte, keine wörtliche Rede, keine Wertung.

BeispielInhaltsangabe mit der Checkliste prüfen

Welche vier Angaben gehören in den Einleitungssatz?
Schritt für Schritt
  1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
  2. Der Einleitungssatz stellt den Text vor. Meinung und Schluss gehören nicht hinein.
  3. Also: Titel, Autor, Textsorte und Thema
  1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
  2. Der Einleitungssatz stellt den Text vor. Meinung und Schluss gehören nicht hinein.
  3. Also: Titel, Autor, Textsorte und Thema
Ergebnis:
Titel, Autor, Textsorte und Thema

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    „Die letzte Flasche“ wird mit ich erzählt. Wie nennst du diese Figur in der Inhaltsangabe?
    So fängst du an:
    Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Die Inhaltsangabe erzählt nicht mit. Sie berichtet über alle Figuren in der dritten Person.
    3. Also: in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
    Ergebnis:
    in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
  2. ●8
    Welcher Einleitungssatz erfüllt die Checkliste?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Titel, Autor, Textsorte und Thema in einem Satz, ohne Wertung.
    3. Also: In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg.
    Ergebnis:
    In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg.
  3. ★9
    Eine Inhaltsangabe ist 400 Wörter lang, die Geschichte 150. Welcher Punkt ist nicht erfüllt?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Eine Inhaltsangabe ist deutlich kürzer als der Text. Sie nennt nur die Hauptschritte.
    3. Also: Beschränkung auf das Wichtige
    Ergebnis:
    Beschränkung auf das Wichtige

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Stillstand:
    Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //

    Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //

    Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //

    Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //

    Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.

    Wie beginnt die Geschichte?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Der erste Satz setzt mitten in der Panne ein, ohne Einleitung.
    3. Also: unvermittelt, als der Aufzug schon steht
    Ergebnis:
    unvermittelt, als der Aufzug schon steht
  2. ●11
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Was macht die erzählende Person mit dem Etikett?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein.“
    3. Also: Sie streicht es glatt.
    Ergebnis:
    Sie streicht es glatt.
  3. ●12
    Was gehört in den Hauptteil einer Inhaltsangabe?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Der Hauptteil gibt die Handlung knapp und der Reihe nach wieder.
    3. Also: die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
    Ergebnis:
    die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
  4. ●13
    Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Wo liegt der Wendepunkt der Fabel?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Erst im letzten Satz tritt die Katze auf. Dort kippt die Lage.
    3. Also: Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst
    Ergebnis:
    Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst
  5. ●14
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    „Darf ich mal?“ Worauf bezieht sich die Frage der erzählenden Person?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. Davor hält der Mann die letzte Flasche in der Hand und sieht sie an.
    3. Also: Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt.
    Ergebnis:
    Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt.
  6. ●15
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen.“
    3. Also: einzeln und langsam, als würde er sie zählen
    Ergebnis:
    einzeln und langsam, als würde er sie zählen

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Aufbau der Kurzgeschichte
Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
Figuren belegen
Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
Inhaltsangabe
Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.

    16
    Stillstand:
    Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //

    Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //

    Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //

    Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //

    Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.

    Wie beginnt die Geschichte?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    unvermittelt, als der Aufzug schon steht
  2. Ich kann Figuren aus dem Text belegen.

    17
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
  3. Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.

    18
    Aus einer Inhaltsangabe: „Als der Mann die Flasche nicht loswird, hilft ihm eine junge Person.“ Welches Merkmal zeigt der Satz?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Präsens und eigene Worte

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Wörter

Wendepunkt
wo die Kurve die Krümmung wechselt

Lösungen

  1. Das Ende deutet an, statt alles zu erklären.
  2. Er-Erzähler
  3. Der Titel zeigt, wie lang das Warten sich anfühlt.
  4. steif und kalt
  5. Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
  6. Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
  7. in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
  8. In Kafkas Parabel „Kleine Fabel“ geht es um eine Maus ohne Ausweg.
  9. Beschränkung auf das Wichtige
  10. unvermittelt, als der Aufzug schon steht
  11. Sie streicht es glatt.
  12. die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge
  13. Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst
  14. Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt.
  15. einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  16. unvermittelt, als der Aufzug schon steht
  17. Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
  18. Präsens und eigene Worte
  19. Ali aß einen Apfel.
  20. Mia hat Tee getrunken.
  21. Pronomen
  22. Präposition