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Deutsch · Klasse 7 und 8 und 9 und 10 · Kapitel

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Woran erkennt man eine Kurzgeschichte?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: An ihrem Aufbau: kurzer alltäglicher Ausschnitt, kein Anfang mit Einführung, ein Wendepunkt und ein offener Schluss. Quelle: KMK (2004), Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Präsens und Perfekt sicher bilden: Die Inhaltsangabe steht im Präsens, was vorher geschah, im Perfekt.

  1. ●19
    Wie heißt der Satz im Perfekt?
    Unsere Lehrerin liest ein Buch.
    Lösung zeigen
    1. Perfekt: Hilfsverb haben oder sein in der Gegenwart und das Partizip am Ende.
    2. Bei „lesen“: haben … gelesen.
    3. Also: Unsere Lehrerin hat ein Buch gelesen.
    Ergebnis:
    Unsere Lehrerin hat ein Buch gelesen.
  2. ●20
    Wie heißt der Satz im Präteritum?
    Elif trinkt Tee.
    Lösung zeigen
    1. Präteritum: Nur ein Verb in der Vergangenheitsform.
    2. Bei „trinken“: trank.
    3. Also: Elif trank Tee.
    Ergebnis:
    Elif trank Tee.

ÜbenWeißt du das noch?

Die kleinen Wörter lesen: weil, deshalb, obwohl verbinden Ursache und Folge.

  1. ●21
    Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
    Neben der Tür steht ein Schirm.
    Lösung zeigen
    1. Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
    2. Probe.
    3. Also: „Neben“ ist eine Präposition.
    Ergebnis:
    Präposition
  2. ●22
    Welche Wortart ist das fett gedruckte Wort?
    Die Katze liegt unter dem Tisch.
    Lösung zeigen
    1. Nicht die Bedeutung entscheidet, sondern wie sich das Wort im Satz verhält.
    2. Probe.
    3. Also: „unter“ ist eine Präposition.
    Ergebnis:
    Präposition

So kannst du es dir vorstellen

EntdeckenEin Erzähltext baut Spannung auf

Ein Erzähltext hat einen Aufbau: Ausgangslage, Wendepunkt, Schluss. Wer erzählt, bestimmt, was man erfährt. Figuren zeigen sich in dem, was sie tun und sagen. Eine Inhaltsangabe nennt das Wichtigste im Präsens, in eigenen Worten und ohne Wertung.

WeiterdenkenDenk nach

Warum ist der Satz „Sie war traurig“ in der Inhaltsangabe weniger wert als die Stelle, an der sie das Foto zerreißt?

1Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.

EntdeckenFrage

Woran erkennt man eine Kurzgeschichte?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

An ihrem Aufbau: kurzer alltäglicher Ausschnitt, kein Anfang mit Einführung, ein Wendepunkt und ein offener Schluss.

MerkenAufbau der Kurzgeschichte

Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.

Der Erzähler ist nicht der Autor: Er sagt ich oder erzählt in der Er-Form.

BeispielKurzgeschichte: Aufbau, Wendepunkt, Erzähler

Der Pokal:
Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //

So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //

Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //

Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.

Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.

Wozu dient die Wiederholung „Jeden Morgen“?
Schritt für Schritt
  1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
  2. Zweimal derselbe Anfang: Der Name im Flur lässt die Person nicht los.
  3. Also: Sie zeigt, dass das schlechte Gewissen täglich wiederkommt.
  1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
  2. Zweimal derselbe Anfang: Der Name im Flur lässt die Person nicht los.
  3. Also: Sie zeigt, dass das schlechte Gewissen täglich wiederkommt.
Ergebnis:
Sie zeigt, dass das schlechte Gewissen täglich wiederkommt.

AchtungLesen: Vorwissen statt Text

So nicht
Der Text nennt die Ursache nicht. Antwort: Wegen der Wirtschaftskrise. (aus dem Kopf)
So richtig
Auf die Zeile zeigen. Steht sie nicht da, lautet die Antwort: Das sagt der Text nicht.

Zeig die Zeile. Was nicht im Text steht, zählt bei dieser Frage nicht.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    An der Tafel:
    Frau Okafor schrieb die Aufgabe an die Tafel. Dann sah sie in die Klasse. „Wer rechnet sie vor?“ //

    Ich wusste die Lösung. Ich hatte sie schon im Heft, sauber unterstrichen. Aber meine Hand blieb auf dem Tisch liegen, als wäre sie festgeklebt. //

    Nele meldete sich. Sie ging nach vorn, rechnete, strich durch, rechnete neu. Am Ende stimmte es nicht. Ein paar lachten leise. //

    „Danke, Nele“, sagte Frau Okafor. „Der Fehler bringt uns weiter. Wo ist er?“ //

    Ich sah auf mein Heft. Dann hob ich die Hand.

    Wie beginnt die Geschichte?
    So fängst du an:
    Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Der erste Satz setzt ein, als die Aufgabe schon vorn steht.
    3. Also: mitten in der Stunde, ohne Vorstellung der Figuren
    Ergebnis:
    mitten in der Stunde, ohne Vorstellung der Figuren
  2. ●2
    Stillstand:
    Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //

    Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //

    Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //

    Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //

    Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.

    An welcher Stelle ändert sich die Lage zwischen den beiden?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Vorher stehen zwei Fremde da. Danach reden sie miteinander.
    3. Also: als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt
    Ergebnis:
    als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt
  3. ★3
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wodurch kommt es am Ende zum Sturz?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. „Brücke dreht sich um!“ Noch während der Drehung stürzt sie.
    3. Also: Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann.
    Ergebnis:
    Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann.

2Ich kann Figuren aus dem Text belegen.

EntdeckenFrage

Wer erzählt eigentlich, wenn „er“ im Text steht?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Ein Erzähler, nicht der Autor. Er bestimmt, was man erfährt. Der Erzählstandort färbt die Wirkung.

MerkenFiguren belegen

Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.

Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.

BeispielFiguren am Text belegen

Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

Was tut Selin mit dem Link?
Schritt für Schritt
  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Selin tippte nicht darauf.“ Später: „Sie öffnete den Link trotzdem nicht.“
  3. Also: Sie öffnet ihn nicht.
  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Selin tippte nicht darauf.“ Später: „Sie öffnete den Link trotzdem nicht.“
  3. Also: Sie öffnet ihn nicht.
Ergebnis:
Sie öffnet ihn nicht.

AchtungLesen: Einzelheit statt Kern

So nicht
Worum geht es im Text? Antwort: Die Hauptfigur trägt einen roten Mantel. (eine Einzelheit)
So richtig
Worum geht es im Text? Antwort: Eine Frau verlässt ihr Dorf und kehrt nach Jahren verändert zurück. (der ganze Text, auch der Schluss)

Passt die Antwort zum ganzen Text, auch zum Schluss?

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?
    So fängst du an:
    Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen.“
    3. Also: einzeln und langsam, als würde er sie zählen
    Ergebnis:
    einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  2. ●5
    Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was verrät das Verhalten des Vaters?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. Er steigt ab, steigt auf, geht zu Fuß – immer nach dem Wort eines Fremden.
    3. Also: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
    Ergebnis:
    Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
  3. ★6
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. Hinter ihr seufzt jemand ungeduldig. Sie schaut nicht hin und wartet.
    3. Also: Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
    Ergebnis:
    Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.

3Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.

EntdeckenFrage

Warum wirkt „Sie zerriss das Foto“ stärker als „Sie war traurig“?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Handlung zeigt statt zu behaupten. Belege am Text sind die Grundlage jeder Figurendeutung.

MerkenInhaltsangabe

Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.

Dann die wichtigsten Schritte der Handlung der Reihe nach, im Präsens, Vorzeitiges im Perfekt. Eigene Worte, keine wörtliche Rede, keine Wertung.

BeispielInhaltsangabe mit der Checkliste prüfen

Aus einer Inhaltsangabe: „Jonas schreibt: „Alle lachen darüber.““ Welcher Punkt der Checkliste ist nicht erfüllt?
Schritt für Schritt
  1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
  2. Was eine Figur sagt, wird in eigenen Worten wiedergegeben, ohne Redezeichen.
  3. Also: keine wörtliche Rede
  1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
  2. Was eine Figur sagt, wird in eigenen Worten wiedergegeben, ohne Redezeichen.
  3. Also: keine wörtliche Rede
Ergebnis:
keine wörtliche Rede

AchtungLesen: mehr als der Text sagt

So nicht
Text: Einige Schüler nutzen die Bibliothek. Antwort: Alle Schüler nutzen sie.
So richtig
Einige, nicht alle. Mengenwörter in Text und Antwort vergleichen: Die Antwort darf nicht mehr behaupten als der Text.

Vergleiche die Mengenwörter in Text und Antwort: alle, viele, manche.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Aus einer Inhaltsangabe: „Selin saß im Bus und zog ihr Handy aus der Jacke.“ Welcher Punkt der Checkliste ist nicht erfüllt?
    So fängst du an:
    Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. saß und zog stehen im Präteritum. Eine Inhaltsangabe steht im Präsens.
    3. Also: Präsens
    Ergebnis:
    Präsens
  2. ●8
    „Die letzte Flasche“ wird mit ich erzählt. Wie nennst du diese Figur in der Inhaltsangabe?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Die Inhaltsangabe erzählt nicht mit. Sie berichtet über alle Figuren in der dritten Person.
    3. Also: in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
    Ergebnis:
    in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
  3. ★9
    Warum steht in einer Inhaltsangabe keine wörtliche Rede?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Wer zusammenfasst, gibt das Gesagte in eigenen Worten wieder.
    3. Also: Sie fasst zusammen, statt den Text nachzuspielen.
    Ergebnis:
    Sie fasst zusammen, statt den Text nachzuspielen.

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wer erzählt diesen Text?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Die Brücke erzählt selbst: „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“
    3. Also: Ich-Erzähler
    Ergebnis:
    Ich-Erzähler
  2. ●11
    Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was sagt der zweite Wandersmann zum Sohn?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest […] Du hast jüngere Beine.“
    3. Also: Du hast jüngere Beine.
    Ergebnis:
    Du hast jüngere Beine.
  3. ●12
    In welcher Zeitform steht eine Inhaltsangabe?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Die Inhaltsangabe steht im Präsens, auch wenn die Geschichte im Präteritum erzählt.
    3. Also: Präsens
    Ergebnis:
    Präsens
  4. ●13
    Der Pokal:
    Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //

    So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //

    Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //

    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.

    Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.

    Welcher Satz ist der Wendepunkt?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    2. Bis dahin schweigt die Person. Jetzt handelt sie.
    3. Also: Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion.
    Ergebnis:
    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion.
  5. ●14
    Der Pokal:
    Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //

    So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //

    Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //

    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.

    Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.

    „Er hatte mich nur angesehen.“ Wer sieht hier wen an?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Er“ zeigt auf Kofi im Satz davor, „mich“ auf die Person, die erzählt.
    3. Also: Kofi sieht die erzählende Person an.
    Ergebnis:
    Kofi sieht die erzählende Person an.
  6. ●15
    Welche vier Angaben gehören in den Einleitungssatz?
    Lösung zeigen
    1. Nimm die Checkliste der Inhaltsangabe und prüf Punkt für Punkt.
    2. Der Einleitungssatz stellt den Text vor. Meinung und Schluss gehören nicht hinein.
    3. Also: Titel, Autor, Textsorte und Thema
    Ergebnis:
    Titel, Autor, Textsorte und Thema

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Aufbau der Kurzgeschichte
Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen.
Figuren belegen
Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle.
Inhaltsangabe
Einleitungssatz mit Titel, Autor, Textsorte und Thema.

AchtungLesen: Wörter abgeglichen statt Sinn

So nicht
Frage: Warum wurde das Dorf verlassen? Antwort: Das Dorf wurde verlassen. (Wörter der Frage abgeschrieben)
So richtig
Die Frage in eigenen Worten sagen, dann die Stelle suchen, die einen Grund nennt: … weil die Quelle versiegte.

Sag die Frage mit eigenen Worten, dann such die Stelle.

AchtungLesen: Bezug im Text verwechselt

So nicht
Lena bat Jana um Hilfe. Sie lehnte ab. Wer lehnte ab? Lena.
So richtig
„Sie“ verweist auf die Person, die gefragt wurde: Jana lehnte ab. Das Verweiswort bis zum Nomen zurückverfolgen.

Verfolge das Verweiswort bis zu seinem Nomen: Wer ist gemeint?

AchtungLesen: Ursache und Folge im Text vertauscht

So nicht
Die Ernte fiel aus, weil die Preise stiegen. (Ursache und Folge vertauscht)
So richtig
Die Preise stiegen, weil die Ernte ausfiel. Nach „weil“ steht der Grund, nicht die Folge.

Markiere die kleinen Wörter: weil, deshalb, obwohl, nicht.

AchtungLesen: zwischen den Zeilen nicht gelesen

So nicht
Paul schaut zum dritten Mal auf die Uhr. Wie fühlt er sich? Das steht nicht im Text.
So richtig
Er ist ungeduldig oder nervös: Wer ständig auf die Uhr sieht, wartet. Der Hinweis steht im Text, die Deutung liefert man dazu.

Such das Wort im Text, das es verrät, und lies den Satz davor.

AchtungForm des Textes verwechselt

So nicht
Kurzgeschichte: ein langer Text mit mehreren Handlungssträngen und vielen Figuren.
So richtig
Kurzgeschichte: kurzer Text, alltäglicher Ausschnitt, offener Anfang und Schluss, meist ein Wendepunkt.

Such das Merkmal der Form und den Erzähler, nicht das Thema.

AchtungAufbau der Textsorte verwechselt

So nicht
Inhaltsangabe: Zuerst der Schluss, dann der Anfang, in der wörtlichen Rede.
So richtig
Einleitungssatz mit Autor, Titel, Textsorte und Thema, dann die Handlung im Präsens, ohne wörtliche Rede.

Wo kippt die Lage? Wie beginnt und endet der Text?

AchtungKriterium oder Aufgabenformat übersehen

So nicht
Aufgabe: Fasse zusammen. Antwort: Ich finde den Schluss traurig. (Wertung statt Zusammenfassung)
So richtig
Die Aufgabe verlangt eine Inhaltsangabe: Was geschieht, in eigenen Worten und im Präsens. Die Wertung gehört nicht hinein.

Geh die Checkliste der Inhaltsangabe Punkt für Punkt durch.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann den Aufbau einer Kurzgeschichte beschreiben.

    16
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Welcher Satz ist der Wendepunkt?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    „Darf ich mal?“, fragte ich.
  2. Ich kann Figuren aus dem Text belegen.

    17
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    steif und kalt
  3. Ich kann eine Inhaltsangabe im Präsens schreiben.

    18
    Aus einer Inhaltsangabe: „Jonas schreibt: „Alle lachen darüber.““ Welcher Punkt der Checkliste ist nicht erfüllt?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    keine wörtliche Rede

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Woran erkennt man eine Kurzgeschichte?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

An ihrem Aufbau: kurzer alltäglicher Ausschnitt, kein Anfang mit Einführung, ein Wendepunkt und ein offener Schluss.

Wörter

Wendepunkt
wo die Kurve die Krümmung wechselt

Lösungen

  1. mitten in der Stunde, ohne Vorstellung der Figuren
  2. als die Frau sich neben ihn setzt und ihm etwas gibt
  3. Die Brücke dreht sich um, was eine Brücke nicht kann.
  4. einzeln und langsam, als würde er sie zählen
  5. Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
  6. Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
  7. Präsens
  8. in der dritten Person, etwa als die erzählende Person
  9. Sie fasst zusammen, statt den Text nachzuspielen.
  10. Ich-Erzähler
  11. Du hast jüngere Beine.
  12. Präsens
  13. Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion.
  14. Kofi sieht die erzählende Person an.
  15. Titel, Autor, Textsorte und Thema
  16. „Darf ich mal?“, fragte ich.
  17. steif und kalt
  18. keine wörtliche Rede
  19. Unsere Lehrerin hat ein Buch gelesen.
  20. Elif trank Tee.
  21. Präposition
  22. Präposition