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Deutsch · Klasse 11 und 12 und 13 · Kapitel

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Lyrik und Epik: Stilmittel, Reim und Erzählverhalten

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Sprachbilder in Versen benennen und ihre Wirkung beschreiben. Stilmittel und Reim sind der Wortschatz jeder Gedichtinterpretation.

  1. ●19
    Das Sprungbrett:
    Sonne brennt auf heißen Steinen, /
    Kinder lachen, Kleine weinen. /
    Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
    steht ein Junge voller Träume. //

    Unten warten seine Leute, /
    rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
    Doch er steigt die Leiter nieder. /
    Morgen, sagt er, komm ich wieder.

    Was betont das Bild mit den Bäumen?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Es zeigt die Höhe aus der Sicht dessen, der oben steht.
    3. Also: Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
    Ergebnis:
    Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
  2. ●20
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Welches Sprachbild ist „hallt es wie Geschrei“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Wie ist das Signal eines Vergleichs.
    3. Also: Vergleich
    Ergebnis:
    Vergleich

ÜbenWeißt du das noch?

Fragen, wer erzählt und was die Figur weiß. Das Erzählverhalten entscheidet, was der Leser erfährt.

  1. ●21
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie reagiert der Mann auf die Hilfe?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts.“ Geseufzt hat jemand anderes.
    3. Also: Er nickt und sagt nichts.
    Ergebnis:
    Er nickt und sagt nichts.
  2. ●22
    Die Nachricht:
    Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

    Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

    Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

    Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

    Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

    Was tut Selin mit dem Link?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Selin tippte nicht darauf.“ Später: „Sie öffnete den Link trotzdem nicht.“
    3. Also: Sie öffnet ihn nicht.
    Ergebnis:
    Sie öffnet ihn nicht.

1Ich erkenne Stilmittel an einem Vers und benenne sie genau.

MerkenStilmittel benennen

Fragen Sie, was die Sprache im Vers tut.

Dann nennen Sie das Stilmittel und belegen es am Vers.

BeispielStilmittel am Vers erkennen

Welches Stilmittel steckt in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl am Vers.
„Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus“
Joseph von Eichendorff
Schritt für Schritt
  1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
  2. Hier gilt.
  3. Also: Metapher (1837).
  1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
  2. Hier gilt.
  3. Also: Metapher (1837).
Ergebnis:
Metapher

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Wie heißt das Stilmittel in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl.
    „Die Mauern stehn / Sprachlos und kalt, im Winde / Klirren die Fahnen“
    Friedrich Hölderlin
    So fängst du an:
    Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt: Mauern können nicht sprachlos sein; das Wort gehört zu Menschen.
    3. Also: Personifikation (1805).
    Ergebnis:
    Personifikation
  2. ●2
    Was tut die Sprache in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    „Du bist wie eine Blume, / So hold und schön und rein“
    Heinrich Heine
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt: Das Wort „wie“ verbindet das Du mit der Blume.
    3. Also: Vergleich (1827).
    Ergebnis:
    Vergleich
  3. ★3
    Benennen Sie das Stilmittel und begründen Sie es am Text.
    „Du bist wie eine Blume, / So hold und schön und rein“
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt: Das Wort „wie“ verbindet das Du mit der Blume.
    3. Also: Vergleich (1827).
    Ergebnis:
    Vergleich

2Ich bestimme das Reimschema einer Strophe.

MerkenReimschema

Ein Buchstabe je Versende zeigt das Schema.

Gleicher Reim bekommt denselben Buchstaben, und aus dem Muster ergibt sich der Name.

BeispielReimschema bestimmen

Wie reimt sich diese Strophe? Begründen Sie Ihre Wahl.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
– Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif?
– Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

Johann Wolfgang Goethe
Schritt für Schritt
  1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
  2. Es reimen sich: Gesicht – nicht, Schweif – Nebelstreif.
  3. Also: Paarreim.
  1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
  2. Es reimen sich: Gesicht – nicht, Schweif – Nebelstreif.
  3. Also: Paarreim.
Ergebnis:
Paarreim

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Welches Reimschema hat diese Strophe? Begründen Sie mit den Versenden.
    Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
    – Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
    Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif?
    – Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

    Johann Wolfgang Goethe
    So fängst du an:
    Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Gesicht – nicht, Schweif – Nebelstreif.
    3. Also: Paarreim.
    Ergebnis:
    Paarreim
  2. ●5
    Welche Reimform zeigt diese Strophe? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
    Es war getan fast eh gedacht;
    Der Abend wiegte schon die Erde,
    Und an den Bergen hing die Nacht;

    Johann Wolfgang Goethe
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Pferde – Erde, gedacht – Nacht.
    3. Also: Kreuzreim.
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  3. ★6
    Welche Reimform zeigt diese Strophe? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Freude, schöner Götterfunken,
    Tochter aus Elysium,
    Wir betreten feuertrunken,
    Himmlische, dein Heiligtum.
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Götterfunken – feuertrunken, Elysium – Heiligtum.
    3. Also: Kreuzreim.
    Ergebnis:
    Kreuzreim

3Ich unterscheide auktoriales, personales und neutrales Erzählverhalten.

MerkenErzählverhalten

Auktorial: Der Erzähler überblickt und kommentiert.

Personal: Wir sehen mit einer Figur. Neutral: Es wird nur Äußeres gezeigt (Stanzel).

BeispielErzählverhalten unterscheiden

Welches Erzählverhalten zeigt das Textstück? Begründen Sie Ihre Wahl.
Das Telefon klingelte. Schon wieder. Lena starrte auf das Display – sollte sie rangehen? Er würde bestimmt wieder fragen, und sie hatte keine Antwort.
Schritt für Schritt
  1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
  2. Wir erfahren nur, was Lena denkt und fühlt; die Fragen sind ihre.
  3. Also: personal.
  1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
  2. Wir erfahren nur, was Lena denkt und fühlt; die Fragen sind ihre.
  3. Also: personal.
Ergebnis:
personal

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Welches Erzählverhalten zeigt das Textstück? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Wir wollen den armen Müller nicht vorschnell verurteilen, denn niemand weiß besser als wir, wie hart sein Leben war.
    So fängst du an:
    Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Der Erzähler kommentiert, wertet und spricht den Leser an.
    3. Also: auktorial.
    Ergebnis:
    auktorial
  2. ●8
    Wer erzählt hier und wie? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    Wir wollen den armen Müller nicht vorschnell verurteilen, denn niemand weiß besser als wir, wie hart sein Leben war.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Der Erzähler kommentiert, wertet und spricht den Leser an.
    3. Also: auktorial.
    Ergebnis:
    auktorial
  3. ★9
    Bestimmen Sie das Erzählverhalten und begründen Sie es am Text.
    Sie ahnte nicht, dass dieser Brief ihr ganzes Leben ändern würde. Hätte sie ihn nie geöffnet, wäre alles anders gekommen.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Der Erzähler weiß mehr als die Figur und greift der Handlung vor.
    3. Also: auktorial.
    Ergebnis:
    auktorial

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Welches Stilmittel steckt in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl am Vers.
    „Himmelhoch jauchzend, / Zu Tode betrübt“
    Johann Wolfgang Goethe
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt.
    3. Also: Antithese (1788).
    Ergebnis:
    Antithese
  2. ●11
    Welches Reimschema hat diese Strophe? Begründen Sie mit den Versenden.
    Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
    Es war getan fast eh gedacht;
    Der Abend wiegte schon die Erde,
    Und an den Bergen hing die Nacht;

    Johann Wolfgang Goethe
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Pferde – Erde, gedacht – Nacht.
    3. Also: Kreuzreim.
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  3. ●12
    Wer erzählt hier und wie? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    Der Flur war endlos. Paul zählte die Türen, eine, zwei, drei, und hoffte, dass hinter keiner von ihnen sein Name stand.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Wahrnehmung und Hoffnung gehören zu Paul; es gibt keinen Überblick darüber hinaus.
    3. Also: personal.
    Ergebnis:
    personal
  4. ●13
    Welches sprachliche Mittel erkennen Sie hier? Begründen Sie Ihre Wahl.
    „Du bist wie eine Blume, / So hold und schön und rein“
    Heinrich Heine
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt: Das Wort „wie“ verbindet das Du mit der Blume.
    3. Also: Vergleich (1827).
    Ergebnis:
    Vergleich
  5. ●14
    Bestimmen Sie das Reimschema und begründen Sie es an den Versenden.
    Freude, schöner Götterfunken,
    Tochter aus Elysium,
    Wir betreten feuertrunken,
    Himmlische, dein Heiligtum.

    Friedrich Schiller
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Götterfunken – feuertrunken, Elysium – Heiligtum.
    3. Also: Kreuzreim.
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  6. ●15
    Wer erzählt hier und wie? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    Das Telefon klingelte. Schon wieder. Lena starrte auf das Display – sollte sie rangehen? Er würde bestimmt wieder fragen, und sie hatte keine Antwort.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Wir erfahren nur, was Lena denkt und fühlt; die Fragen sind ihre.
    3. Also: personal.
    Ergebnis:
    personal

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Stilmittel benennen
Fragen Sie, was die Sprache im Vers tut.
Reimschema
Ein Buchstabe je Versende zeigt das Schema.
Erzählverhalten
Auktorial: Der Erzähler überblickt und kommentiert.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich erkenne Stilmittel an einem Vers und benenne sie genau.

    16
    Was tut die Sprache in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    „Und tunkt ihr das Haupt / Ins heilignüchterne Wasser“
    Friedrich Hölderlin
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Oxymoron
  2. Ich bestimme das Reimschema einer Strophe.

    17
    Welches Reimschema hat diese Strophe? Begründen Sie mit den Versenden.
    Es war, als hätt’ der Himmel
    Die Erde still geküsst,
    Dass sie im Blütenschimmer
    Von ihm nun träumen müsst’.

    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  3. Ich unterscheide auktoriales, personales und neutrales Erzählverhalten.

    18
    Wer erzählt hier und wie? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    Der Flur war endlos. Paul zählte die Türen, eine, zwei, drei, und hoffte, dass hinter keiner von ihnen sein Name stand.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    personal

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. Personifikation
  2. Vergleich
  3. Vergleich
  4. Paarreim
  5. Kreuzreim
  6. Kreuzreim
  7. auktorial
  8. auktorial
  9. auktorial
  10. Antithese
  11. Kreuzreim
  12. personal
  13. Vergleich
  14. Kreuzreim
  15. personal
  16. Oxymoron
  17. Kreuzreim
  18. personal
  19. Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
  20. Vergleich
  21. Er nickt und sagt nichts.
  22. Sie öffnet ihn nicht.