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Deutsch · Klasse 11 und 12 und 13 · Kapitel

Lyrik und Epik: Stilmittel, Reim und Erzählverhalten

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Sprachbilder in Versen benennen und ihre Wirkung beschreiben. Stilmittel und Reim sind der Wortschatz jeder Gedichtinterpretation.

  1. ●19
    Das ästhetische Wiesel – Christian Morgenstern:
    Ein Wiesel /
    saß auf einem Kiesel /
    inmitten Bachgeriesel. //

    Wisst ihr /
    weshalb? //

    Das Mondkalb /
    verriet es mir /
    im Stillen: //

    Das raffinier- /
    te Tier /
    tat's um des Reimes willen.

    Welches Sprachbild steckt in „Das Mondkalb verriet es mir“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Ein Mondkalb spricht und verrät etwas wie ein Mensch.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation
  2. ●20
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Welches Sprachbild ist „Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Wie ist das Signal: Die Straßen werden mit Adern verglichen.
    3. Also: Vergleich
    Ergebnis:
    Vergleich

ÜbenWeißt du das noch?

Fragen, wer erzählt und was die Figur weiß. Das Erzählverhalten entscheidet, was der Leser erfährt.

  1. ●21
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. Hinter ihr seufzt jemand ungeduldig. Sie schaut nicht hin und wartet.
    3. Also: Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
    Ergebnis:
    Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
  2. ●22
    Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war.“
    3. Also: Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
    Ergebnis:
    Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.

1Ich erkenne Stilmittel an einem Vers und benenne sie genau.

MerkenStilmittel benennen

Fragen Sie, was die Sprache im Vers tut.

Dann nennen Sie das Stilmittel und belegen es am Vers.

BeispielStilmittel am Vers erkennen

Welches sprachliche Mittel erkennen Sie hier? Begründen Sie Ihre Wahl.
„Bedecke deinen Himmel, Zeus, / Mit Wolkendunst“
Johann Wolfgang Goethe
Schritt für Schritt
  1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
  2. Hier gilt: Der Sprecher redet Zeus direkt an, der nicht antworten wird.
  3. Also: Apostrophe (1774).
  1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
  2. Hier gilt: Der Sprecher redet Zeus direkt an, der nicht antworten wird.
  3. Also: Apostrophe (1774).
Ergebnis:
Apostrophe

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Was tut die Sprache in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    „Der Wald steht schwarz und schweiget“
    Matthias Claudius
    So fängst du an:
    Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt: Ein Wald kann nicht schweigen; das tun nur Menschen.
    3. Also: Personifikation (1779).
    Ergebnis:
    Personifikation
  2. ●2
    Was tut die Sprache in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    „Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus“
    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt.
    3. Also: Metapher (1837).
    Ergebnis:
    Metapher
  3. ★3
    Welches Stilmittel prägt diesen Vers? Begründen Sie am Text.
    „Bedecke deinen Himmel, Zeus, / Mit Wolkendunst“
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt: Der Sprecher redet Zeus direkt an, der nicht antworten wird.
    3. Also: Apostrophe (1774).
    Ergebnis:
    Apostrophe

2Ich bestimme das Reimschema einer Strophe.

MerkenReimschema

Ein Buchstabe je Versende zeigt das Schema.

Gleicher Reim bekommt denselben Buchstaben, und aus dem Muster ergibt sich der Name.

BeispielReimschema bestimmen

Welches Reimschema hat diese Strophe? Begründen Sie mit den Versenden.
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.

Eduard Mörike
Schritt für Schritt
  1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
  2. Es reimen sich: Band – Land außen, Lüfte – Düfte innen.
  3. Also: Umarmender Reim.
  1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
  2. Es reimen sich: Band – Land außen, Lüfte – Düfte innen.
  3. Also: Umarmender Reim.
Ergebnis:
Umarmender Reim

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Welches Reimschema hat diese Strophe? Begründen Sie mit den Versenden.
    Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
    Es ist der Vater mit seinem Kind;
    Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
    Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

    Johann Wolfgang Goethe
    So fängst du an:
    Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Wind – Kind, Arm – warm.
    3. Also: Paarreim.
    Ergebnis:
    Paarreim
  2. ●5
    Bestimmen Sie das Reimschema und begründen Sie es an den Versenden.
    Es war, als hätt’ der Himmel
    Die Erde still geküsst,
    Dass sie im Blütenschimmer
    Von ihm nun träumen müsst’.

    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Himmel – Blütenschimmer, geküsst – müsst’.
    3. Also: Kreuzreim.
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  3. ★6
    Wie reimt sich diese Strophe? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Wie ist die Welt so stille,
    Und in der Dämmrung Hülle
    So traulich und so hold!
    Als eine stille Kammer,
    Wo ihr des Tages Jammer
    Verschlafen und vergessen sollt.
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: stille – Hülle, Kammer – Jammer, hold – sollt.
    3. Also: Schweifreim.
    Ergebnis:
    Schweifreim

3Ich unterscheide auktoriales, personales und neutrales Erzählverhalten.

MerkenErzählverhalten

Auktorial: Der Erzähler überblickt und kommentiert.

Personal: Wir sehen mit einer Figur. Neutral: Es wird nur Äußeres gezeigt (Stanzel).

BeispielErzählverhalten unterscheiden

Welches Erzählverhalten zeigt das Textstück? Begründen Sie Ihre Wahl.
Was die Mutter nicht wusste: Der Junge hatte das Geld längst versteckt.
Schritt für Schritt
  1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
  2. Der Erzähler gibt Wissen weiter, das die Figur nicht hat.
  3. Also: auktorial.
  1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
  2. Der Erzähler gibt Wissen weiter, das die Figur nicht hat.
  3. Also: auktorial.
Ergebnis:
auktorial

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Wer erzählt hier und wie? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    Als der Lehrer eintrat, wurde Mara heiß. Hatte er es gesehen? Vielleicht wusste er längst Bescheid.
    So fängst du an:
    Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Die Fragen sind Maras Gedanken, der Erzähler bleibt in ihrer Sicht.
    3. Also: personal.
    Ergebnis:
    personal
  2. ●8
    Welches Erzählverhalten zeigt das Textstück? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Der Hund bellte. Jonas fuhr zusammen – war da jemand am Gartentor?
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Wir sehen und hören nur, was Jonas wahrnimmt und fragt.
    3. Also: personal.
    Ergebnis:
    personal
  3. ★9
    Bestimmen Sie das Erzählverhalten und begründen Sie es am Text.
    Wir wollen den armen Müller nicht vorschnell verurteilen, denn niemand weiß besser als wir, wie hart sein Leben war.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Der Erzähler kommentiert, wertet und spricht den Leser an.
    3. Also: auktorial.
    Ergebnis:
    auktorial

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Was tut die Sprache in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    „Ein Fichtenbaum steht einsam / Im Norden auf kahler Höh’. / Ihn schläfert; mit weißer Decke / Umhüllen ihn Eis und Schnee.“
    Heinrich Heine
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt.
    3. Also: Personifikation (1827).
    Ergebnis:
    Personifikation
  2. ●11
    Welche Reimform zeigt diese Strophe? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Es war, als hätt’ der Himmel
    Die Erde still geküsst,
    Dass sie im Blütenschimmer
    Von ihm nun träumen müsst’.

    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Himmel – Blütenschimmer, geküsst – müsst’.
    3. Also: Kreuzreim.
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  3. ●12
    Welches Erzählverhalten zeigt das Textstück? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Als der Lehrer eintrat, wurde Mara heiß. Hatte er es gesehen? Vielleicht wusste er längst Bescheid.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Die Fragen sind Maras Gedanken, der Erzähler bleibt in ihrer Sicht.
    3. Also: personal.
    Ergebnis:
    personal
  4. ●13
    Welches sprachliche Mittel erkennen Sie hier? Begründen Sie Ihre Wahl.
    „Himmelhoch jauchzend, / Zu Tode betrübt“
    Johann Wolfgang Goethe
    Lösung zeigen
    1. Den Vers laut lesen und fragen, was die Sprache tut.
    2. Hier gilt.
    3. Also: Antithese (1788).
    Ergebnis:
    Antithese
  5. ●14
    Bestimmen Sie das Reimschema und begründen Sie es an den Versenden.
    Freude, schöner Götterfunken,
    Tochter aus Elysium,
    Wir betreten feuertrunken,
    Himmlische, dein Heiligtum.

    Friedrich Schiller
    Lösung zeigen
    1. Das Wort am Ende jeder Zeile lesen.
    2. Es reimen sich: Götterfunken – feuertrunken, Elysium – Heiligtum.
    3. Also: Kreuzreim.
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  6. ●15
    Welches Erzählverhalten zeigt das Textstück? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Sie ahnte nicht, dass dieser Brief ihr ganzes Leben ändern würde. Hätte sie ihn nie geöffnet, wäre alles anders gekommen.
    Lösung zeigen
    1. Fragen, wer hier sieht, weiß und wertet.
    2. Der Erzähler weiß mehr als die Figur und greift der Handlung vor.
    3. Also: auktorial.
    Ergebnis:
    auktorial

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Stilmittel benennen
Fragen Sie, was die Sprache im Vers tut.
Reimschema
Ein Buchstabe je Versende zeigt das Schema.
Erzählverhalten
Auktorial: Der Erzähler überblickt und kommentiert.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich erkenne Stilmittel an einem Vers und benenne sie genau.

    16
    Wie heißt das Stilmittel in diesem Vers? Begründen Sie Ihre Wahl.
    „Die Mauern stehn / Sprachlos und kalt, im Winde / Klirren die Fahnen“
    Friedrich Hölderlin
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Personifikation
  2. Ich bestimme das Reimschema einer Strophe.

    17
    Wie reimt sich diese Strophe? Begründen Sie Ihre Wahl.
    Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
    Es ist der Vater mit seinem Kind;
    Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
    Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

    Johann Wolfgang Goethe
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Paarreim
  3. Ich unterscheide auktoriales, personales und neutrales Erzählverhalten.

    18
    Wer erzählt hier und wie? Begründen Sie Ihre Wahl am Text.
    Was die Mutter nicht wusste: Der Junge hatte das Geld längst versteckt.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    auktorial

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. Personifikation
  2. Metapher
  3. Apostrophe
  4. Paarreim
  5. Kreuzreim
  6. Schweifreim
  7. personal
  8. personal
  9. auktorial
  10. Personifikation
  11. Kreuzreim
  12. personal
  13. Antithese
  14. Kreuzreim
  15. auktorial
  16. Personifikation
  17. Paarreim
  18. auktorial
  19. Personifikation
  20. Vergleich
  21. Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
  22. Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.