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Mathematik · Klasse 12 · Kapitel

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e-Funktion und Logarithmus

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Nach wie vielen Jahren hat sich ein Kapital bei 3 % verdoppelt? Löse 1,03 hoch x = 2 – ohne Logarithmus.

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: Probieren liefert zwischen 23 und 24, dann 23,4 oder 23,5 – jede weitere Stelle kostet Minuten. Die Klasse braucht die Umkehrung. x = ln(2) : ln(1,03) ≈ 23,45. Der Logarithmus holt den Exponenten herunter – exakt, in einer Zeile.

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Wachstum mit festem Faktor: Jeder Schritt multipliziert, nicht addiert.

  1. ●40
    Eine Bakterienkultur mit 1500 Zellen wächst um 20 % pro Stunde. Berechne, wie viele Zellen es nach 2 Stunden sind.
    Lösung zeigen
    1. Wachstumsfaktor q = 1 + 20100 = 1,2
    2. B(t) = 1500 · 1,22
    3. ≈ 2.160
    Ergebnis:
    ≈ 2.160 Zellen
  2. ●41
    Eine Bakterienkultur mit 400 Zellen wächst um 10 % pro Stunde. Berechne, wie viele Zellen es nach 4 Stunden sind.
    Lösung zeigen
    1. Wachstumsfaktor q = 1 + 10100 = 1,1
    2. B(t) = 400 · 1,14
    3. ≈ 586
    Ergebnis:
    ≈ 586 Zellen

So kannst du es dir vorstellen

EntdeckenDie Funktion, die ihre eigene Ableitung ist

eˣ wächst in jedem Punkt genau so schnell, wie sie groß ist. Genau das macht sie zur Beschreibung von allem, was proportional zum Bestand wächst oder zerfällt.

WeiterdenkenDenk nach

Warum taucht e bei Zinsen, Zerfall und Bevölkerungswachstum gleichermaßen auf?

1Ich kenne die e-Funktion und ihre besondere Ableitung.

EntdeckenFrage

Warum ist die Zahl e überall – von Bankzinsen bis zum Zerfall?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Weil e hoch x die einzige Funktion ist, die ihrer eigenen Steigung gleicht: Wachstum, das von sich selbst abhängt, landet immer bei e. Bernoulli fand sie 1683 beim Zinseszins mit immer kürzeren Zinsperioden.

Merkene-Funktion

f(x) = eˣ ist die einzige Funktion, die ihre eigene Ableitung ist. e ≈ 2,718.

Eselsbrücke: e-Funktion: die einzige Funktion, die ihre eigene Ableitung ist – (eˣ)' = eˣ

Beispiele-Funktion ableiten

Bestimme f'(x) für f(x) = 4 · e0,5x
−4−22424680e^0,5x
Schritt für Schritt
  1. Kettenregel: innere Ableitung 0,5
  2. f'(x) = 2 · e0,5x
  1. Kettenregel: innere Ableitung 0,5
  2. f'(x) = 2 · e0,5x
Ergebnis:
f'(x) = 2e0,5x

Achtunge-Funktion wie Potenz abgeleitet

So nicht
f(x) = e^(3x), f'(x) = 3x · e^(3x − 1)
So richtig
f(x) = e^(3x), f'(x) = 3 · e^(3x)  (die e-Funktion bleibt, k kommt davor)

Nicht x · e^(x−1)! Die e-Funktion bleibt, nur der Faktor k kommt davor.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Bestimme f'(x) für f(x) = 2 · e−2x
    So fängst du an:
    Kettenregel: innere Ableitung −2
    Lösung zeigen
    1. Kettenregel: innere Ableitung −2
    2. f'(x) = −4 · e−2x
    Ergebnis:
    f'(x) = −4e−2x
  2. ●2
    Bestimme f'(x) für f(x) = 4 · e2x
    Lösung zeigen
    1. Kettenregel: innere Ableitung 2
    2. f'(x) = 8 · e2x
    Ergebnis:
    f'(x) = 8e2x
  3. ★3
    Bestimme f'(x) für f(x) = (x + 4) · e0,5x
    Lösung zeigen
    1. Produktregel: u = x + 4, v = e0,5x
    2. f' = 1 · e0,5x + (x + 4) · 0,5e0,5x
    3. = e0,5x · (0,5x + 3)
    Ergebnis:
    f'(x) = e0,5x(0,5x + 3)

2Ich leite e-Funktionen mit Kettenregel ab.

EntdeckenFrage

Warum bleibt beim Ableiten von e hoch 2x doch nicht alles beim Alten?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Weil die innere Funktion doppelt so schnell läuft. Ihre Ableitung 2 kommt als Faktor nach vorn – e hoch 2x wächst in jedem Augenblick doppelt so schnell wie e hoch x.

Merkene-Funktion ableiten

(e^(kx))' = k · e^(kx) – die innere Ableitung k kommt als Faktor davor.

Beispiele-Funktion ableiten

Bestimme f'(x) für f(x) = 4 · e−2x
−4−22424680e^-2x
Schritt für Schritt
  1. Kettenregel: innere Ableitung −2
  2. f'(x) = −8 · e−2x
  1. Kettenregel: innere Ableitung −2
  2. f'(x) = −8 · e−2x
Ergebnis:
f'(x) = −8e−2x

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Bestimme f'(x) für f(x) = e2x
    So fängst du an:
    Kettenregel: innere Ableitung 2
    Lösung zeigen
    1. Kettenregel: innere Ableitung 2
    2. f'(x) = 2 · e2x
    Ergebnis:
    f'(x) = 2e2x
  2. ●5
    Bestimme f'(x) für f(x) = 2 · e3x
    Lösung zeigen
    1. Kettenregel: innere Ableitung 3
    2. f'(x) = 6 · e3x
    Ergebnis:
    f'(x) = 6e3x
  3. ★6
    Bestimme f'(x) für f(x) = (x + 1) · e2x
    Lösung zeigen
    1. Produktregel: u = x + 1, v = e2x
    2. f' = 1 · e2x + (x + 1) · 2e2x
    3. = e2x · (2x + 3)
    Ergebnis:
    f'(x) = e2x(2x + 3)

3Ich leite Produkte aus Polynom und e-Funktion ab.

EntdeckenFrage

Warum steigt der Wirkstoffspiegel eines Medikaments erst an und fällt dann wieder?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Weil Aufnahme und Abbau gleichzeitig laufen. Das Modell ist ein Produkt aus einem wachsenden und einem fallenden Teil; der höchste Punkt liegt dort, wo beide sich die Waage halten.

MerkenProdukt mit e-Funktion

Produktregel, dann e^(kx) ausklammern – so sieht man die Nullstellen.

BeispielProdukt- und Kettenregel

Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (2x + 3)4
Schritt für Schritt
  1. äußere Funktion u4, innere u = 2x + 3
  2. f'(x) = 4 · (2x + 3)3 · 2 = 8 · (2x + 3)3
  1. äußere Funktion u4, innere u = 2x + 3
  2. f'(x) = 4 · (2x + 3)3 · 2 = 8 · (2x + 3)3
Ergebnis:
f'(x) = 8(2x + 3)3

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (2x + 2)3
    So fängst du an:
    äußere Funktion u3, innere u = 2x + 2
    Lösung zeigen
    1. äußere Funktion u3, innere u = 2x + 2
    2. f'(x) = 3 · (2x + 2)2 · 2 = 6 · (2x + 2)2
    Ergebnis:
    f'(x) = 6(2x + 2)2
  2. ●8
    Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (3x + 4)3
    Lösung zeigen
    1. äußere Funktion u3, innere u = 3x + 4
    2. f'(x) = 3 · (3x + 4)2 · 3 = 9 · (3x + 4)2
    Ergebnis:
    f'(x) = 9(3x + 4)2
  3. ★9
    Bestimme mit der Produktregel f'(x) für f(x) = x4 · e2x
    Lösung zeigen
    1. u = x4, u' = 4x3; v = e2x, v' = 2e2x
    2. f' = u'v + uv' = 4x3e2x + 2x4e2x
    3. ausklammern: x3e2x(4 + 2x)
    Ergebnis:
    f'(x) = x3 · e2x · (2x + 4)

4Ich löse Exponentialgleichungen mit dem natürlichen Logarithmus.

EntdeckenFrage

Wie lange braucht eine Bakterienkultur bis zur Verdopplung – ohne Probieren?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Man löst die Gleichung mit dem natürlichen Logarithmus: Aus 2 gleich e hoch kt folgt t gleich ln 2 durch k. Der Logarithmus macht das Potenzieren rückgängig.

MerkenExponentialgleichung mit ln

ln ist die Umkehrung von e: e^(kx) = c → kx = ln c.

BeispielExponentialgleichung mit ln

Löse: e2x = 5
−4−22424680e^2x
Schritt für Schritt
  1. ln auf beiden Seiten: 2x = ln(5) ≈ 1,609
  2. x = ln(5) : 2 ≈ 0,8
  1. ln auf beiden Seiten: 2x = ln(5) ≈ 1,609
  2. x = ln(5) : 2 ≈ 0,8
Ergebnis:
x ≈ 0,8

Achtungln falsch angewandt

So nicht
e^(2x) = 10, also 2x = e^10
So richtig
e^(2x) = 10, also 2x = ln 10, x = ln 10 : 2 ≈ 1,15

ln(e^(kx)) = kx – nicht e^(kx) = ln c.

ÜbenJetzt du

  1. ○10
    Löse: e3x = 100
    So fängst du an:
    ln auf beiden Seiten: 3x = ln(100) ≈ 4,605
    Lösung zeigen
    1. ln auf beiden Seiten: 3x = ln(100) ≈ 4,605
    2. x = ln(100) : 3 ≈ 1,54
    Ergebnis:
    x ≈ 1,54
  2. ●11
    Löse: e0,2x = 50
    Lösung zeigen
    1. ln auf beiden Seiten: 0,2x = ln(50) ≈ 3,912
    2. x = ln(50) : 0,2 ≈ 19,56
    Ergebnis:
    x ≈ 19,56
  3. ★12
    Löse: e0,2x = 100 (auf zwei Nachkommastellen)
    Lösung zeigen
    1. ln auf beiden Seiten: 0,2x = ln(100) ≈ 4,605
    2. x = ln(100) : 0,2 ≈ 23,03
    Ergebnis:
    x ≈ 23,03

5Ich berechne Halbwerts- und Verdopplungszeiten.

EntdeckenFrage

Woher weiß man, dass Ötzi vor rund 5300 Jahren gelebt hat?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Aus dem Zerfall von Kohlenstoff 14 mit einer Halbwertszeit von 5730 Jahren. Aus dem Restanteil ergibt sich das Alter; die Methode brachte Willard Libby 1960 den Nobelpreis.

MerkenHalbwertszeit

Halbwertszeit T = ln 2 : k (Zerfall), Verdopplungszeit ebenso ln 2 : k (Wachstum).

BeispielHalbwertszeit

Cobalt-60 hat eine Halbwertszeit von 5 Jahren. Von 80 mg sind nach 10 Jahren noch wie viel übrig?
Schritt für Schritt
  1. 10 : 5 = 2 Halbwertszeiten
  2. Jedes Mal die Hälfte: 80 → 40 → 20
  3. Übrig: 20 mg
  1. 10 : 5 = 2 Halbwertszeiten
  2. Jedes Mal die Hälfte: 80 → 40 → 20
  3. Übrig: 20 mg
Ergebnis:
20 mg

ÜbenJetzt du

  1. ○13
    Iod-131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen. Von 400 mg sind nach 16 Tagen noch wie viel übrig?
    So fängst du an:
    16 : 8 = 2 Halbwertszeiten
    Lösung zeigen
    1. 16 : 8 = 2 Halbwertszeiten
    2. Jedes Mal die Hälfte: 400 → 200 → 100
    3. Übrig: 100 mg
    Ergebnis:
    100 mg
  2. ●14
    Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Von 400 mg sind nach 120 Jahren noch wie viel übrig?
    Lösung zeigen
    1. 120 : 30 = 4 Halbwertszeiten
    2. Jedes Mal die Hälfte: 400 → 200 → 100 → 50 → 25
    3. Übrig: 25 mg
    Ergebnis:
    25 mg
  3. ★15
    Iod-131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen. Von 100 mg sind nach 24 Tagen noch wie viel übrig?
    Lösung zeigen
    1. 24 : 8 = 3 Halbwertszeiten
    2. Jedes Mal die Hälfte: 100 → 50 → 25 → 12,5
    3. Übrig: 12,5 mg
    Ergebnis:
    12,5 mg

6Ich modelliere Wachstum und Zerfall mit e-Funktionen.

EntdeckenFrage

Wie viel Luftdruck ist auf dem Gipfel der Zugspitze noch übrig?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Der Luftdruck nimmt mit der Höhe ungefähr nach p(h) = 1013 hPa · e^(−h : 8 km) ab. Für 2962 m ergibt das 1013 · e^(−0,37) ≈ 700 hPa. Das sind gut zwei Drittel des Drucks am Meer.

MerkenModellieren

N(t) = N₀ · e^(kt): N₀ Startwert, k > 0 Wachstum, k < 0 Zerfall.

BeispielWachstum modellieren

Eine Kultur wächst exponentiell: von 100 auf 400 Zellen in 4 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 8 Stunden.
tN481.0002.000N(t)nach 4
Schritt für Schritt
  1. N₀ = 100
  2. 400 = 100 · e4k → e4k = 4
  3. k = ln(4) / 4 ≈ 0,3466
  4. N(8) = 100 · e0,3466 · 8 ≈ 1600
  1. N₀ = 100
  2. 400 = 100 · e4k → e4k = 4
  3. k = ln(4) / 4 ≈ 0,3466
  4. N(8) = 100 · e0,3466 · 8 ≈ 1600
Ergebnis:
k ≈ 0,3466, N(8) ≈ 1600

ÜbenJetzt du

  1. ○16
    Eine Kultur wächst exponentiell: von 100 auf 800 Zellen in 5 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 10 Stunden.
    So fängst du an:
    N₀ = 100
    Lösung zeigen
    1. N₀ = 100
    2. 800 = 100 · e5k → e5k = 8
    3. k = ln(8) / 5 ≈ 0,4159
    4. N(10) = 100 · e0,4159 · 10 ≈ 6400
    Ergebnis:
    k ≈ 0,4159, N(10) ≈ 6400
  2. ●17
    Eine Kultur wächst exponentiell: von 200 auf 800 Zellen in 5 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 10 Stunden.
    Lösung zeigen
    1. N₀ = 200
    2. 800 = 200 · e5k → e5k = 4
    3. k = ln(4) / 5 ≈ 0,2773
    4. N(10) = 200 · e0,2773 · 10 ≈ 3200
    Ergebnis:
    k ≈ 0,2773, N(10) ≈ 3200
  3. ★18
    Eine Kultur wächst exponentiell: von 500 auf 4000 Zellen in 4 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 8 Stunden.
    Lösung zeigen
    1. N₀ = 500
    2. 4000 = 500 · e4k → e4k = 8
    3. k = ln(8) / 4 ≈ 0,5199
    4. N(8) = 500 · e0,5199 · 8 ≈ 32.000
    Ergebnis:
    k ≈ 0,5199, N(8) ≈ 32.000

7Ich untersuche Graphen von e-Funktionen (Extrema, Asymptoten).

EntdeckenFrage

Wo liegt der höchste Punkt von x · e^(−x), und warum erreicht der Graph danach nie wieder null?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Die Ableitung ist f′(x) = (1 − x) · e^(−x). Sie ist null bei x = 1 und wechselt dort von plus nach minus. Der Hochpunkt ist (1|1/e), also etwa (1|0,37). Für x > 0 sind beide Faktoren positiv, und e^(−x) schrumpft schneller, als x wächst: Die x-Achse ist Asymptote.

MerkenAsymptote

e^(kx) wird nie 0 – die x-Achse ist Asymptote; Nullstellen liefert nur der Polynom-Faktor.

BeispielExtrempunkt einer e-Funktion

Bestimme den Extrempunkt von f(x) = 3x · e−4x.
0H
Schritt für Schritt
  1. Produktregel: f'(x) = 3 · e−4x + 3x · (−4)e−4x
  2. ausklammern: f'(x) = 3e−4x(1 − 4x)
  3. e−4x ≠ 0, also 1 − 4x = 0 → x = 0,25
  4. f(0,25) = 30,25 · e−1 ≈ 0,276
  5. Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
  1. Produktregel: f'(x) = 3 · e−4x + 3x · (−4)e−4x
  2. ausklammern: f'(x) = 3e−4x(1 − 4x)
  3. e−4x ≠ 0, also 1 − 4x = 0 → x = 0,25
  4. f(0,25) = 30,25 · e−1 ≈ 0,276
  5. Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
Ergebnis:
Hochpunkt H(0,25 | ≈ 0,276)

ÜbenJetzt du

  1. ○19
    Bestimme den Extrempunkt von f(x) = 2x · e−4x.
    So fängst du an:
    Produktregel: f'(x) = 2 · e−4x + 2x · (−4)e−4x
    Lösung zeigen
    1. Produktregel: f'(x) = 2 · e−4x + 2x · (−4)e−4x
    2. ausklammern: f'(x) = 2e−4x(1 − 4x)
    3. e−4x ≠ 0, also 1 − 4x = 0 → x = 0,25
    4. f(0,25) = 20,25 · e−1 ≈ 0,184
    5. Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
    Ergebnis:
    Hochpunkt H(0,25 | ≈ 0,184)
  2. ●20
    Bestimme den Extrempunkt von f(x) = x · e−2x.
    Lösung zeigen
    1. Produktregel: f'(x) = 1 · e−2x + x · (−2)e−2x
    2. ausklammern: f'(x) = 1e−2x(1 − 2x)
    3. e−2x ≠ 0, also 1 − 2x = 0 → x = 0,5
    4. f(0,5) = 0,5 · e−1 ≈ 0,184
    5. Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
    Ergebnis:
    Hochpunkt H(0,5 | ≈ 0,184)
  3. ★21
    Bestimme den Extrempunkt von f(x) = x · e−x.
    Lösung zeigen
    1. Produktregel: f'(x) = 1 · e−x + x · (−1)e−x
    2. ausklammern: f'(x) = 1e−x(1 − x)
    3. e−x ≠ 0, also 1 − x = 0 → x = 1
    4. f(1) = 1 · e−1 ≈ 0,368
    5. Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
    Ergebnis:
    Hochpunkt H(1 | ≈ 0,368)

8Ich integriere e-Funktionen (Vertiefung).

EntdeckenFrage

Der Graph von e^(−x) läuft unendlich weit nach rechts. Ist die Fläche darunter dann unendlich groß?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Eine Stammfunktion ist −e^(−x). Von 0 bis b ergibt das 1 − e^(−b). Für wachsendes b geht e^(−b) gegen 0. Die Fläche bleibt also unter 1 und nähert sich 1, obwohl der Graph nie endet.

Merkene-Funktion integrieren

∫ e^(kx) dx = 1/k · e^(kx) + C – die Umkehrung der Kettenregel: durch die innere Ableitung teilen.

Beispiele-Funktion integrieren

Berechne ∫₀1 e3x dx
Schritt für Schritt
  1. Stammfunktion: F(x) = 1⁄3 · e3x
  2. F(1) − F(0) = 1⁄3 · (e3 − 1)
  3. ≈ 6,362
  1. Stammfunktion: F(x) = 1⁄3 · e3x
  2. F(1) − F(0) = 1⁄3 · (e3 − 1)
  3. ≈ 6,362
Ergebnis:
≈ 6,362

ÜbenJetzt du

  1. ○22
    Berechne ∫₀2 e2x dx
    So fängst du an:
    Stammfunktion: F(x) = 1⁄2 · e2x
    Lösung zeigen
    1. Stammfunktion: F(x) = 1⁄2 · e2x
    2. F(2) − F(0) = 1⁄2 · (e4 − 1)
    3. ≈ 26,799
    Ergebnis:
    ≈ 26,799
  2. ●23
    Berechne ∫₀2 e3x dx
    Lösung zeigen
    1. Stammfunktion: F(x) = 1⁄3 · e3x
    2. F(2) − F(0) = 1⁄3 · (e6 − 1)
    3. ≈ 134,143
    Ergebnis:
    ≈ 134,143
  3. ★24
    Berechne ∫₀2 e−x dx
    Lösung zeigen
    1. Stammfunktion: F(x) = −e−x
    2. F(2) − F(0) = −(e−2 − 1)
    3. ≈ 0,865
    Ergebnis:
    ≈ 0,865

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●25
    Bestimme f'(x) für f(x) = 2 · e0,5x
    Lösung zeigen
    1. Kettenregel: innere Ableitung 0,5
    2. f'(x) = 1 · e0,5x
    Ergebnis:
    f'(x) = e0,5x
  2. ●26
    Löse: e2x = 100
    Lösung zeigen
    1. ln auf beiden Seiten: 2x = ln(100) ≈ 4,605
    2. x = ln(100) : 2 ≈ 2,3
    Ergebnis:
    x ≈ 2,3
  3. ●27
    Technetium-99m hat eine Halbwertszeit von 6 Stunden. Von 80 mg sind nach 18 Stunden noch wie viel übrig?
    Lösung zeigen
    1. 18 : 6 = 3 Halbwertszeiten
    2. Jedes Mal die Hälfte: 80 → 40 → 20 → 10
    3. Übrig: 10 mg
    Ergebnis:
    10 mg
  4. ●28
    Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (2x + 4)3
    Lösung zeigen
    1. äußere Funktion u3, innere u = 2x + 4
    2. f'(x) = 3 · (2x + 4)2 · 2 = 6 · (2x + 4)2
    Ergebnis:
    f'(x) = 6(2x + 4)2
  5. ●29
    Eine Kultur wächst exponentiell: von 200 auf 400 Zellen in 3 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 6 Stunden.
    Lösung zeigen
    1. N₀ = 200
    2. 400 = 200 · e3k → e3k = 2
    3. k = ln(2) / 3 ≈ 0,231
    4. N(6) = 200 · e0,231 · 6 ≈ 800
    Ergebnis:
    k ≈ 0,231, N(6) ≈ 800
  6. ●30
    Berechne ∫₀1 e−x dx
    Lösung zeigen
    1. Stammfunktion: F(x) = −e−x
    2. F(1) − F(0) = −(e−1 − 1)
    3. ≈ 0,632
    Ergebnis:
    ≈ 0,632

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

e-Funktion
f(x) = eˣ ist die einzige Funktion, die ihre eigene Ableitung ist. e ≈ 2,718.
e-Funktion ableiten
(e^(kx))' = k · e^(kx) – die innere Ableitung k kommt als Faktor davor.
Produkt mit e-Funktion
Produktregel, dann e^(kx) ausklammern – so sieht man die Nullstellen.
Exponentialgleichung mit ln
ln ist die Umkehrung von e: e^(kx) = c → kx = ln c.
Halbwertszeit
Halbwertszeit T = ln 2 : k (Zerfall), Verdopplungszeit ebenso ln 2 : k (Wachstum).
Modellieren
N(t) = N₀ · e^(kt): N₀ Startwert, k > 0 Wachstum, k < 0 Zerfall.
Asymptote
e^(kx) wird nie 0 – die x-Achse ist Asymptote; Nullstellen liefert nur der Polynom-Faktor.
e-Funktion integrieren
∫ e^(kx) dx = 1/k · e^(kx) + C – die Umkehrung der Kettenregel: durch die innere Ableitung teilen.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kenne die e-Funktion und ihre besondere Ableitung.

    31
    Bestimme f'(x) für f(x) = 2 · e0,5x
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    f'(x) = e0,5x
  2. Ich leite e-Funktionen mit Kettenregel ab.

    32
    Bestimme f'(x) für f(x) = 5 · e−2x
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    f'(x) = −10e−2x
  3. Ich leite Produkte aus Polynom und e-Funktion ab.

    33
    Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (3x + 2)3
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    f'(x) = 9(3x + 2)2
  4. Ich löse Exponentialgleichungen mit dem natürlichen Logarithmus.

    34
    Löse: e0,5x = 5
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    x ≈ 3,22
  5. Ich berechne Halbwerts- und Verdopplungszeiten.

    35
    Technetium-99m hat eine Halbwertszeit von 6 Stunden. Von 100 mg sind nach 12 Stunden noch wie viel übrig?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    25 mg
  6. Ich modelliere Wachstum und Zerfall mit e-Funktionen.

    36
    Eine Kultur wächst exponentiell: von 200 auf 800 Zellen in 3 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 6 Stunden.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    k ≈ 0,4621, N(6) ≈ 3200
  7. Ich untersuche Graphen von e-Funktionen (Extrema, Asymptoten).

    37
    Bestimme den Extrempunkt von f(x) = 5x · e−4x.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Hochpunkt H(0,25 | ≈ 0,46)
  8. Ich integriere e-Funktionen (Vertiefung).

    38
    Berechne ∫₀2 e−2x dx
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    ≈ 0,491
  9. Ich bereite die Klausur vor.

    39
    Bestimme f'(x) für f(x) = e−0,5x
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    f'(x) = −0,5e−0,5x

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Nach wie vielen Jahren hat sich ein Kapital bei 3 % verdoppelt? Löse 1,03 hoch x = 2 – ohne Logarithmus.

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

Mit dem Werkzeug aus diesem Kapitel: Der Logarithmus: die Umkehrung des Potenzierens.

Wo brauchst du das?

Entdecken

Radioaktiver Zerfall, Kaffee kühlt ab, Zinseszins. Beruf: Medizin (Medikamentenabbau), Finanzen, Ökologie.

Wörter

Ableitung
wie schnell sich etwas an einer Stelle ändert
Ausklammern
den gemeinsamen Faktor vor die Klammer holen
Funktion
eine Regel, die aus einer Zahl eine andere macht
Nullstelle
wo der Graph die x-Achse trifft
Produkt
was herauskommt, wenn man malnimmt

Wie es zusammenhängt

Das brauchst du vorher: Exponentielles Wachstum, Potenzen und Wurzeln, Integralrechnung

Lösungen

  1. f'(x) = −4e−2x
  2. f'(x) = 8e2x
  3. f'(x) = e0,5x(0,5x + 3)
  4. f'(x) = 2e2x
  5. f'(x) = 6e3x
  6. f'(x) = e2x(2x + 3)
  7. f'(x) = 6(2x + 2)2
  8. f'(x) = 9(3x + 4)2
  9. f'(x) = x3 · e2x · (2x + 4)
  10. x ≈ 1,54
  11. x ≈ 19,56
  12. x ≈ 23,03
  13. 100 mg
  14. 25 mg
  15. 12,5 mg
  16. k ≈ 0,4159, N(10) ≈ 6400
  17. k ≈ 0,2773, N(10) ≈ 3200
  18. k ≈ 0,5199, N(8) ≈ 32.000
  19. Hochpunkt H(0,25 | ≈ 0,184)
  20. Hochpunkt H(0,5 | ≈ 0,184)
  21. Hochpunkt H(1 | ≈ 0,368)
  22. ≈ 26,799
  23. ≈ 134,143
  24. ≈ 0,865
  25. f'(x) = e0,5x
  26. x ≈ 2,3
  27. 10 mg
  28. f'(x) = 6(2x + 4)2
  29. k ≈ 0,231, N(6) ≈ 800
  30. ≈ 0,632
  31. f'(x) = e0,5x
  32. f'(x) = −10e−2x
  33. f'(x) = 9(3x + 2)2
  34. x ≈ 3,22
  35. 25 mg
  36. k ≈ 0,4621, N(6) ≈ 3200
  37. Hochpunkt H(0,25 | ≈ 0,46)
  38. ≈ 0,491
  39. f'(x) = −0,5e−0,5x
  40. ≈ 2.160 Zellen
  41. ≈ 586 Zellen