Mathematik · Klasse 12 · Kapitel
e-Funktion und Logarithmus
EntdeckenDie Frage zum Kapitel
Nach wie vielen Jahren hat sich ein Kapital bei 3 % verdoppelt? Löse 1,03 hoch x = 2 – ohne Logarithmus.
Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Für die Lehrkraft: Probieren liefert zwischen 23 und 24, dann 23,4 oder 23,5 – jede weitere Stelle kostet Minuten. Die Klasse braucht die Umkehrung. x = ln(2) : ln(1,03) ≈ 23,45. Der Logarithmus holt den Exponenten herunter – exakt, in einer Zeile.
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Wachstum mit festem Faktor: Jeder Schritt multipliziert, nicht addiert.
- ●40Eine Bakterienkultur mit 800 Zellen wächst um 50 % pro Stunde. Berechne, wie viele Zellen es nach 4 Stunden sind.
Lösung zeigen
- Wachstumsfaktor q = 1 + 50100 = 1,5
- B(t) = 800 · 1,54
- ≈ 4.050
Ergebnis:≈ 4.050 Zellen - ●41Eine Bakterienkultur mit 100 Zellen wächst um 50 % pro Stunde. Berechne, wie viele Zellen es nach 3 Stunden sind.
Lösung zeigen
- Wachstumsfaktor q = 1 + 50100 = 1,5
- B(t) = 100 · 1,53
- ≈ 338
Ergebnis:≈ 338 Zellen
So kannst du es dir vorstellen
EntdeckenDie Funktion, die ihre eigene Ableitung ist
eˣ wächst in jedem Punkt genau so schnell, wie sie groß ist. Genau das macht sie zur Beschreibung von allem, was proportional zum Bestand wächst oder zerfällt.
WeiterdenkenDenk nach
Warum taucht e bei Zinsen, Zerfall und Bevölkerungswachstum gleichermaßen auf?
1Ich kenne die e-Funktion und ihre besondere Ableitung.
EntdeckenFrage
Warum ist die Zahl e überall – von Bankzinsen bis zum Zerfall?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Weil e hoch x die einzige Funktion ist, die ihrer eigenen Steigung gleicht: Wachstum, das von sich selbst abhängt, landet immer bei e. Bernoulli fand sie 1683 beim Zinseszins mit immer kürzeren Zinsperioden.
Merkene-Funktion
f(x) = eˣ ist die einzige Funktion, die ihre eigene Ableitung ist. e ≈ 2,718.
Eselsbrücke: e-Funktion: die einzige Funktion, die ihre eigene Ableitung ist – (eˣ)' = eˣ
Beispiele-Funktion ableiten
Schritt für Schritt
- Kettenregel: innere Ableitung −0,5
- f'(x) = −2 · e−0,5x
- Kettenregel: innere Ableitung −0,5
- f'(x) = −2 · e−0,5x
Achtunge-Funktion wie Potenz abgeleitet
f(x) = e^(3x), f'(x) = 3x · e^(3x − 1)
f(x) = e^(3x), f'(x) = 3 · e^(3x) (die e-Funktion bleibt, k kommt davor)
Nicht x · e^(x−1)! Die e-Funktion bleibt, nur der Faktor k kommt davor.
ÜbenJetzt du
- ○1Bestimme f'(x) für f(x) = 5 · e−2xSo fängst du an:Kettenregel: innere Ableitung −2
Lösung zeigen
- Kettenregel: innere Ableitung −2
- f'(x) = −10 · e−2x
Ergebnis:f'(x) = −10e−2x - ●2Bestimme f'(x) für f(x) = e−0,5x
Lösung zeigen
- Kettenregel: innere Ableitung −0,5
- f'(x) = −0,5 · e−0,5x
Ergebnis:f'(x) = −0,5e−0,5x - ★3Bestimme f'(x) für f(x) = (x + 5) · e3x
Lösung zeigen
- Produktregel: u = x + 5, v = e3x
- f' = 1 · e3x + (x + 5) · 3e3x
- = e3x · (3x + 16)
Ergebnis:f'(x) = e3x(3x + 16)
2Ich leite e-Funktionen mit Kettenregel ab.
EntdeckenFrage
Warum bleibt beim Ableiten von e hoch 2x doch nicht alles beim Alten?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Weil die innere Funktion doppelt so schnell läuft. Ihre Ableitung 2 kommt als Faktor nach vorn – e hoch 2x wächst in jedem Augenblick doppelt so schnell wie e hoch x.
Merkene-Funktion ableiten
(e^(kx))' = k · e^(kx) – die innere Ableitung k kommt als Faktor davor.
Beispiele-Funktion ableiten
Schritt für Schritt
- Kettenregel: innere Ableitung −0,5
- f'(x) = −2,5 · e−0,5x
- Kettenregel: innere Ableitung −0,5
- f'(x) = −2,5 · e−0,5x
ÜbenJetzt du
- ○4Bestimme f'(x) für f(x) = 2 · e2xSo fängst du an:Kettenregel: innere Ableitung 2
Lösung zeigen
- Kettenregel: innere Ableitung 2
- f'(x) = 4 · e2x
Ergebnis:f'(x) = 4e2x - ●5Bestimme f'(x) für f(x) = 2 · e−2x
Lösung zeigen
- Kettenregel: innere Ableitung −2
- f'(x) = −4 · e−2x
Ergebnis:f'(x) = −4e−2x - ★6Bestimme f'(x) für f(x) = (x + 1) · e2x
Lösung zeigen
- Produktregel: u = x + 1, v = e2x
- f' = 1 · e2x + (x + 1) · 2e2x
- = e2x · (2x + 3)
Ergebnis:f'(x) = e2x(2x + 3)
3Ich leite Produkte aus Polynom und e-Funktion ab.
EntdeckenFrage
Warum steigt der Wirkstoffspiegel eines Medikaments erst an und fällt dann wieder?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Weil Aufnahme und Abbau gleichzeitig laufen. Das Modell ist ein Produkt aus einem wachsenden und einem fallenden Teil; der höchste Punkt liegt dort, wo beide sich die Waage halten.
MerkenProdukt mit e-Funktion
Produktregel, dann e^(kx) ausklammern – so sieht man die Nullstellen.
BeispielProdukt- und Kettenregel
Schritt für Schritt
- äußere Funktion u4, innere u = 4x + 3
- f'(x) = 4 · (4x + 3)3 · 4 = 16 · (4x + 3)3
- äußere Funktion u4, innere u = 4x + 3
- f'(x) = 4 · (4x + 3)3 · 4 = 16 · (4x + 3)3
ÜbenJetzt du
- ○7Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (5x + 3)2So fängst du an:äußere Funktion u2, innere u = 5x + 3
Lösung zeigen
- äußere Funktion u2, innere u = 5x + 3
- f'(x) = 2 · (5x + 3) · 5 = 10 · (5x + 3)
Ergebnis:f'(x) = 10(5x + 3) - ●8Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (5x + 2)2
Lösung zeigen
- äußere Funktion u2, innere u = 5x + 2
- f'(x) = 2 · (5x + 2) · 5 = 10 · (5x + 2)
Ergebnis:f'(x) = 10(5x + 2) - ★9Bestimme mit der Produktregel f'(x) für f(x) = x3 · e3x
Lösung zeigen
- u = x3, u' = 3x2; v = e3x, v' = 3e3x
- f' = u'v + uv' = 3x2e3x + 3x3e3x
- ausklammern: x2e3x(3 + 3x)
Ergebnis:f'(x) = x2 · e3x · (3x + 3)
4Ich löse Exponentialgleichungen mit dem natürlichen Logarithmus.
EntdeckenFrage
Wie lange braucht eine Bakterienkultur bis zur Verdopplung – ohne Probieren?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Man löst die Gleichung mit dem natürlichen Logarithmus: Aus 2 gleich e hoch kt folgt t gleich ln 2 durch k. Der Logarithmus macht das Potenzieren rückgängig.
MerkenExponentialgleichung mit ln
ln ist die Umkehrung von e: e^(kx) = c → kx = ln c.
BeispielExponentialgleichung mit ln
Schritt für Schritt
- ln auf beiden Seiten: 0,1x = ln(10) ≈ 2,303
- x = ln(10) : 0,1 ≈ 23,03
- ln auf beiden Seiten: 0,1x = ln(10) ≈ 2,303
- x = ln(10) : 0,1 ≈ 23,03
Achtungln falsch angewandt
e^(2x) = 10, also 2x = e^10
e^(2x) = 10, also 2x = ln 10, x = ln 10 : 2 ≈ 1,15
ln(e^(kx)) = kx – nicht e^(kx) = ln c.
ÜbenJetzt du
- ○10Löse: e3x = 50So fängst du an:ln auf beiden Seiten: 3x = ln(50) ≈ 3,912
Lösung zeigen
- ln auf beiden Seiten: 3x = ln(50) ≈ 3,912
- x = ln(50) : 3 ≈ 1,3
Ergebnis:x ≈ 1,3 - ●11Löse: e3x = 100
Lösung zeigen
- ln auf beiden Seiten: 3x = ln(100) ≈ 4,605
- x = ln(100) : 3 ≈ 1,54
Ergebnis:x ≈ 1,54 - ★12Löse: e0,1x = 20 (auf zwei Nachkommastellen)
Lösung zeigen
- ln auf beiden Seiten: 0,1x = ln(20) ≈ 2,996
- x = ln(20) : 0,1 ≈ 29,96
Ergebnis:x ≈ 29,96
5Ich berechne Halbwerts- und Verdopplungszeiten.
EntdeckenFrage
Woher weiß man, dass Ötzi vor rund 5300 Jahren gelebt hat?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Aus dem Zerfall von Kohlenstoff 14 mit einer Halbwertszeit von 5730 Jahren. Aus dem Restanteil ergibt sich das Alter; die Methode brachte Willard Libby 1960 den Nobelpreis.
MerkenHalbwertszeit
Halbwertszeit T = ln 2 : k (Zerfall), Verdopplungszeit ebenso ln 2 : k (Wachstum).
BeispielHalbwertszeit
Schritt für Schritt
- 90 : 30 = 3 Halbwertszeiten
- Jedes Mal die Hälfte: 160 → 80 → 40 → 20
- Übrig: 20 mg
- 90 : 30 = 3 Halbwertszeiten
- Jedes Mal die Hälfte: 160 → 80 → 40 → 20
- Übrig: 20 mg
ÜbenJetzt du
- ○13Iod-131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen. Von 400 mg sind nach 24 Tagen noch wie viel übrig?So fängst du an:24 : 8 = 3 Halbwertszeiten
Lösung zeigen
- 24 : 8 = 3 Halbwertszeiten
- Jedes Mal die Hälfte: 400 → 200 → 100 → 50
- Übrig: 50 mg
Ergebnis:50 mg - ●14Iod-131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen. Von 400 mg sind nach 32 Tagen noch wie viel übrig?
Lösung zeigen
- 32 : 8 = 4 Halbwertszeiten
- Jedes Mal die Hälfte: 400 → 200 → 100 → 50 → 25
- Übrig: 25 mg
Ergebnis:25 mg - ★15Cobalt-60 hat eine Halbwertszeit von 5 Jahren. Von 400 mg sind nach 10 Jahren noch wie viel übrig?
Lösung zeigen
- 10 : 5 = 2 Halbwertszeiten
- Jedes Mal die Hälfte: 400 → 200 → 100
- Übrig: 100 mg
Ergebnis:100 mg
6Ich modelliere Wachstum und Zerfall mit e-Funktionen.
EntdeckenFrage
Wie viel Luftdruck ist auf dem Gipfel der Zugspitze noch übrig?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Der Luftdruck nimmt mit der Höhe ungefähr nach p(h) = 1013 hPa · e^(−h : 8 km) ab. Für 2962 m ergibt das 1013 · e^(−0,37) ≈ 700 hPa. Das sind gut zwei Drittel des Drucks am Meer.
MerkenModellieren
N(t) = N₀ · e^(kt): N₀ Startwert, k > 0 Wachstum, k < 0 Zerfall.
BeispielWachstum modellieren
Schritt für Schritt
- N₀ = 100
- 800 = 100 · e3k → e3k = 8
- k = ln(8) / 3 ≈ 0,6931
- N(6) = 100 · e0,6931 · 6 ≈ 6400
- N₀ = 100
- 800 = 100 · e3k → e3k = 8
- k = ln(8) / 3 ≈ 0,6931
- N(6) = 100 · e0,6931 · 6 ≈ 6400
ÜbenJetzt du
- ○16Eine Kultur wächst exponentiell: von 200 auf 800 Zellen in 4 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 8 Stunden.So fängst du an:N₀ = 200
Lösung zeigen
- N₀ = 200
- 800 = 200 · e4k → e4k = 4
- k = ln(4) / 4 ≈ 0,3466
- N(8) = 200 · e0,3466 · 8 ≈ 3200
Ergebnis:k ≈ 0,3466, N(8) ≈ 3200 - ●17Eine Kultur wächst exponentiell: von 500 auf 4000 Zellen in 5 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 10 Stunden.
Lösung zeigen
- N₀ = 500
- 4000 = 500 · e5k → e5k = 8
- k = ln(8) / 5 ≈ 0,4159
- N(10) = 500 · e0,4159 · 10 ≈ 32.000
Ergebnis:k ≈ 0,4159, N(10) ≈ 32.000 - ★18Eine Kultur wächst exponentiell: von 200 auf 1600 Zellen in 5 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 10 Stunden.
Lösung zeigen
- N₀ = 200
- 1600 = 200 · e5k → e5k = 8
- k = ln(8) / 5 ≈ 0,4159
- N(10) = 200 · e0,4159 · 10 ≈ 12.800
Ergebnis:k ≈ 0,4159, N(10) ≈ 12.800
7Ich untersuche Graphen von e-Funktionen (Extrema, Asymptoten).
EntdeckenFrage
Wo liegt der höchste Punkt von x · e^(−x), und warum erreicht der Graph danach nie wieder null?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Die Ableitung ist f′(x) = (1 − x) · e^(−x). Sie ist null bei x = 1 und wechselt dort von plus nach minus. Der Hochpunkt ist (1|1/e), also etwa (1|0,37). Für x > 0 sind beide Faktoren positiv, und e^(−x) schrumpft schneller, als x wächst: Die x-Achse ist Asymptote.
MerkenAsymptote
e^(kx) wird nie 0 – die x-Achse ist Asymptote; Nullstellen liefert nur der Polynom-Faktor.
BeispielExtrempunkt einer e-Funktion
Schritt für Schritt
- Produktregel: f'(x) = 2 · e−3x + 2x · (−3)e−3x
- ausklammern: f'(x) = 2e−3x(1 − 3x)
- e−3x ≠ 0, also 1 − 3x = 0 → x = 0,333
- f(0,333) = 20,333 · e−1 ≈ 0,245
- Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
- Produktregel: f'(x) = 2 · e−3x + 2x · (−3)e−3x
- ausklammern: f'(x) = 2e−3x(1 − 3x)
- e−3x ≠ 0, also 1 − 3x = 0 → x = 0,333
- f(0,333) = 20,333 · e−1 ≈ 0,245
- Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
ÜbenJetzt du
- ○19Bestimme den Extrempunkt von f(x) = x · e−2x.So fängst du an:Produktregel: f'(x) = 1 · e−2x + x · (−2)e−2x
Lösung zeigen
- Produktregel: f'(x) = 1 · e−2x + x · (−2)e−2x
- ausklammern: f'(x) = 1e−2x(1 − 2x)
- e−2x ≠ 0, also 1 − 2x = 0 → x = 0,5
- f(0,5) = 0,5 · e−1 ≈ 0,184
- Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
Ergebnis:Hochpunkt H(0,5 | ≈ 0,184) - ●20Bestimme den Extrempunkt von f(x) = 2x · e−4x.
Lösung zeigen
- Produktregel: f'(x) = 2 · e−4x + 2x · (−4)e−4x
- ausklammern: f'(x) = 2e−4x(1 − 4x)
- e−4x ≠ 0, also 1 − 4x = 0 → x = 0,25
- f(0,25) = 20,25 · e−1 ≈ 0,184
- Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
Ergebnis:Hochpunkt H(0,25 | ≈ 0,184) - ★21Bestimme den Extrempunkt von f(x) = 5x · e−2x.
Lösung zeigen
- Produktregel: f'(x) = 5 · e−2x + 5x · (−2)e−2x
- ausklammern: f'(x) = 5e−2x(1 − 2x)
- e−2x ≠ 0, also 1 − 2x = 0 → x = 0,5
- f(0,5) = 50,5 · e−1 ≈ 0,92
- Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
Ergebnis:Hochpunkt H(0,5 | ≈ 0,92)
8Ich integriere e-Funktionen (Vertiefung).
EntdeckenFrage
Der Graph von e^(−x) läuft unendlich weit nach rechts. Ist die Fläche darunter dann unendlich groß?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Eine Stammfunktion ist −e^(−x). Von 0 bis b ergibt das 1 − e^(−b). Für wachsendes b geht e^(−b) gegen 0. Die Fläche bleibt also unter 1 und nähert sich 1, obwohl der Graph nie endet.
Merkene-Funktion integrieren
∫ e^(kx) dx = 1/k · e^(kx) + C – die Umkehrung der Kettenregel: durch die innere Ableitung teilen.
Beispiele-Funktion integrieren
Schritt für Schritt
- Stammfunktion: F(x) = 1⁄−2 · e−2x
- F(1) − F(0) = 1⁄−2 · (e−2 − 1)
- ≈ 0,432
- Stammfunktion: F(x) = 1⁄−2 · e−2x
- F(1) − F(0) = 1⁄−2 · (e−2 − 1)
- ≈ 0,432
ÜbenJetzt du
- ○22Berechne ∫₀2 e−x dxSo fängst du an:Stammfunktion: F(x) = −e−x
Lösung zeigen
- Stammfunktion: F(x) = −e−x
- F(2) − F(0) = −(e−2 − 1)
- ≈ 0,865
Ergebnis:≈ 0,865 - ●23Berechne ∫₀2 e3x dx
Lösung zeigen
- Stammfunktion: F(x) = 1⁄3 · e3x
- F(2) − F(0) = 1⁄3 · (e6 − 1)
- ≈ 134,143
Ergebnis:≈ 134,143 - ★24Berechne ∫₀1 e−x dx
Lösung zeigen
- Stammfunktion: F(x) = −e−x
- F(1) − F(0) = −(e−1 − 1)
- ≈ 0,632
Ergebnis:≈ 0,632
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●25Bestimme f'(x) für f(x) = 2 · e−0,5x
Lösung zeigen
- Kettenregel: innere Ableitung −0,5
- f'(x) = −1 · e−0,5x
Ergebnis:f'(x) = −e−0,5x - ●26Löse: e0,1x = 20
Lösung zeigen
- ln auf beiden Seiten: 0,1x = ln(20) ≈ 2,996
- x = ln(20) : 0,1 ≈ 29,96
Ergebnis:x ≈ 29,96 - ●27Cobalt-60 hat eine Halbwertszeit von 5 Jahren. Von 100 mg sind nach 20 Jahren noch wie viel übrig?
Lösung zeigen
- 20 : 5 = 4 Halbwertszeiten
- Jedes Mal die Hälfte: 100 → 50 → 25 → 12,5 → 6,25
- Übrig: 6,25 mg
Ergebnis:6,25 mg - ●28Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (4x + 2)4
Lösung zeigen
- äußere Funktion u4, innere u = 4x + 2
- f'(x) = 4 · (4x + 2)3 · 4 = 16 · (4x + 2)3
Ergebnis:f'(x) = 16(4x + 2)3 - ●29Eine Kultur wächst exponentiell: von 200 auf 400 Zellen in 5 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 10 Stunden.
Lösung zeigen
- N₀ = 200
- 400 = 200 · e5k → e5k = 2
- k = ln(2) / 5 ≈ 0,1386
- N(10) = 200 · e0,1386 · 10 ≈ 800
Ergebnis:k ≈ 0,1386, N(10) ≈ 800 - ●30Bestimme den Extrempunkt von f(x) = 3x · e−3x.
Lösung zeigen
- Produktregel: f'(x) = 3 · e−3x + 3x · (−3)e−3x
- ausklammern: f'(x) = 3e−3x(1 − 3x)
- e−3x ≠ 0, also 1 − 3x = 0 → x = 0,333
- f(0,333) = 30,333 · e−1 ≈ 0,368
- Vorzeichenwechsel von + nach − → Hochpunkt
Ergebnis:Hochpunkt H(13 | ≈ 0,368)
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- e-Funktion
- f(x) = eˣ ist die einzige Funktion, die ihre eigene Ableitung ist. e ≈ 2,718.
- e-Funktion ableiten
- (e^(kx))' = k · e^(kx) – die innere Ableitung k kommt als Faktor davor.
- Produkt mit e-Funktion
- Produktregel, dann e^(kx) ausklammern – so sieht man die Nullstellen.
- Exponentialgleichung mit ln
- ln ist die Umkehrung von e: e^(kx) = c → kx = ln c.
- Halbwertszeit
- Halbwertszeit T = ln 2 : k (Zerfall), Verdopplungszeit ebenso ln 2 : k (Wachstum).
- Modellieren
- N(t) = N₀ · e^(kt): N₀ Startwert, k > 0 Wachstum, k < 0 Zerfall.
- Asymptote
- e^(kx) wird nie 0 – die x-Achse ist Asymptote; Nullstellen liefert nur der Polynom-Faktor.
- e-Funktion integrieren
- ∫ e^(kx) dx = 1/k · e^(kx) + C – die Umkehrung der Kettenregel: durch die innere Ableitung teilen.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kenne die e-Funktion und ihre besondere Ableitung.
31Bestimme f'(x) für f(x) = 5 · e0,5xLösung zeigen
Ergebnis:f'(x) = 2,5e0,5xIch leite e-Funktionen mit Kettenregel ab.
32Bestimme f'(x) für f(x) = 5 · e2xLösung zeigen
Ergebnis:f'(x) = 10e2xIch leite Produkte aus Polynom und e-Funktion ab.
33Bestimme mit der Kettenregel f'(x) für f(x) = (2x + 3)2Lösung zeigen
Ergebnis:f'(x) = 4(2x + 3)Ich löse Exponentialgleichungen mit dem natürlichen Logarithmus.
34Löse: e0,1x = 100Lösung zeigen
Ergebnis:x ≈ 46,05Ich berechne Halbwerts- und Verdopplungszeiten.
35Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Von 160 mg sind nach 90 Jahren noch wie viel übrig?Lösung zeigen
Ergebnis:20 mgIch modelliere Wachstum und Zerfall mit e-Funktionen.
36Eine Kultur wächst exponentiell: von 200 auf 800 Zellen in 4 Stunden. Stelle N(t) = N₀ · ekt auf und berechne den Bestand nach 8 Stunden.Lösung zeigen
Ergebnis:k ≈ 0,3466, N(8) ≈ 3200Ich untersuche Graphen von e-Funktionen (Extrema, Asymptoten).
37Bestimme den Extrempunkt von f(x) = 3x · e−x.Lösung zeigen
Ergebnis:Hochpunkt H(1 | ≈ 1,104)Ich integriere e-Funktionen (Vertiefung).
38Berechne ∫₀2 e2x dxLösung zeigen
Ergebnis:≈ 26,799Ich bereite die Klausur vor.
39Bestimme f'(x) für f(x) = 2 · e−0,5xLösung zeigen
Ergebnis:f'(x) = −e−0,5x
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Die Frage vom Anfang
EntdeckenRückschau
Nach wie vielen Jahren hat sich ein Kapital bei 3 % verdoppelt? Löse 1,03 hoch x = 2 – ohne Logarithmus.
Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?
Auflösung
Mit dem Werkzeug aus diesem Kapitel: Der Logarithmus: die Umkehrung des Potenzierens.
Wo brauchst du das?
Entdecken
Radioaktiver Zerfall, Kaffee kühlt ab, Zinseszins. Beruf: Medizin (Medikamentenabbau), Finanzen, Ökologie.
Wörter
- Ableitung
- wie schnell sich etwas an einer Stelle ändert
- Ausklammern
- den gemeinsamen Faktor vor die Klammer holen
- Funktion
- eine Regel, die aus einer Zahl eine andere macht
- Nullstelle
- wo der Graph die x-Achse trifft
- Produkt
- was herauskommt, wenn man malnimmt
Wie es zusammenhängt
Das brauchst du vorher: Exponentielles Wachstum, Potenzen und Wurzeln, Integralrechnung
Lösungen
- f'(x) = −10e−2x
- f'(x) = −0,5e−0,5x
- f'(x) = e3x(3x + 16)
- f'(x) = 4e2x
- f'(x) = −4e−2x
- f'(x) = e2x(2x + 3)
- f'(x) = 10(5x + 3)
- f'(x) = 10(5x + 2)
- f'(x) = x2 · e3x · (3x + 3)
- x ≈ 1,3
- x ≈ 1,54
- x ≈ 29,96
- 50 mg
- 25 mg
- 100 mg
- k ≈ 0,3466, N(8) ≈ 3200
- k ≈ 0,4159, N(10) ≈ 32.000
- k ≈ 0,4159, N(10) ≈ 12.800
- Hochpunkt H(0,5 | ≈ 0,184)
- Hochpunkt H(0,25 | ≈ 0,184)
- Hochpunkt H(0,5 | ≈ 0,92)
- ≈ 0,865
- ≈ 134,143
- ≈ 0,632
- f'(x) = −e−0,5x
- x ≈ 29,96
- 6,25 mg
- f'(x) = 16(4x + 2)3
- k ≈ 0,1386, N(10) ≈ 800
- Hochpunkt H(13 | ≈ 0,368)
- f'(x) = 2,5e0,5x
- f'(x) = 10e2x
- f'(x) = 4(2x + 3)
- x ≈ 46,05
- 20 mg
- k ≈ 0,3466, N(8) ≈ 3200
- Hochpunkt H(1 | ≈ 1,104)
- ≈ 26,799
- f'(x) = −e−0,5x
- ≈ 4.050 Zellen
- ≈ 338 Zellen