Physik · Klasse 12 · Kapitel
Physik Oberstufe: Elektromagnetische Induktion
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich kann den magnetischen Fluss und seine Änderung bestimmen.
MerkenMagnetischer Fluss
Der Fluss Φ = B · A zählt, wie viel Feld senkrecht durch eine Fläche geht, in Wb = T · m².
Er ändert sich, wenn sich B, die Fläche im Feld oder ihre Stellung zum Feld ändert.
BeispielMagnetischer Fluss
Schritt für Schritt
- Φ = B · A bei senkrechter Fläche
- B = 0,12 T, A = 25 cm² = 0,0025 m²
- Φ = 0,12 T · 0,0025 m² = 0,3 mWb
- Φ = B · A bei senkrechter Fläche
- B = 0,12 T, A = 25 cm² = 0,0025 m²
- Φ = 0,12 T · 0,0025 m² = 0,3 mWb
AchtungFluss statt Flussänderung
Φ bleibt 4 mWb, N = 50: große Spannung, weil viel Fluss da ist
Φ bleibt 4 mWb: ΔΦ = 0 mWb → U_ind = 0 V
Es zählt nicht, wie groß der Fluss ist, sondern wie schnell er sich ändert: U_ind = −N · ΔΦ : Δt.
ÜbenJetzt du
- ○1Eine rechteckige Leiterschleife mit A = 120 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 150 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.So fängst du an:Φ = B · A bei senkrechter Fläche
Lösung zeigen
- Φ = B · A bei senkrechter Fläche
- B = 0,15 T, A = 120 cm² = 0,012 m²
- Φ = 0,15 T · 0,012 m² = 1,8 mWb
Ergebnis:1,8 mWb - ●2Ein Drahtrahmen mit A = 150 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 300 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
Lösung zeigen
- Φ = B · A bei senkrechter Fläche
- B = 0,3 T, A = 150 cm² = 0,015 m²
- Φ = 0,3 T · 0,015 m² = 4,5 mWb
Ergebnis:4,5 mWb - ★3Eine rechteckige Leiterschleife mit A = 50 cm² steht senkrecht zum Feld. B steigt von 100 mT auf 450 mT. Berechne die Änderung ΔΦ des magnetischen Flusses.
Lösung zeigen
- ΔΦ = A · ΔB, denn die Fläche bleibt gleich
- A = 0,005 m², ΔB = 350 mT = 0,35 T
- ΔΦ = 0,005 m² · 0,35 T = 1,75 mWb
Ergebnis:1,75 mWb
2Ich kann die Induktionsspannung mit dem Induktionsgesetz berechnen.
MerkenInduktionsgesetz
Nicht der Fluss zählt, sondern wie schnell er sich ändert.
Es gilt U_ind = −N · ΔΦ : Δt. Bei fester Fläche ist ΔΦ = A · ΔB, bei festem Feld ΔΦ = B · ΔA.
BeispielInduktionsgesetz bei fester Fläche
Schritt für Schritt
- |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
- A = 0,001 m², ΔB = 0,02 T, Δt = 0,005 s
- |U_ind| = 800 · 0,001 m² · 0,02 T : 0,005 s = 3,2 V
- |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
- A = 0,001 m², ΔB = 0,02 T, Δt = 0,005 s
- |U_ind| = 800 · 0,001 m² · 0,02 T : 0,005 s = 3,2 V
AchtungWindungszahl vergessen
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 0,2 V
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 100 · 0,002 Wb : 0,01 s = 20 V
Jede Windung liefert dieselbe Spannung. Bei N Windungen nimmst du sie N-mal: U_ind = −N · ΔΦ : Δt.
ÜbenJetzt du
- ○4Eine Spule mit N = 800 Windungen und A = 8 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 40 ms gleichmäßig um 120 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.So fängst du an:|U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
Lösung zeigen
- |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
- A = 0,0008 m², ΔB = 0,12 T, Δt = 0,04 s
- |U_ind| = 800 · 0,0008 m² · 0,12 T : 0,04 s = 1,92 V
Ergebnis:1,92 V - ●5Eine Spule mit N = 100 Windungen und A = 8 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 10 ms gleichmäßig um 150 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
Lösung zeigen
- |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
- A = 0,0008 m², ΔB = 0,15 T, Δt = 0,01 s
- |U_ind| = 100 · 0,0008 m² · 0,15 T : 0,01 s = 1,2 V
Ergebnis:1,2 V - ★6Eine Spule mit N = 400 und A = 4 cm² sitzt im Feld mit 150 mT. Es wird gleichmäßig abgeschaltet, dabei ist |U_ind| = 2,4 V. Berechne die Dauer.
Lösung zeigen
- |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, umgestellt Δt = N · A · ΔB : |U_ind|
- A = 0,0004 m², ΔB = 0,15 T
- Δt = 400 · 0,0004 m² · 0,15 T : 2,4 V = 10 ms
Ergebnis:10 ms
3Ich kann aus einem Φ(t)-Diagramm die Induktionsspannung und ihren Verlauf bestimmen.
MerkenVom Φ(t)-Diagramm zur Spannung
Die Induktionsspannung ist N mal die Steigung von Φ(t), mit umgekehrtem Vorzeichen.
Waagerecht heißt keine Spannung, steil heißt große Spannung. Steigen und Fallen geben entgegengesetzte Vorzeichen.
BeispielInduktionsspannung aus dem Φ(t)-Diagramm
Schritt für Schritt
- |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
- |ΔΦ| = 4 mWb, Δt = 30 ms
- |U_ind| = 50 · 4 mWb : 30 ms = 6,67 V
- |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
- |ΔΦ| = 4 mWb, Δt = 30 ms
- |U_ind| = 50 · 4 mWb : 30 ms = 6,67 V
AchtungWindungszahl vergessen
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 0,2 V
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 100 · 0,002 Wb : 0,01 s = 20 V
Nimm am Ende mal N. Jede Windung liefert dieselbe Spannung.
ÜbenJetzt du
- ○7Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 100 Windungen. Berechne |U_ind| zwischen 30 ms und 40 ms.So fängst du an:|U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
Lösung zeigen
- |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
- |ΔΦ| = 3 mWb, Δt = 10 ms
- |U_ind| = 100 · 3 mWb : 10 ms = 30 V
Ergebnis:30 V - ●8Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 10 Windungen. Berechne |U_ind| zwischen 40 ms und 50 ms.
Lösung zeigen
- |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
- |ΔΦ| = 6 mWb, Δt = 10 ms
- |U_ind| = 10 · 6 mWb : 10 ms = 6 V
Ergebnis:6 V - ★9Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 10 Windungen. Berechne den größten Betrag der Induktionsspannung zwischen 0 ms und 60 ms.
Lösung zeigen
- Die Spannung ist am größten, wo Φ(t) am steilsten ist: |U| = N · |ΔΦ| : Δt
- Anstieg: 3 mWb in 20 ms, Abfall: 3 mWb in 10 ms
- |U| = 10 · 3 mWb : 10 ms = 3 V
Ergebnis:3 V
4Ich kann Induktionsströme mit der Lenzschen Regel und dem Energieerhaltungssatz begründen.
MerkenLenzsche Regel
Der Induktionsstrom ist so gerichtet, dass sein Magnetfeld seiner Ursache entgegenwirkt.
Er hemmt die Änderung, nicht das Feld. Sonst entstünde Energie aus nichts.
BeispielLenzsche Regel
Schritt für Schritt
- Eine Spannung wird induziert.
- Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
- Die Ursache ist die Annäherung: Der Ring wird abgestoßen.
- Eine Spannung wird induziert.
- Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
- Die Ursache ist die Annäherung: Der Ring wird abgestoßen.
AchtungLenzsche Regel als „immer Gegenfeld“
Magnet entfernt sich: Gegenfeld, der Ring stößt ab
Magnet entfernt sich → der Ring hemmt das Entfernen: Er zieht an und folgt
Der Induktionsstrom hemmt die Änderung, nicht das Feld. Entfernt sich der Magnet, zieht der Ring ihn an und folgt ihm.
ÜbenJetzt du
- ○10Ein Aluminiumring hängt an Fäden. Der Südpol eines Stabmagneten wird schnell vom Ring weggezogen. Der Ring ist aufgeschnitten. Was macht der Ring? Begründe.So fängst du an:Eine Spannung wird induziert.
Lösung zeigen
- Eine Spannung wird induziert.
- Im offenen Ring fließt aber kein Strom, also entsteht kein Magnetfeld.
- Der Ring bleibt fast in Ruhe.
Ergebnis:Er bleibt fast in Ruhe: Im offenen Ring kann kein Induktionsstrom fließen. - ●11Ein Kupferring hängt an Fäden. Der Südpol eines Stabmagneten wird schnell vom Ring weggezogen. Was macht der Ring? Begründe.
Lösung zeigen
- Eine Spannung wird induziert.
- Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
- Die Ursache ist das Entfernen: Der Ring wird mitgezogen.
Ergebnis:Er folgt dem Magneten: Der Induktionsstrom hemmt das Entfernen. - ★12Der Südpol eines Magneten wird in eine geschlossene Spule mit 200 Windungen geschoben. Welcher Pol entsteht am Spulenende zum Magneten hin? Begründe.
Lösung zeigen
- Der Induktionsstrom hemmt seine Ursache, also die Änderung des Flusses.
- Die Ursache ist die Annäherung: Sie wird durch Abstoßen gehemmt.
- Abstoßen heißt gleichnamig: ein Südpol.
Ergebnis:Ein Südpol: Er stößt den Magneten ab und hemmt die Annäherung.
5Ich kann die Selbstinduktion beim Ein- und Ausschalten einer Spule beschreiben und berechnen.
MerkenSelbstinduktion
Eine Spule induziert in sich selbst eine Spannung, wenn sich ihr Strom ändert.
Es gilt U_ind = −L · ΔI : Δt. Beim Einschalten bremst sie den Anstieg, beim Ausschalten entsteht eine hohe Spannung.
BeispielSelbstinduktionsspannung
Schritt für Schritt
- |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
- ΔI : Δt = 25 A/s
- |U_ind| = 0,5 H · 25 A/s = 12,5 V
- |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
- ΔI : Δt = 25 A/s
- |U_ind| = 0,5 H · 25 A/s = 12,5 V
AchtungUmrechnungszahl falsch
2,5 km = 250 m
2,5 km = 2,5 · 1000 m = 2500 m
Die Umrechnungszahl stimmt nicht. k heißt 1000, m (milli) heißt ein Tausendstel. Bei cm² sind es 10 000 für einen m².
ÜbenJetzt du
- ○13In einer Spule mit der Induktivität L = 0,1 H steigt die Stromstärke gleichmäßig um 400 A in jeder Sekunde. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung.So fängst du an:|U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
Lösung zeigen
- |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
- ΔI : Δt = 400 A/s
- |U_ind| = 0,1 H · 400 A/s = 40 V
Ergebnis:40 V - ●14In einer Spule mit der Induktivität L = 0,5 H steigt die Stromstärke gleichmäßig um 20 A in jeder Sekunde. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung.
Lösung zeigen
- |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
- ΔI : Δt = 20 A/s
- |U_ind| = 0,5 H · 20 A/s = 10 V
Ergebnis:10 V - ★15Beim Ausschalten fällt der Strom einer Spule in 1 ms gleichmäßig von 1 A auf 0 A. Dabei misst man 400 V. Berechne die Induktivität L.
Lösung zeigen
- |U| = L · ΔI : Δt, umgestellt L = |U| · Δt : ΔI
- Δt = 0,001 s, ΔI = 1 A
- L = 400 V · 0,001 s : 1 A = 0,4 H = 400 mH
Ergebnis:400 mH
6Ich kann die Induktivität einer Spule und die Energie ihres Magnetfelds berechnen.
MerkenInduktivität und Energie
Eine lange Spule hat L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, gemessen in Henry (1 H = 1 V · s : A).
Ihr Magnetfeld speichert die Energie E = ½ · L · I².
BeispielInduktivität einer Spule
Schritt für Schritt
- L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
- A = 0,0005 m², l = 0,1 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
- L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 400² · 0,0005 m² : 0,1 m = 1,01 mH
- L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
- A = 0,0005 m², l = 0,1 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
- L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 400² · 0,0005 m² : 0,1 m = 1,01 mH
AchtungWindungszahl nicht im Quadrat
doppelte Windungszahl, vorher 4 mH: L = 2 · 4 mH = 8 mH
doppelte Windungszahl, vorher 4 mH: L = 2² · 4 mH = 16 mH
Die Windungszahl steht im Quadrat: L = µ₀ · µ_r · N² · A : l. Doppelte Windungszahl heißt vierfache Induktivität.
ÜbenJetzt du
- ○16Eine lange Spule ohne Kern hat N = 600 Windungen, 30 cm Länge und 5 cm² Querschnitt. Berechne ihre Induktivität.So fängst du an:L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
Lösung zeigen
- L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
- A = 0,0005 m², l = 0,3 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
- L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 600² · 0,0005 m² : 0,3 m = 0,754 mH
Ergebnis:0,754 mH - ●17Eine lange Spule ohne Kern hat N = 200 Windungen, 15 cm Länge und 16 cm² Querschnitt. Berechne ihre Induktivität.
Lösung zeigen
- L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
- A = 0,0016 m², l = 0,15 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
- L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 200² · 0,0016 m² : 0,15 m = 0,536 mH
Ergebnis:0,536 mH - ★18Eine lange Spule hat L = 10 mH. Sie wird gleich lang mit 2-mal so vielen Windungen neu gewickelt und bekommt einen Kern mit µ_r = 50. Berechne L.
Lösung zeigen
- L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, also L wächst mit N² und mit µ_r
- N wird 2-mal so groß: L wird 4-mal so groß, der Kern bringt mal 50
- L = 10 mH · 4 · 50 = 2000 mH = 2 H
Ergebnis:2 H
7Ich kann sinusförmige Wechselspannungen mit dem Induktionsgesetz in differenzieller Form beschreiben.
MerkenSinusförmige Wechselspannung
Eine gleichmäßig gedrehte Spule im Feld liefert U(t) = U₀ · sin(ω · t).
Dabei ist U₀ = N · B · A · ω und ω = 2π · f. Im Sinus steht der Winkel im Bogenmaß.
BeispielScheitelwert der Wechselspannung
Schritt für Schritt
- U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
- ω = 2π · 10 Hz = 62,8 1/s, B = 0,3 T, A = 0,01 m²
- U₀ = 500 · 0,3 T · 0,01 m² · 62,8 1/s = 94,2 V
- U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
- ω = 2π · 10 Hz = 62,8 1/s, B = 0,3 T, A = 0,01 m²
- U₀ = 500 · 0,3 T · 0,01 m² · 62,8 1/s = 94,2 V
AchtungFrequenz statt Kreisfrequenz
f = 50 Hz: U₀ = N · B · A · 50 1/s
f = 50 Hz: ω = 2π · 50 Hz = 314 1/s → U₀ = N · B · A · 314 1/s
In den Formeln für Schwingungen steht die Kreisfrequenz ω = 2π · f, nicht die Frequenz f.
ÜbenJetzt du
- ○19Eine Generatorspule mit N = 400 und A = 25 cm² dreht sich mit f = 50 Hz im Feld B = 50 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.So fängst du an:U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
Lösung zeigen
- U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
- ω = 2π · 50 Hz = 314 1/s, B = 0,05 T, A = 0,0025 m²
- U₀ = 400 · 0,05 T · 0,0025 m² · 314 1/s = 15,7 V
Ergebnis:15,7 V - ●20Eine Drehspule im Schulversuch mit N = 200 und A = 80 cm² dreht sich mit f = 25 Hz im Feld B = 200 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
Lösung zeigen
- U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
- ω = 2π · 25 Hz = 157 1/s, B = 0,2 T, A = 0,008 m²
- U₀ = 200 · 0,2 T · 0,008 m² · 157 1/s = 50,3 V
Ergebnis:50,3 V - ★21Eine Generatorspule mit N = 100 und A = 25 cm² dreht sich 600-mal je Minute im Feld B = 100 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
Lösung zeigen
- U₀ = N · B · A · ω, und ω = 2π · f mit f in Umdrehungen je Sekunde
- f = 600 : 60 s = 10 Hz, ω = 62,8 1/s
- U₀ = 100 · 0,1 T · 0,0025 m² · 62,8 1/s = 1,57 V
Ergebnis:1,57 V
8Ich kann Einschaltvorgänge mathematisch beschreiben und die Induktivität aus Messdaten bestimmen.
MerkenEinschalten einer Spule
Beim Einschalten wächst der Strom nach I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit τ = L : R an.
Nach einer Zeitkonstante sind 63 % des Endwerts erreicht. Aus τ oder aus der Anfangssteigung folgt L.
BeispielEinschaltkurve einer Spule
Schritt für Schritt
- τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
- Mit den Zahlen: 300 : 20 = 15
- τ = 300 mH : 20 Ω = 15 ms
- τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
- Mit den Zahlen: 300 : 20 = 15
- τ = 300 mH : 20 Ω = 15 ms
AchtungEinheiten nicht angeglichen
p = 200 N : 50 cm² = 4 Pa
50 cm² = 0,005 m², p = 200 N : 0,005 m² = 40 000 Pa
Die Angaben passen noch nicht zusammen. Rechne zuerst in die Einheiten der Formel um, dann setz ein.
ÜbenJetzt du
- ○22Eine Spule mit L = 800 mH und dem Widerstand R = 20 Ω wird an 12 V geschaltet. Berechne die Zeitkonstante τ des Einschaltvorgangs.So fängst du an:τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
Lösung zeigen
- τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
- Mit den Zahlen: 800 : 20 = 40
- τ = 800 mH : 20 Ω = 40 ms
Ergebnis:40 ms - ●23Eine Spule mit L = 600 mH und dem Widerstand R = 50 Ω wird an 4 V geschaltet. Berechne die Zeitkonstante τ des Einschaltvorgangs.
Lösung zeigen
- τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
- Mit den Zahlen: 600 : 50 = 12
- τ = 600 mH : 50 Ω = 12 ms
Ergebnis:12 ms - ★24Eine Spule (L = 50 mH, R = 10 Ω) wird an 6 V geschaltet. Berechne die Stromstärke 10 ms nach dem Einschalten.
Lösung zeigen
- I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit I_max = U : R und τ = L : R
- I_max = 6 V : 10 Ω = 0,6 A, τ = 50 mH : 10 Ω = 5 ms
- I = 0,6 A · (1 − e^(−10 : 5)) = 0,519 A
Ergebnis:0,519 A
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●25Ein Drahtrahmen mit A = 150 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 400 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
Lösung zeigen
- Φ = B · A bei senkrechter Fläche
- B = 0,4 T, A = 150 cm² = 0,015 m²
- Φ = 0,4 T · 0,015 m² = 6 mWb
Ergebnis:6 mWb - ●26Eine Leiterschleife wird in ein homogenes Feld hineingeschoben. Das Feld hat 100 mT, die Schleife 40 cm². Wird eine Spannung induziert?
Lösung zeigen
- Induziert wird nur bei Änderung von Φ.
- Hier ändert sich der Fluss.
- Also wird eine Spannung induziert.
Ergebnis:Ja, denn die Fläche im Feld wächst, also ändert sich der Fluss. - ●27Eine Spule mit N = 400 Windungen und A = 10 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 20 ms gleichmäßig um 100 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
Lösung zeigen
- |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
- A = 0,001 m², ΔB = 0,1 T, Δt = 0,02 s
- |U_ind| = 400 · 0,001 m² · 0,1 T : 0,02 s = 2 V
Ergebnis:2 V - ●28Im Diagramm steigt Φ bis 10 ms gleichmäßig an und fällt ab 20 ms gleichmäßig ab. Die Spule hat 100 Windungen. Wie unterscheiden sich die Induktionsspannungen?
Lösung zeigen
- U_ind = −N · ΔΦ : Δt folgt der Steigung von Φ(t).
- Beim Anstieg ist die Steigung positiv, beim Abfall negativ.
- Gerade Stücke heißen konstante Steigung, also konstante Spannung.
Ergebnis:Die Spannungen haben entgegengesetzte Vorzeichen und sind in jedem Abschnitt konstant.
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Magnetischer Fluss
- Der Fluss Φ = B · A zählt, wie viel Feld senkrecht durch eine Fläche geht, in Wb = T · m².
- Induktionsgesetz
- Nicht der Fluss zählt, sondern wie schnell er sich ändert.
- Vom Φ(t)-Diagramm zur Spannung
- Die Induktionsspannung ist N mal die Steigung von Φ(t), mit umgekehrtem Vorzeichen.
- Lenzsche Regel
- Der Induktionsstrom ist so gerichtet, dass sein Magnetfeld seiner Ursache entgegenwirkt.
- Selbstinduktion
- Eine Spule induziert in sich selbst eine Spannung, wenn sich ihr Strom ändert.
- Induktivität und Energie
- Eine lange Spule hat L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, gemessen in Henry (1 H = 1 V · s : A).
- Sinusförmige Wechselspannung
- Eine gleichmäßig gedrehte Spule im Feld liefert U(t) = U₀ · sin(ω · t).
- Einschalten einer Spule
- Beim Einschalten wächst der Strom nach I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit τ = L : R an.
AchtungStrom in der Spule springt sofort
Spule an 6 V, R = 20 Ω: I springt sofort auf 0,3 A
Spule an 6 V, R = 20 Ω: I wächst langsam auf 0,3 A, nach τ = L : R sind 63 % erreicht
Eine Spule lässt den Strom nicht springen. Beim Einschalten wächst er langsam, beim Ausschalten entsteht kurz eine hohe Spannung.
AchtungTaschenrechner im Gradmaß
sin(0,628) im Gradmaß = 0,011
sin(0,628) im Bogenmaß = 0,588
ω · t ist ein Winkel im Bogenmaß. Stell den Rechner auf Bogenmaß, sonst rechnet er mit Grad.
AchtungZeitkonstante bei der Hälfte abgelesen
Endwert 0,5 A, abgelesen bei 0,25 A: τ = 3,5 ms
Endwert 0,5 A, abgelesen bei 0,315 A, also 63 %: τ = 5 ms
Die Zeitkonstante liest man bei 63 % des Endwerts ab, nicht bei der Hälfte. Die Hälfte ist schon nach 0,69 · τ erreicht.
AchtungInduktion ohne Änderung des Feldes
Magnet liegt ruhig in der Spule → Spannung
Magnet ruht → Feld in der Spule gleich → keine Spannung; nur beim Bewegen
Eine Spannung entsteht nur, wenn sich das Magnetfeld in der Spule ändert. Ein ruhender Magnet induziert nichts.
AchtungAlle Metalle sind magnetisch
Magnet zieht Aluminium, Kupfer und Eisen an.
Eisen, Nickel, Stahl → angezogen; Aluminium, Kupfer → nicht angezogen
Nur Eisen, Nickel, Kobalt und Stahl werden von einem Magneten angezogen. Aluminium, Kupfer und Messing nicht.
AchtungEnergie wird erzeugt
Generator: 500 J hinein, 600 J heraus
500 J hinein = 400 J elektrisch + 100 J Wärme
Energie entsteht nicht und verschwindet nicht. Ein Wandler macht aus einer Energieart eine andere, ein Teil wird Wärme.
AchtungEinheit vergessen
ρ = 54 : 20 = 2,7
ρ = 54 g : 20 cm³ = 2,7 g/cm³
Deine Zahl stimmt – aber eine Größe ist Zahl und Einheit. Schreib die Einheit dazu.
Wörter
- Differenz
- was übrig bleibt, wenn man abzieht
- Steigung
- wie stark es nach oben geht, pro Schritt nach rechts
Wie es zusammenhängt
Das brauchst du vorher: Einführung in die Differenzialrechnung
Lösungen
- 1,8 mWb
- 4,5 mWb
- 1,75 mWb
- 1,92 V
- 1,2 V
- 10 ms
- 30 V
- 6 V
- 3 V
- Er bleibt fast in Ruhe: Im offenen Ring kann kein Induktionsstrom fließen.
- Er folgt dem Magneten: Der Induktionsstrom hemmt das Entfernen.
- Ein Südpol: Er stößt den Magneten ab und hemmt die Annäherung.
- 40 V
- 10 V
- 400 mH
- 0,754 mH
- 0,536 mH
- 2 H
- 15,7 V
- 50,3 V
- 1,57 V
- 40 ms
- 12 ms
- 0,519 A
- 6 mWb
- Ja, denn die Fläche im Feld wächst, also ändert sich der Fluss.
- 2 V
- Die Spannungen haben entgegengesetzte Vorzeichen und sind in jedem Abschnitt konstant.