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Physik · Klasse 12 · Kapitel

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Physik Oberstufe: Elektromagnetische Induktion

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○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

1Ich kann den magnetischen Fluss und seine Änderung bestimmen.

MerkenMagnetischer Fluss

Der Fluss Φ = B · A zählt, wie viel Feld senkrecht durch eine Fläche geht, in Wb = T · m².

Er ändert sich, wenn sich B, die Fläche im Feld oder ihre Stellung zum Feld ändert.

BeispielMagnetischer Fluss

Eine flache Prüfspule mit einer Windung mit A = 80 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 200 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 80 cm²B = 200 mTΦ = ?
Schritt für Schritt
  1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
  2. B = 0,2 T, A = 80 cm² = 0,008 m²
  3. Φ = 0,2 T · 0,008 m² = 1,6 mWb
  1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
  2. B = 0,2 T, A = 80 cm² = 0,008 m²
  3. Φ = 0,2 T · 0,008 m² = 1,6 mWb
Ergebnis:
1,6 mWb

AchtungFluss statt Flussänderung

So nicht
Φ bleibt 4 mWb, N = 50: große Spannung, weil viel Fluss da ist
So richtig
Φ bleibt 4 mWb: ΔΦ = 0 mWb → U_ind = 0 V

Es zählt nicht, wie groß der Fluss ist, sondern wie schnell er sich ändert: U_ind = −N · ΔΦ : Δt.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Eine Leiterschleife mit A = 100 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 150 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 100 cm²B = 150 mTΦ = ?
    So fängst du an:
    Φ = B · A bei senkrechter Fläche
    Lösung zeigen
    1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
    2. B = 0,15 T, A = 100 cm² = 0,01 m²
    3. Φ = 0,15 T · 0,01 m² = 1,5 mWb
    Ergebnis:
    1,5 mWb
  2. ●2
    Eine Leiterschleife mit A = 100 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 250 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 100 cm²B = 250 mTΦ = ?
    Lösung zeigen
    1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
    2. B = 0,25 T, A = 100 cm² = 0,01 m²
    3. Φ = 0,25 T · 0,01 m² = 2,5 mWb
    Ergebnis:
    2,5 mWb
  3. ★3
    Ein Drahtrahmen steckt mit 120 cm² in einem Feld mit B = 400 mT. Er wird herausgezogen, bis nur noch 40 cm² im Feld sind. Berechne |ΔΦ|.
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BB = 400 mTA: 120 → 40 cm²|ΔΦ| = ?
    Lösung zeigen
    1. |ΔΦ| = B · |ΔA|, denn das Feld bleibt gleich
    2. |ΔA| = 120 cm² − 40 cm² = 80 cm² = 0,008 m²
    3. |ΔΦ| = 0,4 T · 0,008 m² = 3,2 mWb
    Ergebnis:
    3,2 mWb

2Ich kann die Induktionsspannung mit dem Induktionsgesetz berechnen.

MerkenInduktionsgesetz

Nicht der Fluss zählt, sondern wie schnell er sich ändert.

Es gilt U_ind = −N · ΔΦ : Δt. Bei fester Fläche ist ΔΦ = A · ΔB, bei festem Feld ΔΦ = B · ΔA.

BeispielInduktionsgesetz bei fester Fläche

Eine Spule mit N = 100 Windungen und A = 10 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 10 ms gleichmäßig um 60 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
SchalterN = 100, A = 10 cm²ΔB = 60 mT in 10 ms|U_ind| = ?
Schritt für Schritt
  1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
  2. A = 0,001 m², ΔB = 0,06 T, Δt = 0,01 s
  3. |U_ind| = 100 · 0,001 m² · 0,06 T : 0,01 s = 600 mV
  1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
  2. A = 0,001 m², ΔB = 0,06 T, Δt = 0,01 s
  3. |U_ind| = 100 · 0,001 m² · 0,06 T : 0,01 s = 600 mV
Ergebnis:
600 mV

AchtungWindungszahl vergessen

So nicht
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 0,2 V
So richtig
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 100 · 0,002 Wb : 0,01 s = 20 V

Jede Windung liefert dieselbe Spannung. Bei N Windungen nimmst du sie N-mal: U_ind = −N · ΔΦ : Δt.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Eine Spule mit N = 800 Windungen und A = 16 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 10 ms gleichmäßig um 150 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
    SchalterN = 800, A = 16 cm²ΔB = 150 mT in 10 ms|U_ind| = ?
    So fängst du an:
    |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
    2. A = 0,0016 m², ΔB = 0,15 T, Δt = 0,01 s
    3. |U_ind| = 800 · 0,0016 m² · 0,15 T : 0,01 s = 19,2 V
    Ergebnis:
    19,2 V
  2. ●5
    Eine Spule mit N = 1000 Windungen und A = 4 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 100 ms gleichmäßig um 80 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
    SchalterN = 1000, A = 4 cm²ΔB = 80 mT in 100 ms|U_ind| = ?
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
    2. A = 0,0004 m², ΔB = 0,08 T, Δt = 0,1 s
    3. |U_ind| = 1000 · 0,0004 m² · 0,08 T : 0,1 s = 320 mV
    Ergebnis:
    320 mV
  3. ★6
    Eine Spule mit N = 250 und A = 10 cm² sitzt im Feld mit 200 mT. Es wird gleichmäßig abgeschaltet, dabei ist |U_ind| = 6,25 V. Berechne die Dauer.
    SchalterN = 250, A = 10 cm²B: 200 mT → 0 mT|U| = 6,25 VΔt = ?
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, umgestellt Δt = N · A · ΔB : |U_ind|
    2. A = 0,001 m², ΔB = 0,2 T
    3. Δt = 250 · 0,001 m² · 0,2 T : 6,25 V = 8 ms
    Ergebnis:
    8 ms

3Ich kann aus einem Φ(t)-Diagramm die Induktionsspannung und ihren Verlauf bestimmen.

MerkenVom Φ(t)-Diagramm zur Spannung

Die Induktionsspannung ist N mal die Steigung von Φ(t), mit umgekehrtem Vorzeichen.

Waagerecht heißt keine Spannung, steil heißt große Spannung. Steigen und Fallen geben entgegengesetzte Vorzeichen.

BeispielInduktionsspannung aus dem Φ(t)-Diagramm

Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 40 Windungen. Berechne |U_ind| zwischen 40 ms und 60 ms.
1020304050607012345t in msΦ in mWb
Schritt für Schritt
  1. |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
  2. |ΔΦ| = 4 mWb, Δt = 20 ms
  3. |U_ind| = 40 · 4 mWb : 20 ms = 8 V
  1. |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
  2. |ΔΦ| = 4 mWb, Δt = 20 ms
  3. |U_ind| = 40 · 4 mWb : 20 ms = 8 V
Ergebnis:
8 V

AchtungWindungszahl vergessen

So nicht
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 0,2 V
So richtig
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 100 · 0,002 Wb : 0,01 s = 20 V

Nimm am Ende mal N. Jede Windung liefert dieselbe Spannung.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 10 Windungen. Berechne |U_ind| zwischen 0 ms und 20 ms.
    102030405060701234t in msΦ in mWb
    So fängst du an:
    |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
    2. |ΔΦ| = 3 mWb, Δt = 20 ms
    3. |U_ind| = 10 · 3 mWb : 20 ms = 1,5 V
    Ergebnis:
    1,5 V
  2. ●8
    Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 20 Windungen. Berechne |U_ind| zwischen 20 ms und 40 ms.
    1020304050123456t in msΦ in mWb
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
    2. |ΔΦ| = 5 mWb, Δt = 20 ms
    3. |U_ind| = 20 · 5 mWb : 20 ms = 5 V
    Ergebnis:
    5 V
  3. ★9
    Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 50 Windungen. Berechne den größten Betrag der Induktionsspannung zwischen 0 ms und 80 ms.
    10203040506070801234567t in msΦ in mWb
    Lösung zeigen
    1. Die Spannung ist am größten, wo Φ(t) am steilsten ist: |U| = N · |ΔΦ| : Δt
    2. Anstieg: 6 mWb in 20 ms, Abfall: 6 mWb in 30 ms
    3. |U| = 50 · 6 mWb : 20 ms = 15 V
    Ergebnis:
    15 V

4Ich kann Induktionsströme mit der Lenzschen Regel und dem Energieerhaltungssatz begründen.

MerkenLenzsche Regel

Der Induktionsstrom ist so gerichtet, dass sein Magnetfeld seiner Ursache entgegenwirkt.

Er hemmt die Änderung, nicht das Feld. Sonst entstünde Energie aus nichts.

BeispielLenzsche Regel

Ein leichter Aluminiumring hängt an Fäden. Der Südpol eines Stabmagneten wird schnell auf den Ring zubewegt. Was macht der Ring? Begründe.
NSnähert sichleichter Aluminiumring?
Schritt für Schritt
  1. Eine Spannung wird induziert.
  2. Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
  3. Die Ursache ist die Annäherung: Der Ring wird abgestoßen.
  1. Eine Spannung wird induziert.
  2. Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
  3. Die Ursache ist die Annäherung: Der Ring wird abgestoßen.
Ergebnis:
Er weicht zurück: Der Induktionsstrom hemmt die Annäherung.

AchtungAlle Metalle sind magnetisch

So nicht
Magnet zieht Aluminium, Kupfer und Eisen an.
So richtig
Eisen, Nickel, Stahl → angezogen; Aluminium, Kupfer → nicht angezogen

Nur Eisen, Nickel, Kobalt und Stahl werden von einem Magneten angezogen. Aluminium, Kupfer und Messing nicht.

ÜbenJetzt du

  1. ○10
    Ein Aluminiumring hängt an Fäden. Der Südpol eines Stabmagneten wird schnell auf den Ring zubewegt. Was macht der Ring? Begründe.
    NSnähert sichAluminiumring?
    So fängst du an:
    Eine Spannung wird induziert.
    Lösung zeigen
    1. Eine Spannung wird induziert.
    2. Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
    3. Die Ursache ist die Annäherung: Der Ring wird abgestoßen.
    Ergebnis:
    Er weicht zurück: Der Induktionsstrom hemmt die Annäherung.
  2. ●11
    Ein dünner Kupferring hängt an Fäden. Der Südpol eines Stabmagneten wird schnell auf den Ring zubewegt. Was macht der Ring? Begründe.
    NSnähert sichdünner Kupferring?
    Lösung zeigen
    1. Eine Spannung wird induziert.
    2. Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
    3. Die Ursache ist die Annäherung: Der Ring wird abgestoßen.
    Ergebnis:
    Er weicht zurück: Der Induktionsstrom hemmt die Annäherung.
  3. ★12
    Der Nordpol eines Magneten wird in eine geschlossene Spule mit 1200 Windungen geschoben. Welcher Pol entsteht am Spulenende zum Magneten hin? Begründe.
    SNnähert sichSpule, N = 1200?
    Lösung zeigen
    1. Der Induktionsstrom hemmt seine Ursache, also die Änderung des Flusses.
    2. Die Ursache ist die Annäherung: Sie wird durch Abstoßen gehemmt.
    3. Abstoßen heißt gleichnamig: ein Nordpol.
    Ergebnis:
    Ein Nordpol: Er stößt den Magneten ab und hemmt die Annäherung.

5Ich kann die Selbstinduktion beim Ein- und Ausschalten einer Spule beschreiben und berechnen.

MerkenSelbstinduktion

Eine Spule induziert in sich selbst eine Spannung, wenn sich ihr Strom ändert.

Es gilt U_ind = −L · ΔI : Δt. Beim Einschalten bremst sie den Anstieg, beim Ausschalten entsteht eine hohe Spannung.

BeispielSelbstinduktionsspannung

In einer Spule mit L = 400 mH steigt der Strom in 10 ms gleichmäßig um 1,5 A. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung.
SchalterL = 400 mHΔI = 1,5 A in 10 ms|U_ind| = ?
Schritt für Schritt
  1. |U_ind| = L · ΔI : Δt, und mH geteilt durch ms ergibt H geteilt durch s
  2. Mit den Zahlen: 400 · 1,5 : 10 = 60
  3. |U_ind| = 0,4 H · 1,5 A : 0,01 s = 60 V
  1. |U_ind| = L · ΔI : Δt, und mH geteilt durch ms ergibt H geteilt durch s
  2. Mit den Zahlen: 400 · 1,5 : 10 = 60
  3. |U_ind| = 0,4 H · 1,5 A : 0,01 s = 60 V
Ergebnis:
60 V

AchtungUmrechnungszahl falsch

So nicht
2,5 km = 250 m
So richtig
2,5 km = 2,5 · 1000 m = 2500 m

Die Umrechnungszahl stimmt nicht. k heißt 1000, m (milli) heißt ein Tausendstel. Bei cm² sind es 10 000 für einen m².

ÜbenJetzt du

  1. ○13
    In einer Spule mit der Induktivität L = 0,1 H steigt die Stromstärke gleichmäßig um 50 A in jeder Sekunde. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung.
    SchalterL = 0,1 HΔI : Δt = 50 A/s|U_ind| = ?
    So fängst du an:
    |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
    2. ΔI : Δt = 50 A/s
    3. |U_ind| = 0,1 H · 50 A/s = 5 V
    Ergebnis:
    5 V
  2. ●14
    In einer Spule mit der Induktivität L = 0,2 H steigt die Stromstärke gleichmäßig um 50 A in jeder Sekunde. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung.
    SchalterL = 0,2 HΔI : Δt = 50 A/s|U_ind| = ?
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
    2. ΔI : Δt = 50 A/s
    3. |U_ind| = 0,2 H · 50 A/s = 10 V
    Ergebnis:
    10 V
  3. ★15
    Beim Ausschalten fällt der Strom einer Spule in 5 ms gleichmäßig von 2 A auf 0 A. Dabei misst man 80 V. Berechne die Induktivität L.
    SchalterΔI = 2 A in 5 ms|U| = 80 VL = ?
    Lösung zeigen
    1. |U| = L · ΔI : Δt, umgestellt L = |U| · Δt : ΔI
    2. Δt = 0,005 s, ΔI = 2 A
    3. L = 80 V · 0,005 s : 2 A = 0,2 H = 200 mH
    Ergebnis:
    200 mH

6Ich kann die Induktivität einer Spule und die Energie ihres Magnetfelds berechnen.

MerkenInduktivität und Energie

Eine lange Spule hat L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, gemessen in Henry (1 H = 1 V · s : A).

Ihr Magnetfeld speichert die Energie E = ½ · L · I².

BeispielInduktivität einer Spule

Eine lange Spule ohne Kern hat N = 400 Windungen, 30 cm Länge und 12 cm² Querschnitt. Berechne ihre Induktivität.
SchalterN = 400, l = 30 cmA = 12 cm², ohne KernL = ?
Schritt für Schritt
  1. L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
  2. A = 0,0012 m², l = 0,3 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
  3. L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 400² · 0,0012 m² : 0,3 m = 0,804 mH
  1. L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
  2. A = 0,0012 m², l = 0,3 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
  3. L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 400² · 0,0012 m² : 0,3 m = 0,804 mH
Ergebnis:
0,804 mH

AchtungWindungszahl nicht im Quadrat

So nicht
doppelte Windungszahl, vorher 4 mH: L = 2 · 4 mH = 8 mH
So richtig
doppelte Windungszahl, vorher 4 mH: L = 2² · 4 mH = 16 mH

Die Windungszahl steht im Quadrat: L = µ₀ · µ_r · N² · A : l. Doppelte Windungszahl heißt vierfache Induktivität.

ÜbenJetzt du

  1. ○16
    Eine lange Spule ohne Kern hat N = 400 Windungen, 30 cm Länge und 10 cm² Querschnitt. Berechne ihre Induktivität.
    SchalterN = 400, l = 30 cmA = 10 cm², ohne KernL = ?
    So fängst du an:
    L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
    Lösung zeigen
    1. L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
    2. A = 0,001 m², l = 0,3 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
    3. L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 400² · 0,001 m² : 0,3 m = 0,67 mH
    Ergebnis:
    0,67 mH
  2. ●17
    Eine lange Spule ohne Kern hat N = 400 Windungen, 10 cm Länge und 16 cm² Querschnitt. Berechne ihre Induktivität.
    SchalterN = 400, l = 10 cmA = 16 cm², ohne KernL = ?
    Lösung zeigen
    1. L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
    2. A = 0,0016 m², l = 0,1 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
    3. L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 400² · 0,0016 m² : 0,1 m = 3,22 mH
    Ergebnis:
    3,22 mH
  3. ★18
    Eine lange Spule hat L = 0,5 mH. Sie wird gleich lang mit 3-mal so vielen Windungen neu gewickelt und bekommt einen Kern mit µ_r = 20. Berechne L.
    Schaltervorher L = 0,5 mH3-mal N, µ_r = 20L = ?
    Lösung zeigen
    1. L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, also L wächst mit N² und mit µ_r
    2. N wird 3-mal so groß: L wird 9-mal so groß, der Kern bringt mal 20
    3. L = 0,5 mH · 9 · 20 = 90 mH
    Ergebnis:
    90 mH

7Ich kann sinusförmige Wechselspannungen mit dem Induktionsgesetz in differenzieller Form beschreiben.

MerkenSinusförmige Wechselspannung

Eine gleichmäßig gedrehte Spule im Feld liefert U(t) = U₀ · sin(ω · t).

Dabei ist U₀ = N · B · A · ω und ω = 2π · f. Im Sinus steht der Winkel im Bogenmaß.

BeispielScheitelwert der Wechselspannung

Die Spule eines Modellgenerators mit N = 250 und A = 50 cm² dreht sich mit f = 10 Hz im Feld B = 50 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
NSN = 250A = 50 cm²B = 50 mTf = 10 HzU₀ = ?
Schritt für Schritt
  1. U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
  2. ω = 2π · 10 Hz = 62,8 1/s, B = 0,05 T, A = 0,005 m²
  3. U₀ = 250 · 0,05 T · 0,005 m² · 62,8 1/s = 3,93 V
  1. U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
  2. ω = 2π · 10 Hz = 62,8 1/s, B = 0,05 T, A = 0,005 m²
  3. U₀ = 250 · 0,05 T · 0,005 m² · 62,8 1/s = 3,93 V
Ergebnis:
3,93 V

AchtungFrequenz statt Kreisfrequenz

So nicht
f = 50 Hz: U₀ = N · B · A · 50 1/s
So richtig
f = 50 Hz: ω = 2π · 50 Hz = 314 1/s → U₀ = N · B · A · 314 1/s

In den Formeln für Schwingungen steht die Kreisfrequenz ω = 2π · f, nicht die Frequenz f.

ÜbenJetzt du

  1. ○19
    Die Spule eines Modellgenerators mit N = 100 und A = 100 cm² dreht sich mit f = 25 Hz im Feld B = 300 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
    NSN = 100A = 100 cm²B = 300 mTf = 25 HzU₀ = ?
    So fängst du an:
    U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
    Lösung zeigen
    1. U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
    2. ω = 2π · 25 Hz = 157 1/s, B = 0,3 T, A = 0,01 m²
    3. U₀ = 100 · 0,3 T · 0,01 m² · 157 1/s = 47,1 V
    Ergebnis:
    47,1 V
  2. ●20
    Die Spule eines Modellgenerators mit N = 200 und A = 25 cm² dreht sich mit f = 50 Hz im Feld B = 50 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
    NSN = 200A = 25 cm²B = 50 mTf = 50 HzU₀ = ?
    Lösung zeigen
    1. U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
    2. ω = 2π · 50 Hz = 314 1/s, B = 0,05 T, A = 0,0025 m²
    3. U₀ = 200 · 0,05 T · 0,0025 m² · 314 1/s = 7,85 V
    Ergebnis:
    7,85 V
  3. ★21
    Die Spule eines Modellgenerators mit N = 200 und A = 50 cm² dreht sich 1500-mal je Minute im Feld B = 150 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
    NSN = 200A = 50 cm²B = 150 mT1500 je MinuteU₀ = ?
    Lösung zeigen
    1. U₀ = N · B · A · ω, und ω = 2π · f mit f in Umdrehungen je Sekunde
    2. f = 1500 : 60 s = 25 Hz, ω = 157 1/s
    3. U₀ = 200 · 0,15 T · 0,005 m² · 157 1/s = 23,6 V
    Ergebnis:
    23,6 V

8Ich kann Einschaltvorgänge mathematisch beschreiben und die Induktivität aus Messdaten bestimmen.

MerkenEinschalten einer Spule

Beim Einschalten wächst der Strom nach I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit τ = L : R an.

Nach einer Zeitkonstante sind 63 % des Endwerts erreicht. Aus τ oder aus der Anfangssteigung folgt L.

BeispielEinschaltkurve einer Spule

Eine Spule mit L = 300 mH und dem Widerstand R = 25 Ω wird an 9 V geschaltet. Berechne die Zeitkonstante τ des Einschaltvorgangs.
SchalterL = 300 mH, R = 25 ΩU = 9 Vτ = ?
Schritt für Schritt
  1. τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
  2. Mit den Zahlen: 300 : 25 = 12
  3. τ = 300 mH : 25 Ω = 12 ms
  1. τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
  2. Mit den Zahlen: 300 : 25 = 12
  3. τ = 300 mH : 25 Ω = 12 ms
Ergebnis:
12 ms

AchtungEinheiten nicht angeglichen

So nicht
p = 200 N : 50 cm² = 4 Pa
So richtig
50 cm² = 0,005 m², p = 200 N : 0,005 m² = 40 000 Pa

Die Angaben passen noch nicht zusammen. Rechne zuerst in die Einheiten der Formel um, dann setz ein.

ÜbenJetzt du

  1. ○22
    Eine Spule mit L = 500 mH und dem Widerstand R = 25 Ω wird an 12 V geschaltet. Berechne die Zeitkonstante τ des Einschaltvorgangs.
    SchalterL = 500 mH, R = 25 ΩU = 12 Vτ = ?
    So fängst du an:
    τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
    Lösung zeigen
    1. τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
    2. Mit den Zahlen: 500 : 25 = 20
    3. τ = 500 mH : 25 Ω = 20 ms
    Ergebnis:
    20 ms
  2. ●23
    Eine Spule mit L = 200 mH und dem Widerstand R = 50 Ω wird an 6 V geschaltet. Berechne die Zeitkonstante τ des Einschaltvorgangs.
    SchalterL = 200 mH, R = 50 ΩU = 6 Vτ = ?
    Lösung zeigen
    1. τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
    2. Mit den Zahlen: 200 : 50 = 4
    3. τ = 200 mH : 50 Ω = 4 ms
    Ergebnis:
    4 ms
  3. ★24
    Eine Spule (L = 50 mH, R = 20 Ω) wird an 6 V geschaltet. Berechne die Stromstärke 1,25 ms nach dem Einschalten.
    2,557,51012,50,10,20,3t in msI in AI = ?
    Lösung zeigen
    1. I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit I_max = U : R und τ = L : R
    2. I_max = 6 V : 20 Ω = 0,3 A, τ = 50 mH : 20 Ω = 2,5 ms
    3. I = 0,3 A · (1 − e^(−1,25 : 2,5)) = 0,118 A
    Ergebnis:
    0,118 A

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●25
    Eine flache Prüfspule mit einer Windung mit A = 50 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 50 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 50 cm²B = 50 mTΦ = ?
    Lösung zeigen
    1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
    2. B = 0,05 T, A = 50 cm² = 0,005 m²
    3. Φ = 0,05 T · 0,005 m² = 0,25 mWb
    Ergebnis:
    0,25 mWb
  2. ●26
    Der Strom eines Elektromagneten wird erhöht, die Schleife davor ruht. Das Feld hat 300 mT, die Schleife 20 cm². Wird eine Spannung induziert?
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BB = 300 mTA = 20 cm²U induziert?
    Lösung zeigen
    1. Induziert wird nur bei Änderung von Φ.
    2. Hier ändert sich der Fluss.
    3. Also wird eine Spannung induziert.
    Ergebnis:
    Ja, denn B wird größer, also ändert sich der Fluss.
  3. ●27
    Eine Spule mit N = 100 Windungen und A = 16 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 20 ms gleichmäßig um 120 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
    SchalterN = 100, A = 16 cm²ΔB = 120 mT in 20 ms|U_ind| = ?
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
    2. A = 0,0016 m², ΔB = 0,12 T, Δt = 0,02 s
    3. |U_ind| = 100 · 0,0016 m² · 0,12 T : 0,02 s = 960 mV
    Ergebnis:
    960 mV
  4. ●28
    Ein Aluminiumring hängt an Fäden. Der Nordpol eines Stabmagneten wird schnell auf den Ring zubewegt. Was macht der Ring? Begründe.
    SNnähert sichAluminiumring?
    Lösung zeigen
    1. Eine Spannung wird induziert.
    2. Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
    3. Die Ursache ist die Annäherung: Der Ring wird abgestoßen.
    Ergebnis:
    Er weicht zurück: Der Induktionsstrom hemmt die Annäherung.
  5. ●29
    Eine Kurbeltaschenlampe lässt sich schwerer drehen, sobald ein kleiner Motor angeschlossen ist. Erkläre mit der Lenzschen Regel.
    Kurbeltaschenlampemit kleiner MotorWarum schwerer?
    Lösung zeigen
    1. Erst mit Verbraucher ist der Kreis geschlossen, es fließt ein Induktionsstrom.
    2. Sein Magnetfeld hemmt nach Lenz die Drehung.
    3. Die Arbeit gegen diese Hemmung kommt als elektrische Energie im Verbraucher an.
    Ergebnis:
    Der Induktionsstrom hemmt die Drehung. Die Arbeit dagegen wird zur Energie im Verbraucher.

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Magnetischer Fluss
Der Fluss Φ = B · A zählt, wie viel Feld senkrecht durch eine Fläche geht, in Wb = T · m².
Induktionsgesetz
Nicht der Fluss zählt, sondern wie schnell er sich ändert.
Vom Φ(t)-Diagramm zur Spannung
Die Induktionsspannung ist N mal die Steigung von Φ(t), mit umgekehrtem Vorzeichen.
Lenzsche Regel
Der Induktionsstrom ist so gerichtet, dass sein Magnetfeld seiner Ursache entgegenwirkt.
Selbstinduktion
Eine Spule induziert in sich selbst eine Spannung, wenn sich ihr Strom ändert.
Induktivität und Energie
Eine lange Spule hat L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, gemessen in Henry (1 H = 1 V · s : A).
Sinusförmige Wechselspannung
Eine gleichmäßig gedrehte Spule im Feld liefert U(t) = U₀ · sin(ω · t).
Einschalten einer Spule
Beim Einschalten wächst der Strom nach I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit τ = L : R an.

AchtungLenzsche Regel als „immer Gegenfeld“

So nicht
Magnet entfernt sich: Gegenfeld, der Ring stößt ab
So richtig
Magnet entfernt sich → der Ring hemmt das Entfernen: Er zieht an und folgt

Der Induktionsstrom hemmt die Änderung, nicht das Feld. Entfernt sich der Magnet, zieht der Ring ihn an und folgt ihm.

AchtungStrom in der Spule springt sofort

So nicht
Spule an 6 V, R = 20 Ω: I springt sofort auf 0,3 A
So richtig
Spule an 6 V, R = 20 Ω: I wächst langsam auf 0,3 A, nach τ = L : R sind 63 % erreicht

Eine Spule lässt den Strom nicht springen. Beim Einschalten wächst er langsam, beim Ausschalten entsteht kurz eine hohe Spannung.

AchtungTaschenrechner im Gradmaß

So nicht
sin(0,628) im Gradmaß = 0,011
So richtig
sin(0,628) im Bogenmaß = 0,588

ω · t ist ein Winkel im Bogenmaß. Stell den Rechner auf Bogenmaß, sonst rechnet er mit Grad.

AchtungZeitkonstante bei der Hälfte abgelesen

So nicht
Endwert 0,5 A, abgelesen bei 0,25 A: τ = 3,5 ms
So richtig
Endwert 0,5 A, abgelesen bei 0,315 A, also 63 %: τ = 5 ms

Die Zeitkonstante liest man bei 63 % des Endwerts ab, nicht bei der Hälfte. Die Hälfte ist schon nach 0,69 · τ erreicht.

AchtungInduktion ohne Änderung des Feldes

So nicht
Magnet liegt ruhig in der Spule → Spannung
So richtig
Magnet ruht → Feld in der Spule gleich → keine Spannung; nur beim Bewegen

Eine Spannung entsteht nur, wenn sich das Magnetfeld in der Spule ändert. Ein ruhender Magnet induziert nichts.

AchtungEnergie wird erzeugt

So nicht
Generator: 500 J hinein, 600 J heraus
So richtig
500 J hinein = 400 J elektrisch + 100 J Wärme

Energie entsteht nicht und verschwindet nicht. Ein Wandler macht aus einer Energieart eine andere, ein Teil wird Wärme.

AchtungEinheit vergessen

So nicht
ρ = 54 : 20 = 2,7
So richtig
ρ = 54 g : 20 cm³ = 2,7 g/cm³

Deine Zahl stimmt – aber eine Größe ist Zahl und Einheit. Schreib die Einheit dazu.

Wörter

Differenz
was übrig bleibt, wenn man abzieht
Steigung
wie stark es nach oben geht, pro Schritt nach rechts

Wie es zusammenhängt

Das brauchst du vorher: Einführung in die Differenzialrechnung

Lösungen

  1. 1,5 mWb
  2. 2,5 mWb
  3. 3,2 mWb
  4. 19,2 V
  5. 320 mV
  6. 8 ms
  7. 1,5 V
  8. 5 V
  9. 15 V
  10. Er weicht zurück: Der Induktionsstrom hemmt die Annäherung.
  11. Er weicht zurück: Der Induktionsstrom hemmt die Annäherung.
  12. Ein Nordpol: Er stößt den Magneten ab und hemmt die Annäherung.
  13. 5 V
  14. 10 V
  15. 200 mH
  16. 0,67 mH
  17. 3,22 mH
  18. 90 mH
  19. 47,1 V
  20. 7,85 V
  21. 23,6 V
  22. 20 ms
  23. 4 ms
  24. 0,118 A
  25. 0,25 mWb
  26. Ja, denn B wird größer, also ändert sich der Fluss.
  27. 960 mV
  28. Er weicht zurück: Der Induktionsstrom hemmt die Annäherung.
  29. Der Induktionsstrom hemmt die Drehung. Die Arbeit dagegen wird zur Energie im Verbraucher.