Physik · Klasse 11 · Kapitel
Physik Einführungsphase: Messen, Messunsicherheit und Auswertung
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich kann systematische und zufällige Messabweichungen unterscheiden.
MerkenZwei Arten von Abweichung
Jede Messung weicht ab, auch eine sorgfältige.
Systematisch heißt: jeder Wert in dieselbe Richtung verschoben, Mitteln hilft nicht. Zufällig heißt: Streuung nach beiden Seiten, Mitteln hilft.
BeispielSystematisch oder zufällig?
Schritt für Schritt
- Systematisch: alle verschoben. Zufällig: beidseitig gestreut.
- Hier wirkt jedes Mal dieselbe Ursache in dieselbe Richtung.
- Also: eine systematische Messabweichung
- Systematisch: alle verschoben. Zufällig: beidseitig gestreut.
- Hier wirkt jedes Mal dieselbe Ursache in dieselbe Richtung.
- Also: eine systematische Messabweichung
AchtungSystematische und zufällige Abweichung verwechselt
Waage zeigt ohne Last 2 g: zufällige Abweichung
jedes Mal 2 g zu viel → systematisch; mal mehr, mal weniger → zufällig
Systematisch heißt: jeder Wert in dieselbe Richtung verschoben. Zufällig heißt: mal darüber, mal darunter.
ÜbenJetzt du
- ○1Messreihe 11: Die Waage zeigt ohne Last schon 2 g an. Welche Art von Abweichung entsteht?So fängst du an:Systematisch: alle verschoben. Zufällig: beidseitig gestreut.
Lösung zeigen
- Systematisch: alle verschoben. Zufällig: beidseitig gestreut.
- Hier wirkt jedes Mal dieselbe Ursache in dieselbe Richtung.
- Also: eine systematische Messabweichung
Ergebnis:eine systematische Messabweichung - ●2Messreihe 8: Die Waage zeigt ohne Last schon 2 g an. Welche Art von Abweichung entsteht?
Lösung zeigen
- Systematisch: alle verschoben. Zufällig: beidseitig gestreut.
- Hier wirkt jedes Mal dieselbe Ursache in dieselbe Richtung.
- Also: eine systematische Messabweichung
Ergebnis:eine systematische Messabweichung - ★3Messreihe 6: Die Zählrate einer Probe schwankt von Messung zu Messung. Was verringert diese Abweichung am besten?
Lösung zeigen
- Art der Abweichung: eine zufällige Messabweichung.
- Sie streut nach beiden Seiten, im Mittelwert gleicht sie sich aus.
- Also: viele Messungen und ihr Mittelwert
Ergebnis:viele Messungen und ihr Mittelwert
2Ich kann absolute und relative Abweichungen berechnen.
MerkenAbsolut und relativ
Die absolute Abweichung ist der Unterschied zum Vergleichswert, mit Einheit.
Die relative Abweichung ist dieser Unterschied geteilt durch den Vergleichswert, meist in Prozent.
BeispielAbsolute Abweichung
Schritt für Schritt
- absolute Abweichung = größerer Wert minus kleinerer Wert
- 100 − 94 = 6
- Die absolute Abweichung beträgt 6,0 °C.
- absolute Abweichung = größerer Wert minus kleinerer Wert
- 100 − 94 = 6
- Die absolute Abweichung beträgt 6,0 °C.
AchtungAbsolute und relative Abweichung verwechselt
Tisch 2 m ± 1 cm, Münze 2 cm ± 1 mm: Die Münze ist genauer gemessen.
Tisch: 1 cm : 200 cm = 0,5 %, Münze: 1 mm : 20 mm = 5 % → der Tisch ist genauer
Die relative Abweichung ist die absolute Abweichung geteilt durch den Vergleichswert. Erst sie sagt, wie genau gemessen wurde.
ÜbenJetzt du
- ○4Eine Gruppe misst für die Siedetemperatur von Wasser bei Normaldruck 96 °C. Der Vergleichswert ist 100 °C. Bestimme die absolute Abweichung.So fängst du an:absolute Abweichung = größerer Wert minus kleinerer Wert
Lösung zeigen
- absolute Abweichung = größerer Wert minus kleinerer Wert
- 100 − 96 = 4
- Die absolute Abweichung beträgt 4,0 °C.
Ergebnis:4 °C - ●5Eine Gruppe misst für die Fallzeit aus 1,20 m Höhe 0,46 s. Der Vergleichswert ist 0,49 s. Bestimme die absolute Abweichung.
Lösung zeigen
- absolute Abweichung = größerer Wert minus kleinerer Wert
- 0,49 − 0,46 = 0,03
- Die absolute Abweichung beträgt 0,03 s.
Ergebnis:0,03 s - ★6Vier Messungen für die spezifische Wärmekapazität von Wasser in kJ/(kg·K): 4,33; 4,20; 4,43; 4,15. Vergleichswert 4,19 kJ/(kg·K). Bestimme die absolute Abweichung des Mittelwerts.
Lösung zeigen
- Erst den Mittelwert der vier Messungen bilden, dann seinen Abstand zum Vergleichswert.
- Mittelwert: (4,33 + 4,2 + 4,43 + 4,15) : 4 = 4,277
- |4,277 − 4,19| kJ/(kg·K) ≈ 0,087 kJ/(kg·K)
Ergebnis:0,087 kJ/(kg·K)
3Ich kann aus einer Messreihe Mittelwert und Standardabweichung bestimmen.
MerkenMittelwert und Standardabweichung
Der Mittelwert ist die Summe durch die Anzahl.
Die Standardabweichung misst die Streuung: Abweichungen quadrieren, addieren, durch n − 1 teilen, Wurzel ziehen.
BeispielMittelwert einer Messreihe
Schritt für Schritt
- Mittelwert = Summe aller Messwerte : Anzahl
- Summe aller fünf Werte: 2,47 s
- Mittelwert: Summe : 5 ≈ 0,494 s
- Mittelwert = Summe aller Messwerte : Anzahl
- Summe aller fünf Werte: 2,47 s
- Mittelwert: Summe : 5 ≈ 0,494 s
AchtungDurch die falsche Anzahl geteilt
4 Werte: s = √(Summe : 4)
4 Werte: s = √(Summe : 3), durch n − 1
Beim Mittelwert teilst du durch die Zahl der Werte. Bei der Standardabweichung einer Messreihe teilst du durch n − 1.
ÜbenJetzt du
- ○7Fünf Messungen für die Siedetemperatur von Wasser bei Normaldruck in °C: 100,0; 100,8; 99,7; 99,6; 100,3. Bestimme den Mittelwert.So fängst du an:Mittelwert = Summe aller Messwerte : Anzahl
Lösung zeigen
- Mittelwert = Summe aller Messwerte : Anzahl
- Summe aller fünf Werte: 500,4 °C
- Mittelwert: Summe : 5 ≈ 100,1 °C
Ergebnis:100,1 °C - ●8Fünf Messungen für die Siedetemperatur von Wasser bei Normaldruck in °C: 99,4; 100,4; 100,0; 100,7; 99,8. Bestimme den Mittelwert.
Lösung zeigen
- Mittelwert = Summe aller Messwerte : Anzahl
- Summe aller fünf Werte: 500,3 °C
- Mittelwert: Summe : 5 ≈ 100,1 °C
Ergebnis:100,1 °C - ★9Sechs Messungen für die Siedetemperatur von Wasser bei Normaldruck in °C: 100,2; 100,7; 99,4; 100,0; 99,6; 59,8. Der 6. Wert wurde laut Protokoll falsch abgelesen. Bilde den Mittelwert der übrigen.
Lösung zeigen
- Ohne den 6. Wert bleiben fünf Messungen.
- Summe der fünf übrigen Werte: 499,9 °C
- Mittelwert: Summe : 5 ≈ 99,98 °C
Ergebnis:99,98 °C
4Ich kann ein Ergebnis mit Unsicherheit angeben und mit einem Vergleichswert vergleichen.
MerkenWert und Unsicherheit
Ein Ergebnis hat Wert und Unsicherheit: (9,7 ± 0,3) m/s².
Der Wert endet an derselben Stelle wie die Unsicherheit. Verträglich ist es, wenn der Vergleichswert im Bereich liegt.
BeispielErgebnis mit Unsicherheit angeben
Schritt für Schritt
- Die gültige Ziffer der Unsicherheit 0,07 g/cm³ legt die letzte Stelle fest.
- Den Mittelwert auf dieselbe Stelle runden: 2,6988 → 2,70
- Also: (2,70 ± 0,07) g/cm³
- Die gültige Ziffer der Unsicherheit 0,07 g/cm³ legt die letzte Stelle fest.
- Den Mittelwert auf dieselbe Stelle runden: 2,6988 → 2,70
- Also: (2,70 ± 0,07) g/cm³
AchtungUnpassend viele Ziffern im Ergebnis
g = (9,8137 ± 0,3) m/s²
g = (9,8 ± 0,3) m/s²
Der Wert endet an derselben Stelle wie die Unsicherheit. Ziffern dahinter täuschen eine Genauigkeit vor, die es nicht gibt.
ÜbenJetzt du
- ○10Für die Fallzeit aus 1,20 m Höhe ergibt die Auswertung den Mittelwert 0,4786 s und die Unsicherheit 0,03 s. Gib das Ergebnis sinnvoll gerundet an.So fängst du an:Die gültige Ziffer der Unsicherheit 0,03 s legt die letzte Stelle fest.
Lösung zeigen
- Die gültige Ziffer der Unsicherheit 0,03 s legt die letzte Stelle fest.
- Den Mittelwert auf dieselbe Stelle runden: 0,4786 → 0,48
- Also: (0,48 ± 0,03) s
Ergebnis:(0,48 ± 0,03) s - ●11Für die spezifische Wärmekapazität von Wasser ergibt die Auswertung den Mittelwert 4,2208 kJ/(kg·K) und die Unsicherheit 0,05 kJ/(kg·K). Gib das Ergebnis sinnvoll gerundet an.
Lösung zeigen
- Die gültige Ziffer der Unsicherheit 0,05 kJ/(kg·K) legt die letzte Stelle fest.
- Den Mittelwert auf dieselbe Stelle runden: 4,2208 → 4,22
- Also: (4,22 ± 0,05) kJ/(kg·K)
Ergebnis:(4,22 ± 0,05) kJ/(kg·K) - ★12Für die Fallbeschleunigung ergibt die Auswertung den Mittelwert 9,7982 m/s² und die Unsicherheit 0,0865 m/s². Gib das Ergebnis sinnvoll gerundet an.
Lösung zeigen
- Die Unsicherheit auf eine gültige Ziffer runden: 0,0865 → 0,09 m/s²
- Den Mittelwert auf dieselbe Stelle runden: 9,7982 → 9,80
- Also: (9,80 ± 0,09) m/s²
Ergebnis:(9,80 ± 0,09) m/s²
5Ich kann Messreihen mit einer Ausgleichsgeraden auswerten und daraus Vorhersagen ableiten.
MerkenAusgleichsgerade
Die Ausgleichsgerade fasst alle Messpunkte zusammen.
Ihre Steigung ist eine Messgröße, etwa der Widerstand im U-I-Diagramm. Vorhersagen kommen von der Geraden, nicht von einem einzelnen Punkt.
BeispielSteigung der Ausgleichsgeraden
Schritt für Schritt
- Die Steigung der Geraden ist U : I, in V je A.
- 7,5 : 0,5 = 15
- Widerstand: 15 Ω
- Die Steigung der Geraden ist U : I, in V je A.
- 7,5 : 0,5 = 15
- Widerstand: 15 Ω
AchtungEin Messpunkt statt der ganzen Messreihe
Gerade durch (0,40 A | 9,2 V), Messpunkt (0,25 A | 6,1 V): R = 6,1 V : 0,25 A = 24,4 Ω
Gerade durch (0,40 A | 9,2 V), Messpunkt (0,25 A | 6,1 V): R = 9,2 V : 0,40 A = 23 Ω
Ein einzelner Messwert streut. Die Ausgleichsgerade oder der Mittelwert fassen alle Werte zusammen – nimm sie.
ÜbenJetzt du
- ○13Im s-t-Diagramm einer gleichförmigen Bewegung geht die Ausgleichsgerade durch (0 | 0) und (4 s | 6 m). Ein Messpunkt: (2 s | 2,79 m). Bestimme die Geschwindigkeit aus der Geraden.So fängst du an:Die Steigung der Geraden ist s : t, in m je s.
Lösung zeigen
- Die Steigung der Geraden ist s : t, in m je s.
- 6 : 4 = 1,5
- Geschwindigkeit: 1,5 m/s
Ergebnis:1,5 m/s - ●14Im m-V-Diagramm eines Stoffs geht die Ausgleichsgerade durch (0 | 0) und (40 cm³ | 316 g). Ein Messpunkt: (24 cm³ | 202,87 g). Bestimme die Dichte aus der Geraden.
Lösung zeigen
- Die Steigung der Geraden ist m : V, in g je cm³.
- 316 : 40 = 7,9
- Dichte: 7,9 g/cm³
Ergebnis:7,9 g/cm³ - ★15Die Ausgleichsgerade für einen Metallwiderstand geht durch (10 °C | 200 Ω) und (90 °C | 264 Ω). Bestimme ihre Steigung in Ω/K.
Lösung zeigen
- Steigung = ΔR : Δϑ, aus zwei Punkten der Geraden
- ΔR = 264 Ω − 200 Ω = 64 Ω, Δϑ = 80 K
- Steigung = 64 Ω : 80 K ≈ 0,8 Ω/K
Ergebnis:0,8 Ω/K
6Ich kann Messreihen linearisieren und Größen aus der Steigung bestimmen.
MerkenLinearisieren
Mit den richtigen Achsen wird aus einer Kurve eine Gerade.
Beim freien Fall trägt man s über t² auf, beim Pendel T² über l. Aus der Steigung folgt die gesuchte Größe.
BeispielLinearisieren
Schritt für Schritt
- Eine Ursprungsgerade braucht die Form y = Steigung · x.
- Im Gesetz steht die eine Größe proportional zu: F ~ v².
- Also: F über v²
- Eine Ursprungsgerade braucht die Form y = Steigung · x.
- Im Gesetz steht die eine Größe proportional zu: F ~ v².
- Also: F über v²
AchtungFalsch linearisiert
freier Fall: s über t auftragen, Gerade erwartet
s = ½ · g · t² → s über t² ergibt eine Ursprungsgerade
Trag die Größe auf, zu der die andere proportional ist – mit Quadrat, Wurzel oder Kehrwert, wie es im Gesetz steht.
ÜbenJetzt du
- ○16Für die Gravitationskraft gilt F = G · M · m : r². Eine Gruppe misst 13 Wertepaare. Welche Auftragung zeigt einen proportionalen Zusammenhang?So fängst du an:Eine Ursprungsgerade braucht die Form y = Steigung · x.
Lösung zeigen
- Eine Ursprungsgerade braucht die Form y = Steigung · x.
- Im Gesetz steht die eine Größe proportional zu: F ~ 1 : r².
- Also: F über 1 : r²
Ergebnis:F über 1 : r² - ●17Für die Radialkraft bei festem m und r gilt F = m · v² : r. Eine Gruppe misst 14 Wertepaare. Welche Auftragung zeigt einen proportionalen Zusammenhang?
Lösung zeigen
- Eine Ursprungsgerade braucht die Form y = Steigung · x.
- Im Gesetz steht die eine Größe proportional zu: F ~ v².
- Also: F über v²
Ergebnis:F über v² - ★18Für ein Fadenpendel gilt T = 2π · √l : g. Die Auftragung T² über l von 11 Wertepaaren ergibt eine Ursprungsgerade. Was gibt ihre Steigung an?
Lösung zeigen
- Schreib das Gesetz als y = Steigung · x mit der Auftragung T² über l.
- Alles, was vor der aufgetragenen x-Größe steht, ist die Steigung.
- Steigung = 4π² : g
Ergebnis:4π² : g
7Ich kann Messwerte mit Sensoren erfassen und ihre Grenzen prüfen.
MerkenMessen mit Sensoren
Ein Sensor misst in festen Abständen: Δt = 1 : f. Er hat Abweichungen wie jedes Messgerät.
Deshalb erst abgleichen und mit einer einfachen Messung vergleichen, dann der Anzeige trauen.
BeispielAbtastrate eines Sensors
Schritt für Schritt
- Δt = 1 : f, also in Millisekunden 1000 ms : f
- 1000 : 125 = 8
- Δt = 8 ms
- Δt = 1 : f, also in Millisekunden 1000 ms : f
- 1000 : 125 = 8
- Δt = 8 ms
AchtungFrequenz und Periodendauer nicht als Kehrwert
T = 0,02 s, also f = 0,02 Hz
f = 1 : 0,02 s = 50 Hz
Frequenz und Periodendauer sind Kehrwerte: f = 1 : T. Eine kurze Schwingung heißt viele Schwingungen in jeder Sekunde.
ÜbenJetzt du
- ○19Ein Lichtsensor misst mit 250 Hz. Bestimme den Zeitabstand zwischen zwei Messwerten in ms (1 s = 1000 ms).So fängst du an:Δt = 1 : f, also in Millisekunden 1000 ms : f
Lösung zeigen
- Δt = 1 : f, also in Millisekunden 1000 ms : f
- 1000 : 250 = 4
- Δt = 4 ms
Ergebnis:4 ms - ●20Ein Lichtsensor misst mit 20 Hz. Bestimme den Zeitabstand zwischen zwei Messwerten in ms (1 s = 1000 ms).
Lösung zeigen
- Δt = 1 : f, also in Millisekunden 1000 ms : f
- 1000 : 20 = 50
- Δt = 50 ms
Ergebnis:50 ms - ★21Ein Kraftsensor misst mit 100 Hz. Ein Stoß dauert 0,1 s. Wie viele Messwerte fallen etwa in den Stoß? Berechne.
Lösung zeigen
- In einer Sekunde liefert der Sensor 100 Werte.
- 100 · 0,1 = 10
- Etwa 10 Messwerte fallen in den Stoß.
Ergebnis:10 Messwerte
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●22Messreihe 5: Man liest den Messzylinder jedes Mal schräg von oben ab. Welche Art von Abweichung entsteht?
Lösung zeigen
- Systematisch: alle verschoben. Zufällig: beidseitig gestreut.
- Hier wirkt jedes Mal dieselbe Ursache in dieselbe Richtung.
- Also: eine systematische Messabweichung
Ergebnis:eine systematische Messabweichung - ●23Gemessen wurde die spezifische Wärmekapazität von Wasser in kJ/(kg·K): 3,99; 3,92; 4,03; 3,90; 3,95. Vergleichswert: 4,19 kJ/(kg·K). Was zeigt die Messreihe vor allem?
Lösung zeigen
- Vergleiche jeden Wert mit 4,19 kJ/(kg·K): größer oder kleiner?
- Alle Werte liegen auf derselben Seite.
- Also: eine systematische Abweichung: Alle Werte liegen auf einer Seite.
Ergebnis:eine systematische Abweichung: Alle Werte liegen auf einer Seite. - ●24Eine Gruppe misst für die Siedetemperatur von Wasser bei Normaldruck 99 °C. Der Vergleichswert ist 100 °C. Bestimme die absolute Abweichung.
Lösung zeigen
- absolute Abweichung = größerer Wert minus kleinerer Wert
- 100 − 99 = 1
- Die absolute Abweichung beträgt 1,0 °C.
Ergebnis:1 °C - ●25Gemessen: die Siedetemperatur von Wasser bei Normaldruck mit 96 °C. Vergleichswert 100 °C. Bestimme die relative Abweichung in Prozent.
Lösung zeigen
- absolute Abweichung: |96 − 100| °C = 4 °C
- relative Abweichung = absolute Abweichung : Vergleichswert
- 4 : 100 ≈ 0,04 = 4 %
Ergebnis:4 % - ●26Fünf Messungen für die Schwingungsdauer eines 1,00 m langen Pendels in s: 1,96; 1,98; 2,07; 2,06; 2,01. Bestimme den Mittelwert.
Lösung zeigen
- Mittelwert = Summe aller Messwerte : Anzahl
- Summe aller fünf Werte: 10,08 s
- Mittelwert: Summe : 5 ≈ 2,016 s
Ergebnis:2,016 s - ●27Vier Messungen für die spezifische Wärmekapazität von Wasser in kJ/(kg·K): 4,25; 4,12; 4,32; 4,04. Bestimme die Standardabweichung.
Lösung zeigen
- Mittelwert: 4,183 kJ/(kg·K)
- Summe der quadrierten Abweichungen vom Mittelwert ≈ 0,0477
- s = √Summe : (n − 1) = √0,0477 : 3 ≈ 0,13 kJ/(kg·K)
Ergebnis:0,13 kJ/(kg·K)
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Zwei Arten von Abweichung
- Jede Messung weicht ab, auch eine sorgfältige.
- Absolut und relativ
- Die absolute Abweichung ist der Unterschied zum Vergleichswert, mit Einheit.
- Mittelwert und Standardabweichung
- Der Mittelwert ist die Summe durch die Anzahl.
- Wert und Unsicherheit
- Ein Ergebnis hat Wert und Unsicherheit: (9,7 ± 0,3) m/s².
- Ausgleichsgerade
- Die Ausgleichsgerade fasst alle Messpunkte zusammen.
- Linearisieren
- Mit den richtigen Achsen wird aus einer Kurve eine Gerade.
- Messen mit Sensoren
- Ein Sensor misst in festen Abständen: Δt = 1 : f. Er hat Abweichungen wie jedes Messgerät.
AchtungMessabweichung als vermeidbarer Fehler
Bei sorgfältiger Messung gibt es keine Abweichung.
sorgfältige Messung → kleinere Abweichung, nie keine; Ergebnis mit Unsicherheit angeben
Jede Messung weicht ab, auch eine sehr sorgfältige. Man gibt die Abweichung an, statt sie zu verstecken.
AchtungWiederholen gegen jede Abweichung
Die Waage zeigt immer 2 g zu viel – zwanzigmal messen und mitteln.
jeder Wert 2 g zu viel → Mittelwert auch 2 g zu viel → Nullpunkt korrigieren
Mitteln gleicht nur zufällige Abweichungen aus. Eine systematische Abweichung steckt in jedem Wert und bleibt im Mittelwert.
AchtungSpannweite statt Mittelwert oder Standardabweichung
Werte 2,0; 2,2; 2,4: Standardabweichung = 2,4 − 2,0 = 0,4
Werte 2,0; 2,2; 2,4: Spannweite 0,4, Standardabweichung = √(0,08 : 2) = 0,2
Größter und kleinster Wert allein reichen nicht. Mittelwert und Standardabweichung nehmen alle Messwerte mit.
AchtungBegründeten Fehlwert mitgemittelt
Protokoll: 3. Wert falsch abgelesen – trotzdem mitgemittelt
begründeter Ablesefehler → Wert streichen und vermerken, dann mitteln
Ein Wert mit belegtem Ablesefehler gehört nicht in den Mittelwert. Nimm ihn aus der Rechnung und schreib den Grund dazu – ohne Grund bleibt er.
AchtungVerträglichkeit ohne Unsicherheitsbereich beurteilt
(9,62 ± 0,05) m/s² und (9,79 ± 0,20) m/s², Vergleichswert 9,81: Das erste ist besser, die Unsicherheit ist kleiner.
9,62 ± 0,05 → 9,57 bis 9,67, ohne 9,81; 9,79 ± 0,20 → 9,59 bis 9,99, mit 9,81 → nur das zweite ist verträglich
Verträglich ist ein Ergebnis, wenn der Vergleichswert im Bereich Mittelwert plus minus Unsicherheit liegt. Klein heißt genau, nicht richtig.
AchtungSensor misst ohne Abweichung
Sensor in Eiswasser zeigt 1,4 °C – also hat das Wasser 1,4 °C.
Sensor in Eiswasser zeigt 1,4 °C, Eiswasser hat 0 °C → Abweichung 1,4 K, Nullpunkt abgleichen
Ein Sensor ist ein Messgerät wie jedes andere. Prüfe ihn am Nullpunkt und vergleiche mit einer einfachen Messung, bevor du seinen Werten glaubst.
AchtungDifferenz vergessen
v = 60 m : 8 s (ab null gerechnet)
v = (60 m − 20 m) : (8 s − 4 s) = 10 m/s
Für die Steigung zählen die Änderungen: um wie viel der Weg in der Zeitspanne zunimmt. Rechne Endwert minus Anfangswert.
AchtungDie Wurzel vergessen
v² = 2 · 10 N/kg · 5 m = 100, also v = 100 m/s
v² = 100 m²/s², also v = √(100 m²/s²) = 10 m/s
Du hast v² ausgerechnet, nicht v. Zieh am Ende noch die Wurzel.
AchtungDen Faktor ½ vergessen
m = 2 kg, v = 3 m/s: E = 2 kg · (3 m/s)² = 18 J
E = ½ · 2 kg · (3 m/s)² = 9 J
In der Formel für die Bewegungsenergie steht ein halb: E = ½ · m · v². Du musst am Ende die Hälfte nehmen.
AchtungAnteil und Prozent verwechselt
η = 30 J : 120 J = 0,25 %
η = 30 J : 120 J = 0,25 = 25 %
0,25 ist ein Viertel, also 25 Prozent. Zum Umrechnen in Prozent mal 100 nehmen.
AchtungZwischenergebnis als Antwort
Gesamtwiderstand gesucht, Antwort: I = 0,5 A
erst I = 0,5 A, dann weiter bis zur gesuchten Größe
Das ist ein richtiger Zwischenschritt. Lies noch einmal, was gesucht ist, und rechne weiter.
AchtungGrößen verwechselt
Masse = 50 N
Masse m = 5 kg, Gewichtskraft F = 50 N
Hier sind zwei Größen vertauscht. Schreib zuerst auf: Gegeben ist …, gesucht ist … – mit Formelzeichen.
AchtungFormel falsch umgestellt
V = ρ · m
ρ = m : V | · V | : ρ → V = m : ρ
Stell die Formel wie eine Gleichung um: Auf beiden Seiten dasselbe tun, bis die gesuchte Größe allein steht.
AchtungEinheiten nicht angeglichen
p = 200 N : 50 cm² = 4 Pa
50 cm² = 0,005 m², p = 200 N : 0,005 m² = 40 000 Pa
Die Angaben passen noch nicht zusammen. Rechne zuerst in die Einheiten der Formel um, dann setz ein.
AchtungUmrechnungszahl falsch
2,5 km = 250 m
2,5 km = 2,5 · 1000 m = 2500 m
Die Umrechnungszahl stimmt nicht. k heißt 1000, m (milli) heißt ein Tausendstel. Bei cm² sind es 10 000 für einen m².
AchtungEinheit vergessen
ρ = 54 : 20 = 2,7
ρ = 54 g : 20 cm³ = 2,7 g/cm³
Deine Zahl stimmt – aber eine Größe ist Zahl und Einheit. Schreib die Einheit dazu.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann systematische und zufällige Messabweichungen unterscheiden.
28Messreihe 5: Der Sensor wurde nie auf 0 °C abgeglichen und zeigt immer 1,5 K zu viel. Welche Art von Abweichung entsteht?Lösung zeigen
Ergebnis:eine systematische MessabweichungIch kann absolute und relative Abweichungen berechnen.
29Eine Gruppe misst für die Fallzeit aus 1,20 m Höhe 0,48 s. Der Vergleichswert ist 0,49 s. Bestimme die absolute Abweichung.Lösung zeigen
Ergebnis:0,01 sIch kann aus einer Messreihe Mittelwert und Standardabweichung bestimmen.
30Fünf Messungen für die Siedetemperatur von Wasser bei Normaldruck in °C: 99,7; 99,7; 100,5; 100,4; 100,0. Bestimme den Mittelwert.Lösung zeigen
Ergebnis:100,1 °CIch kann ein Ergebnis mit Unsicherheit angeben und mit einem Vergleichswert vergleichen.
31Für die Fallzeit aus 1,20 m Höhe ergibt die Auswertung den Mittelwert 0,5005 s und die Unsicherheit 0,04 s. Gib das Ergebnis sinnvoll gerundet an.Lösung zeigen
Ergebnis:(0,50 ± 0,04) sIch kann Messreihen mit einer Ausgleichsgeraden auswerten und daraus Vorhersagen ableiten.
32Im s-t-Diagramm einer gleichförmigen Bewegung geht die Ausgleichsgerade durch (0 | 0) und (5 s | 2 m). Ein Messpunkt: (3 s | 1,12 m). Bestimme die Geschwindigkeit aus der Geraden.Lösung zeigen
Ergebnis:0,4 m/sIch kann Messreihen linearisieren und Größen aus der Steigung bestimmen.
33Für die Bewegungsenergie gilt E = ½ · m · v². Eine Gruppe misst 9 Wertepaare. Welche Auftragung zeigt einen proportionalen Zusammenhang?Lösung zeigen
Ergebnis:E über v²Ich kann Messwerte mit Sensoren erfassen und ihre Grenzen prüfen.
34Ein Kraftsensor misst mit 250 Hz. Bestimme den Zeitabstand zwischen zwei Messwerten in ms (1 s = 1000 ms).Lösung zeigen
Ergebnis:4 ms
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Mittelwert
- alles zusammen, geteilt durch die Anzahl
- Prozentsatz
- wie viel Prozent es sind
- Prozentwert
- der Teil, um den es geht
- Steigung
- wie stark es nach oben geht, pro Schritt nach rechts
- Summe
- was herauskommt, wenn man zusammenzählt
Wie es zusammenhängt
Das brauchst du vorher: Daten in Klassen, Lineare Funktionen
Lösungen
- eine systematische Messabweichung
- eine systematische Messabweichung
- viele Messungen und ihr Mittelwert
- 4 °C
- 0,03 s
- 0,087 kJ/(kg·K)
- 100,1 °C
- 100,1 °C
- 99,98 °C
- (0,48 ± 0,03) s
- (4,22 ± 0,05) kJ/(kg·K)
- (9,80 ± 0,09) m/s²
- 1,5 m/s
- 7,9 g/cm³
- 0,8 Ω/K
- F über 1 : r²
- F über v²
- 4π² : g
- 4 ms
- 50 ms
- 10 Messwerte
- eine systematische Messabweichung
- eine systematische Abweichung: Alle Werte liegen auf einer Seite.
- 1 °C
- 4 %
- 2,016 s
- 0,13 kJ/(kg·K)
- eine systematische Messabweichung
- 0,01 s
- 100,1 °C
- (0,50 ± 0,04) s
- 0,4 m/s
- E über v²
- 4 ms