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Klasse 3 · Vergleichsarbeit

VERA 3 – das Format üben, nicht den Test

MathematikDeutschVERA 8 DeutschLesenLernzeit im Hort

VERA 3 ist eine Diagnose für die Schule, keine Arbeit für das Zeugnis – die Ergebnisse dürfen nicht benotet werden. Wer trotzdem monatelang darauf hin übt, bekommt, was seit Langem beschrieben ist: Die Werte steigen, das Können nicht, und der Unterricht schrumpft auf das, was geprüft wird. Etwas anderes ist das Format. Ein Kind, das rechnen kann, aber noch nie ein Ankreuzfeld mit zwei richtigen Antworten gesehen hat, verliert Punkte, die es hat – und das misst dann nicht seine Fähigkeit, sondern seine Vertrautheit mit dem Heft. Deshalb: den Inhalt das ganze Jahr, das Format einmal, zwanzig Minuten.

Die Formatstunde · 30 Minuten
Ankreuzen, eine Antwort ist richtig10 Minuten

Verlangt: Alle Möglichkeiten lesen, bevor angekreuzt wird – auch die hinter der richtigen.

Hier gehen Punkte verloren: Kinder kreuzen die erste Möglichkeit an, die passt, und lesen nicht weiter. Die zweite ist oft die genauere.

So üben: Zehn Minuten: eine Aufgabe an der Tafel, alle vier Möglichkeiten werden laut durchgesprochen, erst dann wird abgestimmt. Danach: Warum ist die eine besser als die andere?

Der Satz an die Klasse: Lies immer alle Möglichkeiten zu Ende, auch wenn die erste schon gut klingt. Kreuze danach an.

Ankreuzen, mehrere Antworten sind richtig10 Minuten

Verlangt: Jede Zeile einzeln entscheiden, statt eine Antwort zu suchen.

Hier gehen Punkte verloren: Das Format sieht aus wie das erste. Wer eine Antwort ankreuzt und weiterblättert, verliert die Hälfte der Punkte, obwohl er die Sache kann.

So üben: Zehn Minuten: Dasselbe Blatt, aber mit dem Auftrag, jede Zeile mit Ja oder Nein zu beantworten. Der Unterschied zum ersten Format wird ausdrücklich benannt.

Der Satz an die Klasse: Hier können mehrere Antworten stimmen. Gehe Zeile für Zeile durch und entscheide jede einzeln.

Zuordnen mit Linien10 Minuten

Verlangt: Übersicht behalten: Erst die sicheren Paare ziehen, dann den Rest.

Hier gehen Punkte verloren: Es wird von oben nach unten gezogen. Sitzt eine Linie falsch, verrutscht alles darunter.

So üben: Zehn Minuten mit Karten auf dem Tisch statt mit Linien: erst die sicheren Paare legen, dann die übrigen. Danach dasselbe auf Papier.

Der Satz an die Klasse: Mache zuerst die Paare, bei denen du sicher bist. Die schwierigen kommen zum Schluss.

Alle Formate im Überblick
FormatWo Punkte verloren gehen
Ankreuzen, eine Antwort ist richtigKinder kreuzen die erste Möglichkeit an, die passt, und lesen nicht weiter. Die zweite ist oft die genauere.
Ankreuzen, mehrere Antworten sind richtigDas Format sieht aus wie das erste. Wer eine Antwort ankreuzt und weiterblättert, verliert die Hälfte der Punkte, obwohl er die Sache kann.
Zuordnen mit LinienEs wird von oben nach unten gezogen. Sitzt eine Linie falsch, verrutscht alles darunter.
Stimmt das? Und warum?Die Antwort „falsch“ ohne Begründung bringt nichts. Viele Kinder halten die Begründung für eine Zugabe.
Kurz antwortenDie Einheit fehlt, oder es wird ein ganzer Satz geschrieben, wo eine Zahl gefragt war. Beides kostet Zeit oder Punkte.
Aus Tabelle oder Diagramm ablesenDer Wert wird gesucht, bevor klar ist, was die Spalte bedeutet. Dann stimmt die Zahl, aber nicht die Antwort.
Zuhören: Der Text wird vorgespieltKinder lesen die Fragen erst, wenn der Text schon läuft, oder schreiben mit und verpassen dabei den nächsten Satz.
Die Stelle im Text wiederfindenEs wird aus der Erinnerung geantwortet. Bei Fragen, die nach einer Stelle verlangen, reicht das nie.
Was dieses Jahr vorgekommen ist

Auf diesem Gerät ist keine dritte Klasse angelegt. Sobald eine da ist, steht hier, welche Leitidee der Bildungsstandards im Jahresplan fehlt.

Wenn die Rückmeldung da ist
StufeWas sie heißtWas daraus folgt
Stufe IDer Mindeststandard ist nicht erreicht.Hier folgt eine Maßnahme, kein Vermerk: Grundlage prüfen, Förderplan mit Frist, nach sechs Wochen nachsehen. Das ist der einzige Befund, der sofort etwas nach sich zieht.
Stufe IIDer Mindeststandard ist erreicht.Weiter am Stoff, aber die Grundlagen bleiben im Blick – hier entscheidet sich, ob es in Klasse 4 trägt.
Stufe IIIDer Regelstandard ist erreicht.Das ist das Ziel der Bildungsstandards. Weiter wie bisher.
Stufe IVDer Regelstandard ist übertroffen.Aufgaben, die mehr verlangen als Rechnen – erklären, erfinden, übertragen.
Stufe VDer Optimalstandard ist erreicht.Nicht mehr vom Gleichen: eigene Fragen, eigene Aufgaben, jüngeren Kindern erklären.

Die Grenze, auf die es ankommt, liegt zwischen I und II. Der Klassendurchschnitt ist keine Größe, aus der etwas folgt – die Kinder auf Stufe I sind es. Und keine Rückmeldung geht in eine Note ein. Es gibt 4 Leitideen in diesem Fach.

Koretz 2008 und Campbells Gesetz (wer auf den Test hin übt, hebt die Zahl und nicht das Können); Haladyna & Downing 2004 (format-bedingte Varianz ist Messfehler – deshalb das Format üben und nur das); Black & Wiliam 1998 (eine Diagnose wirkt, wenn sie den Unterricht ändert, nicht wenn sie abgelegt wird); KMK-Bildungsstandards Primarbereich (fünf Kompetenzstufen, Grenze zwischen I und II ist die, aus der etwas folgt).