Buchstaben-Laut-Pfad
Schritte 1 bis 34 sind Klasse 1, gestrichelt der Ausbau bis zum ganzen Alphabet. Ein Schritt ist kein Tag: Manche Klasse braucht drei. Bis hier sind 88 Prozent aller Buchstaben eines Textes eingeführt.
D, gesprochen d
Häufig. Nach t, weil t und d sich nur in der Stimme unterscheiden: Das sichere t hilft, das d zu hören.
häufig (etwa 5,1 Prozent der Buchstaben), kurz, nicht dehnbar.
| Teil | Min | Was passiert |
|---|---|---|
| Lautsuche | 3 | Die Lehrkraft spricht: Dach, Tasse, Dose, Daumen, Nase, Drache, Rose. Hörst du d am Anfang? Dann Daumen hoch. Schneider u. a. 1997 (Würzburger Training: Laute unterscheiden, nicht nur nachsprechen) |
| Laut und Zeichen | 3 | D zeigen und d sprechen, nie den Buchstabennamen. Das Zeichen in die Luft, auf den Tisch, dann ins Heft, immer mit dem Laut. Ehri 2005 (Laut und Zeichen fest verbinden) |
| Zusammenschleifen | 4 | Vormachen, dann alle zusammen: d – aaa → da; d – eee → de; d – ooo → do. Den ersten Laut ziehen, bis der zweite kommt, ohne Pause. National Reading Panel 2000; Ehri u. a. 2001 (Verschleifen ist der Kern der synthetischen Methode) |
| Blitzlesen | 4 | Neu: da, de, do, du. Wiederholung: fa, fe, ha, he, wa, we. Wörter: Dose, Hund, Hand, Dame, Nudel, Radio. Kurz zeigen, alle lesen im Chor, dann schneller. Castles, Rastle und Nation 2018 (früh ganze Wörter, Wiederholung mit Abstand) |
| Silbenritual | 3 | Wind, du, En-de: schwingen, Bögen setzen, Silbe für Silbe lesen. Satz des Tages: Der Hund darf in den Sand. Röber 2009; Bredel 2010 (die Silbe als Einheit des Lesens) |
| Schreiben | 3 | Schreibe D und d je eine Zeile. Sprich leise d dazu. Silbendiktat: Die Lehrkraft spricht da, de, do. Du schreibst. Schreibe ab und setze Bögen: Dose, Hund. Schreibe ein eigenes Wort mit D. Die Lehrkraft schreibt es richtig daneben. Kuhl und Röhr-Sendlmeier 2018 (Fibelklassen schreiben deutlich richtiger als Klassen mit Lesen durch Schreiben; daraus unsere Folgerung: richtige Schreibung von Anfang an, freundlich daneben) |
Hörwörter (die Lehrkraft spricht, nicht zum Lesen): Dach, Tasse, Dose, Daumen, Nase, Drache, Rose. Fett mit dem Laut, grau ohne.
Der Hund darf in den Sand.
Aus dem Grundwortschatz schon lesbar (57): Oma, Hose, Nase, malen, Tomate, lesen, Rose, Hase, Wasser, Sonne, Mutter, alle, Uhr, Hund, Hand, Mama, Mond, Ende, Name, Ofen, Ohr, Mehl, sehen, rot, alt, dann, wenn, denn, will, soll, muss, und, sind, wird, Sand, Rad, Tasse, Himmel, Hammer, Teller, Wetter, Wolle, Tanne, Affe, essen, nass, toll, Hahn, Huhn, Reh, froh, ohne, mehr, sehr, ihr, Tee, See.
| Runde | Wenn die Klasse bei Schritt | Etwa in Schulwoche |
|---|---|---|
| Runde 1 | 8 | 6 |
| Runde 2 | 14 | 11 |
| Runde 3 | 20 | 16 |
| Runde 4 | 27 | 22 |
| Runde 5 | 34 | 28 |
| Runde 6 | 40 | 34 |
Fünf Minuten je Kind: erst die Zeichen, dann zehn echte und zehn erfundene Wörter. Das Ergebnis bleibt auf dem Gerät.
Warum diese Reihenfolge? Vier Regeln, jede im Test geprüft
- Dehnbar vor kurz. Die ersten acht Zeichen sind Laute, die man ziehen kann. Nur so lässt sich verschleifen: mmm hält, bis aaa kommt. (Ehri 2005; National Reading Panel 2000)
- Häufig vor selten. Die ersten vierzehn Zeichen decken rund vier Fünftel aller Buchstaben eines Textes. q, x, y und c kommen zuletzt. (Buchstabenhäufigkeit deutscher Texte (Beutelspacher 2015))
- Nach zwei Zeichen ein Wort, danach mehr. Jeder Schritt macht mehr Wörter lesbar, und kein Wort verlangt ein Zeichen, das noch nicht dran war. (Rose 2006; Castles, Rastle und Nation 2018)
- Was sich ähnelt, nicht nacheinander. b, d und p sind gespiegelt fast gleich, ei und ie haben dieselben Buchstaben, ö und ü klingen nah. Zwischen ihnen steht mindestens ein anderer Schritt. (Ranschburg 1905 (Ähnliches stört sich beim gleichzeitigen Lernen))
Kein Lehrgang ist der eine richtige. Zwischen den Methoden liegt in Klasse 1 weniger Unterschied als zwischen Klassen (Einsiedler und andere 2002); was zählt, ist die Systematik: feste Reihenfolge, jeder Schritt sofort beim Lesen gebraucht (Schründer-Lenzen 2013; National Reading Panel 2000; Ehri und andere 2001). Die Reihenfolge hier ist aus Häufigkeit, Dehnbarkeit und Verwechslungsgefahr abgeleitet, nicht aus einer Fibel übernommen. Die 6 Schritte des Ausbaus hängen hinten an, damit die Nummern der Klasse 1 bleiben.
| Schritt | Zeichen | Häufigkeit | Dehnbar | Warum hier |
|---|---|---|---|---|
| 1 | M | häufig | ja | Dehnbar und gut zu sehen: mmm lässt sich ziehen, die Lippen zeigen den Laut. Mit A ergibt es sofort das erste Wort, Mama. |
| 2 | A | sehr häufig | ja | Der deutlichste Vokal und einer der häufigsten. Mit M entsteht die erste Silbe: ma. |
| 3 | L | häufig | ja | Dehnbar wie m. Nach drei Zeichen sind Lama und Mal lesbar. |
| 4 | O | häufig | ja | Der zweite Vokal. Wer zwei Vokale hat, merkt: Der Vokal trägt die Silbe (ma, mo). |
| 5 | I | sehr häufig | ja | Sehr häufig und dehnbar. Mit drei Vokalen werden aus wenigen Konsonanten viele Silben. |
| 6 | S | sehr häufig | ja | Sehr häufig und dehnbar. Am Wortanfang weich, am Ende scharf, beides lässt sich ziehen. |
| 7 | E | sehr häufig | ja | Der häufigste Buchstabe, aber mit Absicht nicht der erste: Am Wortende klingt e fast verschluckt (lese). Erst wenn m, a, l und s sitzen, bleibt Kraft für diesen Unterschied. |
| 8 | N | sehr häufig | ja | Sehr häufig und dehnbar. Mit n kommt die Endung en, mit der fast jedes Verb in der Grundform endet. |
| 9 | T | sehr häufig | nein | Der erste Verschlusslaut, weil er der häufigste ist. Er kommt erst nach acht dehnbaren Lauten: Jetzt können die Kinder ziehen, und das kurze t hängt sich an. |
| 10 | U | häufig | ja | Der letzte Hauptvokal. Danach hat jede Silbe des Kernwortschatzes ihren Kern. |
| 11 | R | sehr häufig | ja | Sehr häufig und dehnbar. Mit Abstand zu l, weil r und l oft verwechselt werden. |
| 12 | F | mittel | ja | Dehnbar. Kommt vor w, damit der Unterschied (f ohne Stimme, w mit Stimme) an einem sicheren f gezeigt wird. |
| 13 | H | häufig | ja | Häufig, aber nur am Silbenanfang hörbar. Das stumme h in Kuh stört nicht, weil es erst später Thema wird. |
| 14 | W | mittel | ja | Dehnbar und mit Stimme, das Gegenstück zu f. |
| 15 | D | häufig | nein | Häufig. Nach t, weil t und d sich nur in der Stimme unterscheiden: Das sichere t hilft, das d zu hören. |
| 16 | K | mittel | nein | Verschlusslaut ohne Stimme. Steht zwischen d und b, damit die Spiegelzeichen d und b nicht nacheinander kommen. |
| 17 | B | mittel | nein | Verschlusslaut mit Stimme. Mit Abstand zu d und p, denn b, d und p sehen gespiegelt fast gleich aus. |
| 18 | G | häufig | nein | Häufig. Nach k, weil k und g sich nur in der Stimme unterscheiden. |
| 19 | P | mittel | nein | Mittelhäufig, deshalb spät, und mit Abstand zu b. |
| 20 | ei | häufig | ja | Das erste Zeichen aus zwei Buchstaben für einen Laut, sehr häufig (ein, mein, kein). Erst jetzt, wenn die Einzelbuchstaben sitzen, sonst liest das Kind e und i. |
| 21 | Sch | häufig | ja | Drei Buchstaben, ein Laut, dehnbar. Steht zwischen ei und ie, damit diese beiden nicht nacheinander kommen. |
| 22 | Z | mittel | nein | Ein Zeichen, zwei Laute (ts). Mittelhäufig. |
| 23 | ie | häufig | ja | Das lange i wird meist ie geschrieben. Mit Abstand zu ei: Beide haben dieselben Buchstaben in anderer Reihenfolge und werden am häufigsten verwechselt. |
| 24 | Ä | mittel | ja | Umlaute kommen, wenn a, o und u sicher sind. Ä ist a mit zwei Punkten, und Hand, Hände zeigt, woher es kommt. |
| 25 | au | häufig | ja | Häufiger Doppellaut (Haus, auf, auch). Nach ä: Beide beginnen mit a und klingen doch anders. |
| 26 | Ö | selten | ja | Selten, aber in vielen Kinderwörtern (Löwe, König). Mit Abstand zu ü, denn beide spricht man mit runden Lippen. |
| 27 | eu | mittel | ja | Seltener als ei und au, deshalb danach, und mit einem Schritt Abstand zu au. |
| 28 | Ü | mittel | ja | Der letzte Umlaut, mit Abstand zu ö. |
| 29 | ch | sehr häufig | ja | Sehr häufig (ich, nicht, auch), aber zwei Laute: ach und ich. Deshalb erst, wenn das Hören geübt ist. |
| 30 | V | mittel | ja | Selten und kein neuer Laut: klingt meist wie f. Ein Merkzeichen, das man kennen, aber nicht hören kann. |
| 31 | J | selten | ja | Selten, aber dehnbar. Kommt spät, weil es in Kinderwörtern kaum vorkommt (ja, Juli). |
| 32 | Qu | sehr selten | nein | Sehr selten. Immer zusammen mit u, klingt wie kw. |
| 33 | Pf | selten | nein | Zwei Laute schnell nacheinander, schwer zu verschleifen, deshalb spät. |
| 34 | ng | mittel | ja | Ein Laut, den es nur im Wort gibt, nie am Anfang. Häufig in Endungen (lang, Ring). |
| 35 | Sp St | häufig | nein | Kein neues Zeichen, sondern eine Leseregel: Am Wortanfang spricht man scht und schp. Sie kommt, wenn s, t, p und sch sicher sind. |
| 36 | ck | mittel | nein | Klingt wie k, nur nach einem kurzen Laut. Beim Lesen genügt der Klang, die Regel kommt im Rechtschreiben. |
| 37 | tz | mittel | nein | Klingt wie z, nur nach einem kurzen Laut. Wie bei ck genügt beim Lesen der Klang. |
| 38 | X | sehr selten | nein | Sehr selten und zwei Laute (ks). |
| 39 | Y | sehr selten | ja | Sehr selten, meist in Wörtern aus anderen Sprachen. |
| 40 | C | sehr selten | nein | Allein fast nur in Wörtern aus anderen Sprachen (Cola, Cent). Deshalb zuletzt. |