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Wo steht die Klasse?

Schritte 1 bis 34 sind Klasse 1, gestrichelt der Ausbau bis zum ganzen Alphabet. Ein Schritt ist kein Tag: Manche Klasse braucht drei. Bis hier sind 95 Prozent aller Buchstaben eines Textes eingeführt.

Schritt 19

P, gesprochen p

Mittelhäufig, deshalb spät, und mit Abstand zu b.

mittel (etwa 0,8 Prozent der Buchstaben), kurz, nicht dehnbar.

Die Stunde · zwanzig Minuten, jeden Tag dieselbe Form
TeilMinWas passiert
Lautsuche3Die Lehrkraft spricht: Pinsel, Ball, Pilz, Pirat, Tiger, Paket, Kamel. Hörst du p am Anfang? Dann Daumen hoch.
Schneider u. a. 1997 (Würzburger Training: Laute unterscheiden, nicht nur nachsprechen)
Laut und Zeichen3P zeigen und p sprechen, nie den Buchstabennamen. Das Zeichen in die Luft, auf den Tisch, dann ins Heft, immer mit dem Laut.
Ehri 2005 (Laut und Zeichen fest verbinden)
Zusammenschleifen4Vormachen, dann alle zusammen: p – aaa → pa; p – eee → pe; p – ooo → po. Den ersten Laut ziehen, bis der zweite kommt, ohne Pause.
National Reading Panel 2000; Ehri u. a. 2001 (Verschleifen ist der Kern der synthetischen Methode)
Blitzlesen4Neu: pa, pe, po, pu. Wiederholung: ka, ke, ba, be, ga, ge. Wörter: Puppe, Post, Papa, Pilot, Pirat, Lampe. Kurz zeigen, alle lesen im Chor, dann schneller.
Castles, Rastle und Nation 2018 (früh ganze Wörter, Wiederholung mit Abstand)
Silbenritual3Pa-ket, Sup-pe, Pu-del: schwingen, Bögen setzen, Silbe für Silbe lesen. Satz des Tages: Pia isst Suppe mit Papa.
Röber 2009; Bredel 2010 (die Silbe als Einheit des Lesens)
Schreiben3Schreibe P und p je eine Zeile. Sprich leise p dazu. Silbendiktat: Die Lehrkraft spricht pa, pe, po. Du schreibst. Schreibe ab und setze Bögen: Puppe, Post. Schreibe ein eigenes Wort mit P. Die Lehrkraft schreibt es richtig daneben.
Kuhl und Röhr-Sendlmeier 2018 (Fibelklassen schreiben deutlich richtiger als Klassen mit Lesen durch Schreiben; daraus unsere Folgerung: richtige Schreibung von Anfang an, freundlich daneben)
Material dieses Schrittes

Hörwörter (die Lehrkraft spricht, nicht zum Lesen): Pinsel, Ball, Pilz, Pirat, Tiger, Paket, Kamel. Fett mit dem Laut, grau ohne.

PuppePostPapaPilotPiratLampePinselPaketSuppePudel

Pia isst Suppe mit Papa.

Aus dem Grundwortschatz schon lesbar (87): Oma, Hose, Nase, malen, Tomate, Banane, lesen, Rose, Boden, Hase, kommen, Wasser, Sonne, Mutter, alle, Uhr, Hund, Hand, Kind, Tag, Igel, Ball, Bus, Blume, Mama, Papa, Brot, Garten, Blatt, Mond, Ende, Name, Ofen, Kuh, Ohr, Mehl, gehen, sehen, rot, gelb, groß, alt, gut, morgen, gestern, dann, wenn, denn, will, soll, kann, muss, bis, und, sind, wird, Geld, Bild, Weg, Sand, Rad, Bad, Puppe, Suppe, Tasse, Butter, Himmel, Hammer, Teller, Wetter, Wolle, Tanne, Affe, essen, bitte, nass, toll, Hahn, Huhn, Reh, froh, ohne, mehr, sehr, ihr, Tee, See.

Anfangscheck · alle fünf bis sechs Wochen
RundeWenn die Klasse bei SchrittEtwa in Schulwoche
Runde 186
Runde 21411
Runde 32016
Runde 42722
Runde 53428
Runde 64034

Fünf Minuten je Kind: erst die Zeichen, dann zehn echte und zehn erfundene Wörter. Das Ergebnis bleibt auf dem Gerät.

Warum diese Reihenfolge? Vier Regeln, jede im Test geprüft
  1. Dehnbar vor kurz. Die ersten acht Zeichen sind Laute, die man ziehen kann. Nur so lässt sich verschleifen: mmm hält, bis aaa kommt. (Ehri 2005; National Reading Panel 2000)
  2. Häufig vor selten. Die ersten vierzehn Zeichen decken rund vier Fünftel aller Buchstaben eines Textes. q, x, y und c kommen zuletzt. (Buchstabenhäufigkeit deutscher Texte (Beutelspacher 2015))
  3. Nach zwei Zeichen ein Wort, danach mehr. Jeder Schritt macht mehr Wörter lesbar, und kein Wort verlangt ein Zeichen, das noch nicht dran war. (Rose 2006; Castles, Rastle und Nation 2018)
  4. Was sich ähnelt, nicht nacheinander. b, d und p sind gespiegelt fast gleich, ei und ie haben dieselben Buchstaben, ö und ü klingen nah. Zwischen ihnen steht mindestens ein anderer Schritt. (Ranschburg 1905 (Ähnliches stört sich beim gleichzeitigen Lernen))

Kein Lehrgang ist der eine richtige. Zwischen den Methoden liegt in Klasse 1 weniger Unterschied als zwischen Klassen (Einsiedler und andere 2002); was zählt, ist die Systematik: feste Reihenfolge, jeder Schritt sofort beim Lesen gebraucht (Schründer-Lenzen 2013; National Reading Panel 2000; Ehri und andere 2001). Die Reihenfolge hier ist aus Häufigkeit, Dehnbarkeit und Verwechslungsgefahr abgeleitet, nicht aus einer Fibel übernommen. Die 6 Schritte des Ausbaus hängen hinten an, damit die Nummern der Klasse 1 bleiben.

SchrittZeichenHäufigkeitDehnbarWarum hier
1MhäufigjaDehnbar und gut zu sehen: mmm lässt sich ziehen, die Lippen zeigen den Laut. Mit A ergibt es sofort das erste Wort, Mama.
2Asehr häufigjaDer deutlichste Vokal und einer der häufigsten. Mit M entsteht die erste Silbe: ma.
3LhäufigjaDehnbar wie m. Nach drei Zeichen sind Lama und Mal lesbar.
4OhäufigjaDer zweite Vokal. Wer zwei Vokale hat, merkt: Der Vokal trägt die Silbe (ma, mo).
5Isehr häufigjaSehr häufig und dehnbar. Mit drei Vokalen werden aus wenigen Konsonanten viele Silben.
6Ssehr häufigjaSehr häufig und dehnbar. Am Wortanfang weich, am Ende scharf, beides lässt sich ziehen.
7Esehr häufigjaDer häufigste Buchstabe, aber mit Absicht nicht der erste: Am Wortende klingt e fast verschluckt (lese). Erst wenn m, a, l und s sitzen, bleibt Kraft für diesen Unterschied.
8Nsehr häufigjaSehr häufig und dehnbar. Mit n kommt die Endung en, mit der fast jedes Verb in der Grundform endet.
9Tsehr häufigneinDer erste Verschlusslaut, weil er der häufigste ist. Er kommt erst nach acht dehnbaren Lauten: Jetzt können die Kinder ziehen, und das kurze t hängt sich an.
10UhäufigjaDer letzte Hauptvokal. Danach hat jede Silbe des Kernwortschatzes ihren Kern.
11Rsehr häufigjaSehr häufig und dehnbar. Mit Abstand zu l, weil r und l oft verwechselt werden.
12FmitteljaDehnbar. Kommt vor w, damit der Unterschied (f ohne Stimme, w mit Stimme) an einem sicheren f gezeigt wird.
13HhäufigjaHäufig, aber nur am Silbenanfang hörbar. Das stumme h in Kuh stört nicht, weil es erst später Thema wird.
14WmitteljaDehnbar und mit Stimme, das Gegenstück zu f.
15DhäufigneinHäufig. Nach t, weil t und d sich nur in der Stimme unterscheiden: Das sichere t hilft, das d zu hören.
16KmittelneinVerschlusslaut ohne Stimme. Steht zwischen d und b, damit die Spiegelzeichen d und b nicht nacheinander kommen.
17BmittelneinVerschlusslaut mit Stimme. Mit Abstand zu d und p, denn b, d und p sehen gespiegelt fast gleich aus.
18GhäufigneinHäufig. Nach k, weil k und g sich nur in der Stimme unterscheiden.
19PmittelneinMittelhäufig, deshalb spät, und mit Abstand zu b.
20eihäufigjaDas erste Zeichen aus zwei Buchstaben für einen Laut, sehr häufig (ein, mein, kein). Erst jetzt, wenn die Einzelbuchstaben sitzen, sonst liest das Kind e und i.
21SchhäufigjaDrei Buchstaben, ein Laut, dehnbar. Steht zwischen ei und ie, damit diese beiden nicht nacheinander kommen.
22ZmittelneinEin Zeichen, zwei Laute (ts). Mittelhäufig.
23iehäufigjaDas lange i wird meist ie geschrieben. Mit Abstand zu ei: Beide haben dieselben Buchstaben in anderer Reihenfolge und werden am häufigsten verwechselt.
24ÄmitteljaUmlaute kommen, wenn a, o und u sicher sind. Ä ist a mit zwei Punkten, und Hand, Hände zeigt, woher es kommt.
25auhäufigjaHäufiger Doppellaut (Haus, auf, auch). Nach ä: Beide beginnen mit a und klingen doch anders.
26ÖseltenjaSelten, aber in vielen Kinderwörtern (Löwe, König). Mit Abstand zu ü, denn beide spricht man mit runden Lippen.
27eumitteljaSeltener als ei und au, deshalb danach, und mit einem Schritt Abstand zu au.
28ÜmitteljaDer letzte Umlaut, mit Abstand zu ö.
29chsehr häufigjaSehr häufig (ich, nicht, auch), aber zwei Laute: ach und ich. Deshalb erst, wenn das Hören geübt ist.
30VmitteljaSelten und kein neuer Laut: klingt meist wie f. Ein Merkzeichen, das man kennen, aber nicht hören kann.
31JseltenjaSelten, aber dehnbar. Kommt spät, weil es in Kinderwörtern kaum vorkommt (ja, Juli).
32Qusehr seltenneinSehr selten. Immer zusammen mit u, klingt wie kw.
33PfseltenneinZwei Laute schnell nacheinander, schwer zu verschleifen, deshalb spät.
34ngmitteljaEin Laut, den es nur im Wort gibt, nie am Anfang. Häufig in Endungen (lang, Ring).
35Sp SthäufigneinKein neues Zeichen, sondern eine Leseregel: Am Wortanfang spricht man scht und schp. Sie kommt, wenn s, t, p und sch sicher sind.
36ckmittelneinKlingt wie k, nur nach einem kurzen Laut. Beim Lesen genügt der Klang, die Regel kommt im Rechtschreiben.
37tzmittelneinKlingt wie z, nur nach einem kurzen Laut. Wie bei ck genügt beim Lesen der Klang.
38Xsehr seltenneinSehr selten und zwei Laute (ks).
39Ysehr seltenjaSehr selten, meist in Wörtern aus anderen Sprachen.
40Csehr seltenneinAllein fast nur in Wörtern aus anderen Sprachen (Cola, Cent). Deshalb zuletzt.