Buchstaben-Laut-Pfad
Schritte 1 bis 34 sind Klasse 1, gestrichelt der Ausbau bis zum ganzen Alphabet. Ein Schritt ist kein Tag: Manche Klasse braucht drei. Bis hier sind 99 Prozent aller Buchstaben eines Textes eingeführt.
ck, gesprochen k
Klingt wie k, nur nach einem kurzen Laut. Beim Lesen genügt der Klang, die Regel kommt im Rechtschreiben.
mittel, kurz, nicht dehnbar.
| Teil | Min | Was passiert |
|---|---|---|
| Lautsuche | 3 | Die Lehrkraft spricht: Jacke, Haken, Decke, Glocke, Kino, Socke, Rakete. Hörst du k im Wort? Dann Daumen hoch. Schneider u. a. 1997 (Würzburger Training: Laute unterscheiden, nicht nur nachsprechen) |
| Laut und Zeichen | 3 | ck zeigen und k sprechen, nie den Buchstabennamen. Das Zeichen in die Luft, auf den Tisch, dann ins Heft, immer mit dem Laut. ck klingt wie k. Es steht nach einem kurzen Laut. Die Regel dazu kommt im Rechtschreiben. Ehri 2005 (Laut und Zeichen fest verbinden) |
| Zusammenschleifen | 4 | Vormachen, dann alle zusammen: aaa – k → ack; eee – k → eck; iii – k → ick. Den ersten Laut ziehen, bis der zweite kommt, ohne Pause. National Reading Panel 2000; Ehri u. a. 2001 (Verschleifen ist der Kern der synthetischen Methode) |
| Blitzlesen | 4 | Neu: ack, eck, ick, ock. Wiederholung: pfa, pfe, ang, eng, sta, ste. Wörter: Jacke, Decke, Zucker, dick, Rucksack, Glocke. Kurz zeigen, alle lesen im Chor, dann schneller. Castles, Rastle und Nation 2018 (früh ganze Wörter, Wiederholung mit Abstand) |
| Silbenritual | 3 | Stock, Schne-cke, So-cke: schwingen, Bögen setzen, Silbe für Silbe lesen. Satz des Tages: Die Schnecke kriecht unter die Decke. Röber 2009; Bredel 2010 (die Silbe als Einheit des Lesens) |
| Schreiben | 3 | Schreibe ck eine Zeile. Die Buchstaben gehören zusammen, sprich k dazu. Silbendiktat: Die Lehrkraft spricht ack, eck, ick. Du schreibst. Schreibe ab und setze Bögen: Jacke, Decke. Schreibe ein eigenes Wort mit ck. Die Lehrkraft schreibt es richtig daneben. Kuhl und Röhr-Sendlmeier 2018 (Fibelklassen schreiben deutlich richtiger als Klassen mit Lesen durch Schreiben; daraus unsere Folgerung: richtige Schreibung von Anfang an, freundlich daneben) |
Hörwörter (die Lehrkraft spricht, nicht zum Lesen): Jacke, Haken, Decke, Glocke, Kino, Socke, Rakete. Fett mit dem Laut, grau ohne.
Die Schnecke kriecht unter die Decke.
Aus dem Grundwortschatz schon lesbar (153): Oma, Hose, Nase, malen, Tomate, Banane, lesen, Rose, Boden, Hase, kommen, Wasser, Sonne, Mutter, alle, Spiel, Tier, Uhr, Jacke, Ecke, Hund, Hand, Kind, Tag, Stein, spielen, Vater, viel, Vogel, Igel, Ball, Bus, Haus, Maus, Baum, Blume, Mama, Papa, Schule, Auto, Tisch, Fisch, Milch, Brot, Buch, Kuchen, Garten, Blatt, Mond, Ende, Name, Ofen, Schuh, Kuh, Ohr, Mehl, gehen, sehen, Zahn, rot, gelb, grün, blau, groß, klein, alt, neu, gut, laut, leise, heute, morgen, gestern, wieder, viele, hier, dann, wenn, denn, will, soll, kann, muss, bis, und, sind, wird, Geld, Bild, Weg, Sand, Rad, Bad, lieb, Puppe, Suppe, Tasse, Butter, Zimmer, Himmel, Hammer, Teller, Wetter, Wolle, Tanne, Schiff, Affe, Löffel, essen, bitte, nass, toll, Liebe, Biene, vier, sieben, nie, die, sie, wie, Stuhl, Hahn, Huhn, Reh, froh, ohne, mehr, sehr, ihr, stehen, zählen, Decke, Socke, Rock, Stock, Sack, Schnecke, backen, dick, Äpfel, Bälle, Häuser, Mäuse, Stern, Stift, Spinne, von, vorne, Tee, See, Zoo, Ei, Eis.
| Runde | Wenn die Klasse bei Schritt | Etwa in Schulwoche |
|---|---|---|
| Runde 1 | 8 | 6 |
| Runde 2 | 14 | 11 |
| Runde 3 | 20 | 16 |
| Runde 4 | 27 | 22 |
| Runde 5 | 34 | 28 |
| Runde 6 | 40 | 34 |
Fünf Minuten je Kind: erst die Zeichen, dann zehn echte und zehn erfundene Wörter. Das Ergebnis bleibt auf dem Gerät.
Warum diese Reihenfolge? Vier Regeln, jede im Test geprüft
- Dehnbar vor kurz. Die ersten acht Zeichen sind Laute, die man ziehen kann. Nur so lässt sich verschleifen: mmm hält, bis aaa kommt. (Ehri 2005; National Reading Panel 2000)
- Häufig vor selten. Die ersten vierzehn Zeichen decken rund vier Fünftel aller Buchstaben eines Textes. q, x, y und c kommen zuletzt. (Buchstabenhäufigkeit deutscher Texte (Beutelspacher 2015))
- Nach zwei Zeichen ein Wort, danach mehr. Jeder Schritt macht mehr Wörter lesbar, und kein Wort verlangt ein Zeichen, das noch nicht dran war. (Rose 2006; Castles, Rastle und Nation 2018)
- Was sich ähnelt, nicht nacheinander. b, d und p sind gespiegelt fast gleich, ei und ie haben dieselben Buchstaben, ö und ü klingen nah. Zwischen ihnen steht mindestens ein anderer Schritt. (Ranschburg 1905 (Ähnliches stört sich beim gleichzeitigen Lernen))
Kein Lehrgang ist der eine richtige. Zwischen den Methoden liegt in Klasse 1 weniger Unterschied als zwischen Klassen (Einsiedler und andere 2002); was zählt, ist die Systematik: feste Reihenfolge, jeder Schritt sofort beim Lesen gebraucht (Schründer-Lenzen 2013; National Reading Panel 2000; Ehri und andere 2001). Die Reihenfolge hier ist aus Häufigkeit, Dehnbarkeit und Verwechslungsgefahr abgeleitet, nicht aus einer Fibel übernommen. Die 6 Schritte des Ausbaus hängen hinten an, damit die Nummern der Klasse 1 bleiben.
| Schritt | Zeichen | Häufigkeit | Dehnbar | Warum hier |
|---|---|---|---|---|
| 1 | M | häufig | ja | Dehnbar und gut zu sehen: mmm lässt sich ziehen, die Lippen zeigen den Laut. Mit A ergibt es sofort das erste Wort, Mama. |
| 2 | A | sehr häufig | ja | Der deutlichste Vokal und einer der häufigsten. Mit M entsteht die erste Silbe: ma. |
| 3 | L | häufig | ja | Dehnbar wie m. Nach drei Zeichen sind Lama und Mal lesbar. |
| 4 | O | häufig | ja | Der zweite Vokal. Wer zwei Vokale hat, merkt: Der Vokal trägt die Silbe (ma, mo). |
| 5 | I | sehr häufig | ja | Sehr häufig und dehnbar. Mit drei Vokalen werden aus wenigen Konsonanten viele Silben. |
| 6 | S | sehr häufig | ja | Sehr häufig und dehnbar. Am Wortanfang weich, am Ende scharf, beides lässt sich ziehen. |
| 7 | E | sehr häufig | ja | Der häufigste Buchstabe, aber mit Absicht nicht der erste: Am Wortende klingt e fast verschluckt (lese). Erst wenn m, a, l und s sitzen, bleibt Kraft für diesen Unterschied. |
| 8 | N | sehr häufig | ja | Sehr häufig und dehnbar. Mit n kommt die Endung en, mit der fast jedes Verb in der Grundform endet. |
| 9 | T | sehr häufig | nein | Der erste Verschlusslaut, weil er der häufigste ist. Er kommt erst nach acht dehnbaren Lauten: Jetzt können die Kinder ziehen, und das kurze t hängt sich an. |
| 10 | U | häufig | ja | Der letzte Hauptvokal. Danach hat jede Silbe des Kernwortschatzes ihren Kern. |
| 11 | R | sehr häufig | ja | Sehr häufig und dehnbar. Mit Abstand zu l, weil r und l oft verwechselt werden. |
| 12 | F | mittel | ja | Dehnbar. Kommt vor w, damit der Unterschied (f ohne Stimme, w mit Stimme) an einem sicheren f gezeigt wird. |
| 13 | H | häufig | ja | Häufig, aber nur am Silbenanfang hörbar. Das stumme h in Kuh stört nicht, weil es erst später Thema wird. |
| 14 | W | mittel | ja | Dehnbar und mit Stimme, das Gegenstück zu f. |
| 15 | D | häufig | nein | Häufig. Nach t, weil t und d sich nur in der Stimme unterscheiden: Das sichere t hilft, das d zu hören. |
| 16 | K | mittel | nein | Verschlusslaut ohne Stimme. Steht zwischen d und b, damit die Spiegelzeichen d und b nicht nacheinander kommen. |
| 17 | B | mittel | nein | Verschlusslaut mit Stimme. Mit Abstand zu d und p, denn b, d und p sehen gespiegelt fast gleich aus. |
| 18 | G | häufig | nein | Häufig. Nach k, weil k und g sich nur in der Stimme unterscheiden. |
| 19 | P | mittel | nein | Mittelhäufig, deshalb spät, und mit Abstand zu b. |
| 20 | ei | häufig | ja | Das erste Zeichen aus zwei Buchstaben für einen Laut, sehr häufig (ein, mein, kein). Erst jetzt, wenn die Einzelbuchstaben sitzen, sonst liest das Kind e und i. |
| 21 | Sch | häufig | ja | Drei Buchstaben, ein Laut, dehnbar. Steht zwischen ei und ie, damit diese beiden nicht nacheinander kommen. |
| 22 | Z | mittel | nein | Ein Zeichen, zwei Laute (ts). Mittelhäufig. |
| 23 | ie | häufig | ja | Das lange i wird meist ie geschrieben. Mit Abstand zu ei: Beide haben dieselben Buchstaben in anderer Reihenfolge und werden am häufigsten verwechselt. |
| 24 | Ä | mittel | ja | Umlaute kommen, wenn a, o und u sicher sind. Ä ist a mit zwei Punkten, und Hand, Hände zeigt, woher es kommt. |
| 25 | au | häufig | ja | Häufiger Doppellaut (Haus, auf, auch). Nach ä: Beide beginnen mit a und klingen doch anders. |
| 26 | Ö | selten | ja | Selten, aber in vielen Kinderwörtern (Löwe, König). Mit Abstand zu ü, denn beide spricht man mit runden Lippen. |
| 27 | eu | mittel | ja | Seltener als ei und au, deshalb danach, und mit einem Schritt Abstand zu au. |
| 28 | Ü | mittel | ja | Der letzte Umlaut, mit Abstand zu ö. |
| 29 | ch | sehr häufig | ja | Sehr häufig (ich, nicht, auch), aber zwei Laute: ach und ich. Deshalb erst, wenn das Hören geübt ist. |
| 30 | V | mittel | ja | Selten und kein neuer Laut: klingt meist wie f. Ein Merkzeichen, das man kennen, aber nicht hören kann. |
| 31 | J | selten | ja | Selten, aber dehnbar. Kommt spät, weil es in Kinderwörtern kaum vorkommt (ja, Juli). |
| 32 | Qu | sehr selten | nein | Sehr selten. Immer zusammen mit u, klingt wie kw. |
| 33 | Pf | selten | nein | Zwei Laute schnell nacheinander, schwer zu verschleifen, deshalb spät. |
| 34 | ng | mittel | ja | Ein Laut, den es nur im Wort gibt, nie am Anfang. Häufig in Endungen (lang, Ring). |
| 35 | Sp St | häufig | nein | Kein neues Zeichen, sondern eine Leseregel: Am Wortanfang spricht man scht und schp. Sie kommt, wenn s, t, p und sch sicher sind. |
| 36 | ck | mittel | nein | Klingt wie k, nur nach einem kurzen Laut. Beim Lesen genügt der Klang, die Regel kommt im Rechtschreiben. |
| 37 | tz | mittel | nein | Klingt wie z, nur nach einem kurzen Laut. Wie bei ck genügt beim Lesen der Klang. |
| 38 | X | sehr selten | nein | Sehr selten und zwei Laute (ks). |
| 39 | Y | sehr selten | ja | Sehr selten, meist in Wörtern aus anderen Sprachen. |
| 40 | C | sehr selten | nein | Allein fast nur in Wörtern aus anderen Sprachen (Cola, Cent). Deshalb zuletzt. |